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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schorlet bis schornsteinaufsatz (Bd. 15, Sp. 1578 bis 1581)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schorlet, s. DWB schörl.
 
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schörlfleck, m. verstreuter fleck schörl in lava oder porphyr Jacobsson 7, 269b. ähnlich schörlglimmer, schörlgranate, schörlkorn, schörlkrystall, schörlpyramide, schörlsäule, schörlspath, s. ebenda.
 
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schörling, m. beschorener, pfaffe (vgl.schorkopf): darumb ist Hertzheimer zu raten, etc. das er bey zeit, und mit ehren ausreisse, der teufel gleube dem schörlinge, und pfaffen mehr. Luther 6, 115b (vgl. briefe 4, 503); hette noch vor zwentzig jaren einer sollen von dieser legenden Chrysostomi halten, das ein einiges stücklin drin erlogen were, er hette müssen zu asschen verbrand werden, on alle barmhertzigkeit, .. so strenge giengen die schörlinge, prediger, mönche, inquisitores hereticæ pravitatis, mit der sachen umb, so ernstlich musten wir die lügen gleuben, und jren vater, den teufel fürchten und anbeten, dazu seine schörlinge und plattinge feiren. 504b. auch schürling: trotz aller teufel, pletting und schürling. 324a. in Hessen von geschorenem wollenvieh: xxxv hamels schorlynges hüde in einer Homberger rechnung v. 1416, schorlinges felle Kasseler rechnung von 1453 bei Vilmar 366 (scheint jetzt verschollen zu sein).
 
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schörlpunkt, m., vgl. DWB schörlfleck: die säulen sind von ziemlich festem korn, dichtem bruch, mattschwarz mit schwarzen schörlpunkten und lauchgrünen olivinen reichlich angefüllt, die sich zuweilen in faustgroszen massen darin finden. Forster ansichten 1, 45.
 
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schormaus, f. 1) die kleine feldmaus, mus arvalis Nemnich. 2) mus subterraneus dict. lat.-germ. (Frankf. 1610) 120; schormaus, sive erdenmaus, mus subterraneus, appellant etiam kellermaus Stieler 1257. 3) maulwurf, vgl. schermaus (th. 8, 2590) und scharrmaus (sp. 2220): schor- corrupt. scheer - maus, f. talpa, v. maulwurf Kramer dict. 2, 643b. Frisch 2, 220c.
 
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schormist, m. zusammengescharrter mist, vgl. DWB schoren 2, c; straszenkehricht, so schon mhd., s. Lexer handwb. 2, 772; swer uf dem marcte lat schormist oder andern mist oder holtz ligen. quelle bei Schm. 2, 459; jetzt besonders schweizerisch, 'der

[Bd. 15, Sp. 1579]


ohne strohlagen aus kurzem dünger, humus, abfall, zusammengescharrte mist, der für die wiesen verwendet wird' Hunziker 230.
 
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schormühle, f. poliermühle (s. DWB schoren 2, f) in nadelfabriken u. ähnl. Schm. 2, 459. Karmarsch-Heeren3 7, 779.
 
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schorn, m.
1) erdscholle: ahd. scorn glebola, scorno gleba Graff 6, 551, vgl. auch Förstemann namenb. 22, 1315; schorn, erdscholl, une motte de terre Hulsius 288b; später nur noch in hess.-thür. mundarten a) erdscholle, b) ein längliches weizengebäck Schm. 2, 469. Vilmar 366. Hertel 42, sprachschatz 220.
2) gerichtsbank, vgl. DWB scharn (theil 8, 2211 f.) und schranne:

da das Pilata haws stat
und dy schorn, da man in hat
geurtailt vnnsern herrn Jhesus Krist. kayser Fridrichs moerfart 212, s. zeitschr. für d. phil. 23, 35.


 
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schornen, verb., auch schoren, schuren stehlen, in der hannov. gaunersprache, aus zigeuner. čorav (sanskr. coráyati).
 
