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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
trensengebisz bis trenze (Bd. 22, Sp. 148 bis 150)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) trensengebisz v. Alten handb. 3, 725; -knopf Hoyer-Kreuter 1, 776; trenseriemen mag. d. mod. 2 (1791) 253; trensenring v. Alten 1, 342; unter seinem einflusse wurden des jungen gedanken recht aufgestellt wie ungeduldige vollblüter an der beginnstelle eines rennens, wo sie sich kaum verhalten lassen, wo von den trensenringen die schaumflocken wehen H. Grimm volk ohne raum 1, 188; -spiel:

und als ich so ritt,
klang mein herz in den rasengedämpften schritt,
klang ins schnauben und trensenspiel meinem schimmel
B. v. Münchhausen standarte 129;

-zügel: endlich ergriff ich den linken trensenziegel, zog dem flüchtigen pferde den kopf an die linke schulter F. v. Trenck leben und thaten (1747) 161; ich sprang vom pferde, und mir den trensenzügel über die schulter hängend, kniete ich nieder D. v. Liliencron s. w. (1896) 1, 14.
 
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trensel, subst., borte, tresse, vielleicht zu trense 1, doch vgl. DWB trenseln, vb., u. trenteln, vb.:

do macht man schön tapecerey ...
die wircken leisten uff der ladt,
die sticken trensslen blow, gel, rott,
schnier, binden, schleir mancher handt
Thurneisser archidoxa (1569) N 4a.

[Bd. 22, Sp. 149]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) trensel, m., von 3trensen speicheln? im sinne eines scheltwortes:

woluff, wolhin, du alter trensel,
ich mag nit reyten grawe pfärt!
Hätzlerin liederb. 281 Haltaus.


 
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trenseln, vb., eine besondere handarbeit ausführen, 'goldene und silberne borten in ihre fäden auflösen' Schrader dtsch.-frz. wb. 2, 1380; wohl weiterbildung zu trendeln 'zaudern', vgl. nd. aufdröseln zu dröseln zögern und trenteln zögern und handarbeit ausführen: von dieser art (spinnrad) hatte er eines für Selinden kommen lassen, und für sich ein gestell zu knötchen, ... denn die mannspersonen fingen eher an zu knötchen als zu trenseln. das trenseln ... bestand darinn, dasz man goldene und silberne borten, auch seidne zeuge in ihre fäden auflösete. viele modische leute kauften sich neue borten, um ihre hände solchergestalt zu beschäftigen J. Möser s. w. 1, 138 Abeken.
 
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trensen, vb. , schnauben, heftig atmen, stöhnen, auch in den formen trenzen, transen, tre(n)sgen; ablautend und anderer bildung ahd. trinson treni ahd. gl. 1, 638, 1. nahe liegt auch mlat. trinsare brummen des bären Ruodlieb III 96, nach Diefenbach-Wülcker 367 aus dem deutschen, ähnl. mlat. drensare schreien des schwanes Diefenbach gloss. 191b, frz. drenser Körting 132. die gruppe ist wahrscheinlich lautmalenden ursprungs wie nasallose formen gleicher bedeutung: ahd. drâsjan, drâsôn duften schnauben Graff 5, 252; gl. 2, 636, 68 drâsôt; 2, 702, 45 thrasindi zu Vergils georg. III 85 collectumque premens volvit sub naribus ignem (equus); mhd. drâsen, dræsen, drasen, dräsen, trâsen, trasen mhd. wb. 3, 84b; 1, 386b; Lexer 1, 459; nachtr. 125; Schmeller-Fr. 1, 675; dresen teil 2, 1406. zwischen beiden gruppen haben übergänge und kreuzungen stattgefunden.
das verbreitungsgebiet ist Süd-, Mittel- und das westliche Norddeutschland und die Niederlande: mnl. drensen; nnl. drenzen wb. d. neederl. taal 3, 3291; in verschiedenen bedeutungsnüancen und lautlichen spielarten notiert bei Loritza id. vienn. 133; Schmeller-Fr. bair. 1, 670; Fischer schwäb. 2, 367; Martin-Lienhart elsäss. maa. 2, 761; Stalder schweiz. id. 1, 303; Tobler appenzell. 151. Schröer ungr. bergl. 43; Vilmar Kurhessen 78 mit der bemerkung 'ächzen, stöhnen, seufzen sind dem volk völlig fremde wörter'; Crecelius oberhess. 294; rhein. wb. 1, 1436.
1) 'schnauben', 'dumpfe laute ausstoszen' vor allem von tieren, bes. vom pferd: danach sprütz ihme (dem pferde) rosenwasser in die naszlöcher, damit es trenszge Seuter roszartzn. (1599) 9; über das keichen, treszgen und husten lests (das pferd) auch einen dampf aus den naselöchern Böhme roszartzn. (1618) 111; (das rosz) fängt ... an, zu prausten oder zu tresenen Walther pferde- und viehzucht (1658) 105. trensen, trenzen vom rind 'traurige töne von sich geben' Schmeller-Fr. 1, 670; d' chue trēszet Tobler appenzell. 151; drasen, dräsen, dränsen 'leise brummen' von der kuh rhein. wb. 1, 1436; schwäb.:

die capuziner,
wans gehen in den chor,
träsen wie ein alte kueh,
capuzen gibt den tact darzue (um 1740) Ostracher liederhandschrift bei
Rattay diss. (1911) 110.


