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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schopp bis schoppen (Bd. 15, Sp. 1563 bis 1565)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schopp, n.
1) κοτύλη, ἡμίνα, hemyna, cotyla, schopp, viertheil einer masz. Frischlin nomencl. 155b (cap. 85); ξέστης, sextuarius, zween schopp, halb masz. ebenda; modiolus, halbachtmaas. Schottel 1407; schopp, das, itidem à schieben, modiolus, ein halb achtmas. Stieler 1782. s. zweites schoppen.
2) in hüttenwerken heiszt schopp oder stichseite die mauer im ofenstock bei dem floszofen, wodurch das geschmolzene eisen abgelassen wird Jacobsson 4, 294a.
 
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schöpp, m. 1) salzstein oder pfannenstein Adelung, siehe schepp th. 8, 2558. 2) in Aachen, stosz mit dem fusze, fusztritt Müller-Weitz 221.
 
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schöppchen, n. kleiner schoppen, gläschen bier oder wein: schöpplein, schöppchen, fogliettina, mezzettina Kramer dict. 2, 642b; ich bin ein Rheinländer, das heiszt, einer, der hinterm schöppchen bis in die wolken baut, und am ende auch dankbar zufrieden ist, wenn ein mäsziges häuschen zu stande kommt. Immermann memorab. 2, 397; bei dieser gelegenheit

[Bd. 15, Sp. 1564]


verlor er selbst das masz und verfiel einem trinken unzähliger halber schöppchen. Keller 2, 129; vor dem fenster knarrte ein eiserner reifen in einem haken und in dem reifen schenkte eine blecherne hand rotwein aus einem schöppchen in ein glas. 4, 95.
 
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schoppe, f. kurzes oberkleid, jacke. lehnwort aus dem roman., ital. giubba, giuppa, franz. jupe u. s. w., das seinen ursprung in arab. ǧubbah hat, s. Diez etymol. wb.4 166, also gleichen ursprungs mit den nebenformen schaube (theil 8, 2297 ff.) und joppe (theil 4, 2, 2336 f.). so mhd. schope, schoppe, schôpe, scheppe (neben gippe, jope) Lexer handwb. 2, 770 (auch als masc., s. die belege): ioppa .. schepp, schube Dief. gl. 307b; schop, scope, yoppe nov. gl. 221a; und sol werden den kellern .. das best gewandt, als er ze kirchen gaut, one harnasch, one wamsel, one schoppen. Grimm weisth. 1, 293;

swaʒ hœren sol ze ritterschaft,
des wirt dâ guote war genomen,
wan dar ist wunder in bekomen
der halsperg und der schôpe (var. schöpfe, schepe). troj. krieg 27967;

einer der hiesz der Schneitenpogen,
der trg ein schopen, unerlogen. Neith. fuchs 482 (
Bobertag narrenb. s. 168);

sin blate (brustharnisch) was ein alte schop.
Liliencron hist. volksl. 1, nr. 40, 321;

doch ein schoppe und ein wamsch und ein troge
ist auch drierlei,
und dot es vor ein kleit an. Alsf. passionssp. 5138;

ich han ein schopen wol gedret
mit panzerringen wol durchneet. fastn. sp. 194, 22.

nhd. besonders in der ältern sprache: amiculum manicatum ein jacke, schoppe Corvinus fons latin. 1, 322b; schoppe, gausape, joppe, winterkleid, amiculum manicatum Schottel 1407; schoppe autem, die, aliàs jeppe, die, est gausape, amiculum manicatum, quo cum convenit schaube, die, toga muliebris Stieler 1782; schopen, heiszet denen vornehmen jungfern in Straszburg das wambs, so auf besondere art gemacht ist, die ermel daran sind halb und offen, von entsetzlicher weite und um und um mit breiten flatterichten spitzen starck frisiret, die schöse hingegen daran sind nicht allzu lang, doch gehen selbige vornher über die schürtze oder das für - tuch gantz spitzig hinunter zu. frauenz.-lex. 1758 (vgl. schöpplein). in neuern mundarten meist als masc.: schweiz. schopa, m., plur. schöpa männerrock, kurzes oberkleid der frauen Tobler 396b; bair. der schoppen, bekleidung des oberleibs beider geschlechter Schm. 2, 438; alemannisch schôpe, m. Frommann 6, 119, 31; in Nürnberg die und der schoppn (neben schauben) 2, 422, 47; sie richtete sich eben vom jäten auf und ging zu ihrer schoppe, die unfern von ihr auf einem steinhaufen lag, um sie anzuziehen. Ludwig 2, 72.
 
