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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schöpfschirr bis schöpfungsbegriff (Bd. 15, Sp. 1557 bis 1559)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schöpfschirr, n. schopfschirr, situla Schottel 1407, s. schöpfgeschirr.
 
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schöpfstutz, m. schöpfgefäsz: dasz .. ein jedes handtwerck eine gewisse anzahl fewereymer, sprützen, zöber und schöpffstütze haben und halten soll. Erfurter feuerordn. von 1617 D 4a; ein jeder hauszwirt sol ernstlich vermahnet seyn, in dürrer sommerszeit seine gefässe, schöpfstütze, würtztröge und anders einzuquellen. T 3a. — dafür schöpfstotz: die an lange stangen gemachte schöpff - stötze, vermittelst welchen man das heisse bier aus der pfanne oder kessel in den bottich schöpffet. Hohberg 3, 2, 55b.

[Bd. 15, Sp. 1558]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schopftaube, f. eine der schönsten taubenarten mit einem federbusch (s. erstes schopf 6, a) auf dem kopfe, haubentaube, schleiertaube, nonnentaube, Venustaube, columba cucullata Nemnich.
 
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schöpfteuchel, m.: schöpfftüchel (der) ein wassertüchel dardurch man das wasser aufftreybt ausz einem sodbrunnen, hydraulos Maaler 360d, vgl. DWB deuchel theil 2, 1036.
 
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schöpftopf, m. topf zum schöpfen Campe.
 
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schöpftrunk, m.:

frucht, schatten nimmt er von den ästen
und kühlen schöpftrunk aus der fluth.
Rückert (1882) 12, 295.


 
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schöpfung, f. handlung des schöpfens oder schaffens, das geschaffene; mhd. schepfunge seit dem 14. jh., früher schepfenunge Lexer handwörterb. 2, 706 (schopfenunge Kolm. meisterl. s. 12. 31, 291, schöpfenung 237, 210, schöffenung 78, 834), vgl. Weigand 2, 632, mnd. schippinge Schiller-Lübben 4, 101b, vgl. auch schöpfnisz. die zusammensetzungen werden meist genitivisch als uneigentliche composita gebildet; für die reihenfolge ist im folgenden daher immer die form mit schöpfungs- zu grunde gelegt.
I. zu schöpfen, creare, so gewöhnlich.
1) die handlung des schaffens: plasmatio scheppunge, scheppinge, schepnisse, schopphunge, schopffunge, schaffunge Dief. gl. 440c; schöpffung (die) creatio, genitura Maaler 360d; erschaffung, it. schöpfung, f. creatione, produttione Kramer diction. 2, 499a; schöpfung, et erschaffung, die, creatio, procreatio, effectio, generatio Stieler 1710; schäpfung (die) creatio, fabricatio, fabrica Steinbach 2, 386; so besonders von gott: die schöpfung, schepfung himmels und der erden. Kramer diction. a. a. o. Stieler 1710; bey der schäpfung der welt, in mundi creatione Steinbach 2, 386; die schäpfung des menschen, hominis fabricatio. ebenda; vor der schöpfung (der welt) Adelung; wande si (die seele) gotes ist von der schepfunge unde von der erlœsunge. d. mystiker 2, 213, 14; gottes unsichtbares wesen, das ist, seine ewige krafft und gottheit, wird ersehen, so man des warnimpt an den wercken, nemlich, an der schepffung der welt. Röm. 1, 20; noch ist anzumerken, dasz wir unter dem worte schöpfung .. nichts anderes, als .. die ursache vom dasein einer welt, oder der dinge in ihr .. verstehen. Kant 7, 334; es hat an dem guten willen der philosophen nicht gefehlt, die schöpfung als eine natürliche begebenheit zu erklären. Hamann 1, 60; die schöpfung des menschen giebt in Moses erzählung eine weit geheimniszvollere und feyerlichere handlung als sein bloszes wort. 65; ich wundere mich, wie es dem weisen baumeister der welt hat einfallen können, uns von seiner arbeit bey dem groszen werk der schöpfung gleichsam rechenschaft abzulegen. 2, 448; die natur ist nicht blosz produkt einer unbegreiflichen schöpfung, sondern diese schöpfung selbst. Schelling weltseele lii.seltener vom hervorbringen des menschen: die schäpfung eines so groszen werckes, fabrica tanti operis Steinbach 2, 386;

eitel ringt, und wenn es schöpfung sprühte,
eitel ringt das göttlichste genie.
Schiller 1, 191.


2) das produkt des schaffens, das erschaffene: creatura ... scheppunge, -inge, schephunge, schepfung, schepfnung, schopffunge, schaffunge Dief. gloss. 155c; ein geschepphung, scheffung nov. gloss. 118a.
a) die gesammtheit alles geschaffenen, die natur: gott fällt dieses urtheil, nachdem er jeden theil der schöpfung besonders angesehen hat. Hamann 1, 63; die schöpfung und die natur. 121; Karl regierte in deinen träumen, die ganze schöpfung schien dir nur in den einzigen zu zerflieszen. Schiller räuber 1, 3 schauspiel; dich wollt ich eben haben, dich allein! — dich in der ganzen weiten schöpfung allein! räuber 1, 2 trauerspiel; planet und sandkorn haben ihren gemessenen plaz in der schöpfung. 5, 6; als er (Franz v. Moor), die donner des erwachten gewissens zu übertäuben, gott aus der schöpfung läugnete. werke 3, 515;

welch eine marche trennt die schöpfung und das nichts?
Wieland 40, 145 (nat. d. dinge 3, 176);

dann wandelt sein erhellter sinn
durch alle schöpfung gottes hin.
Bürger 51b;

der ganze himmel schwebt um mich,
die schöpfung ist mir neu!
Hölty 169 Halm;

als das junge licht
die neue schöpfung, welcher es schöne gab,
anstaunte.
Stolberg 2, 293;

denn bis an diese lezte grenze selbst
belebter schöpfung, wo der starre boden
aufhört zu geben, raubt der vögte geiz.
Schiller Tell 2, 2;

