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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
blutrose bis blutrünstig (Bd. 2, Sp. 188 bis 189)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) blutrose, f. für die wurzen, so man liechttorn oder feigwarzen, auch bluetrosen nennet. Seuter 234.

[Bd. 2, Sp. 189]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) blutrösel, n. geranium sanguineum, blutkraut.
 
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blutrost, f. was blutrunst: diepstal, heiler geschreie und blutrost. weisth. 3, 405.
 
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blutrost, saucius, was blutrist und daraus verderbt, oder sind beide, blutrist wie blutrost, auf blutrunst, blutrünstig zurückzuleiten? ein heiloser floh machet oft einen man blutrost und zwingt in schuch und hosen auszuthun. sprichw. weise klugr. 363b. auch in Schmidts westerw. id. 28 ist bloutröstig, blutrüstig, blutig.
 
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blutroth, rutilus: wenn ewer sünde gleich blutrot ist, sol sie doch schneweisz werden. Es. 1, 18; sie ward auf diesen vorwurf blutroth im gesicht; blutroth vor scham;

ob die sünden blutroth wären,

heiszt es im sechsten verse des kirchenlieds Jesus nimmt die sünder an; so will ich deine Sachsen loben, dasz sie blutroth werden sollen. Zelter an Göthe 779; vor einem blutrothen gemeinderath der revolution. J. P. dämm. 70.
 
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blutruf, blutrufe, m. f.? scabies cruenta, blutschwäre, vom ahd. hruf, ruf lepra, pustula (Graff 4, 1155); ags. hreof: für die bluetrufen, so den rossen gern auf dem rucken under dem sattel wachsen, das kompt daher, wann ein ros von natur einen hitzigen rucken hat, und da es warm wird under dem sattel, so wachsen alsdann dise blutrufen. Seuter 252. Pinter 452. vgl. blutschäbigkeit.
 
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blutruhr, f. dysenteria, blutflusz, steht aber auch ganz wie blutrunst: er wagts in gotts macht, schlug drauf, dasz der belz kracht, focht umb die höchst blutrur, umb das kränzlin. Garg. 188b;

ich wil dich vor den fünfen verklagen
und du must mir zahlen die blutrur.
Ayrer fastn. 24a.

vgl. DWB ruhr. bei dem rindvieh sagt man das rothe.
 
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blutruns, saucius, sugillatus: ob er wund oder bltruns (es steht bltrunsz) ist. Braunschweig 9. vgl. blutrise, blutrist.
 
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blutrunse, f. fluxus sanguinis e vulnere, rinnen des bluts, vgl. DWB blutronne: darum ist auch groszer underscheid zwischen der groszen wunden und der kleinen bltrunsen und kleiner underscheid zwischen der kleinen wunden und der groszen bltrunsen. Braunschweig 6; wunden und blutrunsen waren zu sehen. Liv. Straszb. 1598. 23.
 
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blutrunst, f. dasselbe, ahd. pluotrunst:

ihr wist meiner herrn ordnung sunst,
das man ein jede blutrunst
mit sechzig pfund verbüszen musz.
Ayrer fastn. sp. 24b.


 
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blutrünstig, saucius: da er (Alexander) mit eim pfeil verwundet, blutrünstig ward, fragte er seine freunde, ob auch die götter bluteten. Matth. Friderich saufteufel C 4b;

sein angsicht mit neglen zerrissen
und jagten in von in blutrünstig,
wan keiner war der warheit günstig.
H. Sachs II. 4, 41c;

und jagten in von sich blutrünstig.
Wolgemut Esop 62;

die hände werden welk, der beine mark erkaltet,
blutrünstig ist die haut, geliefert und veraltet.
Fleming 12;

auch maul und nase blutrünstig geschlagen. Felsenb. 1, 398; ihn mit den nägeln ins gesicht und ziemlich blutrünstig gekratzt hatte. 3, 182; blutrünstige wunde. s. blutrüstig.