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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
abscheuen bis abschiedchen (Bd. 1, Sp. 98 bis 100)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) abscheuen, n. horror, ein intransitives abscheuen horrere, mhd. abe schiehen, voraussetzend, für das belege mangeln, nnl. afschouwen; ein abschewens sagt irgendwo Er. Alberus; diser gebresten ist ein groszer übelstand und macht einem schönen pferd ein grosz abschewen. Seuter rosarzn. 292;

der tod
den kühnesten bracht ein abschewen.
Weckherlin 316;

ich hatte aber gleich ein abscheuen. Simplic. 1, 471; ein solch abscheuen vor dem spielen. das. 1, 185; weiln er — kein abscheuen getragen. das. 2, 111; kein abscheuens tragen. weisth. 3, 370; wider (das) abschühen des gemüts und wider die verlierung der vernunft. Gersdorf wundarzn. bl. 17. jetzt ungebräuchlich.
 
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abscheuern, purgare, für abscheiern (s. DWB scheuern), nnl. afschuijeren. den schmutz abscheuern, die pfanne, den kessel, das fasz abscheuern, das zimmer abscheuern. einen abscheuern, ausschelten. sich abscheuern, abreiben: das kleid hat sich abgescheuert, abgenützt.
 
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abscheuig, abominabilis, verabscheuenswerth: gehässig und abscheuig machen. Luther br. 5, 28.
 
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abscheulich, abschéulich, abscheu erweckend, scheuszlich, nnl. abschouwelijk: ein abscheulicher mensch, ein abscheuliches gesicht, bild; abscheulicher gestank; abscheuliches laster; abscheuliche

[Bd. 1, Sp. 99]


that, abscheulicher gedanke. die mit zerstörung ringende natur in dem abscheulichen zustande ihrer zerrüttungen. Kant 8, 339. das ist abscheulich. Häufig im gemeinen und vertrauten leben zur bloszen verstärkung, wie ungeheuer und andere wörter: abscheulich reich, abscheulich schön, abscheulich gelehrt. Lessing 1, 248. Rabener 2, 116; es thut abscheulich weh; ganz abscheulich vornehm. Gellert 4, 141; ich abscheulicher narr. Weise erzn. 67; einer hatte einen altväterischen sammetpelz an mit abscheulich groszen knöpfen. 63; schweizerisch abschuli schö, gued. Tobler 13a. Einigemal für abschreckend, abscheuchend: auch ernstliche straf zum abscheuhlichen exempel. Frankf. ref. 1, 50, 14; zur strafe ihres verbrechens und andern ihres gleichen zum abscheulichen exempel. Wieland 9, 190. Am seltensten für abscheuend, sich scheuend: darumb dasz er im also mit dienst verpflichtet, auch seinen leib bei ihm aufzusetzen nicht abscheulich wer (sich nicht scheute). Kirchh. wendunm. 54b; unmüglich anmutung der herrn macht abscheuliche diener gern (die davor zurückscheuen). das.
 
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abscheulichkeit, f. res nefanda, kein wort vermag solche abscheulichkeit auszudrücken; welche abscheulichkeiten! quelles horreurs!
 
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abscheuvoll: kein flusz verwäscht den greul von abscheuvollen dingen. J. E. Schlegel 1, 56.
 
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abschichten, separare, abtheilen nach schichten: den raum abschichten; im deutschen recht, kinder abschichten, wenn sie aus der gemeinschaft des vermögens treten und einen theil davon für sich empfangen.
 
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abschicken, mittere, absenden, entsenden: einen boten, brief, die waare abschicken; sein gebet zu gott abschicken, seufzer zum himmel abschicken:

einen stummen seufzerton aus dem herzen abgeschicket.
Ch. Gryphius.


 
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abschieben, removere, fortschieben, nnl. afschuiven: den tisch von der wand, den schrank von der mauer abschieben; eine schuld, ein verbrechen, einen tadel von sich abschieben. bei pferden, rindern, schafen heiszt es, dasz sie die zähne abschieben, die letzten füllen, kalbs, lammszähne verlieren: die jungen rosszähn, so die pferde abschieben. Pinter pferdschatz. Frankf. 1688 p. 390, wofür auch blosz, mit ausgelassenem acc., steht abschieben, was dann intransitiven schein gewinnt: die kuh hat noch nicht abgeschoben; abgeschobenes vieh, das abgeschoben hat. im kegelspiel, einen abschieben, mehr schieben als er, das verlorne, was zu viel war abschieben. figürlich: er hat ihn abgeschoben, übertroffen. intransitiv, einen abstecher zur seite machen. s. DWB abschub.
 
