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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schotterig bis schottisch (Bd. 15, Sp. 1613 bis 1614)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schotterig, adj., bei Steinbach 2, 501 mit der nicht ganz klaren glossierung remissus angeführt, vielleicht als nebenform von schitterig aufzufassen. dagegen von schotter abgeleitet im sinne von 'aus geröll bestehend': schotteriger untergrund.
 
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schötterlein, n. oder schöttelein, breiige masse, die aus zerschnittenem braten, zerstoszenen krebsen u. ä. mit beigesetzten eiern u. ähnl. bereitet wird; braten-, hennen-, krebs-, leber-, spinatschötterlein Schm. 2, 487; kärnt. tschötterle, in heiszes schmalz geschlagene eier Lexer 225. der name stammt wol von dem brodelnden, zischenden geräusch beim bereiten solcher speisen; vgl. DWB schattern, DWB schättern, DWB schettern, schöttern.
 
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schottern, verb. erzittern (vgl. DWB schotten, verb.); in dieser eigentlichen bedeutung in schlesischer mundart: ich schottere, trepido, fremo; in gleichem sinne ich erschottere Steinbach 2, 501; der buchdrucker lachte unterdessen, dasz ihm der bauch schotterte. Simpl. 2, 273, 22 Kurz; wie musz ihm das herz geschottert haben (vor angst). quelle des 17. jahrh. bei Schm. 2, 487. in weiter entwickelter bedeutung: schottern, balbutire (mit der stimme zittern), erubescere, verecundari. voc. von 1482 bei Lexer mhd. handwb. 2, 775; zerschottern, transitiv, zertrümmern 3, 1080. eine ableitung von schotter, geröll, geklopfte steine liegt vor in beschottern: kiessand, mit dem die wege beschottert sind. zeitungsnotiz aus Frankfurt a. M.
 
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schöttern, verb. klappern, anfangen zu sieden cimbr. wb. 228b; s. DWB schettern.
 
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schottert, m. ungeschwänztes huhn Nemnich. Klein prov.-wb. 2, 141 (Coblenz); schottert, schätter, schetter Kehrein 366

[Bd. 15, Sp. 1614]


(hier auszerdem zur bezeichnung eines weiberrockes). bei Wander sprichw.-lex. 4, 330 der plural schottern. das wort ist wol zu schitter, schetter, locker, lückenhaft, erbärmlich in beziehung zu stellen. siebenb. schutich bedeutet verstümmelt Haltrich plan zu vorarb. für ein idiot. u. s. w. 22b.
 
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schottgewicht, n., s. DWB schott 1.
 
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schotthaar, m.: krauszhaar, schotthar, crispus Frischlin nomencl. (1586) 86b; s. DWB schottecht und DWB schoszhaar.
 
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schotticht, adj., abgeleitet von schotten, m.: schottichte milch, latte seroso ò rappreso; schotticht werden, quagliarsi, rapprendersi Kramer deutsch-ital. dict. (1702) 2, 644b. in gleichem sinne schottig, adj.: schottig oder hottig werden, serescere Schottel 1408.
 
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schottin, f., entsprechend dem masc. Schotte, abgesehen von der allgemeinen bedeutung zur bezeichnung einer fahrenden krämerin, hausiererin, s. Nürnb. polizeiordn. unter schotte 3.
 
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schotting, f., s. DWB schott 2 und Schütze 4, 63.
 
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schottisch, adj., jetzt üblicher als schottländisch. schottische inseln, küste, sprache, tracht Campe. schottische teppiche Jacobsson 7, 271a; schottisch gold, rückstand von der aufbereitung der steinkohle, reich an schwefelkies Karmarsch-Heeren techn. wb.3 7, 785; die schottische gans, ente (anas bernicla) Nemnich. schottische rose (rosa pimpinellifolia) Pritzel-Jessen. schottisch gemustert, gewürfelt, in farbengebung und zeichnung die plaidmuster nachahmend u. s. w. bei H. Sachs mit umlaut schöttisch:

nun hat der schöttisch krieg ein loch. 20, 91, 14 Keller-Götze;

ich hab bestellet auch vorhin
einen schöttischen pfaffen alt. 21, 54, 10 (s. schottenpfaffe).

nd. de schottschen, die fahrenden krämer (s. DWB schotte 3): es soll niemandt der schottschen (wie man sie nennet) sowoll auch der osterlinge oder sonst der frembden seine spezereyen und waaren alhie aufflegen. quelle des 17. jahrh. bei Schiller-Lübben nachtr. 256a. der schottische tanz wird erst in neuerer zeit populär: der schottische tanz, écossaise Campe: aus dem leisen weinen wird ein lustiger schottischer tanz. O. Ludwig 1, 267. mit auslassung von tanz: einen schottischen aufspielen, tanzen u. ä.: durch die pausen des grabgesangs klang leise ein lustiger schottischer. Ludwig 1, 260;

komm herein und tanz den schottischen
mit des nachbars rotem Lottichen.
Vischer studentenlied;

bei Campe im neutr.: ein schottisches aufspielen. niederd. en schottschen Schütze 4, 64. Mi 76b. es ist ein lustiger tanz, daher sagt man zur bezeichnung ausgelassener freude: he freut sik up schottsch. Schütze a. a. o.

 

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Artikel 1 bis 2 von 2
1) gon
 ... gon , gohn , m. , ein schöpfgefäsz
 
2) gon
 ... gon , gohn , m. , der für