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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
trennenfried bis trennungszone (Bd. 22, Sp. 134 bis 144)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) trennenfried, m., trenn-den-fried, friedensstörer: noch darffe diser trennenfrid und lügenschmid fürgeben, wie die oberkeit durchn Luther inn den grossen frid, ansehen unnd wirden gesetzt worden sey, so das widerspil vor augen ist J. Nas levita cathol. contra exodum (1589) 80.
 
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trennenschimpf, m., trenn-den-schimpf, spielverderber, spaszverderber: serenitati nubem inducit ... gut frölich gesellschafft zerstören. wider die trenn den schimpf, die iedem für das liecht stehn und der niemand kein guten mut laszt zu lieb werden S. Franck sprichw. (1541) 1, 4b; Eurymnus. ein trennenschimpf. stakebrand. er sihet gern frid, er macht aber kein ebda 2, 131b; da heisset man einen, ein verdrosznen, melancholischen menschen, einen rechten trennenschimpf, so lieblos ist die welt worden Huberinus spiegel d. hauszucht (1553) 58b; auch trenneschimpf Fischer schwäb. 6, 1773, woselbst weitere belege des 16. jh.
 
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trenner, m.
1) in der älteren sprache, und zwar nur angewandt im religiös-kirchlichen bereich 'zwietrachtstifter, schismatiker' (vgl. DWB trennung, sp. 136): er sei ein schädlicher mann und ein trenner christlicher einigkeit Blaurer briefwechsel 1, 686; welcher aber darnach nit von siner letzten wis wolt ston, der ward vermiten als ain secter, rodler oder trenner; den nennend wir einen ketzer J. Keszler sabbata 141; papst Pelagius, ... nachdem er gesehen, dasz die gütliche ersuchung bei denen trennern fruchtlos abgegangen Valvasor herzogth. Crain (1689) 2, 619. ohne specialisierung aufs dogmatische gelegentlich auch später: zwischen diesen selbst steht Dornleys geist als zwistmacher, als trenner Ludwig ges. schr. (1891) 5, 400.
2) occasionelle bildungen. zur bedeutung trennen A 1 b; c: abermal seind klare wort, das die h. aposteln ... solche leut gotteslesterer, verführer, schänder der majestät unnd warheit gottes, trenner des leibs Christi, servos corruptionis, lugenhafftige meister ... nennen Ph. Heilbrunner von d. augsp. confess. widerw. censur (1598) 5. anders im 18. und 19. jh.: der trenner ihrer ehe sei der tod! brüder Stolberg ges. w. (1820ff.) 14, 39; bis spät der lezte trenner und vereiniger (tod) uns abfodert Voss briefe 2 (1830) 197.

doch Gramar leg ich, mein zweischneidig schwerdt,
als trenner zwischen uns
Fouqué held d. nordens (1810) 1, 131.

[Bd. 22, Sp. 135]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) trennig, adj., nur frühnhd.: uneins, der uneinigkeit zugeneigt, abgefallen, abspenstig gemacht: disjunctivus Dasypodius dict. (1535) ab; (buchtitel) le vray patriot, das ist: getreues ermanen ... darinnen gründlich das vilfaltige verschreien und verleumden ettlicher abgewichener oder trenniger vermeynter stände der Niderlanden widerlegt ... wird Fischart; ir aber beschaidet jn hinwider, wie die christenhait ... sehr verunruhigt und trennig were ders. offenlichs ausschreiben b 3b; (botschaften fremder potentaten) dardurch ander leut unrhühig und trennig zu machen ders. in Euphorion 9 (1902) 643; fürnemblich hat er durch geschickligkeit und list darob zu sein, damit sie untereinander trennig und uneins gemacht werden Haganäus v. unterweisung z. weltl. regiment (1599) 339; (die anläufer) wehren sich und dem herren von St. Aldegonde, jren burgermeister: doch gantz trennig Stumpf Schweyzerchronik (1606) 279b.
 
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trennlich, adj. trennbar; nur im älteren nhd.: Aristoteles spricht, das von zertrenlichen oder untheilbaren nichts theilbars oder trenlichs geschafft oder gemacht werden mög Rivius Vitruvius (1575) 136;

ist jemandt, der von gott nun fellt der meynung bey,
das in zwei theil und mehr die gottheit trennlich sey
Opitz H. Grotius (1631) 91.


 
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trennmesser, n., daneben hauptsächlich im 18. jh. trennemesser; nd. tren(n)mest Doornkaat-Koolman 3, 434. 'trennemesser ist ein kleines, subtiles, zugespitztes und scharffes messer, dessen sich das weibesvolck in aufftrennung einer falschgeneheten nahd oder andern dingen zu bedienen pfleget' Amaranthes frauenz. lex. (1715) 2041: damit die thiere (holzwürmer) statt der haarsägen und trennmesser daran arbeiteten und den sessel früher antik machten Jean Paul 1, 165 Hempel; dort schnitt sie mit einem kleinen trennmesser einige blumen ab Freytag ges. w. (1886ff.) 4, 350; bildlich: wirf mich, lieber tod, nicht hinter die vorhänge aufs krankenlager und suche mit deinem trennmesser langam jede ader, um sie vom leben loszutrennen Jean Paul 1, 232 Hempel; die gelegenheit, alle empfindungen unter die feinsten trennmesser zu bringen ebda 7-10, 319; ein volk ist ein leib, von dem sich nicht nach belieben durch das trennmesser mehrere leiblein ablegen lassen Fr. L. Jahn 21, 455 Euler; in dem satze, den ich eben unter dem trennmesser habe Lassalle ausg. reden u. schr. 2, 446; zuweilen auch in der deminutivform: trennmesserlein Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1131a; Ludwig (1716) 2013.
 
