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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
trenser bis trepfe (Bd. 22, Sp. 150 bis 151)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) trenser, m., seufzer, zu 1trensen 1: (der wirt hat) sein schwert durch in (den jüngling) gestossen, im sein hertz dermassen gerrt, das er kaum einmal ein trenser gelassen, verschaiden ist Wickram w. 2, 254 Bolte. als trenzer der kurze, ächzende brunftschrei des hirsches, zu 1trensen 2: noch an demselben abend vernimmt der förster ... ein hartes, trockenes, heiseres röhren ... und hinterher einen trenzer, niederträchtig und gemein Löns Mümmelmann 126.
 
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trent, adv., jenseits; wohl aus darent, vgl.herent diesseits, jenent jenseits, s. Schmeller-Fr. bair. 1, 92:

[Bd. 22, Sp. 151]


und es an einem pfinztag geschach,
dasz man trent fenlin fliegen sach
dort einher über die haiden (1522, bair.) bei
Aug. Hartmann hist. volkslieder u. zeitged. 1.

noch heute in den bair.-österr. maa.: drenten drüben Loritza id. vienn. 36; drent, drent'n Hügel Wien. 50; drent'n Überfelder kärnt. id. 76; Castelli Enns 114; Schmeller-Fr. a. a. o.
 
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trentel, m. und f., s. DWB trendel. —
 
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trenteln, vb., s. DWB trendeln.
 
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trenteln, vb., eine handarbeit ausführen. wohl etymologisch identisch mit trenteln zaudern, vgl. 1trensel:

wyr giengen fir, sachen neyen, spinnen
gold, seyden mit konstlichen sinnen ...
klöpflen, trentlenn, entwerffen, sticken
Thurneisser archidox. (1569) q 4b.


 
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trentsch, m., s. 2trensen, vb.
 
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trenzen, vb., s. DWB trensen. —
 
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trenzer, m., s. DWB trenser.
 
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trepan, m., knochenbohrer meist zur schädeleröffnung von frz. trépan aus mlat. trepanum, griech. τρύπανον. Ludwig teutsch-engl. dict. 2, 2014; Aler dict. germ.-lat. 2, 1916 u. ö.: der schädel des verunglückten ... fand sich so tief verletzt, dasz er mit dem trepan geöffnet werden muszte König selts. geschichten 243. —
 
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trepanieren, vb., die trepanation ausführen; von frz. trépaner. schon im 17. und 18. jh. in Deutschland bekannt, zunächst in ungewöhnlicher (miszverstandener?) bedeutung: 'trepanieren ist den kopf zusammenschrauben und so dann in dem gehirne einmanschen und dasselbe zusammenschütteln' Stieler zeitungslust und nutz 672; dann in der üblichen anwendung, wenn auch selten gebucht: Apinus gloss. nov. 537; mich armes mensch so barbarisch mit schlägen tractirt, dasz ich ein jahr zu bett liegen müssen, da man mir 24 mal den ich kopf aufgeschnitten und 4 mal trepanirt (1696) bittschrift an die jenaischen deputierten bei Tholuck vorgesch. d. rationalism. 1, 266; alles, was zum amputieren, trepanieren ... nötig ist Göthe IV 21, 321 W.; wir trepanieren etwas nur im groszen, bohren das horn (am kopfe) weg Tieck schr. 3, 384. bildlich:

wenn er ... nach mode uns mit terminologie
zu philosophen trepanierte
A. v. Klein Anthenor 22.

dazu trepanation Sömmerring menschl. körper 6, 844. auch allgemeiner: perforation des brustbeines, z. b. trepanation desselben ebda 5, 261, vgl. 'trepanation, eröffnung einer körperhöhle durch anbohrung eines knochens, im engeren sinne eröffnung der schädelhöhle' Guttmann mediz. terminologie (1930) 1155.
 
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trepfe, s. DWB treppe. —