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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schöpszunge bis schorf (Bd. 15, Sp. 1572 bis 1575)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schöpszunge, f.: selbst dem groszen Montesquien hat man den vorwurf gemacht, dasz er seinen klimatischen geist der gesetze auf das trügliche experiment einer schöps-zunge gebauet (var.: auf das experiment mit einer gefrornen und aufgethaueten kalbszunge gegründet) habe. Herder 13, 268 Suphan (ideen 7, 3).
 
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schor, m. f. , begegnet mundartlich in den verschiedensten bedeutungen.
1) als nd. nebenform zu schur, vgl. daselbst. so bei Steinbach 2, 494 schor (der) tonsura, doch nur der etymologie wegen angesetzt; nd. in der übertragenen verwendung, die das masc. schur im nhd. regelmäszig hat (s. dieses und Steinbach a. a. o.), 'ärger, verdrusz', hei het mek dat taun schôr edân. Schambach 184b. — sonst als fem., so nd. schôr, schur, von schafen, schnitt des klees Schambach 184b. Woeste 230b. auch in Aachen,

[Bd. 15, Sp. 1573]


ernte, en schor hafer, korn Müller-Weitz 221. vgl. DWB scheren I, 1, b, theil 8, 2571 und schwed. skörd ernte.
2) mhd. schor, schorre, schwaches masculinum, felszacke, s. DWB schorren. — schor, f. schaufel, haue, s. DWB schore.
3) auszerdem als masc. a) in Aachen der scho'r, pl. schör, scholle Müller-Weitz 221. b) in Hamburg früher für 'hausherr' Schütze 4, 58 f.
4) als fem. a) kette, in der weberei. b) zeitabschnitt, weile Woeste 230b. c) für schar, s. daselbst.
5) im siebenb. auch als neutr., a) die jung-bürgerschaft einer nachbarschaft gegenüber der altschaft. b) plankenabtheilung von dielenlänge Haltrich 48a.
 
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schorb, -en, -icht, -ig, s.schorf-. schorben findet sich im thür.-obers. für scharben, s. Hertel sprachschatz 220. Kleemann 20b. Albrecht 198a.
 
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schorbock, m. scorbutus, nebenform zu scharbock und scorbut, s. das erstere th. 8, 2177 f., woselbst über herkunft und verbreitung gehandelt ist.
1) von der krankheit, mundfäule; die form schorbuck schon mnd.: in dussem jare (1484, s. Frisch 2, 220c) do was eine sware plage, dat het de schorbuck. qu. bei Schiller-Lübben 4, 76a; schorbucks water, aqua antiscorbutica. 118a; derowegen sind sie klebende (anfällige) seuche. denen fast nahe verwandt ist der schorbuck (die mundfäule). Comenius sprachenthür 316 (im lat. text: stomacacce, scorbutus); schorbock, ein neues wort, von einer neuen krankheit, wovon die Teutschen ehmahl so viel nicht wusten, ist von den Niderländern und mitternacht-gegenden zu uns, sammt dem namen gekommen. Frisch 2, 220c; dasz dir der schorbock ins ding schlag. Garg. 149a; Joh. Drawitius Med. D. in seinem bericht vom schorbock meldet, dasz die regenwürmer eine sonderbare krafft wider den schorbock haben, und wann man einen solchen wurm auf ein mit dem schorbock behafftes glied halte, werde er sich sehr krümmen. Hohberg 1, 311b, vergl. auch Frischbier 2, 258a. Stieler nachsch. 25b hat dafür schorburg, der, scorbutus, stomacace, sceletyrbe.
2) name einer pflanze, die als heilmittel dagegen gebraucht wird, ranunculus ficaria Pritzel-Jessen. Frommann 5, 292 (in Fallersleben). vgl. DWB scharbock 4.
 
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schorbruder, m. zechbruder, in der studentensprache, s. Kluge stud. spr. 124b (zu schorus, schmaus, belegt 1616).
 