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trennstück, n., in verschiedenem technischem und terminologischem gebrauch: (fraktion des schweröls) wobei man als trennstücke neben ... carbolöl das ... naphtalinöl I erhält Muspratt chem. 8, 60; 'ein durch verkauf von einem rentengut abgetrennter theil' handwb. d. staatswiss. 6, 411; durativ: bessere ausnützung der böschungen und trennstücke der eisenbahnverwaltung durch anpflanzungen tägl. rundschau 1904, nr. 226, 2c; flourisches dividing ornament Hellwig wb. d. fachausdrücke 89a.
 
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trennung, f. , das trennen; das sich-trennen; das getrenntwerden; das getrenntsein. das wort taucht in der ersten hälfte des 16. jhs. auf; mhd. dafür trenne, f., Lexer 2, 1504. die belege des 16. jhs. lassen fast durchweg uneigentlichen gebrauch erkennen (A); im eigentlichen, sinnlichen bereich wird das wort erst im laufe des 18. jhs. heimischer (B). die bedeutungen schlieszen sich zumeist eng an die des verbs an.
A. älternhd. gebrauchsweisen in stets uneigentlicher verwendung, die meist nur bis ins 17. jh. voll lebendig sind.
1) 'zwist, zwiespalt, uneinigkeit' in allen abstufungen bis zum kriegerischen zusammenstosz, bruderkampf zwischen zusammengehörigen. zu trennen A 2 a δ.
a) allgemein von menschlich oder politisch verbundenen: die ... sich auff warffen als gelerter und heiliger denn die apostel selbs und dadurch trennung und rotten anrichten (1532) Luther 36, 419 W.; der eckstein zu aller trennung und zweiung in der aidgenossenschaft Fischart in Euphorion 9 (1902) 642; wie wol under

[Bd. 22, Sp. 136]


freunden trennung anrichten ein unredlich ... stuck ist Fischart 3, 186 Hauffen; es ist menigklich bewiszt, dasz gemeller meszner entbörung, drennung und auflauff angefangen Nas antipap. eins u. hundert (1567) 2, a 48; welches italisch reych ... in grosze trennung und zweytracht zerspalten war Stumpf Schweizerchronik (1606) 241b; bey diesem misztrauen, uneinigkeit, trennung und spaltung Europae ist endlicher untergang vieler land zu besorgen Rätel Curäi chron. (1607) 33; also auch wird euer einhelligkeit euer stärck und unuberwindlichkeit, aber eure trennung und miszhelligkeit euer undergang und verderben seyn Zinkgref apophthegm. (1628) 1, 421; wer ein land oder statt will verderben, der stifft trennung Lehmann flor. pol. (1662) 2, 832; allein ihre trennung und jalousien richteten sie (die griechen) zu grunde Fleming vollk. teutsche soldat (1726) 87; ganz ins innere verlegt: so trägt sich ... zu, dasz ... ein ... hertzhaffter mann auff einem pferd sitzet, das nichts solle und ... ein forchtsamer auff einem guten ... lauffhengst: welche ohngleichheit in den mannsgemütern manchmal eine grosze trenn: und unordnung verursachet Machiavelli kriegskunst (1632) 83. anders 'verwirrung': man sagt ... dasz mehr Schweitzer in Franckreich, als in jhrem land werden auferstehen, gleich wie mehr Frantzosen in Sicilien und Italien ... wie soll man nicht inn solcher babilonischen trennung die kinder verwechseln Fischart Gargantua 33 ndr. später abgeschwächt zu 'meinungsverschiedenheit': sie waren der meinung, man solte ihnen im felde entgegen gehen und ihnen nicht länger zusehen, worüber es bald zu rotten und trennungen kam Heilmann peloponn. krieg (1760) 199; an den mitteln aber, welche man berathschlagte, thaten sich bald trennungen hervor Jac. Grimm kl. schr. 1, 40; alle trennungen, welche sonst die menschen entfernen, müssen hierbei vergessen werden Martins trinkerfrage 195. im 19. jh. nur noch vereinzelt und fast ausschlieszlich poetisch in der ausgeprägt älternhd. bedeutung:

unsrer trennung böse tücke
liesz viel hundert jahr die lücke
klaffen zwischen chor und thurm (des Kölner doms)
Kinkel ged. (1868) 2, 118.


b) concretisiert zur bedeutung 'partei, parteiung, factio': derhalb seien sie ... in eynigkeit des glaubens versamlet, ... Henricum, das haubt dieser trennung ausz göttlichem eifer auszzumustern S. Franck chron. Germ. (1538) 127b; welche rotten (der bischöfe) aber in zeit einfallender wahl (des papstes) sich wieder in zerschiedene trennungen theilen waagschaal d. heut. cardinälen (1655) 6.
c) specialisiert auf die religiös-dogmatischen zwistigkeiten in der kirche, kirchenspaltung; schisma, scissura Dasypodius dict. (1535) B b2; Alberus (1540) B b 4b; Frisius 1186; häufig in der fügung: trennung anrichten Hulsius - Ravellus (1616) 328a; Wiederhold (1669) 341b; dissensio, caritati Christianae contraria, etsi maneat in fide concordia trennung Reyher thes. (1686) 2278. auch literarisch im 16. und 17. jh. reich bezeugt: die kirche Christi (wird) angefochten durch ... spaltung und trennung gantzer kirchen Hedio chron. Germ. (1530) 4a; die zwiespalt und trennungen sind durch der teufel listige anstifftung immer gröszer und schedlicher worden Menius chron. Carionis (1562) 3, 110a; allerley schwermer und ketzer, die ... mit jren zusetzen vil ergernusz, unfugs und trennung erregten Mathesius Sarepta (1571) 68a; es schwebet zu dieser zeit des bapstthums halb ein grosz scisma oder trennung in gmeiner christenheit, welche von hie ... in die neun und dreissig jar gewäret Wurstisen Basler chron. (1580) 193;