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schöppe, m., s. DWB schöffe.
 
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schöppe, f., nebenform zu schuppe, squama (s. daselbst): aber das schwert sprang uff (von dem drachen), als ob er uff ein ambosz geschlagen het, so gar hert schöppen hat er. Morgant d. riese 41, 19 Bachmann.
 
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schoppeisen, verb.?:

wolt jr mich also inn meinem hausz schoppeissen
und als ein einfeltigs schäflin umbziehen?
Wirsung Calistus z 3.


 
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schoppel, m. schöpflöffel: item in studorio domini ... 17 fleschen gros und cleine. 2 messin becken. 1 messin schoppel. hausrath des bischofs von Speier 1391—4, s. Mone zeitschrift 3, 255.
 
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schöppeln, verb. gern einen schoppen trinken, abends ins wirtshaus gehen Campe, mundartliches wort: schweiz. Stalder 2, 348, schöple Seiler 263b; den wein schoppenweise trinken Hunziker 230; schöpplen unvermerkt oder gern viel trinken Schmid 475; in der Pfalz Klein 2, 139.
 
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schoppen, m. schutzdach, seitwärts offnes gebäude, scheuer. seltnere nebenform zu schuppen, eigentlich die nd.-mitteld. form des im oberd. und ältern nhd. herrschenden schopf, vgl. diese und Weigand 2, 632. die nd. formen s. unter DWB schuppen. im hd. begegnet schoppen erst im 18. jahrh.; doch schon am ende des 17. jahrh. bei Stieler 1781: schoppe, et schuppe, die, it. der schopf, et schupf, porticus, nubilar; schoppen (der, plur. schoppen, quidam scribunt schopfen, schupfen, schuppen) tugurium, porticus, nubilarium. feldschoppen, nubilarium. vorschoppen, atrium, vestibulum Steinbach 2, 493; gebäude zum bergen von wagen, landwirtschaftlichen geräten, holz u. a., wagenschoppen, holtz-schoppen, ziegel-schoppen. öcon. lex.2 2642.

[Bd. 15, Sp. 1565]


Jacobsson 4, 37b; auch als waschschoppen, feldschoppen Adelung, kohlenschoppen Krünitz 147, 732 f.: er nahm den ambosz .. auf, und trug ihn nebst hammer und zange unter einen kleinen schoppen zwischen wohnhaus und scheuer, in welchem hobelbank, säge, stemmeisen .. bei holz und brettern mancher art stand, lag oder hing. Immermann Münchh. 1, 136; in einsamen schoppen und ställen. 3, 7; auf der höhe des gebirges fand er einen einsamen schoppen. er ging hinein und fühlte, dasz der raum voll heu war. 76; neben dem haus lagen scheuern, ställe und offene schoppen. Freytag bilder 1, 302.
 