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schornstein, m. rauchfang, wahrscheinlich zu schorren, hervorragen (s. daselbst) gehörig, also ursprünglich den kragstein in der wand bezeichnend, auf dem bei den alten kaminanlagen der rauchfang ruht, vgl. Weigand 2, 633. Kluge5 335b. Schm. 2, 460. auch schore 2 (strebebalken, stütze) und schoren 3 (stützen) lassen sich heranziehen. auch in den nord. sprachen vorhanden: altn. skorsteinn Fritzner2 3, 370 (daneben führt Schm. a. a. o. skorðusteinar, lapides proceres, strebesteine auf, das noch deutlicher die beziehung zu skorða, f. und verb., stütze, stützen aufzeigen würde), norweg. skorstein Aasen 683a, dän. schwed. skorste(e)n. im deutschen ebenfalls allgemein verbreitet seit alter zeit; daher ist Weigands annahme einer entlehnung aus dem nd. abzuweisen. ahd. scorenstein, scortein caminus Graff 6, 535; mhd. schor-, schorn-, schoren-, schürstein Lexer handwb. 2, 773; mnd. schorstein, -een, scorsten, schörstein, schairsteyn, schossten Schiller - Lübben 4, 120b f. 6, 254b. nl. erst in neuerer zeit als schoorsteen, s. Franck 857: schoorsteen, caminus, focus, lapis camini: lapidea structura, sive ferrea lamina foci: fulcrum sive sustentaculum camini, vulgò contramurus foci. sax. schornsteyn q. d. lapis fulciens sive sustentans. et feurmaur q. d. murus ignis Kilian. in ältern glossen: caminus schor-, scor-, nd. schoer-, schar-, hochd. scoren-, schoren-, schorn(s)tein, -sten, -stien Dief. 93a; schürstein nov. gl. 69b, cremale schornsteyn, schoerstien gl. 156b, proceres .. kepfer ald schorstein 461b. die form mit n steht also schon ahd. neben der bildung ohne n; ebenso in mhd.-mnd. zeit, vgl. Weigand 2, 633, der nd. scorstein aus dem 13. und 14. jahrh. belegt, daneben schornstên 1420, schornsteyn 1469. nach ihm wäre ersteres echte, letzteres uneigentliche, genitivische zusammensetzung. vereinzelt findet sich als erster theil auch scar-, so schon altschwedisch (gothländisch) skarstain, ferner im ältern nhd.: scharstein 1425, clevisch 1475 schairsteyn, s. oben und Weigand a. a. o.;

darnach nam er die kinder sein
und hieng sie all in scharstein nein. liederb. aus dem 16. jh. s. 314, 32;

im nhd. überwiegt in der ältern zeit die form schorstein: der brennende rauch ist die flamme (lohe): was am camin (schorstein, fewermäwer) sitzet, rust. Comen. sprachenth. 47; schlot, ... alias feuermauer, et schorrstein Stieler 1859; caminus, fumarium, capnodochium, fumale 2140; schor-stein, m. ein rauchfang der von stein und wegen des russes musz bescharret werden, oder gescheuret, gereinigt, caminus, fumarium Frisch 2, 220c. auch Wachter 1461, Adelung und Campe geben noch diese, jetzt veraltete form ausschlieszlich, letztere merken dazu schornsteen, scheurnsteen als nd. an. in der litteratur bis in den anfang dieses jahrh. (Schlegel, Niebuhr): als solte jhn der böse geist in brennenden ofen oder schorstein gesetzet, unnd also lebendig unerhörter wunderbarlicher weise verbrand haben. Schütz beschr. d. lande Preuszen 56b; da wolten die küchenbuben den schorstein auszbrennen, und von dem rust gegenst die heiligen tage saubern. 73a; alle diejenigen so böse, und gebrechliche schorsteine, darren und öfen haben, sollen dieselben bessern und wandeln. Danziger willkür von 1598; Spazo Camino hatte eins einen schorstein purgiret. Leyer-Matz s. 234; und käme gleich der klapperstorch, und wolte sich auf dem schorstein ein nest zu rechte bauen. Weise erzn. s. 105 neudruck; dasz der rauch zum schorstein hinausz steigen kan? 158; allein ich erinnere mich an einen vortreflichen weltberühmten theologum, welcher einsmals seinen schorstein auff dem tache hatte weisz und roht auszstreichen lassen. Schuppius 669; eine fee, sagen sie? ja von den feen, die auf der gabel zum schorstein hinaus fahren? Wieland

[Bd. 15, Sp. 1580]