als solt sie spalt und trennung machen
in religions und gottes sachen
Nik. Frischlin dtsch. dicht. 169 lit. ver.;

unsere sünden haben diese trennung der kirchen verursacht Lehmann floril. polit. 3, 357; vom jahr Christi 252 biss 1449 rechnet Onuphrius ... allein 28 schismata und trennungen Schupp schr. (1663) 876. dazu trennungsgefährte;

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-geist s. an alphab. stelle. im 18. jh. verliert die bedeutung den terminologischen charakter: die trennung der lateinischen abendländischen kirche von der griechischen morgenländischen Jung-Stilling 3, 176 Grollmann; vgl. DWB B 1 c. s. auch trenner sp. 134.
2) in der älteren kriegssprache bis ins 18. jh. für das auseinandersprengen von truppenmassen; 'schlappe, niederlage, besiegung': rotta d' un essercito Hulsius (1618) 2, 342b; Kramer 2 (1702) 1131a; zu trennen A 1 e α ββ. manchmal lassen die belege noch deutlich die entstehung des ausdrucks aus der sinnlichen vorstellung des auseinandergetrieben-werdens erkennen: jede schlachtordnung sol ... mit rechtgeschaffnen leuten ... verwart seyn, ... das sie ... die trennung und hinder sich weichen desz hauffens aufhalten und verhindern Fronsperger kriegsbuch (1578) 1, s 2r; wohl auch hierher: eine abschrift dieser befehle theilte er dem Capitain Furneaux mit, und zeigte ihm zugleich die sammelplätze im fall einer trennung an J. G. Forster (1843) 1, 30. zumeist ganz entsinnlicht: die formb, wie man sein volck nach einer niderlag oder trennung wider zusammenbringen ... solle Machiavelli kriegskunst (1623), register 2; (brigade) welche schnell ... auf des feindes vierten bataillon ... traff; denselben ganz zertrennete, ... hernach auf den anderen nächst dabei mit gleicher ruin und trennung desselben vorging Chemnitz schwed. krieg 1, 465a; die confusion und trennung solcher grossen machinen (armeen) geschiehet mit solchem ... feuer, dasz niemand davon widerstand thun kann Fleming vollk. teutsch. soldat (1726) 261; solch zahlreich heer floh nicht mit stillschweigen durch die tiefe, da es quer über ecke ausrisz, und eine trennung nach der anderen erlitt Bodmer abh. v. d. wunderbaren (1740) 342. in neuerer zeit nicht mehr terminologisch, sondern sinnlich (vgl. DWB B 1 a α) für räumlich getrenntes marschieren von truppenkörpern: das offensive vorgehen ... vereinigte alle korps auf dem schlachtfelde selbst und verwandelte so den strategischen nachtheil der trennung in den taktischen vortheil einer völligen umfassung des feindes Moltke ges. schr. u. denkw. (1892) 1, 29.
3) juristischer terminus.
a) für die auflösung einer ehe, wofür heute scheidung üblich ist; zu trennen A 2 c α, sp. 125. im 16. jh. schwingt bei seiner verwendung wohl noch die sinnliche vorstellung der durchschneidung des ehebandes mit: diese trennung oder zerreiszung wirglicher volnzogener und stehender ehe Menius chron. Carionis (1562) 3, 143b; scheidung (die) rächtliche trännung der eelichen banden Maaler 349a; seitdem und bis heute fester rechtlicher terminus: dieser unzüchtige bube ... durfte die trennung der ehe zulassen Bucholtz Herkuliskus (1665) 115; wie aber, wenn das schicksal ... uns auf ewig an ein geschöpf gekettet hat, das ... der liebe und achtung edler menschen unwerth ist ... überlege wohl, ob eine trennung nöthig sey Knigge umgang m. menschen (1796) 2, 25. gegenüber scheidung ist trennung die ungültigerklärung einer nicht zu recht bestehenden ehe Zedler 8, 351. im modernen sinn ist trennung 'eine trennung von tisch und bett ohne aufhebung des ehebandes' schweiz. civilgesetzb. (1901) s. 136; auch zu tisch und bett Hugo enzyklop. 1, 251; für die wirkung einer beständigen oder zeitweiligen trennung von tisch und bett ... bleiben die bisherigen gesetze maszgebend einf.-ges. z. bürgerl. gesetzb., art. 202; die klage geht entweder auf scheidung der ehe oder auf trennung der ehegatten schweiz. civilgesetzb., art. 143.
gelegentlich in älterer zeit auch auf persönlichere bindungen übertragen: von trennung der verlöbnusz ... wegen entstandener feindschafft Thomasius ernsth. ged. u. erinn. (1720) 3, 345; was vorhin das ... band ... unserer ... freundschafft war, dinet hernach ... zu ... ihrer trennung Butschky Pathmos (1677) 60.
b) auflösung einer öffentlich-rechtlichen körperschaft: trennung der handelssozietät Zedler 38, 183 u. 217.
4) fachausdruck der scholastik; s. unter DWB B 2 a.