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schoppen, m. flüssigkeitsmasz, bierglas. wahrscheinlich lehnwort aus mnd. schope, f. schöpfkelle, besonders die grosze füllkelle der brauer, embotum, funda Schiller-Lübben 4, 117b, dem ein mhd. schuofe Lexer handwb. 2, 821 entspricht; das wort ist also deutlich eine ableitung zu schöpfen. weiterhin gehört dazu mnl. schoepe (een scoep met wine s. Oudemans 6, 185); engl. scoop schaufel, schöpfkelle, mittelengl. scope, augenscheinlich lehnwort aus dem nord., und schwed. skopa, vgl. Skeat 532a. schoppen ist ziemlich früh ins hd. eingedrungen und hat die älteren formen mit ff, f verdrängt; dabei ist gewöhnlich das bereits im mnd. vorkommende masc. herrschend geworden. Weigand belegt die formen: mnd. schope (1425), clevisch schoepe (1475), köln. schup (1507), mitteld. im 15. jh. schoppe, schope neben schupfe (shuphe 1340), und gewöhnlich schufe, schuffe, schuff, schuffen, schoffe, schof, vgl. auch Kluge 335b: alveolus ... schff, schueffe, schuff, schope Dief. gl. 27a; embotum ... schufe, schuff, .. schoffe, schofe, schope 199c; eyn schope, eyn grunt vad, schuppe nov. gl. 148a; fundibulum schapph, schappfe, -en, schufe, schuffe, schope, schoppe, stoppe (l. scoppe?), schipp gl. 252b; schope, schoupe, schoffe nov. gl. 185b; candibulum schapff, schope, schoupen 71a; cyathus schope 88a. im nhd. in den ältern wörterbüchern als neutr., s. DWB schopp 1. sonst durchweg als masc.: schoppe, schoppen, m. [voc. del paese de Reno, forse da schöpfen] foglietta, mezza, pinta, mezzetta; ein schoppen wein, bier; einen schoppen mit einander trincken. Kramer dict. 2, 642b; schoppen, s. m. gen. des schoppens, das vierte theil eines masz weins oder biers ... zwey schoppen ein halbes masz, sextuarius idem. gall. chopine. ist absonderlich im Elsasz und desselben nachbarschafft gebräuchlich. Frisch 2, 220b. die bedeutung ist im nhd. überall die eines bestimmten maszes ( liter) wein oder bier, wie sie in wirtschaften ausgeschenkt werden, oder eines geaichten glases (bez. thonkruges), das zu diesem zwecke dient, vgl. öcon. lex.2 2642. Jacobsson 4, 37b. 7, 268b. Adelung. Krünitz 147, 733. auffallend und mit der aufgestellten ableitung nicht recht zu vereinigen ist, dasz schoppen in dieser bedeutung zuerst und vorwiegend auf süddeutschem (alemannischem) gebiete erscheint; noch Adelung bezeichnet es als oberd. und auch mundartlich tritt es nur in der Schweiz und Schwaben auf: schoppe Hunziker 230, schoppe, masc. viertel eines maszes, seidel Tobler 397a; schoppe, plur. schoppe, schöppe(r) ⅜ liter Seiler 263b; schwäb. schopp, schoppen Schmid 475. daraus ist weiterhin das franz. chopine entlehnt, s. Diez etym. wb.4 548. andrerseits hat sich das nd. schopen (wenigstens bis in den anfang dieses jahrh.) in der alten bedeutung erhalten, 'grosze gelte, schöpfkelle der bierbrauer, ein kleiner kupferner kessel mit langem stiele, etwa 4 stübchen enthaltend, womit die brauknechte das wasser in die pfanne schöpfen'. Richey 236. brem. wb. 4, 672 f. Dähnert 412a. Schütze 4, 60. — belege aus der litteratur: die jhm dann ... nach dem sie einen schoppen getruncken hatten, etwas hertzhaffter antworteten. Philand. 2, 201; er sasz hinter einem schoppen landwein. Musäus volksm. 1, 22 Hempel; fünf glas sind eine halbe maas, zwei und ein halbes glas sind ein schoppen, die hälfte davon ist ein halber schoppen. Hebel 2, 221; sieh doch, wie viele jahr aus jahr ein nie einen schoppen trinken und in kein wirtshaus gehen. Gotthelf Uli d. knecht 45 Vetter; er lebte nicht wie andere handwerksgesellen, trank nie einen schoppen. Keller 4, 217; alsdann ruhet ihr euch aus und könnt auch einen schoppen trinken, wenn ihr mögt. 240; mochte man beim schoppen über die steifen Preuszen klagen. Treitschke d. geschichte 2, 271. übertragen: der arme advokat nahm nichts zu sich als gähling einen halben schoppen stubenluft und hob langsam an. J. Paul Siebenk. 2, 8; er .. zog einen ganzen schoppen luft in sich. Immermann Münchh. 4, 154.

 

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Artikel 1 bis 2 von 2
1) gon
 ... gon , gohn , m. , ein schöpfgefäsz
 
2) gon
 ... gon , gohn , m. , der für