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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
brüllaffe bis brumft (Bd. 2, Sp. 426 bis 427)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) brüllaffe, m. simia, schreiender affe.
 
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brüllen , rugire, mugire, boare, von rind und löwe, dann auch vom meer und donner oder der menschenstimme; sonst brellen (sp. 362), mhd. brüelen. Ben. 1, 267b:

reht als ein ohse brüelen (: erküelen)
begunde er mit der stimme.
Conrads troj. kr. cod. argent. 172a,

schweiz. brülen. Maaler 79c, brüela Tobler 82a, zu welchem langen vocallaut sich das dän. bröle, schw. vrla halten liesze, altn. gilt ohne R baula (vgl. goth. bauljan 1, 1745), schw. böla, woher bulle, ags. bulluca vitulus, engl. bullock entsprungen scheint. nnl. brullen, wie nhd. brüllen.
1) intransitiv, laut schreien:

ich schlach dich, das du prülst als ein ku. fastn. 88, 11;

get umb prullen sam ein ku. 1287;

da kam ein junger lewe brüllend im entgegen. richt. 14, 5; was ist denn das fur ein blecken der schafe und ein brüllen der rinder, die ich höre. 1 Sam. 15, 14; das brüllen der lewen. Hiob 4, 10; demnach brüllet der donner. 37, 4; deine widerwertigen brüllen in deinen heusern. ps. 74, 4; die jungen

[Bd. 2, Sp. 427]


lewen, die da brüllen nach dem raub. 104, 21; die ungnade des königes ist wie das brüllen eines jungen lewen. spr. Sal. 19, 12; sie brüllen wie lewen und brüllen wie junge lewen. Es. 5, 29; brüllet auch ein lewe im walde, wenn er keinen raub hat? Amos 3, 4; ewer widersacher der teufel gehet umher wie ein brüllender lewe und suchet welchen er verschlinge. 1 Petr. 5, 8;

auf dem wütig prüllenden meer.
H. Sachs III. 2, 18c;

man wiegert den discant, man brüllet den tenor.
Logau 2, 5, 39;

zu wissen was dem bär die starken knochen füllt,
was in dem elend zuckt, was aus dem ochsen brüllt.
Lessing 1, 175;

ein brüllendes geschrei, das von den lippen fliegt.
Zachariä 1, 17;

der kater erwachte,
sah mit funkelnden augen umher und brüllte nach blute. 1, 280;

seh ich die wütende mänade?
welch rauher jubel brüllt zurück
vom thrazischen gestade?
Uz 1768. 1, 168;

es brüllt aus dicker nacht
der donner unter mir. 1, 206;

und ungestümer brüllen
die wellen am gestad.
Wieland 23, 56;

wie die meerflut
brüllt um den hohen strand, wann der kommende süd sie emporwühlt.
Voss Il. 2, 395;

von Philippi, wo die mordschlacht brüllte,
schleicht mein gramgebeugter lauf.
Schiller 134a;

der graue thalvogt kommt, dumpf brüllt der firn,
der Mythenstein zieht seine haube an. 517a;

hört, wie der abgrund tost, der wirbel brüllt. 539b;

wo der tod aus feuerschlünden brüllt.
Gotter 2, 372;

ein brüllendes freudengeschrei. Klinger 5, 123; das geschrei so vieler menschen, die nur um desto heftiger brüllen. Göthe 29, 274. das volk sagt brüllen für laut weinen, schreien, heulen.
2) transitiv, ein lied brüllen; einen aus dem schlafe brüllen. Klinger 3, 143.
 
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brüller, m. boator, vociferator, schreier. Frisch 1, 145b.
 
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brüllerding, n. taurus annuus, in der schlächtersprache. Frisch 1, 145b.
 
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brüllere, f. vacca taurum appetens. Stalder 1, 234; brüelleri, brauleri, bröleri. Tobler 82a, vgl. altn. baula vacca.
 
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brüllerisch, clamosus. Stieler 251.
 
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brüllgesang, m. brüllender gesang:

zu toben her mit brüllgesang.
Göthe 41, 60.


 
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brülli, m. taurus gregis, altn. bauli = bulle, der brüllende, sonst brüllochs, brummochs, herdochs, faselochs u. s. w.
 
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brüllochs, m. dasselbe.
 
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brüllsucht, f. pruritus vaccae.
 
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brumft, s. DWB brunft.