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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schöszling bis schoszpforte (Bd. 15, Sp. 1604 bis 1605)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schöszling, m. (vgl. zweites schosz 1), daneben in älterer form schuszling, schüszling (s. dieses), schosz, aufschieszender trieb, setzreis. germen, schusz-, schöszling Dief. 261a, palmes, schusz-, schöszling 407b; schösling des baums, stolo Schottel 372b; schöszling germen, was vom hopfen aufschieszet und an die stange gebunden werden kan. Frisch 2, 221c (nach Coler hausbuch); die schöszlinge werden von dem weinstocke ab gebrochen (hier also im engeren sinne für wilde triebe) Steinbach 2, 497, vgl. Jacobsson 4, 38a; aus der wurzel eines baumes aufsprieszender trieb, der sich zu einer selbständigen pflanze ausbildet Campe. im eigentlichen sinne: in disen letsten zweyen monaten mag man auch die schöszling aller beum, die frü blüen, und frucht tragen, jmpffen. Herr feldbau (1556) 38b; die keimen oder schöszling. Coler hausb. (1640) 143;

und von den bäumen, welche jetzt noch blühn,
bewahret euch den schöszling und den kern.
Uhland gedichte 382.

im bilde:

musz der künstler nicht selbst den schöszling von auszen sich hohlen?
nicht aus Rom und Athen borgen die sonne, die luft?
Schiller 11, 181;

an dieser hinfälligen stütze spinnt sich der zarte schöszling (der aufkeimende trieb der liebe) hinauf, und umschlingt die nachbarliche welt mit tausend üppigen zweigen. 6, 307; besonders

[Bd. 15, Sp. 1605]


vom menschlichen nachwuchs: den zarten schöszling in Philanthropinen und gewächshäusern systematisch zu grund richten. 3, 522;

herausgeben die kleinen,
die schöszlinge der gefällten königseiche.
Grillparzer 4, 189.

anders bei Adelung: schöszling, ein junger, schnell aufgewachsener mensch. wie schösserlein, schöszlein als name des hänflings: flachsfing, leinfing, schöszlinck, henffling, geschöszlein, stockfing. Henisch 1123, 12.
 
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schöszlingreuter, m. der so auf dem boden sitzt, dasz er beide füsze aufgestellt an sich zieht Schmid 477; s. erstes schöszling.
 
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schoszmann, m. einnehmer der abgaben (s. zweites schosz 2) Lexer mhd. handwörterb. 2, 782; zu abgaben verpflichteter, plur. schoszleute Campe.
 
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schoszmeier, m. so heiszt in Thüringen der mit dem jungen laub verhüllte vertreter des frühlings (der Meie), der zu pfingsten im dorf herumgefahren wird, wobei die burschen von haus zu haus geld einsammeln Hertel sprachsch. 220. Mannhardt myth. forschungen 115. 141. 194.
 
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schoszmelde, f. pflanzenname: 1) artemisia vulgaris. 2) mercurialis perennis Pritzel-Jessen.
 
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schosz-, schooszmensch, m.: die entdeckung — dasz der schooszmensch dessen (des fürsten) giftmischer sei. J. Paul freiheitbüchl. 132.
 
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schosz-, schoosznarr, m. neuere bildung und als solche bei Campe bezeichnet (vgl. schoszhund, -katze u. ä.), lieblingsnarr: indem man einen gewissen schoosnarren nicht verleugnete. Göthe 19, 117. in anderer anwendung schösznarr, verliebter geck Frischbier 2, 313a; s. zweites schosz 3, b und schoszbartel.
 
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schosz-, schooszneigung, f. lieblingsneigung Klinger bei Campe: fühlen sie unter ihren schooszneigungen die schwäche einer solchen kinderliebe. Hamann (1821) 2, 447; vorurtheile und schoszneigungen. Claudius 1—2, 17.
 
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schoszpfennig, m. pfennig als abgabe, dann wie schoszgeld Frisch 2, 221b. schotzphenning Kehrein sammlung alt- u. mitteld. wörter 22b.
 
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schoszpflichtig, adj. zu schosz, abgabe verpflichtet (s. zweites schosz 2), mit einer abgabe belastet: jede veräuszerung einer schoszpflichtigen sache. Niebuhr röm. geschichte3 1, 517. dazu schoszpflichtigkeit, f. Adelung.
 
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schoszpforte, -porte, f. in älterer sprache, s. DWB schoszthor.

 

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Artikel 1 bis 2 von 2
1) gon
 ... gon , gohn , m. , ein schöpfgefäsz
 
2) gon
 ... gon , gohn , m. , der für