[Bd. 22, Sp. 138]



B. seit dem 18. jh. übliche gebrauchsweisen in concreter wie übertragener verwendung.
1) das unter mehr oder weniger starker gewaltanwendung erfolgende auseinanderlösen oder abspalten von fest zu einer einheit verbundenen teilen oder die zerstörung einer ursprünglich vollkommenen einheit überhaupt.
a) zwischen seelisch eng verbundenen menschen.
α) zur bezeichnung eines räumlichen auseinandergehens:

der himmel bind euch fest zusammen,
bis selbst der tod die trennung macht
Henrici ernst-scherzh. u. sat. ged. 2, 468;

(Adam:) so sey dir (Eva) von wenigen stunden
eine trennung erlaubt
Zachariä poet. schr. (1763) 8, 173;

sie glaubt nicht mehr an genesung, sondern hält die baldige trennung von gatten und kindern für völlig entschieden Matthisson schriften (1825) 7, 225;

und weil die so, die anders wollte wallen,
entschlossen sich zur trennung alle drei
Rückert (1867) 3, 114;

sich im sinn der volkwerdung absondern: die trennung der familien in abgesonderte nationen Herder 5, 129 S.; man hat ... versucht, ... schlüsse auf die urheimat der indogermanen zu ziehen, d. h. auf die gegend, wo sie unmittelbar vor ihrer trennung in einzelvölker und einzelsprachen wohnten Hoops waldb. u. kulturpflanzen (1905) 114; seltener auch in bezug auf die loslösung von dingen: eins bemerkte ich oft an ihm ... eine zärtliche langweilige trennung vom geliebten gelde bey nöthigen ausgaben portraits (1779) 200.
β) vielfach schlieszt die körperliche scheidung auch eine innere entfremdung ein:

(hochzeitgedicht:) gott ... wird es fügen,
dasz ihr bis auf späte jahre keiner trennung fähig seyd
Stoppe Parnasz (1735) 357;

wir suchen uns stets fester zu vereinen,
bis, trotz der zwietracht wuth und list,
die trennung nicht mehr möglich ist
Ebert episteln (1789) 58;

oder der vorstellungsinhalt liegt ganz auf der seelischen absonderung, die die körperliche scheidung im gefolge haben kann: die trennung der herzen in der ehe Löwen schriften (1765) 4, 122; hier auf erden war ihre trennung so weit gegangen, dasz er und sie in den letzten jahren zwei ganz verschiedene häuser bewohnten Forster s. schr. (1843) 5, 53. ins geistige gewendet für politische verhältnisse: bei uns ist die trennung zwischen hof und bürgerstand jetzt so grosz, wie sie noch nie war Varnhagen v. Ense tageb. (1861) 1, 333; ich finde es jetzt für richtig, Östreich bei uns zu haben; ob der augenblick der trennung kommt, das werden wir sehen Bismarck ged. u. erinn. 2, 21 volksausg.
γ) häufig im sinne von 'abschied': die empfindlichkeit des liebenswürdigen fräulein von C. hatte vieles bey unserer trennung zu leiden S. v. Laroche frl. v. Sternheim (1771) 2, 117; in jeder groszen trennung liegt ein keim von wahnsinn Göthe 32, 297 W.; mit formeller folgerung, 'bruch': trotz der entschiedenheit, mit der er sich von jeder verpflichtung gegen das mädchen frei sprach, konnte Nolten das herbste, das letzte — die trennung förmlich zu erklären, nicht über sich gewinnen Mörike 3, 65 Göschen.
b) von dingen.
α) die sinnlich vorgestellte scheidung von leib und seele durch den tod.

und ein zufellige ursach
kein trennung zwischen beyden (leib und seele) mach
A. Lobwasser Calumnia f 5;

und wie der kranke leib, wann seinen freund, den geist,
den liebgewesnen gast, der tod von hinnen reiszt,
sich vor der trennung krümmt, und, wann er dann verflieget,
zu allem ungeschickt, erblaszt und leblos lieget
Giseke poet. w. (1767) 48;

die seelen beschäfftigen sich nach der trennung von ihren körpern am liebsten mit denen sachen, an welchen sie

[Bd. 22, Sp. 139]


im leben auf dieser welt ihr grösztes vergnügen gefunden haben Rabener 2, 91; der schlaf ist eine art trennung der seele vom leibe Löhe evangeliumpostille (1848) 2, 170a.
β) die körperliche aufspaltung oder räumliche absonderung concreter gegenstände: schon hab ich ungern die trennung des diwans von seinen erklärungen zugegeben Göthe IV 42, 185 W.; trennung von himmel und erde Ratzel völkerkunde 2, 128; des schweren von dem leichten Brentano ges. schr. (1852) 5, 381; zwar bleibt die reizbarkeit nach der trennung von dem organismus länger in muskeln, die von gangliennerven versorgt werden Sömmerring bau d. menschl. körpers (1839) 6, 725; hierdurch (durch die wärme) erfolgt nothwendig eine trennung; nimmt die hitze ab, so nähern sich die theilchen wieder einander Liebig chem. briefe (1844) 37; beim ausschmieden in der hitze entstehen im inneren leicht trennungen, theils risse quer gegen die kanten oder auch der länge nach Muspratt chemie 2, 1354; diese trennung (des porphyrgebirges) in schichten ist wesentlich von der senkrechten zerspaltung verschieden v. Buch ges. schr. 1, 312. in verschiedenen specialgebieten auf einen in der art der materie begründeten, ganz bestimmten ab- oder auflösungsvorgang eingeschränkt; für das auseinandertrennen von stoffen (vgl. DWB trennen A 1 c α):

wir fanden sie selbst bei der trennung des schönen gewebes
Voss Odüssee 22 Bernays;

