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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
trensen bis trenzen (Bd. 22, Sp. 150 bis 151)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) trensen, vb., trenzen, träntschen (vgl. DWB trantsch) langsam sein; in den westdeutsch. und süddeutsch. maa.: rhein. wb. 1, 1436; K. Chr. L. Schmidt westerw. id. 261; v. Klein prov.-wb. 1, 192 (Pfalz); Crecelius oberhess. 294; Fischer schwäb. 2, 368; Stalder schweiz. id. 1, 303; dazu trenzen eine rede lange hinziehen id. austr. (1824) 65 und trentsch, m., zögerer:

man fyndt gar manch nochgültig mensch,
das ist so gar eyn wättertrentsch,
das er sich nyenan schicken kan
zu allem, das er vohet an
S. Brant narrenschiff 70, 2 Zarncke;

'ei wie machst du dich hie so munter?'
'du trentsch, du totschz, was get es dich an?' fastnachtssp. 478, 16 Keller.

möglich ist zusammenhang mit 1trendeln 5.
 
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trensen, vb., trenzen, speicheln, sich mit abrinnender flüssigkeit beschmutzen. mit spielformen wie trenschen, trinschen trinscheln u. a. (vgl. 3trantsch). nach Schmeller-Fr. 1, 671 -zen-ableitung von trahen gutta; vor allem in den bair. maa. Unger-Khull steir. 170b; Lexer kärnt. 77; Mayr wiener. 168, auch lothr.: trenz 'rinnende flüssigkeit' Follmann 102:

trenzen duet sie a als wie a alti gaesz die altweibermühle (tirol.) in Herrigs archiv 102, 261;

rotzen und trenzen,
bitten und benzen
Hartmann volksschausp. in Bayern u. Österr. 228;

sein (des gespenstes) auge droht,
ist inwendig rot,
sein maul, das trenst
O. J. Bierbaum ges. w. 1, 86.

dazu trenstiegel, m., tabakspfeife: er hat gar keinen solchen trenstiegel, seh ich Rosegger schr. (1895) I 2, 92. —
 
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trenze, f., verzogener mund Lexer kärntn. 69; trenschen breites, verzogenes, verdrüszliches maul Schmeller-Fr. 1, 671; Hügel Wien. dial. 165.
 
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trensen, vb., 'ein tau mit einem dünneren ausfüllen' (durch umwickeln) Mozin wb. d. frz. spr. 3, 23c; zu trense 1 mit derselben herkunft, nicht über deren grenzen hinaus verbreitet; Röding allg. wb. der marine 2, 806. dazu trensgarn, trensing schnur zum ausfüllen eines taues Röding, Mozin a. a. o.
 
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trenser, m., seufzer, zu 1trensen 1: (der wirt hat) sein schwert durch in (den jüngling) gestossen, im sein hertz dermassen gerrt, das er kaum einmal ein trenser gelassen, verschaiden ist Wickram w. 2, 254 Bolte. als trenzer der kurze, ächzende brunftschrei des hirsches, zu 1trensen 2: noch an demselben abend vernimmt der förster ... ein hartes, trockenes, heiseres röhren ... und hinterher einen trenzer, niederträchtig und gemein Löns Mümmelmann 126.
 
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trent, adv., jenseits; wohl aus darent, vgl.herent diesseits, jenent jenseits, s. Schmeller-Fr. bair. 1, 92:

[Bd. 22, Sp. 151]


und es an einem pfinztag geschach,
dasz man trent fenlin fliegen sach
dort einher über die haiden (1522, bair.) bei
Aug. Hartmann hist. volkslieder u. zeitged. 1.

noch heute in den bair.-österr. maa.: drenten drüben Loritza id. vienn. 36; drent, drent'n Hügel Wien. 50; drent'n Überfelder kärnt. id. 76; Castelli Enns 114; Schmeller-Fr. a. a. o.
 
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trentel, m. und f., s. DWB trendel. —
 
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trenteln, vb., s. DWB trendeln.
 
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trenteln, vb., eine handarbeit ausführen. wohl etymologisch identisch mit trenteln zaudern, vgl. 1trensel:

wyr giengen fir, sachen neyen, spinnen
gold, seyden mit konstlichen sinnen ...
klöpflen, trentlenn, entwerffen, sticken
Thurneisser archidox. (1569) q 4b.


 
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trentsch, m., s. 2trensen, vb.
 
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trenzen, vb., s. DWB trensen. —