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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schopfbeuteln bis schöpfe (Bd. 15, Sp. 1533)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schopfbeuteln, verb., in den südöstlichen mundarten, bei den haaren ziehen, vgl. DWB schopf 3, a. Schmeller 1, 305. 2, 440, ungarisch schoppen baüteln Schröer 2, 288b. dazu schopfbeudler, das reiszen bei den haaren Hügel 144a.
 
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schöpfborste, f. borstenförmiger körper, der ein theil des schöpfrüssels (s. dieses) ist und oft von der scheide umschlossen wird, seta Campe.
 
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schöpfbrett, n.: schöpffbrädt (das) darauff die schmacher jr werck schneydend, assula sutoria Maaler 360c; das schöpffbret, assula sutoria, in qua corium conciditur. voc. von 1618 bei Schm. 2, 440; schepf-bret, darauf man das leder zuschneidet. Frisch 2, 174b, vgl. Seiler 263a.
 
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schöpfbrunnen, m. brunnen, aus dem das wasser mit eimern in die höhe gezogen wird, ziehbrunnen. öcon. lex.2 436. Jacobsson 4, 36a. Adelung, schöpffbrunn, puteus Dasypodius, pozzo Kramer dict. 2, 641b, aqua putealis, exundans Stieler 253, vgl. auch Lexer handwb. 2, 705; und das wasser lauft von dem obgeschriben schöpfprunnen in steinen rinnen pisz in den kasten. Tucher baumeisterb. 184, 13; item ein schöpfprunn mit vier eimern pei der wage vor des Hubners haus. 189, 32; do kamen sie über ainen tiefen schöpffbrunnen, und als sie darob stuonden, sahen sie den mon in den brunnen schynen. Steinhöwel Äsop 320 Österley; wo man nicht röhrbronnen haben kan, da musz man schöpffbronnen graben. Hohberg 2, 456a;

mit hundert sechzehen schöpff brunnen.
H. Sachs 1, 405b (lobspr. d. stadt Nürnberg);

und (der fuchs) pracht den wolff pey ainer mel
zu aim schopfprnen, frisch und kel. fab. u. schw. 2, 6, 70 neudruck;

ein abweg führte sie vor eines pachters haus;
da ward für ihren durst ein schöpfbrunn angetroffen.
Hagedorn 2, 20;

ein lied zur stimme der hirten, die zwischen den schöpfebrunnen
wasser den heerden theilen aus.
Herder 10, 80 Suphan

(die vulg., zur rel. u. theol. 3, 127 hat irrig schöpferbrunnen);

die schöpfung hat nur einen (schöpfer),
doch jeder schöpfbrunn' seinen.
Rückert (1882) 12, 282.


 
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schöpfbuhne, f. im wasserbau, buhne, die angelegt wird, um einen verlassenen stromarm aufzuräumen oder kanäle zu vertiefen Jacobsson 4, 36a.
 
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schöpfbütte, f. in der papierfabrikation ein rundes oder längliches gefäsz, welches die flüssige masse (das zeug) enthält und woraus diese vom schöpfer mit den formen geschöpft wird Karmarsch-Heeren3 6, 507.
 
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schopfdach, n.
1) dach, das auch an den schmalseiten schräge dachflächen (an stelle der giebel) hat, auch walmdach Karmarsch-Heeren3 2, 463.
2) schopf-dächlein, projectum, vordach Schmeller 2, 440, vgl. zweites schopf 2 und: projectura, eyn gesimbs, oder schupfftächlin, in eyner wand, das den rägen abträgt. Dasypodius.
 
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schopfdrossel, f. muscicapa crinita Nemnich, vgl. erstes schopf 6, a.
 
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schopfe, f. für schuppe, s. daselbst:

aber
der hochgeweihte fisch verlohr die silber-schopffen.
Lohenstein Cleopatra 15, 536.


 
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schöpfe, m., s. DWB schöffe.
 
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schöpfe, f. schöpfstelle, schöpfgefäsz, nominalbildung zu schöpfen, s. daselbst. ähnlich schon mnd. schope schöpfkelle, besonders die grosze füllkelle der brauer, embotum, funda, fundibulum, instrumentum braxandi, candibulum, auch schupe, schuppe Schiller-Lübben 4, 117b.

[Bd. 15, Sp. 1534]



1) stelle, wo man wasser schöpfen kann, besonders ein tritt oder stufen aus brettern, die man bei einem flusse anlegt, um bequemer zum wasser hinabsteigen und schöpfen zu können, s. öcon. lex.2 2639 f. Jacobsson 4, 36b. Adelung: item dasselb mallwasser sol gen und gelangen vom dorf hinab gen Mitteranger und die mair der dreier hof, genant die Gwarter, sullen ir wasser albeg an der scheph zu irer notdurft vinden und nemen. tirol. weisth. 4, 55, 6.
2) gerät zum schöpfen, so schon mnd., besonders von der füllkelle der brauer (s. oben), ferner vom schöpflöffel (vgl. daselbst) der färber Jacobsson 4, 36b; vgl. auch nl. scheppe dair men mede schept, hausorium Teuth. bei Woeste 227b; zm achten so ist in dem schiff ain schüssel oder ain schöpf damit man das wasser mag ausz den löcheren schöpffen. Keisersberg schiff d. penitenz 6c; das wasser was so grosz, das man dy fesser mit einer schepffen über die brucken an alle gerüst einschepfft und füllet. d. städtechron. 15, 55, 25; vgl. dazu bair. der und die schapffen 'schöpfgefäsz von böttcherarbeit, gewöhnlich an einem langen stiele befestigt' Schm. 2, 438, sowie schaff, n. theil 8, 2013 ff., für das wol mit recht zugehörigkeit zu schöpfen vermutet wurde. in neuern mundarten thür. schöpfe, schepfe gefäsz zum schöpfen Hertel sprachsch. 220, in Aachen schöpp, schepp, f. dasselbe, ferner schöpflöffel, sauciere, brühnäpfchen Müller-Weitz 221, nd. scheppe Woeste 227b.
3) in folgender bildlicher verwendung scheint die bedeutung 'das schöpfen' zu grunde zu liegen (oder zu 2?): ihren unterricht pflegte sie eine schöpfe zu nennen. wollte gott, setzte sie hinzu, aus einem gesundbrunnen, aus einem brunnen des lebens! Hippel 4, 93.
4) andre bedeutungen gehören kaum hierher und beruhen nur auf zufälliger lautähnlichkeit.
a) schnellgalgen?: ein gefangener wird auff die schöpffen gesetzt. d. städtechron. 11, 557, anmerk. 3, vgl. das glossar und schupfe.
b) hennebergisch, schaufel des schäfers und ziegenhirten Spiesz 226, vgl. schippe sp. 206.

 

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Artikel 1 bis 2 von 2
1) gon
 ... gon , gohn , m. , ein schöpfgefäsz
 
2) gon
 ... gon , gohn , m. , der für