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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
trennungsfläche bis trennungsprinzip (Bd. 22, Sp. 144 bis 145)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) trennungsfläche, f. 1) zu trennung B 1 b: fläche, die infolge durchschneidens (schnittfläche) oder abkneipens entsteht Karmarsch-Heeren 7, 585; Lueger 1, 35; beim ausschneiden in der hitze entstehen im inneren leicht trennungen ... die trennungsflächen lassen sich infolge eingetretener oxydation nicht wieder vereinigen Muspratt chem. 2, 1354. 2) durativ, zu trennung B 3 b, abgrenzungsfläche: richtiger wird (unter saalband) die scharfe trennungsfläche zwischen gang und nebengestein verstanden Scheuchenstuel 199; verschiebungen ... längs der trennungsfläche (der gebirgsschichten) Lueger 4, 506. anders bei Karmarsch-Heeren 7, 50; Schlechtendal flora 27, 288; Boltzmann popul. schr. (1905) 15.
 
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trennungsgefährte, m., zu trennung A 1 c; mitketzer: nachdem der patriarch Severus ... nebenst seinen beiden trennungs- und arrestgefährten ... zu Ravenna ein jahr lang aufgehalten worden, hat er die drey capittel verdammt und sich mit der römischen kirche versöhnt Valvasor ehre d. herzogth. Crain (1689) 2, 620. —
 
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-geist, m., in älterer zeit, zu trennung A 1 c; sectengeist, geist der kirchlichen oder religiösen absonderung: je mehr er wahrnimmt, dasz aus der liederneuerung (der Herrnhuter) ... ein trennungsgeist nicht unbillig gemuthmaset werden kan Benner Herrnhuterey (1746) 2, 3; nachdem also der trennungsgeist und die indifferentisterei ein verworrenes heidenthum in die christlichen länder hinein führen Thierbach diarium (1748) 1, 20; dagegen in neuerer zeit nicht mehr terminologisch; allgemein 'geist der zwietracht': er sah in Deutschland nichts als kleinlichen trennungs- und stammgeist Gervinus gesch. d. dt. dicht. (1843) 4, 174. —
 
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-gelüst, n.: man beschlosz daher inne zu halten mit dem rückzug und zugleich den trennungsgelüsten des gegners einen riegel vorzuschieben Häusser dt. gesch. 4, 621; für gewöhnlich auf geistige vorgänge angewandt: gerade diese vorurtheile, dieses dickicht von miszverständnissen und trennungsgelüsten ohne grund bilden das eigentliche wesen des modernen protestantismus B. Weber cartons (1858) 3; die merkwürdigsten exemplare deutscher pedanten mit ihrem dünkel und trennungsgelüst ebda 399; für Östreich und für uns Deutsche liegt die sache so: wenn nicht eine neue energie in

[Bd. 22, Sp. 145]


verwaltung der provinzen den trennungsgelüsten steuert, so ist in jahrzehnten das unglückliche Czechien mit Mähren verloren G. Freytag w. (1886 ff.) 15, 342.
 
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trennungsgrund, m., anlasz der trennung: (Tacitus:) Germanien wird von den ... Sarmaten und Daciern durch gegenseitige scheu und gebirge geschieden. woher, fragen wir billig, diese scheu als trennungsgrund? Fouqué gefühle, bilder (1819) 1, 194; die sogenannte verschiedenheit der stände zu einem trennungsgrunde zu machen und einen besonderen gottesdienst zu fordern für volk, einen besonderen für die vornehmen Schleiermacher s. w. (1834 ff.) I 12, 568; scheidungsgrund oder trennungsgrund (für die ehe) einf.-gesetz z. bürgerl. gesetzb. art. 17, abs. 2.
 
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trennungskampf, m., beim abschied: der trennungskampf von dem vater war härter, als ich ihn vorausgefühlt hatte L. v. François Reckenburgerin (1871) 2, 40; vom todeskampf: noch standen kalte schweisztropfen des trennungskampfes auf der stirn der vollendeten Krug leben d. blind. Zachariä (1827) 55.
 
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trennungslinie, f., scheidende, abgrenzungslinie: (der berge) trennungslinien verschwanden immer mehr in der entfernung Hirschfeld theor. d. gartenkunst 5, 339; auch hat die oberlippe eine schärfere trennungslinie des rothen der lippen ... von der äuszeren ... haut Sömmerring bau d. menschl. körp. 5, 23; die russische grenze ist die ungünstigste des reichs, weil sie ... ohne ... natürliche trennungslinie verläuft v. Alten hdb. f. heer u. flotte 3, 85; bildlich: musz denn die alte scheidewand der hauptbekenntnisse immer wieder von neuem gebaut und die trennungslinien der nahverwandten ins unendliche vervielfältigt werden? Fr. L. Jahn (1884) 1, 219 Euler; noch immer scheint der zwiefache beruf der menschen auf der erde mir die grosze trennungslinie der verschiedenen naturen anzudeuten Schleiermacher monologen (1800) 44; man kann zwei hauptschichten (der κοινή) unterscheiden, obwohl die trennungslinie eine flieszende ist Deiszmann licht vom osten 51.
 
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trennungslos, adj.: die mädchen stürzten sich in die arme, ... sich die zarten siegel der lippen anpressend so heisz, so inbrünstig, so schmerzlich süsz, wie zwei unglückselig liebende, und fast eben so trennungslos Stifter s. w. 1, 251 Sauer; im ideal soll gerade die besondere individualität mit dem substanziellen in trennungslosem zusammenklange bleiben Hegel (1832) 10, 1, 232. —
 
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-lustig, adj., (die königsmacht) sollte die stets trennungslustigen massen des volkes ... zusammenhalten Laube ges. schr. (1857 ff.) 5, 118.
 
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trennungsmittel, n., sinnlich: mittel, um stoffliches mechanisch oder chemisch zu trennen Lueger 7, 494; Oken allg. nat.-gesch. 1, 477; übertragen: um zusammengehörige menschen innerlich einander zu entfremden und so äuszerlich auseinander zu bringen: das geringste trennungsmittel, darauf ihn die zauberei vertröstet hatte, liesz sich mehr hoffen, weniger blicken, und die liebe zwischen dem hertzoge Jubil und Catten ... schien ... rechten zunder bekommen zu haben Lohenstein Arminius (1689) 2, 1159b; die (eheliche) scheidung ist in der ganzen welt ein trennungsmittel Deinhardstein ges. dram. werke (1848) 2, 92; 'unionismus' als trennungsmittel und schiboleth des subjektivistischen und negierenden zeitgeistes Prutz preusz. gesch. 4, 324.
 
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trennungsprinzip, n.: begründung der moral, aus welcher die eintheilung in rechts- und liebespflichten ... sich völlig ungezwungen ergiebt, durch ein aus der natur der sache hervorgehendes trennungsprincip Schopenhauer w. 541 Grisebach.