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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
trendeln bis trennemesser (Bd. 22, Sp. 109 bis 111)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) trendeln, vb., trödelwaren feilbieten; vgl. 2trendel; s. auch trendelmarkt, trendler; das genauere etymologische verhältnis zu tändeln, dessen zugehörigkeit als sicher angenommen

[Bd. 22, Sp. 110]


wird, ist ungewisz Kluge etymol. wb.10 496: Kramer 2 (1702) 1147b; als in Österreich gebräuchlich Klein prov.-wb. 2, 192; dazu vielleicht schwäb. trempel- in derselben bedeutung Fischer 2, 366 als contamination aus trendel- und grempel- (s. teil 4, 1, 6, 106).
 
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trendeln, vb., s. DWB trennen.
 
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trendelspiel, n., kegelspiel: ain bainin und ein ebeno drendelspill oder kegelspill (1617) Ph. Hainhofer bei Fischer schwäb. wb. 2, 315.
 
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trender, trenter, m.: tränder 'ein hölzernes gestell oder ein pfahl, kleider, wildpret oder anderes daran zu hängen' Anton Oberlausitz 13, 17; fast ausschlieszlich für Schlesien bezeugt: darauff sie in das haus gegangen und vom drendter genummen 2 vierttl kalbfleisch, einen schrut rindtfleisch (1583) aus dem Breslauer stadtarchiv in neuphilol. mitt. 28, 15, mit weiteren belegen, auch für die form trendel, trandel (s. d.);

sie zeucht an trender euch,
so hangt ihr (die gänse) über nacht
W. Scherffer bei
Drechsler 263;

und läst du eine wurst am sonntag dir vortragen,
so glaube, dasz bey mir gantz voll der trender hengt
Hoffmannswaldau u. a. ged. 2, 302 Neukirch.


 
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trendler, trent(e)ler, m., nomen actoris zu 1trendeln 5; lanternier ... ein zauserer oder trendtler Duesius nomencl. (1652) 142; trentler ... verzögerer Kramer 2 (1702) 1132a; niderhocht. dict. 1, 72a; mundartlich Martin-Lienhart elsäss. 2, 759; Askenasy Frankf. ma. 223; Follmann lothr. maa. 102; der einen hoffärtigen gang hat Strodtmann id. Osnabr. 251; doch sicher überall bildbar, wo das verb geläufig ist, man beachte bildungen wie trendelbotz Hönig Köln. ma. 182; trentelmichel lux. ma. 440; trendelmatz Pansner schimpfwb. 70b: ich hätte dem alten trentler in den barth klunkern wollen (weil er trotz seines alters heiraten will) pedantischer irrthum (1673) 115; hurtig, bruder, damit wir nicht wie die trentler kommen maler Müller w. (1811) 3, 10.
 
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trendler, m., nom. actoris zu 2trendeln: es ist einem kauffmann, hendler, kauderer, trendler und kremer, gleich einem vogler, vischer oder jeger, wann sie wöllen vögel, visch, und willprecht fahen, und inn ihr netz und garn bringen Huberinus spiegel d. hauszucht (1553) 179a; die trendeler jedes orts sind vom magistrate sub juramento zu examinieren (1626) acta publica 6, 154 Palm; becken, braüen, melber, hucker, brantweiner, drentler müllerordnung v. 1785 bei Birlinger schwäb. wb. 294 s. v. küchle.
 
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trene, tren, m. u. f., s. DWB drone.
 
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trennbar, adj., what may be separated, divided, discriminated, dissolved, disjoyned, disunited, divorced, severed Ludwig 2013; Kramer 2 (1702) 1131a; weich ... schon mit den fingern trennbar Zappe mineral. handlex. 1, 40; die materie aber ist niemals eine substanz, wenn sie besteht aus trennbaren theilen, deren jeder für sich bestehen kann Mendelssohn ges. schr. (1843 ff.) 2, 211; unanschaulich:

wie, wenn doch deinen wahn die allmacht nicht mehr kränkte,
und den trennbaren leib mit ewger form umschränkte?
Schwabe belustig. (1741 ff.) 4, 297;

der lüfte trennbares gespinste
J. E. Schlegel verm. ged. (1787) 1, 55;

uneigentlich: gott selbst war das, was wir wort, ... willen der gottheit nennen: denn in seinem wesen ist nichts trennbar Herder 19, 297 S. als gramm. terminus: trenbare ableitungssilben Klopstock gelehrtenrepubl. (1774) 258, partikel Adelung umst. lehrgeb. 2, 10, präpositionen Athenäum 1, 64, worte (composita) Voss zeitmessung (1802) 130; Scherer kl. schr. 1, 375. beim menschen von körperlicher und seelischer gemeinschaft: in wohl und wehe nicht trennbar Zachariä poet. schr. (1763 ff.) 8, 161; ins geistige gewendet: charakter und wesen der dienenden nymphe war vom charakter der göttin ... nicht trennbar Creuzer symb. u. mythol. (1810) 2, 142.

[Bd. 22, Sp. 111]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) trennbarkeit, f., die möglichkeit, getrennt werden zu können: auch musz man ... die leichte trennbarkeit mit einem oder dem andern grade der härte nicht verwechseln Zappe mineral. handlex. 1, 440; der einfache kettenstich wird seiner leichten trennbarkeit halber ... verwendet Karmarsch-Heeren 6, 236. bildlich: wider den herrn ... N., der die trennbarkeit des katholischen ehebandes behauptet hat allg. d. bibl., anh. zu bd. 53-86, 1639. von begrifflicher scheidung: das komische flieszt aus der trennbarkeit des sinnlichen von dem geistigen Vischer ästhetik (1846) 2, 173; die trennbarkeit der seele und des geistes Hegel 71, 692.
 
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trenndenschimpf, m., s. trennenschimpf.
 
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trennemesser, n., s. DWB trennmesser.