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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bobbeln bis bocheln (Bd. 2, Sp. 198 bis 199)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bobbeln, bubbeln, edere sonum enascentium et fatiscentium bullarum. Stieler 205; engl. bubble, dän. boble, nnl. bobbelen. vgl. DWB bluttern, DWB gurgeln.
 
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boben, adv. supra, superne, oben, verhält sich wie bauszen, binnen und begegnet im hochdeutsch noch seltner als diese, während das nnl. boven, engl. above geläufig ist: es gieng aber ganz fein und lustig auch bei der tafel zu, und zwar wie man in Europa zu sagen pflegt, boben thal. Felsenb. 4, 91 d. i. oben und unten, von oben bis unten (mhd. ze tal).
 
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bobenhammer, bobenheimer, culex: vertreibt die mücken, schnacken und bobenhämmer, das seind die giftigen wasserschnacken. Tabernaemont. 12; der dampf vertreibet und tödtet die mücken, schnacken und bobenheimer. 254. es ist schwer, dieses entstellte wort zu deuten, selbst der angesetzte nom. sg. bleibt unsicher, da die belege nur den pl. enthalten. in heim oder heimer scheint zu liegen heime, heimchen, heimel grillus, doch in boben weder jene partikel, noch etwa buben. Nemnich unter culex führt sogar ein rheinisches bodenhämel

[Bd. 2, Sp. 199]


an, das bodenheimel sein und die am grund und boden fliegende mücke meinen könnte.
 
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boberelle, f. physalis alkekengi, ein kraut, dessen blume eine blase bildet, woher der gr. name, solanum vesicarium, solanum halicacabum genannt, bei Maaler 73a boborellen, bei Henisch 439 boberell, bei Nemnich boberellen und bockerellen, böhm. boborelka. da auch blasenpuppe, erdpuppe, teufelspuppe, judentocke dafür vorkommt, liesze sich boberelle aus puppe und irgend einem romanischen puparella verstehen, wenn man nicht lieber an bobbel, blase denken will.
 
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boberesche, f. was beberesche, populus tremula, s. das folgende.
 
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bobern, tremere, bebern, wofür auch bobbern, DWB poppern, DWB puppern gehört wird. Stieler 205.
 
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boblatsche, f. suggestus ad spectandum exstructus, schlesisch, schaugerüst, zumal der marktschreier auf jahrmärkten, obersächs. popelätsche, bair. pablatsche (Schm. 1, 275). ein böhmisches wort, pawlač und pawlačka söller, laube, erker, bühne.
 
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bobo, m. podex, mit dem ton auf der letzten silbe, ein in der sprache der ammen, mädchen, mütter allgemein übliches wort, traulicher als der hintere oder steisz, feiner als arsch, und in der rede gebildeter verwendbar, in den wörterbüchern aber fehlend (nur Campe und Heyse geben popo, doch niemand spricht so, Castelli im östr. wb. 89 boboh); wahrscheinlich auch der nnl. dän. und schw. sprache bekannt. auf den bobo fallen; sich auf den bobo setzen; den bobo klitschen; schläge auf den bobo bekommen. in der französischen kindersprache bedeutet bobo einen kleinen schmerz, was wir wewe nennen und ebenso betonen. böhm. ist bobo, bubu ein schreckwort für kinder, unser wauwau, popanz.
 
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boböchen, n. das steiszchen, kosend.
 
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boch, m. eigentlich pulsus, dann fastus, arrogantia, gloriatio, ruhm, prahlerei, trotz:

die hütten tn ich loben
im isen und im loch,
tt mancher in vertoben,
dasz im gelit sin boch.
Uhland 371;

grosz boch und nit vermügen. 372;

es msz uns etwan das geloch
ein reicher jud bezalen doch,
hoch, leichtsinnig, boch über boch.
Jörg Wickram Tobias B 2b;

mein fraw die ist mein schilt und schutz,
ist oft mein frevel, poch und trutz.
H. Sachs I, 438d;

und leben in unserm eignen boch und trotz. Paracelsus 1, 90c; dasz die so der arznei gar kein wissen haben, das geschrei besitzen und den boch behalten solcher groszen experienz. 1, 1095b; und ob ir schon ausz boch etlich sieg gegen mir erhalten haben oder etwas triumphiert. chir. schr. 291b;

draufs (das echo) endlich noch
mit halbem poch
gar deutlich sagte, 'schweigen.'
Spee trutzn. 15.

später unüblich. s. DWB bochen.
 
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bocheln, pulsare, illidere, anschlagen, fortbildung des folgenden: wie der hagel uf den decheren mit steinen bochlet und ein gefert machet. Keisersb. bilg. 80d.