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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
abschiener bis abschlag (Bd. 1, Sp. 100 bis 101)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) abschiener, m. in den ungrischen bergwerken der markscheider.
 
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abschieszen, emittere, wegschieszen, herunterschieszen. den pfeil vom bogen, die kugel vom gewehr abschieszen, dann den bogen, das gewehr abschieszen; mit ausgelassenem acc., auf einen abschieszen, die flinte loslassen: abgeschossen!; so giengs dem friedfertigen, nie auf einen gegenwärtigen abschieszenden mann sein lebenlang. J. Paul komet 3, 74. mit beziehung des ab auf den getroffenen, erreichten: die spatzen vom dach, vögel vom baum abschieszen; wie viel er vögel abgeschossen. Lessing 1, 4; dem feind ward abgeschossen (vom pferde) mancher ehrlicher kriegsmann. Soltau volksl. 405; es ward ihm abgeschossen von Meckelburg der herzog wolgeborn. das. 407; einem den arm, fusz (vom leib) abschieszen, den finger (von der hand). den jägern heiszt abschieszen alles eingestellte wild niederschieszen, wodurch der jagd ein ende gemacht (abgejagt, ausgejagt) wird; abschieszen kann auch, wie abschieben, bedeuten einen übertreffen, näher treffen. Intransitiv ist abschieszen schnell fahren, niederfallen: das dach musz abhängig sein, damit das wasser abschieszen könne; der regen schieszt in strömen vom berge ab; der pfeil schieszt ab, fährt durch die luft:

ein strahl abschieszend klar und schnell.
Weckherl. 450;

der zügel schieszt ab, senkt sich:

du durchrennst des lobes bahn,
freund, mit abgeschossnem zügel,
ich auch setz in vollem bügel
auf das schöne wesen an.
Fleming 459.

Figürlich, aber schön gilt von den farben, dasz sie abschieszen, verschieszen, erbleichen, gleichsam die hellen, lichten strahlen entsandt haben und verlieren oder auch verfallen, nnl. verschieten: die farbe ist abgeschossen; leibfarb und liebfarb schieszen bald ab; das auge voll von jenen abschieszenden graulichen gebirgsschluchten. Göthe 43, 289.
 
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abschieszig, declivis, sich senkend, gewöhnlich abschüssig: ein versus fœmininus, welcher zu ende abschieszig ist und den accent in der letzten silben ohne eine hat. Opitz poeterei 48.
 
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abschiffen, nave abire, zu schiffe abreisen: vom lande

[Bd. 1, Sp. 101]


abschiffen; sie sind schon weit von dem hafen abgeschift. transitiv: waaren, güter abschiffen, verschiffen.
 
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abschildern, effigiare, abmahlen, eigentlich auf dem schilde als wapen (s. schildern), nnl. afschilderen: einen menschen, eine blume, ein thier (nach dem leben) abschildern; einen von dem kopf bis auf die füsze abschildern; dasz der mahler furchte, es möchte an farben mangeln, wo er alle abschildern solle. Weise erzn. 488; (der mahler) hatte sich auch vorgenommen, alle jetzt lebende ältesten, wie auch andere gute freunde abzuschildern. Felsenb. 3, 353. Allmälich aber weniger die leibliche darstellung in farben, als die geistige, dichterische aller, auch der abstractesten dinge: als ein poetischer mahler recht nach dem leben abschildern. Günther vorr. 9; ach lasz mich die traurige scene meines jammers dir abschildern; der Kallias, den du mir abschilderst. Wieland 1, 281; den höchsten grad des erstaunens und der bestürzung abzuschildern. 12, 43; niemand kann sich beleidigt halten, wenn man ihn abschildert, wie er ist. 30, 144; man kann das system der fixsterne durch das planetische abschildern, wenn man dieses unendlich vergröszert. Kant 8, 254; du wurdest mir stolz abgeschildert.
 