11, 226 (don Sylvio 3, 6); wenn jene fruchtbringende gesellschaft der katze und dem schorsteine neue namen geben wollte. Herder 1, 389 Suphan; vor ihnen stieg der rauch von den schorsteinen säulengerad in die höhe. Siegwart2 3, 48; die bauernhäuser (im osnabrückischen) sind alle ohne schorsteine. Niebuhr nachgel. schr. s. 7;

befiehl auch, dasz stracks wird der schorstein angemacht.
Fleming 38;

weil nun in meines schorsteins höhle die winde recht tyrannisch
rasen.
Hagedorn bei
Muncker Anakreont. 1, 139;

schorsteine schimmerten gleich weiszer lämmer schaar.
Zachariä renommist 1, 58;

es donnert und blitzt, und unter betäubendem knallen
fährt mit den solarischen geistern der drache zum schorstein hinaus.
Wieland 5, 118 (Am. 16, 9);

vgl. auch: ouch so veil (fiel) manche huindert schorresstein binnen Colle .. ewech. d. städtechron. 13, 123, 21 (Cölner jahrb. 1420); ungefehr vor twintich jaren (um 1600) sind haben vier efte vif dornschen und noch weiniger köken unde schorstene im ganzen karspel Busen nicht gefunden. Neocorus 1, 195. — dagegen ist die form schornstein, die auch der ältern sprache nicht fehlt, im 19. jh. alleinherrschend geworden: schornsteyn, rauchloch, ofen, caminus Dasyp.; schornstein, une cheminée Hulsius 288b; caminus, infumibulum, cheminee Schottel 1408; infumibulum ein schornstein, fewermawer, rauchfang Corvinus fons latin. 1, 285b; camino, e propriamente il manto di esto in cucina ò in camera, mà hoggidi significa anco tutto il resto di esto Kramer dict. 2, 643a; item jeder mann sall einen schornstein habenn jnn seinem haus. weisth. 1, 800 (Aspizheim 1491—1500); man pflegt in schertzweisz z sagen, das die, so rot har und bart haben, nicht gte caminfeger, der ursach, geben, da sie oben ausz dem schornsten oder camin ir haupt recketen und sähen liessen, würde iederman meinen, dasz es daselbst brennete. Kirchhof wendunm. 1, 238 Österley (1, 195); so musste er sehen, wie seine geliebte prinzessin auf einem mit fledermäusen bespannten wagen durch den schornstein davon geführt wurde. Wieland 11, 28 (Sylvio 1, 5, neben schorstein, s. oben); auf der einen seite war an dem boden auf steinernen platten das feuer angezündet, davon ein weiter schornstein ... den rauch aufnahm. Göthe 16, 227; diesz geschah ohne zweifel — um meinen mann im kamine auszer gefahr des erstickens zu setzen, weil die schornsteine im hause in einander laufen. Schiller 4, 228; die reformirten, deren letzte hofnung auf dem ausschlag dieser unterredung beruhte, hatten mittel gefunden, den innhalt derselben durch einen spion zu erfahren, der sich in dem schornstein des zimmers versteckt hielt, wo sie vor sich gieng. 7, 286; Luzifer spricht ... dort geht der spiegelglanz hoch oben an des kraters hohlem kranz und schauet bei dem ersten sonnenschein zu meinem schornstein gierig schon hinein. Arnim päpstin Johanna 20; dann (sah er) einen thurm zwischen den wipfeln und weisze schornsteine und dächer immer mehr und mehr. Eichendorff 3, 383; in seiner wohnstube, die sehr niedrig und auch etwas räucherig war, weil es dem hause nach dem herkömmlichen brauch des dorfs am schornstein fehlte. Hebbel (1891) 9, 164; heute dampfte der schornstein des häuschens wie ein kleiner vulkan. Ludwig 2, 81;

die mutter guckt zum schornstein raus. wunderhorn 1, 130 Boxberger;

auch weissagte der hahn, und es rieselte rusz in dem schornstein.
Voss 2, 210;

durch den schornstein bläst die hexe.
W. Müller ged. 1, 103.