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schore, f. , seltenes wort in verschiedenen verwendungen, jetzt nur noch mundartlich und technisch.
1) im hd. schaufel, spaten, grabscheit. hierher gehört schon goth. winþi-skauro wurfschaufel (Luc. 3, 17). ferner ahd. scora, schora, glossiert mit uuanga, fanga, wengo Graff 6, 535, mhd. schor schaufel, haue, spitzhaue; pala, schor od. schûfel; vanga, bickel od. schor, s. Lexer handwb. 2, 772. im ältern nhd. nur noch ganz vereinzelt: schoren, schepp, schauffel, une pelle Hulsius 288b; dagegen in vielen hochd. mundarten erhalten, so schwäb. schore, s. Schmid 477, sonst gewöhnlich als masc. schoren (würzb. fränk.) Schmeller 2, 459. Schöpf 644. Reinwald 2, 160. Sartorius 113. vielleicht verwandt mit schar, pflugschar? vgl. daselbst theil 8, 2176.
2) nd. schore, schôr, auch schâr(e), schräg stehender pfahl als stütze oder strebebalken ten Doornkaat Koolman 3, 135. ebenso nl. schoore, fulcimen, fulcimentum, fulcrum: statumen, pedamen, pedamentum Kilian. auch engl. als shore, shoar, mittelengl. schore, s. Skeat 550a. so in technischem gebrauche:
a) beim schiffsbau die starken stützen, welche das schiff auf dem stapel halten Jacobsson 4, 38a. Krünitz 147, 746, im einzelnen als deck-, sloi-, steek- und steven-schoren unterschieden Bobrik 609a.
b) ebenfalls nd. im wasserbau breite pfähle, die an deichen und dämmen eingeschlagen werden, zum schutz gegen das wasser Campe. Krünitz a. a. o., vgl. Jacobsson a. a. o.
3) weitere nd. besonderheiten.
a) mnd. schor(e), m. risz, bruch Schiller - Lübben 4, 118b. ebenso nl.: schore, schoore, schorre, ruptura, scissura, rima: et rupes, cautes: et fulcimen Kilian; rima .. schoer Dief. gl. 498b, nov. gl. 319a; jetzt im nl. scheur, f., in nd. mundarten schöre, schr ten Doornkaat Koolman 3, 135b: de upreder (bereiter), wen he de laken ansleyt (in den rahmen spannt), so schal he flytich upsehent hebben, dat de laken geene schore kriegen. tuchmacherordn. s. brem. wb. 6, 287.
b) mnd. schore, schare, n. festes land im gegensatz zum wasser, gestade, küste Schiller-Lübben 4, 118b f.; nl. schoore, schoor, vel schore, veur-land, alluvies, alluvio: terra alluvione aggesta

[Bd. 15, Sp. 1574]


Kilian. ebenso engl. shore, mittelengl. schore, vergl. Skeat 549 f., woselbst eine wenig wahrscheinliche etymologie. hiermit bringt Weigand 2, 633 auch das im 18. jahrh. aus Gieszen und sonst bezeugte schore, schoor, f. 'weg um den wallgraben (der stadt)' zusammen.
c) mnd. schore, f. schutz, schirm (für schure?) Schiller-Lübben 4, 118b.
d) eine andere nicht aufgeklärte verwendung s. daselbst und nd. korrespondenzbl. 1, 22.
e) im preusz. (Nariensee) schoren, f. 'die durch andere farbe des wassers auffallende stelle einer 'untiefe', d. h. einer groszen wassertiefe': da ist die schoren, beginnt die tiefe Frischbier 2, 311b.
 
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schoreisen, n.: schoreysen, schorschauffel, scalprum Maaler 361a; schor-eisen, n. s. DWB scharre, scalprum Frisch 2, 220c, bei Campe als landschaftlich, schweiz. schor-ise scharreisen bei der hausthür Seiler 263b.
 
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schoren, verb. , veraltetes und mundartliches wort, in verschiedenen bedeutungen, deren zusammenhang nicht ganz klar ist.
1) das niederd. sprachgebiet kennt ein verb. schören, das sehr wahrscheinlich eine ableitung von scheren ist und also ursprünglich 'schneiden' bedeutet, gewöhnlich aber im sinne von 'zerreiszen' (transitiv und intransitiv) steht. so mnd. schoren Schiller-Lübben 4, 119; breken, schoeren, ryten, frangere, rumpere, s. ebenda; lacerare .. schoren (voc. von 1420) Dief. gloss. 314c; laciniare .. scoren, schoeren 315a, laniare 317b, rumpere .. schoren, schorren, schoeren 503c, vergl. Dief.-Wülcker 844; unde Peter venck so vele vissche to eynen worpe, dat sijn nette schoren wolde. Veghe 45, 38;

do krech de van yw eynen stod ...
so dat em dat fel moste schoren. Reinke de vos 5442, vgl. auch brem. wb. 4, 675.

