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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schöpfbütte bis schopfen (Bd. 15, Sp. 1533 bis 1535)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schöpfbütte, f. in der papierfabrikation ein rundes oder längliches gefäsz, welches die flüssige masse (das zeug) enthält und woraus diese vom schöpfer mit den formen geschöpft wird Karmarsch-Heeren3 6, 507.
 
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schopfdach, n.
1) dach, das auch an den schmalseiten schräge dachflächen (an stelle der giebel) hat, auch walmdach Karmarsch-Heeren3 2, 463.
2) schopf-dächlein, projectum, vordach Schmeller 2, 440, vgl. zweites schopf 2 und: projectura, eyn gesimbs, oder schupfftächlin, in eyner wand, das den rägen abträgt. Dasypodius.
 
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schopfdrossel, f. muscicapa crinita Nemnich, vgl. erstes schopf 6, a.
 
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schopfe, f. für schuppe, s. daselbst:

aber
der hochgeweihte fisch verlohr die silber-schopffen.
Lohenstein Cleopatra 15, 536.


 
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schöpfe, m., s. DWB schöffe.
 
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schöpfe, f. schöpfstelle, schöpfgefäsz, nominalbildung zu schöpfen, s. daselbst. ähnlich schon mnd. schope schöpfkelle, besonders die grosze füllkelle der brauer, embotum, funda, fundibulum, instrumentum braxandi, candibulum, auch schupe, schuppe Schiller-Lübben 4, 117b.

[Bd. 15, Sp. 1534]



1) stelle, wo man wasser schöpfen kann, besonders ein tritt oder stufen aus brettern, die man bei einem flusse anlegt, um bequemer zum wasser hinabsteigen und schöpfen zu können, s. öcon. lex.2 2639 f. Jacobsson 4, 36b. Adelung: item dasselb mallwasser sol gen und gelangen vom dorf hinab gen Mitteranger und die mair der dreier hof, genant die Gwarter, sullen ir wasser albeg an der scheph zu irer notdurft vinden und nemen. tirol. weisth. 4, 55, 6.
2) gerät zum schöpfen, so schon mnd., besonders von der füllkelle der brauer (s. oben), ferner vom schöpflöffel (vgl. daselbst) der färber Jacobsson 4, 36b; vgl. auch nl. scheppe dair men mede schept, hausorium Teuth. bei Woeste 227b; zm achten so ist in dem schiff ain schüssel oder ain schöpf damit man das wasser mag ausz den löcheren schöpffen. Keisersberg schiff d. penitenz 6c; das wasser was so grosz, das man dy fesser mit einer schepffen über die brucken an alle gerüst einschepfft und füllet. d. städtechron. 15, 55, 25; vgl. dazu bair. der und die schapffen 'schöpfgefäsz von böttcherarbeit, gewöhnlich an einem langen stiele befestigt' Schm. 2, 438, sowie schaff, n. theil 8, 2013 ff., für das wol mit recht zugehörigkeit zu schöpfen vermutet wurde. in neuern mundarten thür. schöpfe, schepfe gefäsz zum schöpfen Hertel sprachsch. 220, in Aachen schöpp, schepp, f. dasselbe, ferner schöpflöffel, sauciere, brühnäpfchen Müller-Weitz 221, nd. scheppe Woeste 227b.
3) in folgender bildlicher verwendung scheint die bedeutung 'das schöpfen' zu grunde zu liegen (oder zu 2?): ihren unterricht pflegte sie eine schöpfe zu nennen. wollte gott, setzte sie hinzu, aus einem gesundbrunnen, aus einem brunnen des lebens! Hippel 4, 93.
4) andre bedeutungen gehören kaum hierher und beruhen nur auf zufälliger lautähnlichkeit.
a) schnellgalgen?: ein gefangener wird auff die schöpffen gesetzt. d. städtechron. 11, 557, anmerk. 3, vgl. das glossar und schupfe.
b) hennebergisch, schaufel des schäfers und ziegenhirten Spiesz 226, vgl. schippe sp. 206.
 
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schöpfeimer, m. eimer, mit dem man wasser schöpft, eimer an einem ziehbrunnen Adelung, schöpffeymer, urna Dasypodius. Maaler 360c; modiolus .. ein wassereymer, oder schöpffeymer Corvinus fons latin. 1, 411a; schöpfer, der, haustrum, modiolus acceptatorius, alias schöpfeimer Stieler 1911; schöpf-aimer, m. situla, haustrum Frisch 2, 220b; da man keine ziehe-brunnen gräbet, aus welchen .. man mit dem brunnschwengel und schöpff-eimer oder wasserkrügen (haustro, vel situlis) wasser schöpffen kan. Comenius sprachenth. 583; nd. schep-emmer ten Doornkaat Koolman 3, 111b.
 
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schöpfeln, verb., iterativbildung zu schöpfen, wiederholt schöpfen, fleiszig trinken, zechen:

dasz etlich junge weiber frech
anstellten ein gemeine zech,
dasz waren eitel gvatterin,
die wolten recht nach jhrem sinn
weiszlen oder schöpfflen im wein.
Fischart dicht. 2, 160 Kurz (des flohes zank 935).


 
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schopfen, verb. , ableitung vom ersten schopf.
1) einen schopf bekommen Campe. so sagt man besonders vom hopfen: er schopft oder meist schöpft, er bekommt schöpfe (s. daselbst 6, b) oder köpfe, er blüht. öcon. lex.2 2640. Jacobsson 4, 36a. Adelung (schöpfen I, 3). Krünitz 147, 725: umb Jacobi pfleget die hopffen zu blühen, das heist man geschöpfft, und gewinnt kleine knöpflein, .. darnach siehet man beyläufftig, ob dasselbe jahr viel hopffen werden wird, wann er reichlich und wol schöpffet oder blühet. es schadet dem hopffen nichts so sehr, als der meelthau .. sonderlich wann er fällt, wann er schöpffen und blühen soll. Coler hausb. (1680) 2, 240b (6, 78). vgl. auch Frisch 2, 220a.
2) mit einem schopf versehen Adelung. Krünitz 147, 724. so besonders im part. geschopft, s. das. (th. 2, 3957) und Schm. 2, 440. von menschen, gschopfet, einen schopf habend, e gschopfete, frisierte stadtdame. ebenda; von falken (s. DWB schopf 6, a):

ach gott, wie wol geschopfet (ist der falke)! minnefalkner 124.

vom cometen (s. DWB schopf 6, e): der geschopfft stern haiʒet ze latein cometa. Megenberg 75, 3. — gehört hierher auch folgende stelle: der wein ist uns dest lieber, das er die köpff so wunderlich schöpfft und töpfft. Garg. 94b?
3) einen beim schopf, bei den haaren fassen, ziehen Frommann 6, 409, 33. Schm. a. a o. vgl. DWB schopfbeuteln.
 
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schopfen, verb. stopfen, s. DWB schoppen.

[Bd. 15, Sp. 1535]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schopfen, verb., scheint in folgender stelle für schupfen, aber in intransitivem sinne (gleiten?), zu stehen: stemmer, die sich nie auff die finger haben geklopfft, kupfferstecher, bildhawer, die nie zu weit neben ausz sind geschopfft. Fischart groszm. 53 (kloster 8, 586).

 

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Artikel 1 bis 2 von 2
1) gon
 ... gon , gohn , m. , ein schöpfgefäsz
 
2) gon
 ... gon , gohn , m. , der für