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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schosz- bis schosserei (Bd. 15, Sp. 1599 bis 1601)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schosz-, schooszeid, m. eid, bei dem der rockzipfel angefaszt wurde Grimm rechtsalterth. 158. 899. Schmeller 2, 480; zu erstem schosz 1.
 
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schoszeid, m. jusjurandum propter censum Frisch 2, 221b; die eidliche angabe über die höhe des einkommens, wonach der zu zahlende schosz veranlagt wurde; zu zweitem schosz 2.
 
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schosz-, schooszeinung, f.: in die schoseinung und gehorsam der heil. kirchen bringen möchte. quelle des 15. jh. bei Haltaus 1645. s. erstes schosz 4, e.
 
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schossel, schössel,
1) schössel, n., daneben schöszlein, schösserlein, schöszling, der hänfling (von seinem schieszenden fluge?) Schm. 2, 480. s. schösserle.
2) der schössel, bäckerschaufel, mit der das brot in den ofen geschoben (geschossen) wird Campe; vgl. Müller-Weitz Aachn. mundart 222. s. DWB schosse 1 und zweites schosz 3, d.
3) schossel, f. schrotleiter, womit aufgeladen wird (Österreich) Jacobsson 7, 270b. Klein provinzialwb. 2, 140.
4) schossel, f. überlebhafte, gedankenlose person (eigentlich person, die einen schusz, schosz hat, s. zweites schosz 3, b) Schm. 2, 479; als m. schossel, verrückter, alberner mensch Schemionek (Elbing) 36, vgl. Kehrein 365. verbreiteter ist schussel, fem. Pfister 271. Reinwald 2, 115. Spiesz 228. Bernd 279; die schassel (franz. chasser) Müller-Weitz Aachener mundart 207. bei Frischbier ist bezeugt schōsel, schūsel, loddriger, alberner, dummer, halbverrückter mensch (umgedeutet nach schose, franz. chose, alberner streich) 2, 312b.
 
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schöszel, n. (zu erstem schosz), herabhängender theil des rockes, der jacke Weinhold 87b. Schöpf 644. Schmeller 2, 480, s. DWB schöszchen; bei dem schöszel bekommen. med. maulaffe 477. mhd. schôʒel, schʒel, theil der rüstung Germania 24, 145. s. oben erstes schosz 2.
 
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schosseln, schusseln, verb. gedankenlos, übereifrig hin und her rennen, s. Schm. 2, 480 und schossel 4. schusseln ist weiter verbreitet. bei Frischbier 2, 312b schōseln, schūseln dumme, alberne streiche machen (wie schōsel, schūsel von einer so gearteten person); schuseln, nachlässig, oberflächlich etwas thun Bernd 279.
 
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schöszlein, verb. die schösze geziert beim gehen bewegen, geziert gehen Weinhold 87b. Schm. 2, 480. zu erstem schosz.

[Bd. 15, Sp. 1600]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schossen, verb. zu zweitem schosz.
1) keimen, sprieszen, triebe hervorbringen (schosz 1); mhd. schoʒʒen mhd. wörterb. 2, 2, 176a. Lexer mhd. handwb. 2, 783; turgent, schossen Alberus Ee 3b; schoszen, germinare, pollutare; das korn schoszet, pullulat triticum Schottel 1408; schoszen, auf- (vgl. Schm. 2, 479), herfürschoszen; aus- sive entschoszen, surculare Stieler 1769; ich schosse, in articulum eo Steinbach 2, 497; schossen, als die saat aehren bekommen, spicari, spicas protrudere Frisch 2, 221c; der rocken schosset, fängt an halme zu treiben Adelung; der salat ist in die höhe geschosset. Campe; vom korn sagt man, dasz es vierzehn tage schosse (halme treibe), vierzehn tage blühe, vierzehn tage körne, vierzehn tage milche, vierzehn tage reiffe. öcon. lex. (1744) 2645; ins kraut schieszen von salat u. a. Sartorius 113, vergl. Liesenberg 200; schôsten, blütenstengel treiben, in die blüte schieszen Kramer Bistritzer dialect 121; schôszen Haltrich idiot. der sieb.-sächs. volkssprache 48a; nd. schôten Schambach 185a. Woeste 230b: sô schoʒʒet er in viel schoʒreiser und pringt der ainen grôʒen pusch. Megenberg 317, 17; denn die gersten hatte geschosset, und der flachs knoten gewonnen. 2 Mos. 9, 31; der langsam schossende ölbaum. anm. weish. lustg. 238; um die zeit, da das korn im schossen stund. Heilman Thucyd. 312; in ähren geschoszte noch grüne gerste. Göthe 23, 179; sproszt, ihr dämonischen kräfte .. und schoszt zu wäldern empor. Kleist Käthchen von Heilbronn 1, 1; in den schossenden halmen der grünen saat wogte der wind. Freytag handschr. 3, 258;

denn fahen die baum an zu prossen,
zu knöpffen und wider zu schossen.
H. Sachs 2 (1570), 1, 54a;

itzt schosset disz herfür; itzt fället jenes ab.
Fleming 124;

so schleunig wächst die saat; sie schoszt, sie blüht, sie bleicht.
Günther 380;

wie im winter die saat nur langsam keimet, im frühling
lebhaft treibet und schoszt.
Schiller 11, 164.