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abschied, m., früher abscheid, was man sehe, und der bedeutung nach, gleich diesem, weggang, entfernung: der abschied aus diesem leben, der tödliche hintritt; (gedicht) auf den abschied der durchleuchten fürstin. Opitz 2, 97. 93; alle stunde und augenblick zum seligen abschied gerüst. Mathesius 7a; der abschied (das scheiden) von den freunden thut uns weh; auf traurigen abschied folgt endlich freudiges wiedersehn. Häufig aber die beim weggehn statt findende förmliche beurlaubung, sowol das nehmen als geben des urlaubs: abschied nehmen, seinen abschied aus dem dienst nehmen; vom leser abschied nehmen, das buch schlieszen; hinter der thür abschied nehmen, ohne abschied fortreisen; den abschied, entlassung fordern; einem den abschied geben, ihn entlassen, ihn verabschieden; hiermit hast du deinen abschied. Zuweilen der abschiedsgrusz und kus, das letzte wort, vale:

lasz mein aug den abschied sagen,
den mein mund nicht nehmen kann.
Göthe 1, 45;

den abschied auf der söhne wangen drücken. Klinger 2, 214; sein abschied lautete kläglich. Ebenso der bei feierlicher entlassung einer versammlung, beim ausgang eines handels gefaszte und bekanntgemachte beschlusz, bescheid: der reichsabschied, landtagsabschied, recessus von recedere, weggehn; darauf hette berürter ausschusz mit den Augustinern gehandelt und endlich den abschied genommen, das die Augustiner. übergeben solten. Luther 2, 5a.

bis dasz endlich geht ein abschied (bescheid).
J. Ayrer 43a.

Luther scheint abscheid weggang und abschied urlaub, endliche entscheidung oder schlichtung willkürlich zu sondern, doch treten schon ahd. sceidan, sceidôn und scidôn von einander ab, worüber mehr unter scheiden und schied. apostelg.

[Bd. 1, Sp. 100]


18, 18. 21 machte seinen abschied mit den brüdern, ist fratribus vale faciens. figürlich sagt man: den sünden, lastern abschied geben, der welt abschied geben, entsagen und sterben.
 
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abschiedchen, n. kleines abschiedsgedicht: etwa so ein abschiedchen in versen. Fr. Müller 3, 40.

 

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1) abgrasen
 ... gramen depascere, das gras wegfressen. die lämmer grasen den anger, die junge saat ab.
 
2) acker
 ... meʒʒen' Parz. 174, 30. niederfallen, s. anger .
 
3) ackerumsatz
 ... zuweilen die wechselwirtschaft, wenn das feld einige jahre als anger, dann zum getraide dient.
 
4) anger
 ... anger , m. pratum, viridarium, ahd. angar ( Graff
 ... ahd. angar ( Graff 1, 350 ), mhd. anger ( Ben. 1, 45 b ), grasbewachsnes land,
 ... ), grasbewachsnes land, weidetrift, wie schon mhd. gewöhnlich grüene anger, altn. engi pratum; vielleicht dasz der alte volksname
 ... dazu gehört, einzelne dörfer heiszen Angersbach, Angersberg, Angersdorf. die anger sind vol schafen und die awen stehen dick mit korn.
 ... landes. Ez. 34, 13 ; auf einen schönen anger. Dan. 3, 1 ; die reichen zelten auf
 ... schönen grünen angern. maulaffe 276; hütten auf dem grünen anger, den ich aus meinem fenster übersehen konte. westf. Robins.
 ... westf. Robins. 122; welch ein anger, o ihr schönen, o wie dünkt er mir
 ... umschattet war mit rasen bedeckt ein weiter grünender anger vor dem dorfe. Göthe 40, 284
 ... angers. Rückert 294 ; eigentlich liegt anger hoch und trocken, aue und wiese feucht: er kommt
 ... feucht: er kommt über wiesen und auen, umgeht auf trocknem anger manchen kleinen see. Göthe 22, 151 .
 ... 22, 151 . auch pferde werden auf dem anger getummelt: sieh .... den anger
 ... anger getummelt: sieh .... den anger voll finsterer rosse. E. v. Kleist 2, 9
 ... 2094 sagt von einem niedergestochnen ritter, dasz er den anger maʒ, wie es sonst heiszt den acker meʒʒen
 
5) anger
 ... anger , enger , steht in den weisthümern für
 
6) angerblume
 ... kurzer, ich bin langer' alsô strîtents ûf dem anger bluomen unde klê. Walth. 51, 36
 
7) angerhäusler
 ... m. hintersasz, nd. brinksitter, einwohner, der auf dem anger ansäszig ist.
 
8) aue
 ... zum frischen wasser. ps. 23, 2 ; die anger sind vol schafen und die awen stehen dick
 
9) befleischen
 ... betrat an einem frühlingsmorgen der fetten anger feuchtes grün. da sah er mit erwünschten freuden
 
10) bestellen
 ... erhellt, wiederum am saum mit schînât; anger und walt bestalt sind wunneclîch. MS.
 
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