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abschilderung, f. imago, darstellung, abbild. dieses ist unsers S. abschilderung nach dem leben. Rabener 2, 282; die urbilder der abschilderungen. Kleist 2, 144; die abschilderung, welche Juvenal von einem solchen graeculus macht. Wieland 1, 18; wär es überflüssig eine abschilderung von seinen sitten zu machen. 1, 68; ich machte ihr in wenigen aber starken zügen eine abschilderung von mir selbst. 27, 124; der überall gern kleine kopien und verjüngte abschilderungen von sich selbst sehen möchte. Lessing 1, 436; aus der abschilderung, die man uns von ihm gemacht. Möser p. ph. 1, 154. Je kälter das wort ward, fügte man ihm auch, statt der lebendigeren praep. nach und von den gen. oder ein auf den geschilderten gegenstand bezogenes possessiv hinzu: hier stehe die abschilderung Agamemnons in dem opfer der Iphigenie. Herder 13, 94; die abschilderung eines weltzustandes. Fichte staatsl. 26; was nicht seinen elementen nach in ihrer, der wissenschaftslehre abschilderung schon vorhanden ist, ist sicher wider die vernunft. Fichte sonnenkl. ber. 194. in folgender stelle geht das possessiv auf den schildernden:

Matthisson, deine naturabschildrung
süsz wie honig und fest wie wachs.
A. W. Schlegel.


 
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abschinden, excoriare, abhäuten: einem stücke vieh die haut, einem baum die rinde abschinden, einem die haut an den fingern abschinden:

trug ihn schon hochrollend die wog an das schroffe gestad hin,
dort war ab ihm geschunden die haut und zermalmt die gebeine.
Voss Od. 5, 426;

so am gestein blieb jenem von festumklammernden händen
abgeschunden die haut. das. 5, 435;

jährlich nicht mehr, als der Russe lindenstämme für seine bastschuhe abschindet, nemlich 150. J. Paul Tit. 2, 31. da in schinden ursprünglich selbst die vorstellung der haut schon enthalten ist, so setzt das beifügen dieses und ähnlicher wörter voraus, dasz jene längst verdunkelt war. das vieh, den baum, finger abschinden ist daher richtiger gesprochen, aber schon mhd. die hiute heter zwein tieren abe geschunden. Iw. 468.
 
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abschirren, jugum equis detrahere, den pferden das geschirr abnehmen, die pferde abschirren, die pferde sind schon abgeschirrt, gegensatz von anschirren.
 
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abschlachten, mactare, dahinschlachten, ursprünglich wol von dem halse, von der kehle schlagen, jugulare, jetzt fast eins mit schlachten, das opfer, das kalb abschlachten, abthun:

wer sich gar zu alber hält, wer sich gar zum lamme macht,
dieser wird als wie ein lamm von den wölfen abgeschlacht.
Logau 3, 5, 46;

alle verlangten mit ungestüm, dasz die fakirn zu den füszen der sterbenden unschuldigen abgeschlachtet werden sollten. Wieland 8, 183; gelang das, so war die bürgerliche gesellschaft von bisher mit wenig scharfen schnitten abgeschlachtet. Dahlmann fr. rev. 167.
 
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abschlaffen, dependere, abschlappen, niederhängen: das verzogene abgeschlappte untere augenlied. Lavaters physiogn. 2. fragm. 32.
 
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abschlag, decussio, m. was abgeschlagen wird. forstmännisch der abschlag an gefällten bäumen, tannenabschlag,