in der chirurgie: diaeresis operatio chirurgica est, quae partes praeter naturam unitas ... separat trennung der knochen St. Blancard lex. med. 1, 415; trennung das zersägen des holzes sciage du bois nouv. dict. all.-fr. (1762) 1, 913 (vgl. DWB trennen A 2 c β); auf dem gebiet der sprache und schrift: in trennung der zusammengesetzten wörter ... hat man sich ferner auch wohl zu hüten Zesen verm. Helikon (1656) 1, 206; der miszbrauch hat hernach das foeden in feodum durch eine blosze trennung und versetzung der selbstlaute verwandelt Gottsched anm. gelehrsamk. (1751) 8, 213; ähnlich puristisch: trennung subtractio Bürja gröszenlehre (1799) 20.
γ) zerlegung von chemischer oder physikalischer materie durch künstliche einwirkung, z. b. scheidung von erzen im hüttenwesen Karmarsch-Heeren 7, 580; mineralogisch: désagrégation Beil 607; chemisch: zersetzung, zerlegung, decomposition Hoyer-Kreuter 1, 776: jeder neuen verbindung, die durch chemische mittel bewirkt wird, musz eine chemische trennung vorangehen v. Schelling (1856) 1, 2, 258; trennung einer flüssigen wassermasse in die einzelnen dampfmoleküle Boltzmann popul. schr. 41; trennung das zerspalten von farben in der optik s. Boltzmann popul. schr. (1905) 59; in jenen poren und irrgängen ... müdet sich nun das licht ... gewaltig ab und erleidet eine zerstreuung, zerbrechung, zerreiszung und ... eine trennung Göthe II 3, 312 W.
c) übertragen auf politische oder staatsrechtliche aufteilungs- oder ablösungsvorgänge; rein concreter art: Deutschland ward dadurch in eine lage gesetzt, dasz es ... nach der wirklichen trennung von den übrigen theilen der fränkischen monarchie der mächtigste staat ... ward M. I. Schmidt gesch. d. Deutschen (1778) 1, 422; diese trennung (des weltstaates) in wenige grosze theile Herder 17, 126 S.; bei der anlage der congregation des hl. Johannes des täufers, welche Gottfried von Bouillon ... stiftete, ohne dasz die jungfrau Maria diese trennung ungnädig aufnahm Hippel kreuz- u. querzüge 1, 244; 1831 einigte sich die conferenz über die grundlagen der trennung der Niederlande Treitschke dtsche gesch. (1897) 4, 71; anders, administrativ: man spricht von einer trennung der geistlichen angelegenheiten im Altenstein'schen ministerium Varnhagen v. Ense tageb. (1861) 1, 167. als geistig-begrifflicher vorgang: jede trennung eines theils der königlichen macht vom consulat Niebuhr röm. gesch. (1812) 2, 117; trennung der gewalten v. Haller restaur. d. staatswiss. 1, einl. 74; die aufgeklärte trennung der kirche und des staats Hegel (1832) 1, 114; der mann, welcher die legislative trennung Englands von Rom ...

[Bd. 22, Sp. 140]


durchgeführt Ranke 4, 97; trennung von kirche und schule Raabe Horacker (1876) 156.
2) die zerlegung abstracter begriffe.
a) rein theoretisch durch analysieren von complex gefaszten vorstellungen. in dieser verwendung schon als philosophischer terminus technicus der scholastik (vgl. DWB trennen II A 2 b α) im frühnhd.:

wo Christus ist, da ist er gantz
on trennung der naturen
Ringwaldt evangelia s 7b.

in dieser verwendung erst wieder aufgenommen von der philosophie der aufklärung (vgl. DWB trennen II A 2 b β): so pfleget man das urtheil durch eine verknüpfung oder trennung unterschiedener begriffe zu erklären Chr. Wolff vernünft. ged. v. gott (1720) 139; alle verbindung oder trennung, welche das denken ausmacht Kant 3, 274 akad. ausg. (krit. d. r. vern.), seitdem allgemein: trennt die religion ganz von der moral, so habt ihr die eigentliche energie des bösen im menschen. hier straft sich die trennung des untheilbaren Athenäum 3, 28; soll denn die poesie schlechthin eingetheilt seyn? oder soll sie die eine und untheilbare bleiben? oder wechseln zwischen trennung und verbindung? ebda 1, 141. vereinzelt, eine spaltung in sich selbst: auch würden wir, seine leser, diese willkürliche trennung seiner selbst (in dichter und in mensch) ... zu ahnden wissen J. J. Engel schriften (1801) 2, 66.
b) die durch die entwicklung entstandene praktische aufspaltung eines ursprünglich einheitlichen lebens- oder wissensgebietes: was hilft es uns zu erfahren, dasz tanz, musik und poesie in den ersten zeiten natürlich verbunden gewesen, wenn wir ihre trennung in den spätern zeiten für nicht minder natürlich halten müssen Gerstenberg schlesw. lit.-br. 242 lit.-denkm.; die trennung in empirie und formale logik Solger vorles. über ästhetik (1829) 15; in diese periode fällt die berühmte trennung der medizin in die diätetik, chirurgie ... Liebig hdb. d. chemie (1843) 1, 3. anders: 'unterschied': der ländlichsittliche gebrauch, ... die flächen, mögen sie tief oder absolut hoch liegen, ebenen zu nennen ... hat verleitet, über den kleineren trennungen den überwiegenden zusammenhang zu übersehen Ritter erdk. (1822) 1, 72; nichtidentität: die früheren Portugiesen hatten den Senegal für einerlei mit dem Nigerflusz gehalten ... die französischen geographen fanden überzeugende gründe für die trennung der ströme auf ebda 1, 416.
3) durativ.
a) das örtliche geschiedensein, die räumliche entfernung; von eng verbundenen menschen, liebenden, freunden:

(glaube, dasz) meiner fest beschlosznen treu
die trennung selbst nicht schädlich sey
Gottsched ged. (1751) 1, 215;

in dieser dunkelheit der trennungen von freunden
Lenz ged. 225 Weinhold;

sahst du, welche glühenden blicke er zwischen uns warf und uns trennung drohte? Tieck (1828) 11, 299; von gegenständen, vornehmlich politischen oder geographischen charakters: verschiedene sprache, ... farbe, trennung durch meere, ströme oder gebirge (hindert) die weitere vereinigung (bürgerlicher gesellschaften) v. Schubert verm. schr. (1823) 1, 249; an dieser ungleich groszen räumlichen trennung der beiden brennpunkte amerikanischer gesittung Peschel völkerkunde (1874) 472; wenn der junge künstler ... die sich theilweise deckenden bäume in optische trennung bringen kann Stifter 14, 119 Sauer. entsinnlicht: unser dasein ist unsere trennung von dem äuszeren durch die sinne Bettine Cl. Brentanos frühlingskr. (1844) 203; um so mehr müssen wir jene natürliche trennung des lebens und der wissenschaften ... zu vermitteln suchen Solger Erwin (1815) 1, 5; schillernd: der heilige abend war gekommen. die ... insassen der burg versammelten sich ... zwischen herrschaft und gesind sollte heut keine trennung sein Scheffel (1907) 1, 225.

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b) mit scharfer concretisierung 'sonderungsstelle; grenze': scheitel, die trennung der kopfhaare Gottsched dtsche sprachkunst (1788) 98; ritter: nicht das auge, nur der geist dahinter siehet ... Faust: wo denn die trennung zwischen geist und körper Grabbe (1874) 2, 44.
c) verallgemeinert 'unterschied': wenn beyde theile (eines arientextes) ohne unterschied zusammenhängen; wie will es möglich seyn, die gehörige trennung zu beobachten und jeden theil besonders zu setzen? Scheibe kritische musicus (1745) 241; (ich) musz ... die bemerkung vorausschicken, dasz im götterdienste der beiden völker ... keine trennung stattfand Müller Etrusker 2, 64.
C. composita treten ganz vereinzelt im 17. (vgl. DWB trennungsgefährte; -mittel), häufiger im 18., hier fast ausschlieszlich in der unter a (s. u.) zusammengefaszten bed.-gruppe und in grammatischer terminologie, zuletzt üppig wuchernd und seither immer zunehmend im 19. jh., vorzüglich in concreter, praktisch-technischer verwendung (d), hervor.
a) composita, die sich auf eine trennung von menschen, sowohl auf momentane (abschied; z. b. trennungsstunde) als auch durative (das getrenntsein; z. b. trennungsjahr), beziehen.
α) nomina: trennungsabend: das nämliche zimmer, ... wo Wolkenstein, am traurigen trennungsabende, die worte Klopstocks in mein taschenbuch schrieb Matthisson schriften 6, 14; er schilderte jenen anderen trennungsabend auf St. Helena, an dem um die gefangeneninsel die seegewitter standen Hans Grimm volk ohne raum 2, 328; -ahnung: R. G. v. Brinkmann ged. (1789) 2, 6; -augenblick: das ... zeichen, welches sie im trennungsaugenblick an seinen nacken hing Fouqué altsächs. bildersaal 4, 332; -aussicht: wäre mein herz etwas weniger beklommen und sorgenvoll bei kriegs- und trennungsaussichten Bismarck br. an s. braut u. gatt. 13; -betrachtung: darüber verbleichten auch wieder ihre trennungsbetrachtungen G. Keller ges. werke 5, 115 Cotta; -blick: wirft mit unendlich zarter verbeugung des schlanken körpers mir den trennungsblick zu v. Gaudy sämtl. werke 10, 16; -dunkel:

wie sie sinnt, von weizengold umnickt:
kann mein geist durch trennungsdunkel sehen
v. Salis ged. (1793) 32;

-eiche :

ich leite
am hügel es (das pferd) den trennungs-eichen zu.
den trennungseichen! wohl für immer. sei's denn!
Grillparzer 7, 111 Sauer;

-eid: Alxinger Doolin (1797) 1, 35; -formel: Holtei erz. schr. 2, 213; -freude: ich schrieb dir, glaube ich, schon neulich, dasz Devrient eine trennungsfreude bereitet werden sollte Hensel fam. Mendelssohn (1879) 3, 159; -gedanke: hier hab ich eine seele, von der der trennungsgedanke mir mark und bein schneidet br. von u. an Herder 1, 30; -gefühl: nicht trennungsgefühl machte Jesum traurig allg. dt. bibl. 96, 515; -gelübde Rückert nachl. (1867) 401; -geschichte: bei welcher meine tochter die hauptrolle einer fürchterlichen trennungsgeschichte spielt Sintenis Flemmings gesch. (1792) 3, 299; -gram:

hat sie doch, mein blut vergieszend,
mich von trennungsgram befreit
Rosenzweig-Schwannau Hafis 1, 209;

-jahr :

nach sechszehn schwer durchlebten trennungsjahren
Schiller 1, 323 G.;

g'schwind die trennungsjahr herunterg'staubt von dem g'sicht Nestroy ges. werke (1890) 2, 215; -komödie: dasz ihr ... mich ... in eure kaltblütig vorher abgekartete trennungskomödie (eingewickelt habt) G. Hauptmann ges. werke (1925) 4, 202; -kusz:

(bis) der letzte hauch des lebens
dann mit diesem trennungskusz zerstiebt
Ihlen ged. (1709) 36;

-leid Rosenzweig-Schwannau Hafis 3, 161; -lied, im deminutiv: lasz uns einmal das trennungsliedlein singen, das der alte meister Walther gedichtet hat Fouqué zauberring (1812) 1, 5; -los:

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ach fiele
nie das eiserne trennungslos
Hölty ged. 94 Halm;

-morgen :

(flechte des haars) die du am trennungsmorgen
mir schluchzend reichtest dar
v. Gaudy (1844) 23, 41;

-nacht Göthe 6, 295 W.; -pein E. v. d. Recke ged. (1816) 43; -qual Langheinrich an d. leben (1907) 155; -schmerz, s. an alphab. stelle; -stunde, s. an alphab. stelle; -sturm E. A. Müller Rich. Löwenherz (1790) 31; -tag:

denk ich, bester, des trennungstags
Hölty ged. 91 Halm;

nur der nahe trennungstag schwebte, wie ein aufsteigendes gewitter, vor ihnen Miller Siegwart (1777) 2, 360; -ton: sie schlägt zum erstenmale jenen elegischen trennungston an D. Fr. Strausz ges. w. (1876) 10, 76; -träne: Aurora wird sich nicht mehr wie bisher, in meinen wehmütigen trennungsthränen spiegeln v. Soden psyche (1801) 139; -ufer v. Brinkmann ged. (1789) 2, 215; -unbehagen: heraus aus dem trennungsunbehagen, als obs mir ein eiskaltes, aufschreckendes bad gewesen wäre Kolbenheyer Ahalibama (1913) 172; -vogel: sonst heiszt der krächzende rabe trennungsvogel, weil er trennung verkündet J. Grimm mythol. 3, 326; -weh, s. an alphab. stelle; -weite Rückert Hamasa (1846) 2, 114; -wind:

was der und jener will vor freundschafftswürkung sagen,
die man mit trennungswind senckt in den hafen ein
Männling poet. blum.-gart. (1717) 443;

-woche: wo hätt' ich gedacht, ... dasz einmal nach langen trennungswochen zwei so Venusarm' sich auftun sollten, mich zu umfangen P. Cornelius lit. w. (1904 ff.) 2, 98; -wolke, bildlich:

jene trennungswolke ...
die mir länger und viel trüber
deinen anblick ... raubt
Scheffner natürlichk. d. liebe (1798) 3, 167;

-wunde F. Braun Agn. Altkirchner (1927) 989; -zähre: o dann trocknen wir die bangen trennungszähren ab, und weinen die trostvollere zähre des wiedersehens Miller beytr. z. gesch. d. zärtlichk. (1780) 101.
β) adjectiva: trennungsbang:

ein ritter war gezogen
mit trennungsbangem blik
ins morgenland zum kreuzzug
Stifter in Euphorion 31, 164;

ach, im kusse klammert sich an dich
meine arme, trennungsbange seele
Ric. Huch ged. (1917) 12;

-blinkend :

wir sitzen hier zum letzten Mal
beim trennungblinkenden pokal
Baggesen poet. w. (1836) 2, 171;

-beklommen :

zu des gerüsteten schiffes brüstung schauen wir
trennungbeklommen dich teuren. unserm arm entrissen
Stefan George bücher d. hirten 36;

-schaurig :

der herbst durchweht mich trennungsschaurig
Lenau s. w. 38 Barthel;

-scheu ebda 95.
b) ehetrennung: trennungsgesuch: wenn bisweilen auch vor menschlichen gesezen und gerichten trennungsgesuche wegen zeugungsunfähigkeit erlaubt sind v. Haller restaur. d. staatswiss. 2, 19; -plan: viele vermuthen trennungsplane Caroline 1, 113 Waitz; -schein: weil man von ihrem angetrauten manne nichts wisse, so könne kein todtenschein und kein trennungsschein herbeigebracht werden Stifter s. w. 3, 223 Sauer; -verhältnis: das jahr 1847, das in höchst peinlichen bemühungen, das trennungsverhältnis zu regulieren, hinging D. Fr. Strausz ges. w. (1876) 1, 16.
c) staatliche trennung: trennungsbeschlusz: in der sicheren erwartung, dasz der trennungsbeschlusz (über die trennung Schwedens von Norwegen) eine überwältigende mehrheit finden wird tgl. rundschau, Berlin 1905, nr. 349,