mundartlich nur mitteld.: im Spessart schürnsta~ Schm. 2, 460; unterrhein. schornstel Kehrein 1, 365; thüring. auf dem Harz schorstain Liesenberg 199. Hertel sprachsch. 220; besonders aber nd. als schornstên Strodtmann 204. brem. wb. 4, 677, schorsteen Richey 237. Schütze 4, 62. Dähnert 412a (westfäl. schörstên grenz-, prellstein Woeste 230b). meist mit ausfall des r: schostên brem. wb. 4, 677. Danneil 186b, schostein Mi 76b, schöʒtên Frommann 3, 41, 25 (Jever), schössstein Stürenburg 232a, schor-, schör-, scho-, schöstên, -ein ten Doornkaat Koolman 3, 136b, schort-, schot-, schotenstein Schambach 184b, helgoländ. skórstêan Frommann 3, 30. so auch in Posen schorsteen Bernd 275, in Liv- und Esthland schorstein, auch schornst Hupel 211, verkürzt zu schorscht Frischbier 2, 312a, schorsch Albrecht 206a.
bedeutung. schornstein bezeichnet zunächst eine, meist gemauerte, röhre über einer feuerstelle, welche den rauch ins freie

[Bd. 15, Sp. 1581]


abführt, auch feuermauer, (feuer-)esse, schlot, rauchfang, kamin genannt, s. öconom. lex.2 2642—4. Eggers 1, 871 f. Jacobsson 1, 713b. Karmarsch-Heeren3 7, 779—785. auch bei meilern den leeren raum, den man in der mitte des meilers erhält, um dem ersten rauche einen abzug zu lassen Jacobsson 7, 270b. dann wird schornstein in der ältern sprache (ahd. mhd. mnd.) auch von der ganzen feueranlage gesagt, heerdstelle, feuerstelle, ofen u. s. w., s. die glossen. reste dieser gebrauchsweise finden sich noch im nhd.; so von Kramer (s. oben) ausdrücklich angegeben, siehe ferner die oben angezogenen stellen aus Schütz 56b und Fleming 38. doch läszt sich eine sichere scheidung nicht durchführen.zahlreich sind die sprichwörtlichen und bildlichen redeweisen: enge schornsteine ziehen besser als weite. Eiselein 554. Simrock sprichw. 9183; der schornstein schimpft das ofenloch. 9182; es sind gute schorstein, die allerley rauch ziehen. Petri Cc 6a; aus einem niedrigen schornstein kommt der rauch bald ins freie; der schornstein, der zu viel rauch zeucht, ist nicht nutz. Wander 4, 328. — besonders etwas in den schornstein schreiben, es verloren geben, namentlich von einer schuldforderung, auf deren bezahlung man nicht rechnet, s. Borchart2 1060; zuerst ein geldbrief, der eine längst in den schornstein geschriebene schuld berichtigte. Heyse kinder d. welt13 1, 233; nd. wî wil't innen schöʒtên schriwen, datte hœner 't nich ûtkleit. Frommann 3, 38, 25; schrîf 't in de schöstên, den könen de höner 't nêt ûtkrabben. ten Doornkaat Koolman a. a. o.; ähnlich auch: aber sie sollten ihre träumereien in den schornstein hängen. Gutzkow ritter v. geist 4, 291; über der hoffnung, alles kupfer und zinn seiner bergwerke in gold zu verwandeln, war alles gold, das seine vorfahrer daraus gezogen hatten, zum schorstein hinaus geflogen (mit alchymistischen experimenten verthan). Wieland 30, 306. — daarvan will de schorn-steen nig roken, das bringt nichts ein. brem. wb. 4, 677, dagegen sien schorn-steen will wol trekken, trekket allerlei rook, er hat guten appetit. ebenda, de schornsteen tütt goot, er kann gut trinken Strodtmann 204; auch sonst steht schornstein geradezu für 'hals': ich bekenne es, mein schornstein ziehet noch wol, ich bin nichts feinders als den klemmhänsen, den mauskopfischen henkern, die diese dinger zuschnüren. alam. technol. interim 210. — he maakt de mund to'm schorsteen, er raucht beständig tabak Dähnert 412a, dafür auch: er ist ein wandelnder schornstein. Wander 4, 328, 22.
 
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schornsteinaufsatz, m. fester oder beweglicher aufsatz an schornsteinen Karmarsch-Heeren3 4, 319.

 

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Artikel 1 bis 2 von 2
1) gon
 ... gon , gohn , m. , ein schöpfgefäsz
 
2) gon
 ... gon , gohn , m. , der für