Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
trennpunkt bis trenner (Bd. 22, Sp. 134)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) -punkt, s. DWB trennungspunkt 4; -schicht, schicht zur isolierung elektrischer kabel Hoyer-Kreuter 1, 776; -stift, buchdruckerspr. 'quadrat, ausschluszstück zum füllen leerer räume im satz' Hoyer-Kreuter 1, 776; Klenz druckerspr.; -strich, z. b. auf postkarten 'der strich zwischen dem raum für die anschrift und dem für mitteilungen' tägl. rundschau, Berlin 1905, nr. 507, 1. beil., 2f.; -system, s.trennungssystem, Lueger 5, 436; -wand, bei kammer(ring)öfen Muspratt chemie 8, 772; bildlich: es gibt auch keine zusammenstösze mehr ... hat das ungeheure leiden die trennwände zwischen ihnen niedergerissen? Dwinger zwischen weisz u. rot (1930) 470; -wort, une disjonctive (disjunctivpartikel, z. b. 'entwederoder') Mozin-Biber-Hölder wb. d. frz. spr. 3, 22b; -zeichen: wegen der unvollkommenheit ... bey den bisher eingeführten unterscheidungs- (interpunctions-) zeichen ... schlägt der verfasser noch ein kleineres sowohl verbindungs- als trennzeichen vor allg. dtsche bibl. 22, 270.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
trennenfried, m., trenn-den-fried, friedensstörer: noch darffe diser trennenfrid und lügenschmid fürgeben, wie die oberkeit durchn Luther inn den grossen frid, ansehen unnd wirden gesetzt worden sey, so das widerspil vor augen ist J. Nas levita cathol. contra exodum (1589) 80.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
trennenschimpf, m., trenn-den-schimpf, spielverderber, spaszverderber: serenitati nubem inducit ... gut frölich gesellschafft zerstören. wider die trenn den schimpf, die iedem für das liecht stehn und der niemand kein guten mut laszt zu lieb werden S. Franck sprichw. (1541) 1, 4b; Eurymnus. ein trennenschimpf. stakebrand. er sihet gern frid, er macht aber kein ebda 2, 131b; da heisset man einen, ein verdrosznen, melancholischen menschen, einen rechten trennenschimpf, so lieblos ist die welt worden Huberinus spiegel d. hauszucht (1553) 58b; auch trenneschimpf Fischer schwäb. 6, 1773, woselbst weitere belege des 16. jh.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
trenner, m.
1) in der älteren sprache, und zwar nur angewandt im religiös-kirchlichen bereich 'zwietrachtstifter, schismatiker' (vgl. DWB trennung, sp. 136): er sei ein schädlicher mann und ein trenner christlicher einigkeit Blaurer briefwechsel 1, 686; welcher aber darnach nit von siner letzten wis wolt ston, der ward vermiten als ain secter, rodler oder trenner; den nennend wir einen ketzer J. Keszler sabbata 141; papst Pelagius, ... nachdem er gesehen, dasz die gütliche ersuchung bei denen trennern fruchtlos abgegangen Valvasor herzogth. Crain (1689) 2, 619. ohne specialisierung aufs dogmatische gelegentlich auch später: zwischen diesen selbst steht Dornleys geist als zwistmacher, als trenner Ludwig ges. schr. (1891) 5, 400.
2) occasionelle bildungen. zur bedeutung trennen A 1 b; c: abermal seind klare wort, das die h. aposteln ... solche leut gotteslesterer, verführer, schänder der majestät unnd warheit gottes, trenner des leibs Christi, servos corruptionis, lugenhafftige meister ... nennen Ph. Heilbrunner von d. augsp. confess. widerw. censur (1598) 5. anders im 18. und 19. jh.: der trenner ihrer ehe sei der tod! brüder Stolberg ges. w. (1820ff.) 14, 39; bis spät der lezte trenner und vereiniger (tod) uns abfodert Voss briefe 2 (1830) 197.

doch Gramar leg ich, mein zweischneidig schwerdt,
als trenner zwischen uns
Fouqué held d. nordens (1810) 1, 131.