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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
brülicht bis brüller (Bd. 2, Sp. 426 bis 427)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) brülicht, viridans, frondosus: ein brülichter ort, platz, viridarium.
 
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brüling, m. porcus anniculus, frischling, wie es in den brül getrieben wird: wannehe der wald ackern hat und die undersassen schwein darin schlagen, sollen sie von einem bechen schwein zwen Rader heller, von einem brüling ein pfennig und von einem merthling ein Rader heller zu dehm geben. weisth. 2, 208; man soll dem raugrafen geben ein halb malter korn, ein halb malter weiz, ein ohm ufrechten wins, ein brüling um vier unzen, ein hammel um fünf schilling.
 
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brülken, clamare, perstrepere. Stieler 251.
 
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brülker, m. clamator, rabula: wer ein brülker sein will, der mag sich umb ein paar kahle ducaten schröpfen lassen. Weise erzn. 142.
 
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brülkerei, f. clamor vanus, ineptus. Stieler 251.
 
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brülkerisch, clamosus.
 
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brüll, m. clamor, schrei: einen brüll auslassen, dasz es fri ein loch in den himmel gebe. Gotthelf sagen 4, 39; man sollte dir den buckel mit buchigem holz salben, bis kein ganzer fetzen mehr dran ist und dann mit salz und pfeffer einreiben, bis du keinen brüll mehr auslassen könntest. schuldenbauer 176. nach Stalder 1, 234 ist brüel oder brüll das geschrei der kuh nach dem stier.
 
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brüll, n. fama, rumor, geschrei: gerade auf dem wege komme man ins brüll und mache sich einen schlechten namen. Gotthelf sagen 4, 35.
 
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brüllaffe, m. simia, schreiender affe.
 
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brüllen , rugire, mugire, boare, von rind und löwe, dann auch vom meer und donner oder der menschenstimme; sonst brellen (sp. 362), mhd. brüelen. Ben. 1, 267b:

reht als ein ohse brüelen (: erküelen)
begunde er mit der stimme.
Conrads troj. kr. cod. argent. 172a,

schweiz. brülen. Maaler 79c, brüela Tobler 82a, zu welchem langen vocallaut sich das dän. bröle, schw. vrla halten liesze, altn. gilt ohne R baula (vgl. goth. bauljan 1, 1745), schw. böla, woher bulle, ags. bulluca vitulus, engl. bullock entsprungen scheint. nnl. brullen, wie nhd. brüllen.
1) intransitiv, laut schreien:

ich schlach dich, das du prülst als ein ku. fastn. 88, 11;

get umb prullen sam ein ku. 1287;

da kam ein junger lewe brüllend im entgegen. richt. 14, 5; was ist denn das fur ein blecken der schafe und ein brüllen der rinder, die ich höre. 1 Sam. 15, 14; das brüllen der lewen. Hiob 4, 10; demnach brüllet der donner. 37, 4; deine widerwertigen brüllen in deinen heusern. ps. 74, 4; die jungen

[Bd. 2, Sp. 427]


lewen, die da brüllen nach dem raub. 104, 21; die ungnade des königes ist wie das brüllen eines jungen lewen. spr. Sal. 19, 12; sie brüllen wie lewen und brüllen wie junge lewen. Es. 5, 29; brüllet auch ein lewe im walde, wenn er keinen raub hat? Amos 3, 4; ewer widersacher der teufel gehet umher wie ein brüllender lewe und suchet welchen er verschlinge. 1 Petr. 5, 8;

auf dem wütig prüllenden meer.
H. Sachs III. 2, 18c;

man wiegert den discant, man brüllet den tenor.
Logau 2, 5, 39;

zu wissen was dem bär die starken knochen füllt,
was in dem elend zuckt, was aus dem ochsen brüllt.
Lessing 1, 175;

ein brüllendes geschrei, das von den lippen fliegt.
Zachariä 1, 17;

der kater erwachte,
sah mit funkelnden augen umher und brüllte nach blute. 1, 280;

seh ich die wütende mänade?
welch rauher jubel brüllt zurück
vom thrazischen gestade?
Uz 1768. 1, 168;

es brüllt aus dicker nacht
der donner unter mir. 1, 206;

und ungestümer brüllen
die wellen am gestad.
Wieland 23, 56;

wie die meerflut
brüllt um den hohen strand, wann der kommende süd sie emporwühlt.
Voss Il. 2, 395;

von Philippi, wo die mordschlacht brüllte,
schleicht mein gramgebeugter lauf.
Schiller 134a;

der graue thalvogt kommt, dumpf brüllt der firn,
der Mythenstein zieht seine haube an. 517a;

hört, wie der abgrund tost, der wirbel brüllt. 539b;

wo der tod aus feuerschlünden brüllt.
Gotter 2, 372;

ein brüllendes freudengeschrei. Klinger 5, 123; das geschrei so vieler menschen, die nur um desto heftiger brüllen. Göthe 29, 274. das volk sagt brüllen für laut weinen, schreien, heulen.
2) transitiv, ein lied brüllen; einen aus dem schlafe brüllen. Klinger 3, 143.
 
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brüller, m. boator, vociferator, schreier. Frisch 1, 145b.