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3b; -gelüst, s. an alphab. stelle; -politiker: allzu nachgiebig hatte Oskars vorgänger alle zwiste mit Norwegen durch zurückweichen vor den norwegischen trennungspolitikern erledigt tgl. rundschau, Berlin 1907, nr. 576, 1a; -versuch: ein neuer ... trennungsversuch (zwischen d. süd- u. nordstaaten d. union) wird ... nicht ... mehr unternommen werden v. Döllinger akad. vortr. (1888 ff.) 3, 326; -vorlage: gestern wurden von der kammer die artikel 17, 18 und 19 der trennungsvorlage (über die trennung von kirche und staat) angenommen tgl. rundschau, Berlin 1905, nr. 286, 3a.
d) trennung in concreter verwendung, und zwar in meist technologischem, grammatischem bereich, nur vereinzelt in anderen fachgebieten. eine scheidung zwischen activem (s. trennungsmittel), durativem (s. DWB trennungsgraben), reflexivem (s. DWB trennungskreuzung) oder anderem gebrauch, dessen bedeutungsgrenzen flieszend sind (s.trennungsbahnhof), ist hier nicht getroffen: trennungsbahnhof, bahhof, bei dem sich zwei strecken auseinander zweigen, s. Mothes 4, 367; Lueger 1, 717; -bildung: zwischen dem mittleren und dem hinteren lappen (des gehirns) findet sich bisweilen ... eine ... furche als andeutung einer trennungsbildung Sömmerring bau d. menschl. körp. 4, 168; -buhne, zur regulierung des einlaufs der nebenflüsse in die hauptflüsse Lueger 2, 765; Karmarsch-Heeren 10, 264; -einrichtung, (abort-) grube mit trennungseinrichtung (in bezug auf flüssige und feste stoffe) Schönermark-Stüber hochbaulex. 11; -fähigkeit, des filtrierpapiers (activ), s. Muspratt chem. 6, 1854; -fuge, spalt zwischen wänden Lueger 4, 53; Karmarsch-Heeren 6, 463; -gang, in der chemie: die systematische zerlegung eines gemenges von stoffen durch aufeinanderfolgende einwirkung von reagenzien, Remy chem. wb. 359; -gesims: in architektonischer beziehung ist (das band) ein trennungsgesims von geringer ausladung Karmarsch-Heeren 1, 285; -gitter, Greifsw. ztg. 1905, nr. 218; -glied, an vasen: zwischenglieder in einem decorationsstreifen Hiller v. Gärtringen Thera 2, 163; -graben v. Alten hdb. f. heer u. flotte 3, 122; 4, 327; bildlich: trennungsgräben zwischen den mehrheitsparteien aus der rot-schwarzen koalition tgl. rundschau 1908, nr. 169, 1; -kluft: die (gesteins-)schichten sind mächtig, aber ihre trennungsklüfte völlig gleichlaufend v. Buch ges. schr. 1, 312; -kreuzung, s. DWB trennungspunkt 1; -land: das trennungsland zwischen ihm (dem sumpfland) und dem meere ist mit wiesengrün überkleidet E. v. d. Recke tageb. e. reise 3, 145; -linie, s. an alphab. stelle; -mauer v. Alten hdb. f. heer u. flotte 1, 751; Lueger 5, 182; bildlich: die dinge um uns haben für uns andere namen als für das volk. das ist ein splitter aus jener groszen trennungsmauer Auerbach (1857) 15, 187; -methode, in der chemie Muspratt chem. 1, 44; 933; 6, 1308; 1887; -naht: das nasenloch steht auf der trennungsnaht zweier schilde Brehm tierl. 7, 223 P.-L.; -operation (chemisch) Muspratt chem. 1, 170; -prozesz: leben mit menschlicher, tierischer und pflanzenorganisation ist etwas höheres, so wie gewöhnlicher tod trennungsprozesz von leben und organisation Novalis 2, 206 Minor; -radius, in der minierkunde, radius of rupture, rayon de rupture Hoyer-Kreuter 1, 776; -rand: (des gespinstes) trennungsränder (liegen) an den seitenleisten des zufuhrfisches Lueger 7, 465; -schicht, isolierschicht, in verschiedenen technischen gebieten Karmarsch-Heeren 3, 626; 4, 534; chemisch, zwischen flüssigkeiten, s. Muspratt chem. 7, 1456; in der botanik, verschiedene gewebeschichten Ratzeburg waldverderbn. 1, 220; Bechhold handlex. d. nat.-wiss. u. med. 2, 660; -schneise Bernhardt gesch. d. waldeigentums 2, 135; Schwappach hdb. d. forst- u. jagdgesch. 1, 450; -schranke, bildlich:

reiszt alle trennungsschranken ein, und werdet
genossen einer groszen brüderschaft!
Tiedge w. (1823) 3, 89;

-sieb Karmarsch-Heeren 1, 16; -spalt, zwischen den augenliedern, s. Brehm tierl. 7, 18 P.-L.; -sphäre, der umkreis, innerhalb dessen bei sprengungen die massen

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abgetrennt werden, s. Krünitz 187, 492; Karmarsch-Heeren 8, 385; Mothes 4, 367; -station, station de bifurcation (vgl.trennungsbahnhof) Hoyer-Kreuter 1, 776; Mothes 4, 525; Lueger 1, 717; -stelle, abzweigungsort einer telegraphenlinie, s. v. Alten hdb. f. heer u. flotte 1, 30; anders: v. Schlechtendal flora v. Dtschl. 5, 3; Muspratt 8, 648; -strich, s. an alphab. stelle; -stück: loosholz, das horizontale trennungsstück der ... flügel bei fenstern Karmarsch-Heeren 5, 664; -verfahren (vgl. DWB trennungsmethode) Muspratt 6, 1334; Karmarsch-Heeren 7, 436; -wand Muspratt 1, 1920; hdwb. d. staatswiss. 2, 522; -weiche, weiche zur abzweigung einer bahnrichtung von einer anderen auf trennungsbahnhöfen Lueger 6, 639; 1, 726; -werk, im fluszbau, dasselbe wie DWB trennungsbuhne, s. Hoyer-Kreuter 1, 776; -winkel: nach Valentin sind sie (schweiszdrüsen) ... an feinen fäden erkennbar, welche sich beim abziehen der epidermis von der haut, in dem trennungswinkel zeigen Sömmerring bau d. menschl. körpers 7, 466; -zeichen, s. an alphab. stelle; -zone: so entsteht nach zusatz von ammoniaklösung an der trennungszone beider flüssigkeiten einerothe färbung Muspratt 1, 255; anders, dasselbe wie DWB trennungssphäre Karmarsch-Heeren 8, 385; Lueger 7, 460.