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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
abrechnung bis abregnen (Bd. 1, Sp. 86 bis 88)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) abrechnung, f. in abrechnung bringen, abziehen; auf abrechnung geben, abschläglich.
 
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abrechte, f. pars obliqua, bei tuchbereitern die linke seite des tuchs. nicht aus ab und recht zu deuten, sondern gleichviel mit äbichte. s. äbich.
 
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abrechten, litigando auferre, abprocessieren: einer beschwerte sich, dasz dieser ihm sein erbgut abgerechtet hätte. Lohenst. Arm. 1, 62.
 
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abrechtigen, was abrechten: er gieng, seitdem er seinem vater die brunnenmatte abgerechtiget hatte, nicht mehr gern in sein haus. Pestalozzi L. und G. 1, 76.
 
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abrecken, extendere, auf den blechhämmern, das eisen zu blech ausdehnen.
 
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abrede, f. ein ahd. und mhd., auch bei unsern nachbarn fehlendes wort, dessen sich Luther noch nicht (doch des adj. abredig) bedient, und das in zwein, ganz abweichenden bedeutungen erst nachher um sich grif, Henisch stellt es nicht auf, aber Stieler. abrede ist nun einmal deliberatio, beredung, vereinbarung, mehr die erste und vorläufige, als ein förmlicher vertrag, und so gebraucht es Rihel (1598) im Livius 22; soltu nach der ersten abrede bezalt werden. Kirchhof wendunm (zuerst 1565) 118a; so war die abrede zwischen uns, sic constitutum erat. Stieler; ha frau, das ist wider die abrede. Lessing; vermöge einer vorher genommenen abrede. Wieland 3, 30; die sache sah einer abrede zu ähnlich, um für einen zufall gehalten zu werden. 3, 293; wenn alle leute die abrede mit einander genommen haben. 7, 94; jene augenblicke, in

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denen sie beide durch das zarteste gefühl gedrungen eine abrede auf ihr künftiges leben genommen hatten. Göthe 15, 204; er tadelte Charlotten und den hauptmann, dasz sie bei dem geschäft gegen die erste abrede handelten, und doch hatte er in die zweite abrede gewilligt. 17, 145; der kutscher ist ein gescheidter kerl, mit dem man noch abrede nehmen musz. 20, 32; seid ihr unsrer abrede noch eingedenk? Tieck 4, 396. Früher mag abrede gegolten haben für inficiatio, das abgehen von der rede, für leugnen und nicht geständig sein, denn schon Hugo von Trimberg setzt abrede im Renn. 12 207. 20 011 im sinne des heutigen ausrede, ausflucht, was nahe an leugnung grenzt:

sprachen, sie köndten folgen nit,
und jeder sein abrede sucht
und solches zugs eine ausflucht.
B. Waldis Esopus 3, 11. bl. 143b;

zumal üblich für die redensarten in abrede sein, in abrede stellen, ziehen d. h. leugnen, gern in verneinendem satz, doch auch in positivem zulässig: der vergleichung mit dem kind und der sauw bin ich auch nit in abred. Kirchhof wendunm. 264a; ich kan es (ejus) nicht in abrede sein. Simpl. 1, 6; die alten sind selbst wenig in abrede, dasz die kräfte ihres verstandes mit den jahren abnehmen. Liscov 42; ich will nicht in abrede sein. J. E. Schlegel 3, 426; wir können nicht in abrede sein, dasz. Klopst. gel. rep. 12, 327; aber selbst diejenigen können nicht in abrede sein, dasz. Wieland 1, 87. 6, 195. 13, 27. 30, 446; ich bin nicht in abrede, dasz. Kant 9, 38; die theologie wird nicht in abrede sein wollen, dasz. Kant 6, 168; dasz in der bibel sich widersprüche finden, wird jetzt niemand in abrede sein. Göthe 26, 100. die beiden ältesten belege, sieht man, fügen die geleugnete sache noch im gen. hinzu, die späteren setzen die phrase blosz für leugnen und lassen ein dasz folgen. nicht in abrede ziehen. Kant 2, 436; bei juristen, etwas in abrede nehmen, stellen, ziehen.
 
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abreden, convenire, verabreden, vereinbaren, welche beide steifer klingen: die winde selbst waren etliche tage so zahm, als ob sie es mit einander abgeredet hätten. Wieland 1, 59; der emir gab das abgeredete zeichen. 6, 65; sie hatten sich eben an einem abgeredeten orte versammelt. 7, 98; der ein paar nymfen belauscht, die mit einander abreden, wo sie diese nacht sich baden wollen. 11, 256; was ihres königs frau mit ihnen abzureden hätte. Schiller 291; jegliches abzureden. Voss Od. 13, 191;

hast du dem könige das kluge wort
vermelden lassen, das wir abgeredet?
Göthe 9, 71;