mit dem accus.: der stammbaum schosset seine bletter und zweiglin gerad uber sich. anm. weish. lustg. 752; frei: dasz die verborgene betrieglichkeit aus dem häupte schosset. schauspiele d. engl. komöd. 110 Tittmann. in besonderer anwendung: das tuch schoszt, geht in der farbe aus, verbleicht Sartorius 113.
2) zu zweitem schosz 2: schossen, steuern, zins geben, zins tragen (von personen und sachen), mhd. schoʒʒen mhd. wb. 2, 2, 176a. Lexer mhd. handwb. 2, 783, vgl. Haltaus 1649. Schm. 2, 478; schoszen, tributum solvere Schottel 1408; nach dem man hat, nach dem schoszt man; wüste güter schoszen nichts. Stieler 1789; alle unfreye güter schossen dem fürsten oder landherrn. Kramer deutsch-ital. dict. (1702) 2, 644a; ein haus schosset jährlich zehn thaler. Adelung; nd. schoten Schiller-Lübben 4, 125b; schotten brem. wb. 4, 681; wir worden der öberkeit langsam schossen oder zinszen. Emser annotat. (1524) F 7b; frei: sie schosse und steuere also auch eines (ein herz). J. Paul kom. anh. zum Titan 1, 75. in besonderer anwendung: schossen, freiwillig zusammenlegen; wollen wir schossen, auf gemeinsame kosten etwas trinken, verzehren Frischbier 2, 313a; vgl. die ursprüngliche bedeutung von erstem schosz 2.
 
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schosser, schösser, m.
1) einnehmer des schosses, steuereinnehmer, rentmeister, mhd. schoʒʒer mhd. wb. 2, 2, 176b. Lexer mhd. handwörterb. 2, 683: Bastian Wulner, schosser zu Jhenne (1497). Michelsen spec. cod. diplom. Jenensis (Jena 1852) 15; dem schosser zu Gotha. quelle von 1528 bei Dief.-Wülcker 844; später mehr und mehr durch die umgelautete form verdrängt: schöszer, receptor, rentmeister Schottel 1408; geiziger, ungerechter schöszer, quaestor rapax et injustus Stieler 1789; schösser, dispensator, quaestor Steinbach 2, 497; schösser, einnehmer der herrschafftlichen einkünfte Frisch 2, 221b; abgesehen von der eigentlichen bedeutung bezeichnet schösser auch andere beamtete personen, so besonders den amtsvertreter: amtmann, amtsverweser, schöszer. Stieler 339, vgl. Weisze kom. opern 1 (1771), 146 ff.; schösser, eine amtspersohn. Frisch 2, 221c. auf bäuerliche verhältnisse übertragen: der schosser, knecht, welcher auf der alpe den dünger besorgt; der gschoszner, helfer des melkers Schm. 2, 478; belege: schösser und dergl. amtleut. reichs-pol. ordn. 1530, xix, 5; und als er ins schössers haus kam. Luther 2, 644a; der schösser zu Alstet. 3, 138a; er war selbst (kurfürst Friedrich) schösser, nach Claus Narren rath, der sagte einmal zu jm, da der hertzog klagte, er hette kein geld, werde ein schösser oder rentmeister, sprach er, so kriegestu auch geld. tischreden (1568) 344b (vgl. Kirchhof wendunm. 3, 70 Österley); vitzthom, pfleger, verwalter, schösser

[Bd. 15, Sp. 1601]


und amptleut. Fischart Garg. 269b; schrieb derowegen dem schösser allda. Schweinichen 1, 245; den aufenthalt eines amtmanns oder schössers, welcher die ehemals hieher flieszenden zinsen und gefälle noch fernerhin einnimmt. Göthe 39, 265; seit dem vom römischen volk kein schosz mehr gefordert ward, war auch der eigentlichste theil des amts der schösser weggefallen. Niebuhr röm. gesch.3 1, 464;

ein weisze mausz, war sein mundschenck,
ein aff, sein schösser wolgelenck.
Rollenhagen froschm. F 1b;

schösser, die in ämtern dienen.
Logau 2, 241, 194;

ist es kein superintendent,
so mags ein küster seyn,
und ists kein schösser der mich kennt,
so mags ein schreiber sein.
Weise cur. gedanken s. 7.


2) schosser, die bäckerschaufel, womit die bäcker den geformten teig in den ofen schieben (schieszen); s. DWB schosse 1. schöszer Pfister 267.
3) schösser, hänfling, s. DWB schösserlein.
4) schosser, schösser, spielkügelchen der kinder (s. DWB schusser) Frisch 2, 221c; mit schössern, hinckers, löpers. Comenius sprachenth. (1657) 941; eine schachtel mit schossern für die kinder. Göthe an Knebel 227. schosser, schossers Pfister 267.
 
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schosser-, schösseramt, n. amt eines einnehmers, rentmeisters, s. DWB schosser, DWB schösser 1: eynname erstlich schosserambts an erbzinsen. Dief.-Wülcker 845 (16. jh.); schösseramt, quaestura Stieler 43. Kramer deutsch-ital. dict. (1702) 2, 644a.
 
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schosserei, schösserei, f., s. DWB schosser, DWB schösser 1; es bezeichnet nicht blosz das amt, die behörde, sondern auch den amtssitz, das amtslocal: schöszerei, quaestura, amtschöszerey, praefectura, amtsaszen müszen vor der schöszerey stehen. Stieler 1790; schösserey, schösserstube Kramer deutsch-ital. dict. (1702) 2, 644a, vgl. Steinbach 2, 497. Frisch 2, 221b; zw Weimar off der schosserey. Dief.-Wülcker 845 (16. jahrh.); unbarmhertzige geschwinde schossereien. Melanchthon der prophet Daniel ausgeleget (Wittenb. 1546) 145.

 

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Artikel 1 bis 2 von 2
1) gon
 ... gon , gohn , m. , ein schöpfgefäsz
 
2) gon
 ... gon , gohn , m. , der für