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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schrabber bis schrade (Bd. 15, Sp. 1615 bis 1616)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schrabber, m. schaber, kratzer Woeste 231a. 1) person, die kratzt oder schabt, scharrt, scherer, schinder, geizhals u. s. w. 2) werkzeug zum kratzen und schaben, schabeisen ten Doornkaat Koolman 3, 142a; nl. schrabber, rasor; radula, scalprum Kilian; hd. schrapfer, der, et schrabber, alicubi etiam schrobber, et schrubber, propr. radens, sive rasor, scabens. saepius autem dicitur de homine sordido, tenaci, et avaro Stieler 1917.
 
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schrabe, f. bottichsbank, werkzeug des böttchers Krünitz 6, 88.
 
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schrachen, verb. laut lachen. lautmalendes wort, wol verwandt mit dän. skratte, schwed. skratta, vgl. auch schrachtern. mnd. schrachen, lude lachen, cachinare; schracher, lacher, cachinator. vocab. Strals. bei Schiller - Lübben 4, 131a; neben sc(h)rachen auch scraken 131b, scracken 6, 257; nnd. lachen un schrachen, aus fröhlichkeit überlaut lachen Dähnert 413a; auch in die nhd. schriftsprache eingedrungen:

man jubilirt und man spatziert
und jachtert, lacht und schracht.
Kosegarten rhapsod. 2, 354.


 
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schrachtern, verb. laut lachen, weiterbildung zu schrachen, ursprünglich nd. wort Campe. brem. wb. 4, 686. im hochd.: lächlen und freundlich lachen ist eines sittsamen menschen, überlaut lachen (schrachteren, cachinnari) ist unhöfflich (bäwrisch). Comenius sprachenth. 845.
 
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schrack, m. sprung, risz. eine nominalbildung zu dem alten (verlorenen) starken verb. schricken, springen, vgl. DWB schrecken; nur im ältern nhd. nachzuweisen, jetzt ausgestorben bis auf die oberd. mundarten, vgl. Grimm gramm. 2, 986, nr. 302.
1) eigentlich, vom aufblitzen, aufflammen des feuers u. ähnl., lieblingswort Jac. Böhmes, vergl. DWB feuerschrack theil 3, 1602 f.: wenn aber der grimme feuer-schrack wieder zurücke in die herbigkeit blicket .. erschrickt er viel sehrer, denn es ist wie man wasser in ein feuer gösse, davon ein schrack wird. weil aber der schrack nun in der dünnen überwundenen herbigkeit geschiehet, so ... wird aus der grimmigkeit ein schrack groszer freuden. von den 3 principien s. 18; denn der schrack wird augenblicklich weisz, helle und liechte: denn also geschiehet des liechtes anzündung, sobald und augenblicklich das liecht, das ist, der neue feuer-schrack sich mit der herbigkeit inficiret, so entzündet sich die herbigkeit. ebenda; allda geschiehet der salnitrische schrack als ein auffahrender blitz. de signatura rerum s. 21 (3, 19); so nun der grimm also strenge in sich gehet, davon der salnitrische schrack erhebend wird, so ergreifft er der freyen luft wesenheit in sich, davon entstehet der schrack, dann der grimm ergreifft allda die sanfftmuth, das ist eben als gösse man wasser ins feuer, so gibts einen schrack, so erstirbt der grimm der groszen angst, und gehet auff mit dem schrack; die freude und der schrack ist aus dem Mercurio oder aus der angst des todes. ebenda (3, 20); ferner ist uns zu erkennen das sterben mit der anzündung des feuers, welches

[Bd. 15, Sp. 1616]


alles im schracke geschiehet, dann es ist ein schrack zum tode und zum leben. ebenda (3, 21); wie wann der schwefel vom salze aufgesprenget wird, das feuer aus dem schrack und blitz aufgehet. Dan. v. Czepko einleit. zum heil. dreieck (handschrift).
2) sprung, risz, spalt, vgl. DWB schrock. ebenso im kärntnischen, s. Lexer 225.
3) schreck (z. b. im lusernischen Zingerle 50a). s. schreck.
4) in der Schweiz ein wegmasz von unbestimmter grösze. Stalder 2, 349.
 
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schrackeln, verb., mundartliches wort, vgl. DWB schrägeln und DWB schrankeln, in der Oberpfalz geschränkt gehen Schm. 2, 596; westerw. schrackeln, rheinisch schrankeln unsicher, schwankend gehen, stolpern Kehrein 1, 366 f. Pfister 267; preusz. schraggeln, schrankeln mit gespreizten beinen ungeschickt, unsicher, schleppend gehen, auch langsam und ungeschickt tanzen Frischbier 2, 315a. Schemionek 37.
 
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schracken, verb., in beihelschracken, s. theil 1, 1374; dazu beihelschracker, m.
 
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schrad, adj. schräg Campe; schraet, scheif, obliquus, transversus Schottel 1408; schrae, et schraet Belg. et Sax. idem est quod schief sive scheif, obliquus, transversus, nobis etiam schrad dicitur Stieler 1912; schrad, schräg, schreg, adj. obliquo, traverso, sgembo; ein schrader weg; schrade schenckel, schrad-schenckel haben; schrades maul, ein schrades creutz; schrad, adv. obliquamente, in traverso, a sgembo, etwas schrad legen Kramer diction. 2, 644b f., s. auch Scherz-Oberlin 1436. besonders in nd. mundarten verbreitet und vermutlich von da aus ins nhd. eingedrungen, s. Richey 240. Strodtmann 205 (schrad, schraud). brem. wb. 4, 687. Dähnert 413a. Mi 76b f. (schrag und schrat). Stürenburg 233b (schraat, auch schraag). ten Doornkaat Koolman 3, 142. Schambach 185a. Woeste 231a (schrd). Frommann 6, 481 (in Lippe schrôt). preusz. schrâd, schrâds, schrâts, schrôts Frischbier 2, 314b. selten in der nhd. litteratur: an einem kühlen orthe nach norden, haben sie ein pflaster von quadersteinen schrad und abhangend geleget. Olearius pers. reisebeschr. 296b (5, 6);

(die ihr) darzu viel alte händel schrad
gar tapffer wider satzt (setztet) gerad.
B. Ringwald laut. wahrh. 276.


 
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schrad, m. n., s. DWB schrot.
 
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schradbeil, n.: handbeil sive schradbeil, securis manuaria Stieler 123.
 
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schrade, f. cubile, quia transverso sternitur et struitur Stieler 1912; schrade, f. un lit, cubile. neues dict. Genf 1695 s. 317. vgl. DWB schragen.

 

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1) gon
 ... gon , gohn , m. , ein schöpfgefäsz
 
2) gon
 ... gon , gohn , m. , der für