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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bronnröre bis brosch (Bd. 2, Sp. 397 bis 398)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bronnröre, f. tubus: seltzame trachenschlund an den canälen und bronnrören. Garg. 18a.
 
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bronnwässerlein, n. ein porphyren haut, dardurch alle adern schienen, wie die weiszen und schwarzen steinlein in eim klaren bronnwässerlein. Garg. 76b.
 
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bronze, f. aes, vgl. gesch. der d. spr. 12.
 
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bronzen, aeneus.
 
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bronzieren, aere superinducere.
 
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brort, m. margo, bord (sp. 238), noch im vocab. 1429 3a und 1482 e 3b.
 
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brosam, m. mica panis, gen. brosams, pl. brosame und mit vollem auslaut, wie atham, bosam, eidam, doch läszt sich aus brosam bei Henisch 516 und dem dat. pl. brosamen bei Luther Matth. 15, 27. Marc. 7, 28. Luc. 16, 21 das genus nicht ersehen. entschieden männlich setzt das wort Klopstock und ihm nachfolgend Voss:

[Bd. 2, Sp. 398]


nimm den brosam und isz. Mess. 15, 906;

stolz war dieser geteuschte
auf den kümmerlichen besitz, den er hatte, geworden,
auf den brosam grünliches brot, den hölzernen becher. 16, 280;

mir genügt ein brosam des trostes!
dir genüget nicht ihm, der dein so sehr sich erbarmt hat,
brosame nur zu geben. 19, 478;

ob einer mir biet ein wenig weines und brosams. Od. 15, 311;

es geb ihm jeder nach willkür
etwas brosam und wein. 17, 12;

ziegenkäse, sie schabt ihn
klein mit scharfem erz und streuet brosam darüber.
Stolberg 11, 395.

richtiger und der alten sprache entsprechend scheint das f.
 
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brosämchen, n. micula, Gerstenbergs Ugolino 61.
 
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brosame, f. gen. brosame, pl. brosamen, ahd. prosamâ, gewöhnlich brosmâ (Graff 3, 315), gen. pl. brosmôno, ebenso alts., wo nur dieser gen. pl. 93, 1 vorkommt; mhd. brosam, brosem stark oder broseme schwach (Ben. 1, 262b). hierzu fügen sich jene dat. pl. brosamen bei Luther, und bei andern mehr: ein armer hungriger bettler, der nach übergebliebenen brosamen schnappte. Fr. Müller 3, 253. viele aber werfen das a aus: sie nam von keiner schwesteren das allerminst stücklin brots, sunder die brosmen, so von dem tisch kamen, wüschet sie und schwenkt die hefen. Keisersb. bilg. 88c; nim dorzu eine brosmen schönes brotes. von guter speise cap. 26; mit einer brösmen semeln brotes. cap. 80; mit einer semelbrösmen. cap. 82; brosme Maaler 79a.
Dies brosama, brosma, nhd. brosam, brosme scheint entsprungen aus brohsama, brohsma und das ahd. verbum brochosôn confringere (Graff 3, 269. 267) voraussetzend. es liegt also in ihm die vorstellung des brechens wie in brocke, und beide ausdrücke sind fast gleichbedeutig. Luther verdeutscht κλάσμα durch brocke, ψιχίον durch brosame. Ulfilas aber braucht für beide drauhsna, wofür in der skeireins besser geschrieben ist drausna, da man es doch von driusan fallen zu leiten hat. drausna bezeichnet den abfall, wörtlich sind brosma und drausna einander unverwandt.
 
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brösamlein, n. micula. eine samlung Keisersbergischer predigen führt den titel: die brösamlin doctor Keiserspergs ufgelesen von frater Johann Paulin, Straszburg 1517 und im vorwort heiszt es: hie würt (wird für werden, gramm. 4, 197) ufgelesen die brösamlin von des hochgelerten doctor Keiserspergs tisch, so er in vil malen gepredigt, hat der eerwirdig brder Johannes Pauli uf gesamlet und hie nach einander gesetzt; am dunrstag nach letare hat frater Johannes Pauli ein brösemlin gesamlet. 10b; in dem montag nach judica aber ein ander brösamlin. 10d u. s. w. es hett kein fragmenta klaubend hündlein darvon ein brosamlein unter des herrn tisch gefunden. Garg. 162b. Gotthelf sagt: es brösmeli gönnen. sagen 4, 49; kein brösmeli merken. schuldenb. 66, kein krümchen, nicht das geringste.
 
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brosch, knorzig? brüchig? Schmeller 1, 265 hat braschet, broschet aufgedunsen, dick, was doch für die folgende stelle nicht ganz genügt: diejenige eiche, so unter kieferichten gehölzen stehet, ist zum bau, bretten nicht wol zu nutzen, weil sie schatticht erwachsen und also brosch und brüchig wird. Hohberg 3, 2, 330a. vgl. mhd. brœde.