die geisterscene? war betrug. die erscheinungen? abgeredet. 14, 214; wir halten sein wunderliches betragen für abgeredet mit dem oheim. 21, 101. Für leugnen gilt verabreden, kaum das einfache abreden, doch könnte, wo nachdruck des zusammenhangs darauf liegt, gesagt werden: ich will es nicht abreden, absprechen, absagen (Heinr. Trist. 261). früher findet sich abreden fast im sinne des abmahnens, abrathens, abziehens durch rede: unzehlbare irrthumb sein auch noch bei vilen also eingewurzelt, dasz sie sich von solchen mit keinerlei wollen abreden lassen. Kirchhof wendunm. 324a; der ihn mit guten worten treuwer meinung darvon abreden wolte. das. 422b; die welt läszt ir doch ir blinden fürer und apostel nit abreden (sich nicht absprechen) noch erleiden. Frank chron. 522b. Endlich erscheint spurweise ein intransitives abreden für irre reden, delirare (s. DWB abkosen). Frisch 2, 99a.
 
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abredig, in abrede stellend, leugnend: aber ich bin nicht abredig, das ich .. willens gewest. Luther 2, 384b; dasz ich nit abredig bin. Aimon vorr.; wiewolen ich auch ganz abredig bin. v. Birken 47. einen beleg aus Dietr. von Plieningen theilt Schmeller 3, 42 nicht mit. Wickram im rollw. 70b hat auch ein gleichbedeutiges adj. abred (für abrede): der wirt wolt dem andern des tausches in keinerlei weg abred sein. steht ein casus bei abredig, so darf es nur der gen. sein und dieser ist gemeint, wenn ich bin es abredig gesagt wird; ich bin das (für des, dessen) abr. ist fehlerhaft.
 
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abredung, f. conventio, nur für übereinkunft, nicht für leugnung: unter ihren augen werden von unsern ältesten alle händel beigelegt und alle gemeinschaftliche abredungen genommen. Wieland 6, 117; damit so weniger der verdacht der abredung, den eine gar zu sichtliche übereinstimmung erwecken würde, auf sie fallen könnte. Lessing 10, 53.
 
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abregeln, regulare, nach der regel ordnen. abgeregelte worte.

[Bd. 1, Sp. 88]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) abregnen, depluere, niederregnen, ausregnen: so hat er doch das düstere gewölk an die berge geworfen, wo es denn abregnen, abschneien oder sich selbst verzehren mag. Göthe 45, 295; indem sie (die regenstriche) nach der erde gerichtet bald abzuregnen schienen, bald in der höhe schwebend verweilten. 51, 216.

 

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1) abgrasen
 ... gramen depascere, das gras wegfressen. die lämmer grasen den anger, die junge saat ab.
 
2) acker
 ... meʒʒen' Parz. 174, 30. niederfallen, s. anger .
 
3) ackerumsatz
 ... zuweilen die wechselwirtschaft, wenn das feld einige jahre als anger, dann zum getraide dient.
 
4) anger
 ... anger , m. pratum, viridarium, ahd. angar ( Graff
 ... ahd. angar ( Graff 1, 350 ), mhd. anger ( Ben. 1, 45 b ), grasbewachsnes land,
 ... ), grasbewachsnes land, weidetrift, wie schon mhd. gewöhnlich grüene anger, altn. engi pratum; vielleicht dasz der alte volksname
 ... dazu gehört, einzelne dörfer heiszen Angersbach, Angersberg, Angersdorf. die anger sind vol schafen und die awen stehen dick mit korn.
 ... landes. Ez. 34, 13 ; auf einen schönen anger. Dan. 3, 1 ; die reichen zelten auf
 ... schönen grünen angern. maulaffe 276; hütten auf dem grünen anger, den ich aus meinem fenster übersehen konte. westf. Robins.
 ... westf. Robins. 122; welch ein anger, o ihr schönen, o wie dünkt er mir
 ... umschattet war mit rasen bedeckt ein weiter grünender anger vor dem dorfe. Göthe 40, 284
 ... angers. Rückert 294 ; eigentlich liegt anger hoch und trocken, aue und wiese feucht: er kommt
 ... feucht: er kommt über wiesen und auen, umgeht auf trocknem anger manchen kleinen see. Göthe 22, 151 .
 ... 22, 151 . auch pferde werden auf dem anger getummelt: sieh .... den anger
 ... anger getummelt: sieh .... den anger voll finsterer rosse. E. v. Kleist 2, 9
 ... 2094 sagt von einem niedergestochnen ritter, dasz er den anger maʒ, wie es sonst heiszt den acker meʒʒen
 
5) anger
 ... anger , enger , steht in den weisthümern für
 
6) angerblume
 ... kurzer, ich bin langer' alsô strîtents ûf dem anger bluomen unde klê. Walth. 51, 36
 
7) angerhäusler
 ... m. hintersasz, nd. brinksitter, einwohner, der auf dem anger ansäszig ist.
 
8) aue
 ... zum frischen wasser. ps. 23, 2 ; die anger sind vol schafen und die awen stehen dick
 
9) befleischen
 ... betrat an einem frühlingsmorgen der fetten anger feuchtes grün. da sah er mit erwünschten freuden
 
10) bestellen
 ... erhellt, wiederum am saum mit schînât; anger und walt bestalt sind wunneclîch. MS.
 
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