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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
brose bis brosseln (Bd. 2, Sp. 398 bis 399)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) brose, m. homo agrestis, rudis, ein bauernknecht:

ach herzeliebe bauersfrau,
so gebt mir euren knecht,
den langen, dicken brosen!
Uhland 713;

im pol. maulaffen 280 ist schafbrose gleichviel mit schafhirte, schafknecht, schafreckel und wie reckel sonst einen hund bedeutet, scheint auch brose ähnlichen bezug zu haben, bei einem bauernaufzug kommen hundebrösel vor (mythol. 747). in den nordischen sprachen bedeutet brûsi, bruse einen bock und nd. urkunden liefern öfter den eigennamen Brusehaver, was sich auf das alte hafer = caper deuten läszt. die westfäl. urk. bei Seibertz no 860 a. 1382 geben Prosekese als eigennamen, wie auch Brose als solcher wiederkehrt. in Weises überfl. ged. 2, 152 heiszt es: ich meine er wird reinen mund gehalten haben, als wie brose beim schwarzfleisch, d. i. wie der knecht beim fetten rauchfleisch. vgl. brosi fettling. Tobler 80b. Stalder 2, 502.
 
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brose, f. abkärzung von brosame. Stieler 247.
 
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bröseldieb, m. im froschmeuseler ψιχάρπαξ, vgl. brotdieb,

[Bd. 2, Sp. 399]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bröselein, n. micula, brösamlein:

die ratte die raschle so lange sie mag!
ja wenn sie ein bröselein hätte.
Göthe 1, 196;

in solchen ritzen
ist jedes bröselein
werth zu besitzen. 41, 139;

du wirst mir also meine retardation verzeihen, um das bröselein salz im evangelischen sinne aufzunehmen. an Zelter 694.
 
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bröseln, minutatim conterere, krümeln, bröckeln: das brot bröseln für die vögel; nimb klein gebroslet brot. Seuter 373; gab ihm der hutmacher geld darum, welches ihm auch etwas zu bröslen (brocken) ins haus verschaft. Simpl. 2, 179. vgl. DWB gebröse; sich bröseln, bröckeln: die seife bröselt sich. s.abbröseln, anbröseln, DWB verbröseln, zerbröseln.
 
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brosem, brosen, was brosam: prosem mica. voc. 1482 z 7b; ein brosem brots. küchenmeist. a 5; weich ein weisz brosem prots. b 8; brosum. Brant 151a, 364;

die brosen er im weigern thet,
so von dem tisch gefallen wern.
Waldis Es. 2, 30;

nimm ein hart brosem brods und binds darauf (auf den wurm beim pferde). Hohberg 2, 227b.
 
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brosemlein, n. was brösamlein: ein weisz brosemlein brots dorzu. küchenm. a 4.
 
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brospe, f. gemma arboris, wetterauisch für knospe. s. DWB brosz.
 
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brosse, f. cyprinus, was sonst brachse, brasem: hausen, lachs, brossen, stockfische. Bartisch 255.
 
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brosseln, pullulare: so der boum oben herab geschroten wirt und die wurzel unversert bleibt, so proszlet er wider und breitet umb sich dan vormols. Seitz lustseuche 21. s. DWB brossen.
 
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brosseln, pl. in Hessen manchetten, handbrosseln.