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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bodensalz bis bodensee (Bd. 2, Sp. 216 bis 217)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bodensalz, n. seesalz vom boden des meers, auch ungereinigtes salz, wie es aus der erde gegraben wird.
 
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bodensatz, m. sedimentum, crassamentum, was sich von einer flüssigkeit auf dem boden ablagert, oft bildlich: das bissel bodensatz meiner jahre. Schiller 183b; die kluge wirtschaft des himmels, der auch mit träbern und bodensatz noch creaturen speist. 202a; allen diesen entsetzlichen bodensatz des am rande schmeichelnden kelchs habe ich ausgetrunken. Göthe 20, 266; gern aber treffend von J. Paul gebraucht: der hypochondrische bodensatz des winters. Fixl.

[Bd. 2, Sp. 217]


190; hier (in reichsstädten) ists nicht schwer, den bürger als einen groben bodensatz, der im adel schwimmt, niederzuschlagen. Siebenk. 1, 78; der strom der zeit hat ihn und alle diese schimmernden tage unter vierfünffachen bodensatz gedrückt und begraben. uns. loge 3, 164; mit dem zornigen bodensatz im herzen zog er dann ab. Hesp. 2, 160; die tief in den bodensatz der zeit getauchte seulenreihe eines alten heidentempels. Tit. 4, 75; einiger bodensatz vom theologischen system. teufelspap. 2, 14; den abhub der zeit, den bodensatz der mode. flegelj. 1, 125; vielleicht darf man sich jetzt mehr als je schmeicheln, dasz französisches phlegma oder bodensatz sich mit deutschen flüchtigen geistern versetze. dämm. 43;

denn bis du nahest dem, der dich geschrieben,
hat er, der sehnsucht raub, bereits genossen
den bodensatz im lebenskelch voll wermut.
Platen 105a.


 
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bodenscharre, f. quod in fundo patinae corraditur:

das ir die feust darnach wurdt lecken
und die pfann nach der podenschar schlecken. fastn. sp. 212, 35;

noch ler ganz aus die podenscharrn. 1099.


 
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bodenschicht, f. unterste schicht.
 
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bodenschlegel, m. was bodenhammer.
 
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bodenschlüssel, m.
 
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bodenschneise, f. siehe bodengericht.
 
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bodenschnur, f. am weberbalken.
 
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bodenschosz, m. palmes vitis, was aus dem kopfe der rebe schieszt, erdenholz. vgl. DWB boge 8.
 
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bodenschwelle, f. im gerinne der mühle.
 
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bodensee, m. lacus podamicus. Neugart no 596 (a. 890); lacus potamicus no 637 (a. 902) no 653 (a. 905), erst eine von den Deutschen erfundne benennung, wobei das ligurische wort bodincus, fundo carens. Plinius 3, 16 ganz aus dem spiel bleiben kann. bodensee deutet sich füglich als der see, in welchen, aus welchem der Rhein sich gieszt, gleichsam des Rheins gusz oder boden. kaum benannt ist er nach der anliegenden villa Podama, Bodoma, heute Bodman, sie vielmehr nach ihm. unrichtig setzen einige den namen weiblich, die begriffe see mare und see lacus verwechselnd: güter an der Bodensee. Hahn 2, 6. doch hört man ihn auch das schwäbische meer nennen.

ze Costenz an dem podemsê. ring 47a, 29.