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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
trennungslustig bis trennungsweh (Bd. 22, Sp. 145 bis 146)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version)  -lustig, adj., (die königsmacht) sollte die stets trennungslustigen massen des volkes ... zusammenhalten Laube ges. schr. (1857 ff.) 5, 118.
 
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trennungsmittel, n., sinnlich: mittel, um stoffliches mechanisch oder chemisch zu trennen Lueger 7, 494; Oken allg. nat.-gesch. 1, 477; übertragen: um zusammengehörige menschen innerlich einander zu entfremden und so äuszerlich auseinander zu bringen: das geringste trennungsmittel, darauf ihn die zauberei vertröstet hatte, liesz sich mehr hoffen, weniger blicken, und die liebe zwischen dem hertzoge Jubil und Catten ... schien ... rechten zunder bekommen zu haben Lohenstein Arminius (1689) 2, 1159b; die (eheliche) scheidung ist in der ganzen welt ein trennungsmittel Deinhardstein ges. dram. werke (1848) 2, 92; 'unionismus' als trennungsmittel und schiboleth des subjektivistischen und negierenden zeitgeistes Prutz preusz. gesch. 4, 324.
 
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trennungsprinzip, n.: begründung der moral, aus welcher die eintheilung in rechts- und liebespflichten ... sich völlig ungezwungen ergiebt, durch ein aus der natur der sache hervorgehendes trennungsprincip Schopenhauer w. 541 Grisebach.
 
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trennungspunkt, m. 1) rein örtlich: punkt, an dem eine trennung geschieht: war doch ... der trennungspunkt der arischen familie mit sicherheit ... in den tälern des Indus und Oxus Schrader sprachvergl. u. urgesch. (31907) 102; (in trennungsbahnhöfen) bildet ... die trennungsweiche mit der ... trennungskreuzung den trennungspunkt Lueger 1, 726. 2) ungewöhnlich, zeitlich, als 'augenblick der trennung': da ihm Philipp Reiser den

[Bd. 22, Sp. 146]


groszen thorweg öfnen wollte, durch den nun doch der eigentliche trennungspunkt bewirkt wurde K. Ph. Moritz Anton Reiser (1786) 3, 243. 3) uneigentlich, entspr. d. bedeutung punkt II 9 in teil 7, 2237: die vorzüglichsten trennungspunkte der neu entstandenen (evang.) kirche von der damaligen catholischen Köllner symb. d. luth. kirche (1837) 392; abgeblaszt, als verstärktes trennung: die ideelle und reelle thätigkeit sind ursprünglich, abstrahiert von der grenze, ununterscheidbar, den trennungspunkt zwischen beiden macht nur die grenze Schelling (1856) 1, 3, 414. 4) durativ, grammatisch-terminologisch: diäresis, trema, zur verhinderung diphthongischer aussprache wie in naiv, auch trennpunkt genannt, vgl. Campe 4, 877; auch sonst 'punkte hinter abgebrochener rede', s. Freytag ges. schr. (1891) 6, 299.
 
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trennungsritus, m.: die verhüllung der braut und ebenso die des bräutigams, die als eine art von trennungsritus aufzufassen wären bilderlex. d. erotik 1, 175; riten bei der sog. 'initiation' oder jünglingsweihe, unter denen die knaben aus der mütterlichen obhut geführt werden, s. L. Weiser allg. jünglingsweihen u. männerbünde 16. —
 
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-schema, n.: das trennungsschema der physik durchgedacht Göthe III 7, 37 W.
 
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trennungsschmerz, m., schmerz des abschieds: frau von Walter entliesz ihren sohn mit groszem aufwande von trennungsschmerz Holtei erz. schr. 21, 133; 'ab nach Kassel', scherzhafter zuruf an einen abreisenden, über dessen scheiden man nicht viel trennungsschmerz empfindet v. Alten hdb. f. heer u. flotte 1, 32. schmerz des getrenntseins:

zwanzig jahre sind ihm träg verronnen
in gefangenschaft und trennungsschmerz
Kahlert romanzen (1834) 148;

und nach langem trennungsschmerz
kehr auch ich zurück
Böhme volksthüml. lieder 206.


 
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trennungsschnitt, m.:

(neujahr 1871)
ein trennungsschnitt ist wieder eingedrungen
in das was sein wird und in das was war
Fontane ged. (1875) 228.


 
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trennungsstrich, m., orthographisch, wofür heut bindestrich geläufiger: daselbst wird noch feld-zeugmeister mit den so unnützen trennungsstrichen geschrieben allg. dt. bibl., anh. zu bd. 25-36, 2009; anders: trennungsstriche am scenenende (des götheschen manuscripts) fehlen E. Schmidt in Göthe 39, 441 W.; bildliche anwendungen: so dasz ... die hügelreihen nur rippen oder trennungsstriche (bilden) Ritter erdk. 14, 882; (die darstellung) zeigt, dasz sich ... nirgends scharfe trennungsstriche zwischen den einzelnen dialekten machen lassen Schrader sprachvergl. u. urgesch.1 102.
 
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trennungsstunde, f.:

denke dieser trennungsstunde,
wenn dich dort die freude kränzt
Heydenreich ged. 2 (1802) 39;

eines bleiben, die zu rechter zeit
aus eigner kraft die trennungsstunde wählten
Hölderlin 2, 292 Litzmann.


 
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trennungsweh, n.:

nun gute nacht! so süsz ist trennungswehe Shakespeare 1, 60;

ich empfand weder ein trennungsweh noch ein scheideglück P. Barsch von einem, d. auszog (1905) 1, 64; vereinzelt pluralisch gebraucht:

(das paradies) wo uns keine trennungswehn
trüben, und kein gräbergrauen
Kosegarten rhaps. 1, 228.