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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schosz- bis schöszling (Bd. 15, Sp. 1603 bis 1604)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schosz-, schooszkatze, f. (vgl. schoszhund): sogenannte schooshunde, schooskatzen und schoosvögel. J. Paul aus des teufels papieren 1, 58.
 
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schoszkelle, f. 'das hinter den sitzen auf den post-wagen angemachte behältnüsz zu kleinen kästgen' Frisch 2, 221c, vergl. Jacobsson 4, 38b; das wort ist hauptsächlich in mittel- und norddeutschen gegenden zu hause: schoszkelle, sitz auf dem vordertheile des wagens (gewisz, weil sich unter dem sitz ein verschlieszbarer raum zur aufnahme von gepäck u. ä. befindet oder befand) Hertel thür. sprachsch. 220, vergl. Jecht 99b. Kleemann 20b; schuszkelle, rundliger anbau am arbeitswagen, hinter der deichsel, in welchem der fahrende sitzt Pasch Altenburger bauerndeutsch 100; der hohle packraum in wagen oder schlitten Frischbier 1, 354b; nd. schottkell, ein schlag oder klappe hinten am fracht- oder postwagen, worauf das im wagen nicht raum findende gepackt wird Dähnert 412b; schottkell, raum im hinterwagen, vom sitz bis zum schlusz des wagens Mi 76b; als ich nun vor das posthausz kam, und die geschwinde post schon völlig besetzt war, so wolte mich der postilion nicht mit nehmen, doch that er mir den vorschlag, dasz ich mich hinter in die schoszkelle setzen solte. Schelmuffsky 98 neudr. zur erklärung des wortes vgl. oben theil 5, sp. 511 unter kelle. es ist ursprünglich entweder ein hohler raum gemeint, der verschlossen werden kann, denn nd. schot ist riegel, quer-, sperrwand u. ä.; dat schott an der döre, riegel brem. wb. 4, 680; oder aber wir haben an einen beweglichen kasten zu denken, der herein und herausgeschoben werden kann, vgl. niederd. schötken, s. DWB schoszlade, schublade Woeste 230b; das schosz, schublade, schubkasten Müller-Weitz Aachener mundart 222.
 
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schoszkiel, m. der junge, noch kleine halm, der am schossenden getreide zum vorschein kommt Adelung; s. kiel 3, a, theil 5, sp. 675.
 
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schosz-, schooszkind, n. jüngstes kind, lieblingskind, verwöhntes kind, das auf dem schosze der ältern besonders zu hause ist (s. erstes schosz 4, a), vgl. J. Grimm kl. schr. 6, 164. vielfach in bildlicher und übertragener anwendung bis zu freiestem gebrauche: ein schooskind, mundulus, deliciae, albae gallinae filius Stieler 1912; diesen schos-kindern des hofes. Butschky Pathmos 976 (begünstigen höflingen); mein Theude! mein verzogenes

[Bd. 15, Sp. 1604]


schoskind. Klopstock 10, 231; aus der seele eines schooskindes der natur, das alle gegenstände noch mit neuer frischer liebe ansieht. Herder 15, 197 Suphan; (der mensch) der sohn aller elemente und wesen, ihr erlesenster inbegrif und gleichsam die blüthe der erdenschöpfung konnte nicht anders, als das letzte schooskind der natur seyn. 13, 23; glück zu Franz! weg ist das schooskind. Schiller räub. 1, 1 schausp.; kavaliere vom schatten, schooszkinder des mondes Shakespeare könig Heinr. IV, 1, 1, 2; all diesz nun war einem schooszkinde, der dramatischen kunst, zugewendet. Grillparzer 14, 177; du! sein (des vaters) schooszkind. Hebbel 2, 134;

wer so ein schoosz-kind ist, den hat der neid gut hassen.
Günther 521;

das glücke musz fürwahr mich als sein schooszkind lieben. 562;

die huld des himmels hat sein schosz-kind dir zur braut,
der kern der redlichkeit sein ebenbild, vertraut. 1073;

und fräulein Kolifischon macht uns mit vielem geräusche
das schooszkind der gnäd'gen mama durch launen und übermuth
kund.
Wieland 4, 11 (d. neue Amadis 1, 11);

der ewig beweglichen,
immer neuen,
seltsamen tochter Jovis,
seinem schoszkinde,
der phantasie.
Göthe 2, 60;

schooszkind des glücks! was nützt dein luft'ger lustpalast,
wann dich umfängt der klaffend enge schoosz?
Rückert 11, 350.

hierzu schoszkindchen, -kindlein, dim. Kramer deutschital. dict. (1702) 2, 643c.
 
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schosz-, schooszkläffer, m. (s. schoszhund): vom fetten bissigen schooszkläffer. J. Paul biogr. belust. 1, 168.
 
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schoszkraut, n. epilobium hirsutum Pritzel-Jessen nach Gesner; bei Campe auszerdem für bruchwurz (bupleurum rotundifolium), den gelben weiderich (lysimachia vulgaris), niederd. schotkrûd Woeste 230b.
 
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schoszlade, f. schublade (s. DWB schoszkelle am ende): ein eichen tisch mit einer schoszladen. quelle des 15. jahrh. bei Lexer mhd. handwb. 2, 782.
 
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schosz-, schooszlehre, f. lieblingslehre Hamann (1821) 1, 388; vgl. schoszneigung, -sünde.
 
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schoszleckerchen, n. schoszhündchen: mache es doch meine geehrte nicht wie ihr kleines schoszleckerchen, so in den stein, welcher nach ihm geworfen wird, beiszet. interim 349.
 
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schöszlein, n.
1) schöszlein, dimin. zu erstem schosz, breiter, faltig vom leib abstehender saum unten um ein weibercorset Schm. 2, 480, schöszlein, lacinia vestis Steinbach 2, 497, mhd. schœʒelîn, schœʒel Lexer mhd. handwb. 2, 782.
2) diminutiv zu zweitem schosz. a) zu zweitem schosz 1: schöszlein, cyma, surculus, schöszlein einlegen Stieler 1769. b) der hänfling heiszt schösser, schösserlein, schöszlein Steinbach 2, 497. Schm. 2, 480: von dem lynfincken oder schösszlin, linaria Geszner vogelb. 172b.
 
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schöszling, m. zu erstem schosz. von den rockschöszen: die langen schöszlinge seines rockes flatterten hinter ihm her. im sinne von schoszkind, liebling:

(die natur gab dir,) was nur ihren schöszlingen sie giebt,
thränen jeglichen gefühls.
Stolberg 1, 122.

 

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Artikel 1 bis 2 von 2
1) gon
 ... gon , gohn , m. , ein schöpfgefäsz
 
2) gon
 ... gon , gohn , m. , der für