ebenso mnl. scoren, scuren, reiszen, bersten, nnl. scheuren geschrieben, vgl. Franck 845; scheuren, schoren, rumpere, disrumpere, lacerare, dilaniare, divellere, scindere, et rumpi, agere rimas Kilian.in heutigen nd. mundarten so nur noch im ostfries. schören, spalten, reiszen, brechen, bersten, springen ten Doornkaat Koolman 3, 135b. im brem. wb. 4, 675 bereits als veraltet bezeichnet. sonst in der bedeutung 'schneiden, absondern', auch afschoren, dörschoren, so in Hamburg Richey 237, vgl. brem. wb. a. a. o. Strodtmann 374b ('hier scheeren'), ferner in Holstein und Pommern Schütze 4, 61. Dähnert 412a. in Hamburg auch für 'reiben, verletzen, abstoszen', de huut is man eben schöret, suprema tantum cutis leviter perstricta est Richey 238, vgl. brem. wörterb. a. a. o. Strodtmann 374b (danach in Bremen und Osnabrück dafür schüren, also wol zu schauern).
2) im hochd. dagegen ist die herrschende bedeutung 'mit der schaufel oder dem spaten arbeiten', also eine ableitung zu schore 1 oder auch zu scharren, vgl.: schoren, ist soviel als scharren oder scheuren, scabendo purgare Frisch 2, 220c und Krünitz 147, 747. so schon mhd. schorn, s. Lexer handwb. 2, 772 f., nhd. schorn schon bei Clajus 109, 17 Weidling, vgl. s. xxxix, auch in neuern mundarten noch weit verbreitet. im einzelnen
a) schaufeln, zusammenscharren Schm. 2, 459. Weinhold 87b, den mist im hof zamschoren (vgl. schormist). quelle v. 1392 bei Schm. a. a. o.
b) hierher wol auch: schoren, des landes getreyde einsamlen und vom feld weg nehmen, amasser le grain des champs et l'emmener Hulsius 288b; schoren, colligere frumentum, das getraid vom felde einsamlen. Schottel 1407; geschoret, präs. ich schore, colligo frumentum Steinbach 2, 493 (von Campe zu 1 gestellt).
c) den unrat zusammenkehren und dadurch das haus reinigen; so jetzt besonders in der Schweiz und Tirol, auskehren, vom dünger Stalder 2, 348, den straszenkot zusammenscharren und wegschaffen, den kot von den schuhen scharren Seiler 263b; abschore den kot vom stallstroh entfernen Hunziker 230; schorra, schora schaufeln, wegkehren, schnee schora, de stall schora, den dünger im stall ausfegen Tobler 399a. Schöpf 644: ein stat paumeister soll die vorwerck und sunderlichen unter den thoren allenthalben ... raumen und schoren und auszfüren lassen. Tucher baumeisterb. 256, 24 Lexer; jetz aber damit niemand dero, so schuld am todschlag trugend, in jr statt fluche, liessend si die beschliessen, und mustend dem härd darvon rumen und schoren, dasz sis möchtind zubringen. Tschudi 1, 242. vgl. auch: die zän radtsamen, schoren oder seüberen mit einem bein, scarificare dentes osse Maaler 361a.

[Bd. 15, Sp. 1575]



d) mit der haue behacken und dadurch von unkraut reinigen, z. b. das maisfeld, den weinberg Kramer 121, krauten Stalder 2, 348.
e) mit dem spaten arbeiten, umgraben Schmid 477; schora, 'rumschora Sartorius 113, s. auch Schm. 2, 459 ('in Franken und weiter hinab') und: umschoren, für umgraben, als man in den gärten thut, fodiendo colere, im nieder-teutschen Frisch 2, 220c;

und got der son das vetterlich wortt
selber jn dem gartten hackt und schortt
und got der heilig geist darein seet und egt. fastn. sp. 1154.


f) schoren, polieren (in den nadelfabriken zu Schwabach) gehört wol nicht hierher, sondern zu scheuern Schm. 2, 459.
3) ein weiteres schoren stellt sich zu schore 2: schooren, fulcire, suffulcire, adminiculare, pedare, statuminare Kilian, jetzt holl. schoren stützen. hierzu das rheinische schoren, ein festsitzendes schiff mit einem langen hebel wieder flott machen Kehrein 1, 365.
4) weitere besonderheiten. a) schören, bei den webern, für anschirren Jacobsson 7, 268b. b) in Kasseler schulen schoren, zu-schoren sich aushelfen mit dem frühstück, oder durch zuflüstern Pfister 266. 5) vgl. auch schorren.
 
