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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schraden bis schraffel (Bd. 15, Sp. 1617 bis 1618)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schraden, verb., nd. form für schroten, s. daselbst, mnd. schroden, schraden Schiller-Lübben 4, 140a; rodere, scraden, gnagen, tannen; knagen, schraiden opizare, s. 132a; nnd. schraden brem. wb. 4, 686 f.; schraen, schroen Strodtmann 205 u. s. w. auch ins nhd. eingedrungen: dannhero griesz, staub-meel, und graupen ... und andere geschradene (grobgemahlete) dinge. Comenius sprachenth. 402; schraden tundere ut comminuatur, pinsere, pisere Schottel 1408; schraden, geschradet, pinsere, pisere comminuere tundendo, communius dicitur schroten Stieler 1912. — dagegen ostfries. schraden 1) schrägen, abschrägen (zu schrad); 2) einen graben oder kanal von dem darin wachsenden schilfe und sonstigen wasserpflanzen reinigen Stürenburg 234a. ten Doornkaat Koolman 3, 142b.
 
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schraden, m., ist so viel als schragen, so fern es ein maasz des brenn-holzes bedeutet, mensura lignorum fissorum ad focum Frisch 2, 222a; dazu schradens-gerechtigkeit, fem., jus utendi certa lignorum mensura. schradensordnung, fem. constitutiones utendi jure mensurae lignorum. ebenda. vgl. DWB schragen 9.
 
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schrader, m., nd. form für schröter, vgl. daselbst, mnd. schroder, schrader schneider Schiller-Lübben 4, 140b f. auch im hochd. gewöhnlich, besonders als eigenname: schrader piso Schottel 1408; schrader, et schroter, der, piso, pinsor, tuntendo comminuens, bipartiens, curtans, mutilans Stieler 1913.
 
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schradrecht, adj. obliquus Stieler 1552, s. DWB schrad.
 
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schradung, f., et schrotung, die, contusio, diminutio, mutilatio, scissio, rosio, et runcinandi actus Stieler 1913.
 
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schrae, f., mnd. schra rolle, statut Schiller - Lübben 4, 131 (ebenso altn. skrá, eigentlich pergamentstreifen); im 18. jh. noch landschaftlich im gebrauche in der schon mnd. begegnenden form schrage (s. Schiller-Lübben 4, 132a. brem. wb. 4, 689 f.), so in Liv- und Esthland von den handwerks- und zunft-verordnungen, auch handwerksgebräuchen Hupel 212. Sallmann 27, in Hamburg die an einer tafel öffentlich ausgehängten nachrichten und verordnungen, insbesondere 'das verzeichnis oder reglement der verrichtungen und der einnahme eines jeden stadtdienstes, der bei der kammer verkauft und zu gemeiner nachricht an einer tafel öffentlich ausgehängt wird' Richey 240. brem. wb. 4, 690. Schütze 4, 67. ins nhd. als kunstausdruck der rechtsgeschichte herübergenommen: schrage oder ordnung der kaufleute. Schottel 1408; die neuern einrichtungen der gerichtsbarkeiten arbeiten immerfort gegen den groszen plan der alten, welcher darin bestand, dasz abrede, schrae oder vergleich, .. eine streitige sache unter klopsleuten entscheiden müsse. Möser osnabr. gesch. 1, 120.
 
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schraen, schräen, verb. hageln, leicht gefrieren. eine ableitung zu mhd. schrâ, hagel, reif, schnee Lexer handwb. 2, 783 und Germ. 7, 494 f.; mhd. in der form schræjen, spritzen, triefen, stieben, sprühen, lodern Lexer handwb. 2, 784. nhd. nur in einigen mundarten, bair. schräen hageln, dazu schrâ(n), plur., schlossen Schm. 2, 591. thür.-henneb. schrâen, schren, leicht gefrieren, wenn sich die erde mit einer dünnen frostrinde überzieht Regel 267. Spiesz 226.
 
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schrafel, adj. frech im reden (?): ob sie (die magd) leichtfertig von gebärden? schrafel und unzuchtig in worten? mägdelob 17;

redt jemant anders mit worten schrafel,
wir sahens treulich vor uns fechten,
sie sitzen wol an der eren tafel.
Liliencron volksl. 1, 431b (nr. 93, 138);

die Persier mit worten schrafel
sprachen: herr köng jhr unrecht thut.
H. Sachs 4, 2, 71a.


 
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schraff, adj. scharf, rauh. das wort scheint sowol zu dem ablautenden schroff als zu scharf in beziehung zu stehen, mit denen es sich in der bedeutung berührt, vgl. diese und schraffe, m., sowie DWB schraffen. mhd. schraf: asper .. schraff Dief. gl. 54b; acutus: als das schraff scharsach tette du da ubel. quelle bei Scherz-Oberlin 1436. so noch cimbr. schraf für scharf, acre, aspro, acerbo cimbr. wb. 229a. — straff:

du bists, die den deutschen helden
unbesiegte stärke gab,
ihre schraffe sehnen schnellten
pfeil' und grose thaten ab.
Schubart 2, 103 (preisz der einfalt).

vgl. auch märk. sgréäf mager Frommann 5, 167, 137. — dazu das abstractum schraffigkeit, f., mhd. schraffekeit asperitas,

[Bd. 15, Sp. 1618]


adversitas Scherz-Oberlin 1436: darumb gang durch dat wasser der schraffekeit, und gedenke und besinne, dasz wir durch grosz liden zu gotte muissen komen. quelle s. ebenda. cimbr. schrafekot, schärfe cimbr. wb. 229a.
 
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schraff(e), m.
1) felsspitze, zerklüfteter fels; seltene nebenform zu dem gewöhnlichen schroff(e), zu dem adj. schraff gehörig, s. diese und Noreen urgerm. lautl. 90. mhd. als starkes masc.:

ach waʒ ûf hertem schrafe
der edel Harre harret.
Hadamar v. Laber jagd 456.

daneben auch in andern bedeutungen (schneidende kälte, scharfer geruch, duft), s. Lexer handwb. 2, 783. nhd. selten: da sahe man hie und dort gewaltige schräffen viel meilwegs hoch in die höhe ragen. Simplic. (1685) 1, 513 (1, 5, 16, in den ältern ausgaben schröffen).
2) kobold (? vgl. schrat): sollten sich damals in dem selben (Deutschland) nicht wallrosse .. drachen, schlangen, goanen, medusen, waldteufel und schraffen etc. aufgehalten haben? erkl. über die ganze ästhetik in einer nusz (1755) 49.
 
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schraffel, m. gemeiner, schlechter mensch, elender wicht, lump, auch geizhals; schimpfwort, besonders ostfries. und brem., auch in der gaunersprache, s. Stürenburg 354b. ten Doornkaat Koolman 3, 143a. Avé-Lallemant 4, 604.

 

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Artikel 1 bis 2 von 2
1) gon
 ... gon , gohn , m. , ein schöpfgefäsz
 
2) gon
 ... gon , gohn , m. , der für