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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schoszdirne bis schossen (Bd. 15, Sp. 1599 bis 1600)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schoszdirne, f. gehilfin des melkens, im winter aufseherin über die schafe; sie vertritt den schosser (s. dieses) Schm. 2, 478.
 
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schosse, f.
1) schosse, die bäckerschaufel, womit der geformte teig in den ofen geschoben wird; so schles. Weinhold 87b (ebenda kuchenschusse aus Stoppe), vgl. Kehrein 365.
2) schosse, vulva Campe, bair. 's gschōsl, österr. das gschos, nach franz. chose Schm. 2, 479.
 
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schoszechtig, adj. (zu zweitem schosz 1): schosszächtig, das vil schossz hat, cymosus Maaler 361a.
 
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schosz-, schooszeid, m. eid, bei dem der rockzipfel angefaszt wurde Grimm rechtsalterth. 158. 899. Schmeller 2, 480; zu erstem schosz 1.
 
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schoszeid, m. jusjurandum propter censum Frisch 2, 221b; die eidliche angabe über die höhe des einkommens, wonach der zu zahlende schosz veranlagt wurde; zu zweitem schosz 2.
 
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schosz-, schooszeinung, f.: in die schoseinung und gehorsam der heil. kirchen bringen möchte. quelle des 15. jh. bei Haltaus 1645. s. erstes schosz 4, e.
 
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schossel, schössel,
1) schössel, n., daneben schöszlein, schösserlein, schöszling, der hänfling (von seinem schieszenden fluge?) Schm. 2, 480. s. schösserle.
2) der schössel, bäckerschaufel, mit der das brot in den ofen geschoben (geschossen) wird Campe; vgl. Müller-Weitz Aachn. mundart 222. s. DWB schosse 1 und zweites schosz 3, d.
3) schossel, f. schrotleiter, womit aufgeladen wird (Österreich) Jacobsson 7, 270b. Klein provinzialwb. 2, 140.
4) schossel, f. überlebhafte, gedankenlose person (eigentlich person, die einen schusz, schosz hat, s. zweites schosz 3, b) Schm. 2, 479; als m. schossel, verrückter, alberner mensch Schemionek (Elbing) 36, vgl. Kehrein 365. verbreiteter ist schussel, fem. Pfister 271. Reinwald 2, 115. Spiesz 228. Bernd 279; die schassel (franz. chasser) Müller-Weitz Aachener mundart 207. bei Frischbier ist bezeugt schōsel, schūsel, loddriger, alberner, dummer, halbverrückter mensch (umgedeutet nach schose, franz. chose, alberner streich) 2, 312b.
 
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schöszel, n. (zu erstem schosz), herabhängender theil des rockes, der jacke Weinhold 87b. Schöpf 644. Schmeller 2, 480, s. DWB schöszchen; bei dem schöszel bekommen. med. maulaffe 477. mhd. schôʒel, schʒel, theil der rüstung Germania 24, 145. s. oben erstes schosz 2.
 
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schosseln, schusseln, verb. gedankenlos, übereifrig hin und her rennen, s. Schm. 2, 480 und schossel 4. schusseln ist weiter verbreitet. bei Frischbier 2, 312b schōseln, schūseln dumme, alberne streiche machen (wie schōsel, schūsel von einer so gearteten person); schuseln, nachlässig, oberflächlich etwas thun Bernd 279.
 
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schöszlein, verb. die schösze geziert beim gehen bewegen, geziert gehen Weinhold 87b. Schm. 2, 480. zu erstem schosz.

[Bd. 15, Sp. 1600]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schossen, verb. zu zweitem schosz.
1) keimen, sprieszen, triebe hervorbringen (schosz 1); mhd. schoʒʒen mhd. wörterb. 2, 2, 176a. Lexer mhd. handwb. 2, 783; turgent, schossen Alberus Ee 3b; schoszen, germinare, pollutare; das korn schoszet, pullulat triticum Schottel 1408; schoszen, auf- (vgl. Schm. 2, 479), herfürschoszen; aus- sive entschoszen, surculare Stieler 1769; ich schosse, in articulum eo Steinbach 2, 497; schossen, als die saat aehren bekommen, spicari, spicas protrudere Frisch 2, 221c; der rocken schosset, fängt an halme zu treiben Adelung; der salat ist in die höhe geschosset. Campe; vom korn sagt man, dasz es vierzehn tage schosse (halme treibe), vierzehn tage blühe, vierzehn tage körne, vierzehn tage milche, vierzehn tage reiffe. öcon. lex. (1744) 2645; ins kraut schieszen von salat u. a. Sartorius 113, vergl. Liesenberg 200; schôsten, blütenstengel treiben, in die blüte schieszen Kramer Bistritzer dialect 121; schôszen Haltrich idiot. der sieb.-sächs. volkssprache 48a; nd. schôten Schambach 185a. Woeste 230b: sô schoʒʒet er in viel schoʒreiser und pringt der ainen grôʒen pusch. Megenberg 317, 17; denn die gersten hatte geschosset, und der flachs knoten gewonnen. 2 Mos. 9, 31; der langsam schossende ölbaum. anm. weish. lustg. 238; um die zeit, da das korn im schossen stund. Heilman Thucyd. 312; in ähren geschoszte noch grüne gerste. Göthe 23, 179; sproszt, ihr dämonischen kräfte .. und schoszt zu wäldern empor. Kleist Käthchen von Heilbronn 1, 1; in den schossenden halmen der grünen saat wogte der wind. Freytag handschr. 3, 258;

denn fahen die baum an zu prossen,
zu knöpffen und wider zu schossen.
H. Sachs 2 (1570), 1, 54a;

itzt schosset disz herfür; itzt fället jenes ab.
Fleming 124;

so schleunig wächst die saat; sie schoszt, sie blüht, sie bleicht.
Günther 380;

wie im winter die saat nur langsam keimet, im frühling
lebhaft treibet und schoszt.
Schiller 11, 164.

mit dem accus.: der stammbaum schosset seine bletter und zweiglin gerad uber sich. anm. weish. lustg. 752; frei: dasz die verborgene betrieglichkeit aus dem häupte schosset. schauspiele d. engl. komöd. 110 Tittmann. in besonderer anwendung: das tuch schoszt, geht in der farbe aus, verbleicht Sartorius 113.
2) zu zweitem schosz 2: schossen, steuern, zins geben, zins tragen (von personen und sachen), mhd. schoʒʒen mhd. wb. 2, 2, 176a. Lexer mhd. handwb. 2, 783, vgl. Haltaus 1649. Schm. 2, 478; schoszen, tributum solvere Schottel 1408; nach dem man hat, nach dem schoszt man; wüste güter schoszen nichts. Stieler 1789; alle unfreye güter schossen dem fürsten oder landherrn. Kramer deutsch-ital. dict. (1702) 2, 644a; ein haus schosset jährlich zehn thaler. Adelung; nd. schoten Schiller-Lübben 4, 125b; schotten brem. wb. 4, 681; wir worden der öberkeit langsam schossen oder zinszen. Emser annotat. (1524) F 7b; frei: sie schosse und steuere also auch eines (ein herz). J. Paul kom. anh. zum Titan 1, 75. in besonderer anwendung: schossen, freiwillig zusammenlegen; wollen wir schossen, auf gemeinsame kosten etwas trinken, verzehren Frischbier 2, 313a; vgl. die ursprüngliche bedeutung von erstem schosz 2.

 

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Artikel 1 bis 2 von 2
1) gon
 ... gon , gohn , m. , ein schöpfgefäsz
 
2) gon
 ... gon , gohn , m. , der für