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schorer, m.
1) mhd. tuchscherer, s. Lexer handwb. 2, 772, ebenso noch in Aachen schörer, dazu schörerei tuchschererhandwerk Müller-Weitz 221.
2) Frisch 2, 220c führt aus Dasypod. die zusammensetzungen zahn - schorer, dentiscalpium (s. DWB schoren 2, c) und pflugschorer, rallum, s. DWB scharre, DWB ein eisen an einem stecken, das pflug-eisen zu reinigen, an.
 
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schorerde, f., s. DWB scharrerde (th. 8, 2218) Krünitz 147, 747: findet sich aber kein guter boden, so ist am rahtsamsten, so viel möglich, die steine beyseits zu werffen, das übrige mit schor-erden und alten guten mist zu vermengen und zu füllen. Hohberg 1, 457b; im feld, so guten grund hat, oder der mit schorerden, holtzmist oder weidengeniest verbessert ist. 3, 530a.
 
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schorf, m. rauhe rinde, grind. nominalbildung zu dem alten starken verbum, das im ags. als sceorfan erhalten ist. unmittelbaren zusammenhang mit scharf (und schürfen, s. das.) anzunehmen, verbietet die lautstufe des labials, niederd. scharp, aber schorf. es findet sich in allen german. sprachen (auszer dem goth.): nord. erst in neuerer zeit bezeugt in der bedeutung 'grind', isl. skurfur (f. plur.) Cleasby-Vigfusson 561a, schwed. skorf, dän. skurv (m. ohne plur.); ags. scorf, sceorf, scurf, scruf Bosworth - Toller 839a, mittelengl. neuengl. scurf, vgl. Skeat 536a; mnl. scorf, schurf, später mit angehängtem t, das vielleicht aus dem adj. scurved stammt (nach Franck 874) schorft: schorft, schorftheyd, scabies Kilian (daneben schorft, schorftigh scabiosus), jetzt schurft; mnd. schorf grind, räude Schiller-Lübben 4, 122a; ahd. scorf scabies, dazu scorfwrz scabrosa Graff 6, 544, mhd. schorf, auch schorpf Lexer hdwb. 2, 772, schürpf 830: impetigo .. grint, schoref, scorf, en droghe scorf, scroff, droeghe schorfft (gemma gemmarum Cöln 1507), scharpf Dief. gl. 288c; schorf, gryst voc. von 1420 s. nov. gl. 211b; petigo .. schurf, schorf, grint gl. 432a; scabies .. schurff, scorff, schorff, schorft (lat.-nd. voc. von 1420) 515a; schorf, schorft nov. gl. 328b. vgl. dazu Dief.-Wülcker 844 (die glossen meist nd. oder nl.), und zum ganzen Weigand 2, 533. Kluge5 335b. im nhd. findet sich neben schorf selten schorpf, schurpf, s. unten: man spricht das f auch in einigen gegenden als b aus, schorb, auch einige schorpf. Frisch 2, 221a; schorb für schorf bezeichnet Stieler 1737 als sächsisch (nd.). mundartlich besonders im niederd. verbreitet, meist in der form schorf (plur. schörwe) Strodtmann 374b. brem. wb. 675 f. Schütze 4, 61. Dähnert 412a. Danneil 186b. Mi 76b, ostfries. mit umlaut schörf Stürenburg 232a. ten Doornkaat Koolman 3, 136a, daneben mit derselben t - erweiterung, die im nl., nrh. und mnd. (s. die glossen, ferner Schiller-Lübben a. a. o. und 3, 442, s. unten) begegnet, in Westfalen schorf und schorwed Woeste 230, in Hamburg schörft Richey 238 (daneben schörft als adj.: een schörfden kopp ebenda, auch bremisch schorfd neben schorwig brem. wb. 4, 676). in der hd. volkssprache nur auf nordd. gebiete (Hupel 211, preusz. schorb Frischbier 2, 311b) und unmittelbar an der grenze auf dem thür. Harz als schoreb Liesenberg 199. Hertel sprachschatz 220.
bedeutung. schorf bezeichnet zunächst etwas, was sich abschürft, abblättert, oder was abgestoszen wird, daher
1) grind, schuppen der kopfhaut, vgl. die glossen; schorf, m. scabies, rogne Schottel 1467; schorf, schurf, scabies, crusta,