[Bd. 1, Sp. 102]


eichenabschlag, sonst auch afterschlag und abraum genannt. ein abgeschlagner raum in gebäuden, verschlag: ein hospital mit 15 groszen und kleinen zimmern, für junge mädchen kleine abschläge, um den pilgrimen beizustehn, wenns noth thut. Hippel 8, 299 (vgl. abraum). im teichwesen, ein ablauf des wassers, wodurch es abgeschlagen, abgeleitet wird. bei schriftgieszern heiszt abschlag die ins weiche metall geschlagene matrize. Figürlich was man abschlägt, weigert, zurückweist, abschlägige antwort: beschämen sie mich nicht mit einem abschlag; abschlag (ripulsa) und falscher zorn. Werder Ariost 1. 58, 7; bei mir findt ir kein abschlag. Tewerdank 82, 6; so wird sie mein abschlag nicht quälen. Günther 260; ein gütiger abschlag. Logau 2, 59, 28. was abgerechnet, künftig davon abgeschlagen werden soll: in abschlag bezahlen. Felsenb. 1, 163; auf abschlag geben oder zahlen: auf abschlag bis dahin darfst du mich schon einige mal ärgern. Tieck ges. nov. 1, 121; ich nehme keinen abschlag, keine vorläufige, stückweise zahlung an:

in rechter zeit ir kommen solt,
man wil kein abschlag nehmen an.
Jac. Ayrer 23a.

Endlich was abschlägt, heruntergeht, abnimmt: ein abschlag der kälte, plötzliche abnahme, umschlag; was im preise heruntergeht: ein abschlag der waare, das ist ein groszer abschlag; in abschlag kommen, gerathen.

 

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1) abgrasen
 ... gramen depascere, das gras wegfressen. die lämmer grasen den anger, die junge saat ab.
 
2) acker
 ... meʒʒen' Parz. 174, 30. niederfallen, s. anger .
 
3) ackerumsatz
 ... zuweilen die wechselwirtschaft, wenn das feld einige jahre als anger, dann zum getraide dient.
 
4) anger
 ... anger , m. pratum, viridarium, ahd. angar ( Graff
 ... ahd. angar ( Graff 1, 350 ), mhd. anger ( Ben. 1, 45 b ), grasbewachsnes land,
 ... ), grasbewachsnes land, weidetrift, wie schon mhd. gewöhnlich grüene anger, altn. engi pratum; vielleicht dasz der alte volksname
 ... dazu gehört, einzelne dörfer heiszen Angersbach, Angersberg, Angersdorf. die anger sind vol schafen und die awen stehen dick mit korn.
 ... landes. Ez. 34, 13 ; auf einen schönen anger. Dan. 3, 1 ; die reichen zelten auf
 ... schönen grünen angern. maulaffe 276; hütten auf dem grünen anger, den ich aus meinem fenster übersehen konte. westf. Robins.
 ... westf. Robins. 122; welch ein anger, o ihr schönen, o wie dünkt er mir
 ... umschattet war mit rasen bedeckt ein weiter grünender anger vor dem dorfe. Göthe 40, 284
 ... angers. Rückert 294 ; eigentlich liegt anger hoch und trocken, aue und wiese feucht: er kommt
 ... feucht: er kommt über wiesen und auen, umgeht auf trocknem anger manchen kleinen see. Göthe 22, 151 .
 ... 22, 151 . auch pferde werden auf dem anger getummelt: sieh .... den anger
 ... anger getummelt: sieh .... den anger voll finsterer rosse. E. v. Kleist 2, 9
 ... 2094 sagt von einem niedergestochnen ritter, dasz er den anger maʒ, wie es sonst heiszt den acker meʒʒen
 
5) anger
 ... anger , enger , steht in den weisthümern für
 
6) angerblume
 ... kurzer, ich bin langer' alsô strîtents ûf dem anger bluomen unde klê. Walth. 51, 36
 
7) angerhäusler
 ... m. hintersasz, nd. brinksitter, einwohner, der auf dem anger ansäszig ist.
 
8) aue
 ... zum frischen wasser. ps. 23, 2 ; die anger sind vol schafen und die awen stehen dick
 
9) befleischen
 ... betrat an einem frühlingsmorgen der fetten anger feuchtes grün. da sah er mit erwünschten freuden
 
10) bestellen
 ... erhellt, wiederum am saum mit schînât; anger und walt bestalt sind wunneclîch. MS.
 
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