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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
tremisse bis tremplin (Bd. 22, Sp. 103 bis 104)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) tremisse, f., s. DWB tremse.
 
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tremmel, m., s. DWB dremel teil 2, 1399; dazu gehört tremel, teuchel, hölzerne brunnenröhre Buck flurnb. (1931) 281. nachzutragen ist weiterhin die form trim(m)el, vgl. Buck a. a. o.; zu dremel 4 das sprichwort: hund, wann man ihn schlagen wil, findet man bald einen tremmel Friedrich Wilhelm sprichwörter-register (1577) x 1a; redensartlich: wortkarg spazieren, stehen, lehnen sie herum, gespreizt und kerzengerad — als hätten sie, wie das volkswort sagt, 'einen tremmel geschluckt' Rosegger schr. I 5, 361. von einem ceremonienstab: do des baupstes büttel das sahen, die die silbrin stecken oder trömel tragen Richental chron. d. Constanzer concils 77 lit. ver.; darnach ist gangen der Trumwitz, des hertzog von Sachsen marschalck, mit ainem trimel in der hand (beim einzug zum reichstag) chron. d. dtschen städte (Augsbg. 1500) 23, 88; tremel als dreschflegel von besonderer form s. Meyer-Lübke in wörter und sachen 1, 231 Meringer; in der soldatensprache: tremmel canne du tambour - major René Delcourt 168a. — zusammensetzungen: tremmelhaufe, haufe von knüppelholz: bei der ... sägemühle spielte auf hohen trämelhaufen ein liebliches mädchen Gotthelf ges. schr. (1855) 23, 72; tremmelweiher, auch trimmelweiher, 'ein wasser, in dem die tremel (hölzernen brunnenrohre) feucht gehalten werden' Buck flurnb. (1931) 281. —
 
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tremmeln, vb., prügeln, s. DWB dremeln teil 2, 1400: und het er sie vorhin rain abgedroschen oder gepängelt, tremmelt er sie noch vil härdter Lindener katzipori 85 lit. ver.

[Bd. 22, Sp. 104]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) tremmen, vb., 'in den pfeifenmanufakturen den überflüssigen thon von der geformten pfeife ... wegnehmen' Voigtel hochdtsch. hwb. 3, 420b. aus dem engl. trim 'in ordnung bringen, ausputzen'? vgl. DWB trimmen. notiert bei Adelung 4, 667; Schrader dtsch.-frz. 2, 1380; Hoyer-Kreutter 1, 776. dazu tremmer 'arbeiter, der das tremmen verrichtet' Schrader, Adelung u. a. und tremmkopf, 'der beim tremmen in den kopf der pfeife gesteckt wird, damit er nicht zerbreche' Schrader a. a. o.
 
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tremolo, n., dass. wie tremulant 1; von ital. tremolo, daher früher masc.: der tremolo oder das beben der stimme J. Mattheson vollk. capellmeister (1739) 114; 'tremolo ist ein scharffes zittern der stimme über einer gröszeren note, so den nächsten claven mit berühret' Zedler univ.-lex. 45, 386; auch 'streichereffect durch rasches hin- und herstreichen bei gleicher tonhöhe' Moser musikwb. 125.
 
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trempe, f., s. DWB tremse.
 
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trempel, m., stützpfahl, schwelle; ahd. trempil trabeum, zochor (tschech. sochor 'knüttel') ahd. gl. 4, 104, 3, identisch mit drempel teil 2, 1400, jedoch nicht zu trampeln, gram. 3, 432, sondern wohl vermischt mit tremmel, dremel Lexer 1, 460; teil 2, 1399, vgl. Fick 3, 181, Falk-Torp 1281 f., Walde-P. 1, 734. 1) stützpfahl: Schottel 1433; 'eine stütze oder strebe wider ein bret, so gegen einen klumpen erde gestellt ist ... (zum) ausgraben von grundmauern und in minengängen' Eggers kriegslex. 2, 1166; Adelung 4, 667: man hatte sie (die kirchtürme zum abbruch) ... zuvor underbrochen und auff holtzern trempel gesatzt, die brante man wegk chron. dtsch. städte (Magdeburg 1552) 27, 77; wie sie da steht, die grosze Elze! wie ein trempel! Salzmann krebs- büchlein (1792) 36; dummkopf, affengesichte, trempel waren die gewöhnlichen namen, die sie ihnen gab ebda 46. in der sprache der technik für mannigfache stützvorrichtungen: 'kleine stützen, die auf die sparren (am dach) aufgesetzt werden' Helfft wb. d. landbaukunst 371; 'säule einer kniewand', mit weiteren specialbedeutungen Mothes baulex. 4, 367; dazu trempeln stützen, unterstützen Mothes 4, 367 und tremper eine schiefstehende hölzerne stütze zum abstützen, wie z. b. die zimmerleute sie setzen Schambach Götting. 234. 2) 'trempel dachraum, gedeckter viehstall in den almen' Unger-Khull steir. 170; 'trempelwand auszenwand eines unter dem dache liegenden zimmers, das nur die halbe höhe des wohnraumes hat wegen des schrägen daches' Damköhler Nordharz. wb. 196. 3) schwelle, s. DWB drempel. mundartlich in der bedeutung türschwelle, s. oben teil 2, 1400 sowie Doornkaat - Koolman 1, 331; Mensing 1, 884; rhein. wb. 1, 1483; Schambach Göttingen 234; vgl. auch Peszler plattd. wortatlas 65.
 
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trempel, m., trempeln, vb. s. DWB trämpel, DWB trampeln.
 
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trempelzeug, n., handwerkszeug zum glasgravieren Lueger lex. d. ges. technik 4, 689.
 
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trempen, vb., von frz. tremper 'eintauchen, einweichen': salsamenta macerare ghesaltzene fisch wessern, weichen, trempen, ins wasser legen Junius nomenclator (1567) 72b.
 
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tremplin, s. trampolin.