[Bd. 15, Sp. 1576]


vel squama cutis Wachter 1461; schorf, ist so viel als grind .., scabies, crusta, quam scabies in cute facit, squama cutis Frisch 2, 221a, s. auch Krünitz 147, 747. ebenso in heutigen niederd. mundarten: he sitt vull luus un schörft Richey 238, sprichwörtlich: leven as de luus im schorve, 'in überflusz und erwünschten umständen leben' brem. wb. 4, 676, vgl. Schütze 4, 61. Dähnert 412a. auch als bezeichnung der krankheit, die solches hervorruft, räude, krätze: schorf .. scabbia, rogna scabbra e secca, e che rende la pelle scabbra ed aspra Kramer diction. 2, 643a; schorf am kinn .. mentagra, umfressender schorf, aussätziger, böser schorf s. ebenda; schorf, der, plur. car. scabies à scharben .. scabrities. schwefel ist gut vor den schorf, sulphur tollit scabiem. hunger und dürrigkeit verursachet den schorf. Stieler 1736; schorff (der, pro krätze, raude) scabies Steinbach 2, 494; so schon mnd., vgl. auch Stürenburg 232a. ten Doornkaat Koolman 3, 136a. Woeste 230:

syn haer was wechgefreten
van frantzösischem schorff, van lüsen und van neten.
Lauremberg schertzged. 2, 392.

speziell: schorff oder ansprung kleiner kinder, denen medicis crusta lactea oder achoris genannt, ist ein weiszlichter auswurff auf dem haupt hinter den ohren oder auch im gesichte der jungen und säugenden kinder, die ursache dessen ist das üble blut, so insgemein von der zäh- und scharffen milch verderbt worden. frauenzimmerlex. 1775. öconom. lex.2 2642; bei thieren: is leider to Bockhorn de schorff der perde so hefftich, dat se etliche perde derhalven vordrencken mosten. Oldenb. urk. von 1565 bei Schiller-Lübben 4, 122a; den schorpf schmieren, scabiosa loca in corpore ovium ungere Frisch 2, 221a; einige (hasen) bekommen auch einen rechten grind und schörbe auswendig auf dem balge, rücken und blättern hinauf. Döbel 1, 30a; — sprichwörtlich: vier ding lassen sich nit bergen ... kretz und schurff, denn alsbald der kretzige warm wirt, kann ers nit underwegen lassen. Agricola sprichw. nr. 663; schorf lehrt klauwen oder krauen; schorf und grind will bessern mit jucken ein (einfältig) kind, s. Wander 4, 327a. bildlich:

man süht jo wo gelehrde und leyen
ere hoffarts schorvet mit titeln kleien.
Lauremberg schertzged. 3, 442.


2) die rauhe rinde oder kruste, die sich über einer in heilung begriffenen wunde bildet Adelung, nd. s. Danneil 186b. Mi 76b.
3) selten, in poetischer übertragung, von baumrinde: ist dieser berühmte see gröszer als ein thautropfen, der zwischen dem aufgerissenen schorf einer baumrinde hängt? Keller nachlasz 40.
4) nd. auch auswüchse bei früchten, wie kartoffeln und äpfeln Danneil 186b. Mi 76b.
5) preusz. von einem menschen: armer teüffel, elender schorb und scherpenter. quelle (aus der 1. hälfte des 17. jahrh.) bei Frischbier 2, 311b.
6) bergmännisch, span, splitter, der sich von eisernen gerätschaften infolge draufschlagens abzieht Veith 426.
7) schorf, in metallifodinis est fossa Wachter 1461. Frisch 2, 221a. s. schurf.

 

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Artikel 1 bis 2 von 2
1) gon
 ... gon , gohn , m. , ein schöpfgefäsz
 
2) gon
 ... gon , gohn , m. , der für