in der anwendung auf den menschen 'heftig und schwer atmen'; vgl. Martin-Lienhart elsäss. 2, 761; Schröer ungr. 43; Fischer schwäb. 2, 301 u. ö.: und er bucklig und hustend und trensend auf dem stecken herum wanke Rosegger nixnutzig volk (1907) 229. schon früh in erweiterung der bedeutung: murmuro tresen Calepinus sept. ling. (1731) 2, 49a; gemere heiszet achtzen, trensen Keisersberg postille (1522) 3, 17 (randglosse); gutturisare drensen, kneesten, stoenen, dazu gutturisatio drensinge Schueren Teuthonista 86 Verdam; crissari kreisten, anchtzen, trensen, trentschen Diefenbach gl. 158b; trensen und achzgen propheten (Augsburg 1528) Jes. 38; als er aber gesehen, dass es sich gegen den getroheten schoss nicht gewaigert oder gereget, sondern alda hangend zum zweiten mahl

[Bd. 22, Sp. 150]


gedrenset und darnach gekrauchet Marburger hexenproceszacte von 1659 bei Vilmar Kurhess. 78. so auch in neuerer zeit besonders in den maa. als 'stöhnen, seufzen, weinen' bezeugt: Vilmar Kurhess. 78; Tobler appenzell. 151; Chr. Schmidt elsäss. 79 u. ö.:

(das weib) holtert und poltert ...
pentzt und trentzt, pfnaust und haust,
dasz dem armen mann der buckel graust
Neiner tändlmarckt 155;

wir haben schier geweint, geplärrt, gerehrt und trenzt Mozart in O. Jahn Mozart 1, 647.
2) übermundartlich ist eine seit dem 18. jh. belegte einengung der bedeutung auf das schreien des hirsches in der brunftzeit: 'der kurze ächzende ton, welchen der hirsch in der brunftzeit, bevor er schreit und während er die thiere treibt, häufig auszustoszen pflegt' Behlen forst- u. jagdk. 6, 88; Schrader dtsch.-frz. wb. 2, 1380; 'nur vom hirsche' Adelung 4, 670; die förster hörten den mörder trenzen und röhren Löns Mümmelmann 139; (er) ahmte erst das gereizte trenzen nach und dann den vollen grollruf R. H. Bartsch frau Utta 155.
 
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trensen, vb., trenzen, träntschen (vgl. DWB trantsch) langsam sein; in den westdeutsch. und süddeutsch. maa.: rhein. wb. 1, 1436; K. Chr. L. Schmidt westerw. id. 261; v. Klein prov.-wb. 1, 192 (Pfalz); Crecelius oberhess. 294; Fischer schwäb. 2, 368; Stalder schweiz. id. 1, 303; dazu trenzen eine rede lange hinziehen id. austr. (1824) 65 und trentsch, m., zögerer:

man fyndt gar manch nochgültig mensch,
das ist so gar eyn wättertrentsch,
das er sich nyenan schicken kan
zu allem, das er vohet an
S. Brant narrenschiff 70, 2 Zarncke;

'ei wie machst du dich hie so munter?'
'du trentsch, du totschz, was get es dich an?' fastnachtssp. 478, 16 Keller.

möglich ist zusammenhang mit 1trendeln 5.
 
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trensen, vb., trenzen, speicheln, sich mit abrinnender flüssigkeit beschmutzen. mit spielformen wie trenschen, trinschen trinscheln u. a. (vgl. 3trantsch). nach Schmeller-Fr. 1, 671 -zen-ableitung von trahen gutta; vor allem in den bair. maa. Unger-Khull steir. 170b; Lexer kärnt. 77; Mayr wiener. 168, auch lothr.: trenz 'rinnende flüssigkeit' Follmann 102:

trenzen duet sie a als wie a alti gaesz die altweibermühle (tirol.) in Herrigs archiv 102, 261;

rotzen und trenzen,
bitten und benzen
Hartmann volksschausp. in Bayern u. Österr. 228;

sein (des gespenstes) auge droht,
ist inwendig rot,
sein maul, das trenst
O. J. Bierbaum ges. w. 1, 86.

dazu trenstiegel, m., tabakspfeife: er hat gar keinen solchen trenstiegel, seh ich Rosegger schr. (1895) I 2, 92. —
 
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trenze, f., verzogener mund Lexer kärntn. 69; trenschen breites, verzogenes, verdrüszliches maul Schmeller-Fr. 1, 671; Hügel Wien. dial. 165.