[Bd. 15, Sp. 1559]



der dem, was lebt, giebt einen ort,
und dem, was stirbt, giebt einen port,
die schöpfung versammelt zum gericht.
Rückert (1882) 12, 19 (Nal 4).

auch im plur. die schöpfungen, welten:

gebet mir eure stimmen, dasz ichs durch die schöpfungen alle
laut ausrufe.
Klopstock 4, 113 (Mess. 8, 214).


b) von dem einzelnen hervorgebrachten, werk, zunächst von gott: nû ist diz ein werc der nâtûre und ein schöpfunge von gote. mystiker 2, 261, 7;

die heilge tugend, gottes erhabenste,
hier nicht erkannte schöpfung.
Klopstock 1, 51;

noch freut sich die kleinste
schöpfung im labyrinthe der lebenathmenden lüfte. 4, 111 (Mess. 8, 178).


c) von menschlichen werken und hervorbringungen: sage ihr, ich wünsche die neue schöpfung (eine gartenanlage) zu sehen. Göthe 17, 4 (wahlverw. 1, 1); wie schäzbar sind einem dichter hier geschmackvolle fühlende freunde, die über seine schöpfungen wachen. Schiller 51, 1 (vorr. zum dom Karlos); alle groszen schöpfungen der volkskraft, angestammte religion, sitte, recht, staatsbildung, sind für uns nicht mehr die werke einzelner männer, sie sind organische schöpfungen eines höheren lebens. Freytag bilder 1, 23;

wir .. lehren dich, des namens unsterblichkeit
nicht jener wonne gleich zu achten,
welche der wahrheit und schönheit anblick
und seiner schöpfung anblick dem dichter giebt!
Stolberg 4, 277;

lebendig regte sich des wirkens süsze lust —
die erste schöpfung trat aus eurer brust.
Schiller 6, 268;

und eine zweyte höh're kunst erstand
aus schöpfungen der menschenhand. 269;

schon sieht man schöpfungen aus schöpfungen erstehen. 272;

und wie der klang verhallet in dem ohr,
verrauscht des augenblicks geschwinde schöpfung. 12, 6 (Wallenst. prolog).


3) natürliche, anerschaffene beschaffenheit, vgl. mnd. schippenisse Schiller-Lübben 4, 101: die natur .. hat auch etlichen der fischen solche schöpffung mitgetheilet dasz sie fliegen können ausserhalb und auff dem wasser. Gesner fischb. 17b; die kraben haben kein kopff noch halsz .. hat in seinem leib kein underschiedliche schöpffung. 117a.
II. zu schöpfen, haurire: schöpffung, haustus Dasypodius. Maaler 360d; schöpfung, die, et das schöpfen, haustus, hauriendi actus, aquae ductus Stieler 1911. Steinbach 2, 492. Frisch 2, 220b; die schöpfung des wassers aus dem brunnen. Campe. schöpfung des bernsteins (s. DWB schölen 1, sp. 1452, qu. v. j. 1693). so besonders in zusammensetzungen, wie abschöpfung, ausschöpfung, erschöpfung (theil 3, 369); athemschöpfung, luftschöpfung, respiratio Steinbach 2, 492 (vgl. theil 6, 1262); mutschöpfung, animi magnitudo, firmitudo Stieler 1911; lustschöpfung, gustus gaudii. ebenda; trostschöpfung, levamentum miseriarum. ebenda.vorrichtung, werkzeug zum schöpfen: er hat versprochen ein zugg oder schapfung zu machen an ein bronnen ufs slosz Crainsberg. Frankfurter urkunde von 1517 bei Dief.-Wülcker 844.
 
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schöpfungsakt, m.: der verstand mit seinen begriffen ist ein störender zeuge bey dem poetischen schöpfungsakt. Schiller briefe 3, 342.
 
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schöpfungsbach, m.:

erkaltet war das feuer der natur,
und eingefroren alle schöpfungsbäche.
Rückert ges. ged. (1840) 1, 217.


 
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schöpfungsbau, m. bau, einrichtung der schöpfung: und nun bekommt Moses komplimente über komplimente, 'dasz er von einer athmosphäre unsrer erde gewuszt, sie ja bei dem schöpfungsbau nicht vergessen'. Herder 6, 234 Suphan.
 
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schöpfungsbegriff, m.: (es wird gezeigt, dasz) er — der widerspruch (in dem begriffe der schöpfung freier wesen) — aber verschwinde, wenn .. die reine kategorie (ohne ein ihr untergelegtes schema) im schöpfungsbegriffe gebraucht wird. Kant 5, 87, anmerkung.

 

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Artikel 1 bis 2 von 2
1) gon
 ... gon , gohn , m. , ein schöpfgefäsz
 
2) gon
 ... gon , gohn , m. , der für