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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schoszkiel bis schöszlingreuter (Bd. 15, Sp. 1603 bis 1605)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schoszkiel, m. der junge, noch kleine halm, der am schossenden getreide zum vorschein kommt Adelung; s. kiel 3, a, theil 5, sp. 675.
 
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schosz-, schooszkind, n. jüngstes kind, lieblingskind, verwöhntes kind, das auf dem schosze der ältern besonders zu hause ist (s. erstes schosz 4, a), vgl. J. Grimm kl. schr. 6, 164. vielfach in bildlicher und übertragener anwendung bis zu freiestem gebrauche: ein schooskind, mundulus, deliciae, albae gallinae filius Stieler 1912; diesen schos-kindern des hofes. Butschky Pathmos 976 (begünstigen höflingen); mein Theude! mein verzogenes

[Bd. 15, Sp. 1604]


schoskind. Klopstock 10, 231; aus der seele eines schooskindes der natur, das alle gegenstände noch mit neuer frischer liebe ansieht. Herder 15, 197 Suphan; (der mensch) der sohn aller elemente und wesen, ihr erlesenster inbegrif und gleichsam die blüthe der erdenschöpfung konnte nicht anders, als das letzte schooskind der natur seyn. 13, 23; glück zu Franz! weg ist das schooskind. Schiller räub. 1, 1 schausp.; kavaliere vom schatten, schooszkinder des mondes Shakespeare könig Heinr. IV, 1, 1, 2; all diesz nun war einem schooszkinde, der dramatischen kunst, zugewendet. Grillparzer 14, 177; du! sein (des vaters) schooszkind. Hebbel 2, 134;

wer so ein schoosz-kind ist, den hat der neid gut hassen.
Günther 521;

das glücke musz fürwahr mich als sein schooszkind lieben. 562;

die huld des himmels hat sein schosz-kind dir zur braut,
der kern der redlichkeit sein ebenbild, vertraut. 1073;

und fräulein Kolifischon macht uns mit vielem geräusche
das schooszkind der gnäd'gen mama durch launen und übermuth
kund.
Wieland 4, 11 (d. neue Amadis 1, 11);

der ewig beweglichen,
immer neuen,
seltsamen tochter Jovis,
seinem schoszkinde,
der phantasie.
Göthe 2, 60;

schooszkind des glücks! was nützt dein luft'ger lustpalast,
wann dich umfängt der klaffend enge schoosz?
Rückert 11, 350.

hierzu schoszkindchen, -kindlein, dim. Kramer deutschital. dict. (1702) 2, 643c.
 
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schosz-, schooszkläffer, m. (s. schoszhund): vom fetten bissigen schooszkläffer. J. Paul biogr. belust. 1, 168.
 
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schoszkraut, n. epilobium hirsutum Pritzel-Jessen nach Gesner; bei Campe auszerdem für bruchwurz (bupleurum rotundifolium), den gelben weiderich (lysimachia vulgaris), niederd. schotkrûd Woeste 230b.
 
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schoszlade, f. schublade (s. DWB schoszkelle am ende): ein eichen tisch mit einer schoszladen. quelle des 15. jahrh. bei Lexer mhd. handwb. 2, 782.
 
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schosz-, schooszlehre, f. lieblingslehre Hamann (1821) 1, 388; vgl. schoszneigung, -sünde.
 
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schoszleckerchen, n. schoszhündchen: mache es doch meine geehrte nicht wie ihr kleines schoszleckerchen, so in den stein, welcher nach ihm geworfen wird, beiszet. interim 349.
 
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schöszlein, n.
1) schöszlein, dimin. zu erstem schosz, breiter, faltig vom leib abstehender saum unten um ein weibercorset Schm. 2, 480, schöszlein, lacinia vestis Steinbach 2, 497, mhd. schœʒelîn, schœʒel Lexer mhd. handwb. 2, 782.
2) diminutiv zu zweitem schosz. a) zu zweitem schosz 1: schöszlein, cyma, surculus, schöszlein einlegen Stieler 1769. b) der hänfling heiszt schösser, schösserlein, schöszlein Steinbach 2, 497. Schm. 2, 480: von dem lynfincken oder schösszlin, linaria Geszner vogelb. 172b.
 
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schöszling, m. zu erstem schosz. von den rockschöszen: die langen schöszlinge seines rockes flatterten hinter ihm her. im sinne von schoszkind, liebling:

(die natur gab dir,) was nur ihren schöszlingen sie giebt,
thränen jeglichen gefühls.
Stolberg 1, 122.


 
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schöszling, m. (vgl. zweites schosz 1), daneben in älterer form schuszling, schüszling (s. dieses), schosz, aufschieszender trieb, setzreis. germen, schusz-, schöszling Dief. 261a, palmes, schusz-, schöszling 407b; schösling des baums, stolo Schottel 372b; schöszling germen, was vom hopfen aufschieszet und an die stange gebunden werden kan. Frisch 2, 221c (nach Coler hausbuch); die schöszlinge werden von dem weinstocke ab gebrochen (hier also im engeren sinne für wilde triebe) Steinbach 2, 497, vgl. Jacobsson 4, 38a; aus der wurzel eines baumes aufsprieszender trieb, der sich zu einer selbständigen pflanze ausbildet Campe. im eigentlichen sinne: in disen letsten zweyen monaten mag man auch die schöszling aller beum, die frü blüen, und frucht tragen, jmpffen. Herr feldbau (1556) 38b; die keimen oder schöszling. Coler hausb. (1640) 143;

und von den bäumen, welche jetzt noch blühn,
bewahret euch den schöszling und den kern.
Uhland gedichte 382.

im bilde:

musz der künstler nicht selbst den schöszling von auszen sich hohlen?
nicht aus Rom und Athen borgen die sonne, die luft?
Schiller 11, 181;

an dieser hinfälligen stütze spinnt sich der zarte schöszling (der aufkeimende trieb der liebe) hinauf, und umschlingt die nachbarliche welt mit tausend üppigen zweigen. 6, 307; besonders

[Bd. 15, Sp. 1605]


vom menschlichen nachwuchs: den zarten schöszling in Philanthropinen und gewächshäusern systematisch zu grund richten. 3, 522;

herausgeben die kleinen,
die schöszlinge der gefällten königseiche.
Grillparzer 4, 189.

anders bei Adelung: schöszling, ein junger, schnell aufgewachsener mensch. wie schösserlein, schöszlein als name des hänflings: flachsfing, leinfing, schöszlinck, henffling, geschöszlein, stockfing. Henisch 1123, 12.
 
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schöszlingreuter, m. der so auf dem boden sitzt, dasz er beide füsze aufgestellt an sich zieht Schmid 477; s. erstes schöszling.

 

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1) gon
 ... gon , gohn , m. , ein schöpfgefäsz
 
2) gon
 ... gon , gohn , m. , der für