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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schottstich bis schrack (Bd. 15, Sp. 1614 bis 1615)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schottstich, m.: knebel- oder schottstich, ein besonderer knoten der seeleute Bobrik 402b. vgl. stich.
 
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schottsuppe, f. (oberd.) suppe von schotten (s. dieses), verschieden bereitet Schmeller 486. Höfer 3, 112. Lexer kärnt. wb. 225.
 
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schötz, m. verschnittener schafbock, nur mundartlich für schriftd. schöps, s. Schm. 2, 492.
 
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schoversegel, n., s. DWB schönfahrsegel sp. 1506.
 
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schra, s. DWB schrad und DWB schrae.
 
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schrabben, verb. schaben, kratzen; vergl. schrapen und schrappen, nd. wortform, die indes auch in die hochd. schriftsprache eingedrungen ist. doch ist auch im niederd. schrapen üblicher. über das verhältnis der beiden formen s. die letztere.

[Bd. 15, Sp. 1615]


die form mit bb ist erst in neuerer zeit zu belegen: schrabben kratzen Strodtmann 205, vergl. Campe, schaben, kratzen, abreiben, scharren, raffen, reflexiv auch sich stemmen Stürenburg 234b. ten Doornkaat Koolman 3, 141b. 'schrabben, schaben, s. DWB schrappen, versetzt aus scharben' Woeste 231a. sprichwörtlich: elk schrabbe sîn êgen pott, jeder scheure seinen eigenen topf Frommann 4, 286, 419, vgl. Wander 4, 331. dazu die weiterbildung schräbbeln schaben, scharren Frommann 3, 552, 7, lärm machen Woeste 231a (dasselbe wort? vgl. nordthür. schrâbele viel schwatzen Kleemann 20b. Hertel sprachsch. 220). ebenso nl. schrabben, scabere, scalpere, radere, rasitare, incidere unguibus, aciculis, spinis, leviter vulnerare. schrabben den visch, desquammare piscem. schrabben iemands tonge, examinare incautum Kilian. im nhd.: schrab v. schrapf. schrabben, lacerare unguibus Schottel 1408; schrabben, v. schrapfen Kramer diction. 2, 644b; schrapfen, schrappen, schrabben ... radere, raspare ... das pflaster, das estrich mit einem besem schrabben ò schrobben. 646c; schrapfen, et aliâ dialectô schrabben, et schrapen, à Belg. schrobben, radere, scabere, runcinare, fricare .. sed schrabben, et schrapfen, metaph. non rarô notat bonis inhiare, nimisque ad rem intentum esse, ac praedam avaritiae quaerere Stieler 1917, s. auch Wachter 1462. Frisch 2, 222a. sehr selten in der litteratur:

doch wiszt ers (das geld) nit all zu bekummen,
wiewol ers weit zusamen schrabt.
B. Waldis 3, 92, 31.

mundartlich in Aachen schrabbe mit einem messer schaben oder kratzen, z. b. rüben, frische kartoffeln Müller-Weitz 222.
 
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schrabber, m. schaber, kratzer Woeste 231a. 1) person, die kratzt oder schabt, scharrt, scherer, schinder, geizhals u. s. w. 2) werkzeug zum kratzen und schaben, schabeisen ten Doornkaat Koolman 3, 142a; nl. schrabber, rasor; radula, scalprum Kilian; hd. schrapfer, der, et schrabber, alicubi etiam schrobber, et schrubber, propr. radens, sive rasor, scabens. saepius autem dicitur de homine sordido, tenaci, et avaro Stieler 1917.
 
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schrabe, f. bottichsbank, werkzeug des böttchers Krünitz 6, 88.
 
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schrachen, verb. laut lachen. lautmalendes wort, wol verwandt mit dän. skratte, schwed. skratta, vgl. auch schrachtern. mnd. schrachen, lude lachen, cachinare; schracher, lacher, cachinator. vocab. Strals. bei Schiller - Lübben 4, 131a; neben sc(h)rachen auch scraken 131b, scracken 6, 257; nnd. lachen un schrachen, aus fröhlichkeit überlaut lachen Dähnert 413a; auch in die nhd. schriftsprache eingedrungen:

man jubilirt und man spatziert
und jachtert, lacht und schracht.
Kosegarten rhapsod. 2, 354.


 
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schrachtern, verb. laut lachen, weiterbildung zu schrachen, ursprünglich nd. wort Campe. brem. wb. 4, 686. im hochd.: lächlen und freundlich lachen ist eines sittsamen menschen, überlaut lachen (schrachteren, cachinnari) ist unhöfflich (bäwrisch). Comenius sprachenth. 845.
 
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schrack, m. sprung, risz. eine nominalbildung zu dem alten (verlorenen) starken verb. schricken, springen, vgl. DWB schrecken; nur im ältern nhd. nachzuweisen, jetzt ausgestorben bis auf die oberd. mundarten, vgl. Grimm gramm. 2, 986, nr. 302.
1) eigentlich, vom aufblitzen, aufflammen des feuers u. ähnl., lieblingswort Jac. Böhmes, vergl. DWB feuerschrack theil 3, 1602 f.: wenn aber der grimme feuer-schrack wieder zurücke in die herbigkeit blicket .. erschrickt er viel sehrer, denn es ist wie man wasser in ein feuer gösse, davon ein schrack wird. weil aber der schrack nun in der dünnen überwundenen herbigkeit geschiehet, so ... wird aus der grimmigkeit ein schrack groszer freuden. von den 3 principien s. 18; denn der schrack wird augenblicklich weisz, helle und liechte: denn also geschiehet des liechtes anzündung, sobald und augenblicklich das liecht, das ist, der neue feuer-schrack sich mit der herbigkeit inficiret, so entzündet sich die herbigkeit. ebenda; allda geschiehet der salnitrische schrack als ein auffahrender blitz. de signatura rerum s. 21 (3, 19); so nun der grimm also strenge in sich gehet, davon der salnitrische schrack erhebend wird, so ergreifft er der freyen luft wesenheit in sich, davon entstehet der schrack, dann der grimm ergreifft allda die sanfftmuth, das ist eben als gösse man wasser ins feuer, so gibts einen schrack, so erstirbt der grimm der groszen angst, und gehet auff mit dem schrack; die freude und der schrack ist aus dem Mercurio oder aus der angst des todes. ebenda (3, 20); ferner ist uns zu erkennen das sterben mit der anzündung des feuers, welches

[Bd. 15, Sp. 1616]


alles im schracke geschiehet, dann es ist ein schrack zum tode und zum leben. ebenda (3, 21); wie wann der schwefel vom salze aufgesprenget wird, das feuer aus dem schrack und blitz aufgehet. Dan. v. Czepko einleit. zum heil. dreieck (handschrift).
2) sprung, risz, spalt, vgl. DWB schrock. ebenso im kärntnischen, s. Lexer 225.
3) schreck (z. b. im lusernischen Zingerle 50a). s. schreck.
4) in der Schweiz ein wegmasz von unbestimmter grösze. Stalder 2, 349.

 

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Artikel 1 bis 2 von 2
1) gon
 ... gon , gohn , m. , ein schöpfgefäsz
 
2) gon
 ... gon , gohn , m. , der für