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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
blunderkiste bis blüse (Bd. 2, Sp. 169)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) blunderkiste, f.
 
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blunderkram, m. trödelkram, handel mit altem geräth und gewand.
 
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blunderlein, n. sarcina, bündel: es tregt ein weisz blünderlin uf dem rucken. sch. u. ernst cap. ...
 
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blundermann, m. trödler, lumpensammler.
 
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blundermilch, f. zusammengelaufne milch, scheint den ursprünglichen sinn des mischens, zusammenflieszens zu enthalten. verderbt plumpermilch. s. auch blodermilch.
 
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blündern, diripere, praedari, plündern, bei Henisch 481 blindern, ursprünglich wol die betten aufschneiden und die federn fliegen lassen, wie im krieg geschieht, wenn nach verstecktem geld gesucht wird, vielleicht auch den raub in bündeln wegtragen, wie franz. saccager zu sack gehört. schw. plundra, dän. plyndre, nnl. plunderen, engl. plunder, böhm. plundrowati, das wort scheint mit strenghochd. form zu andern völkern übergegangen. da kamen die söne Jacob uber die erschlagene und plünderten die stad. 1 Mos. 34, 27; sie sprechen in irem herzen, laszt uns sie plündern, sie verbrennen alle heuser gottes im lande. ps. 74, 8; es sollen auch ire kinder fur iren augen zerschmettert, ire heuser geplündert und ire weiber geschendet werden. Es. 13, 16; mit rauben, plündern und ausbeuten. Dan. 11, 24; man wird das land rings umbher belegern und deine heuser plündern. Amos 3, 11; plünderte die stad und verbrannte die heuser. 1 Macc. 1, 33;

auch stund die kirch gar öd
geblündert ihrer zier.
H. Sachs I, 327d.

man sagt auch, ein buch, einen schriftsteller plündern. s. abplündern, ausplündern. in der Schweiz heiszt aber plündern, dem ursprünglichen wortsinn gemäsz, das hausgerät bei entstandner feuersbrunst in sicherheit bringen, sodann ausziehen, in eine andere wohnung ziehen, das gerät in ein anderes haus tragen: si hend pplünderet, sie sind ausgezogen. Stalder 1, 194.
 
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bluntsch, collisus, plump, gedrückt, platschig:

mein nas ist breit, bluntsch, munk und kurz.
H. Sachs III. 3, 16a,

vgl. Stald. 1, 191 bluntschi, blunschi.
 
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bluntschen, plumpen, platschen, ins wasser fallen.
 
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blunze, f. blutwurst, vgl. Schmeller 1, 336:

vil plunzen würst wol hundert pachen.
Schmelzl lobspr. 93.

dann auch ein plumper, schwerfälliger mensch: trollenknollen, kolbenknospen, tiltappen, plunzen. Garg. 197b, wie bluntsch.
 
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blupfling, adv. subito:

weicht ab, tret umbe und raumet auf,
e man euch blupfling uberlauf. fastn. sp. 1, 6;

mit dem ich plüpfling sie anfiel.
Haupt 8, 513,

setzt ein blupfen, fallen, plumpen voraus.
 
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blüse, f. flamma navigantibus accensa, von bake verschieden: dasz sie (die flut) baken, thurm und blüse zusammt der ganzen insel nicht verschlinget und nicht überschwemmet. Brockes 7, 280; die sogenannte blüse, die in der nacht der schiffer ziel, indem auf selbiger beständig ein nie verlöschend feuer lodert ... so mit noch gröszerm feuerslicht auf einer noch viel gröszern blüse sogar auf Helgeland geschicht. 7, 284; der hohe thurm, nebst seiner blüsen, die im winter mit der stets unterhaltnen glut den schiffenden zum pharus dient. 7, 315. ein undeutsches schifferwort, nach dem dän. blus und blusfyr, flamme auf dem feuerthurm.