Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schopf bis schöpfbrett (Bd. 15, Sp. 1531 bis 1533)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schopf, m. wetterdach, gedeckter gang oder halle, seitwärts offener raum mit schutzdach. die ältere streng-hochd. form des jetzt üblicheren schuppen, s. dieses und schoppen. ahd. scopf, schopf, scof, vestibulum, introitus; dazu furschopf, porticus. vorschopf, vestibulum Graff 6, 457 f.; mhd. schopf und schopfe (schwaches masc.) Lexer handwb. 2, 771; vgl. auch Kluge 335b. besonders im nhd. des 16. und 17. jahrh. üblich, seitdem in der schriftsprache erloschen und nur noch in süddeutschen (schweizerischen) mundarten üblich, s. unten. bedeutung.
1) ein besonderes gebäude ohne vorderwand, als stall, speicher für korn oder remise für wagen und gerätschaften, auch als schutzdach vor regen dienend: nubilar scopff, schopfen Diefenbach gloss. 384a; scuria .. stuginne vel scupfe in curte, scof, scupha 522a; tugurium .. schoppe, schupffen, halle 601a; schopf, m. porticus, pourmener couvert, verdekter ort, da man für den regen sicher ist, nubilarium Schottel 1407; schoppe, et schuppe, die, it. der schopf, et schupf, porticus, nubilar Stieler 1781, s. auch Schm. 2, 440. Hunziker 230. Seiler 263a. Tobler 397a: zu howende, zu einem husse funff grosse böme, zu einer schüren alse vil, zu einem schoppfe drige böme. Grimm weisth. 1, 825; und also wart der schop von den 18 man abegebrochen. d. städtechron. 17, 46, 12 (Mainz); daʒ im der schoppe und flecken weder wart. 19; und ist, daʒ einer ein schüppfen oder einen stal bawen wil in seinem hof. Nürnberger polizeiordn. 289 Baader; und da was ein fischdeich, der hett fünff schopfen und lagen under den schopfen vil siecher

[Bd. 15, Sp. 1532]


menschen. Tauler (1508) 28a; das heysset eyn schopff, das mit stro gemacht ist, oder mit schouben gedeckt ist. Keisersberg bilger 206d; sehent jr dort den groszen schopff bei dem hausz .. under solchem ging Reynhart eyn wenig under den schopf ruwen. Aimon F 3a; derselbe legte uns unter einen schopff in eine kurtze ruhe. Simpl. 2, 178, 8 Kurz; wir fanden dich, armer Edgar, in einem elenden schopfe wieder. der arme Thoms friert! d. arme mann im Tockenb. 402; ängstlich und andächtig stund das gesinde im schopf. Gotthelf Uli d. knecht 231 Vetter (zu 2?);

eʒ lac ein esel under einem schopfe. zeitschr. f. d. alterth. 7, 364, 31;

baldt wardt er gwar beim hausz ein schopff,
darunder lag ein hauffen hew.
B. Waldis Esop 4, 66, 22;

haus, hof, scheun und schopff geleeret,
ist, ein stücke brot begehret.
Logau 1, 100, 15.


2) schopf bezeichnet bald ein besonderes gebäude, bald einen anbau an einem hause, doch läszt sich bei den einzelnen belegen nicht immer mit sicherheit bestimmen, welches von beiden gemeint ist. vorhalle, vorhaus, wetterdach vor dem hause: porticus .. schopff (voc. von 1618), vor-, fur-, fierschopff, vierschoff, uber-, furschupf Dief. gl. 448c, scheph, schopf o. priester hus (sacristei an der kirche). nov. gloss. 299a; vestibulum .. forschopff, -schoff, -hauszschupff gloss. 616a, eyn schopff, porticus Dasypod.; vorschopff, prothyra, prophylaeum, vestibulum. ebenda; vestibulo, le portail, vorthür, schopff Hulsius diction. (1616) 585; so noch am Bodensee (Lindau) üblich. in der Schweiz auch für hausflur Tobler 397a: under dem vorschopff an sanct Peters kirchen. Kirchhof wendunm. 1, 446 Österley (1, 2, 3); als er keinen platz in der kirchen hat, haben sie im ein cantzel under dem schopff vor der kirchen auffgericht. 1, 565 (1, 2, 117); von schöpffen, wassersteinen, profeyen, auch thüren, und läden, so der gemeynen gassen zu gericht werden. § 1. die schöpffe an den heussern, gemeyner strassen zu, sollen hinfüro andersz nicht dann von dielen, mit schieffersteinen gedeckt, und breyter nicht als fünff werckschuch .. werden. § 2. aber die schöpffe, so mit schindeln gedeckt, sollen fürohin gentzlich .. verbotten seyn. Frankf. ref. 226a (8, 6); sie fuhren zum hause, ehe sie daran dachten. dort machte man kabis ein im schopf. Gotthelf Uli d. knecht 376 Vetter; da ging es leise durch den schopf dem brunnen zu. 406.
3) verdeckter gang, rennbahn: schopff daran sich die kämpffer üben zu winterszeiten, xystus Dasypod.; schopff (der) ein bedeckter gang für die sonnen und rgen, porticus, ambulatio Maaler 360d; ein bedeckter ort, in dem man sicher vor der sonnen, dem regen etc. spacieren kan, ein schopf, porticus. Calepinus (1570) 1180; schopff, m. ein zugedeckter orth, da man vorm regen sicher ist, pourmenoir couvert. galeria coperta. Hulsius 288a; pergula, porticus, ambulacrum. voc. von 1618 bei Schm. 2, 440; ein gang, schopff, porticus, xystus Sethi Calvisii thesaurus (1666) 394; die strassen sind mit steinen gepflastert .. wie auch der marckt mit den schöpffen (bedeckten spatzierschawplätzen, börse), damit das spatzier-gehen nicht dreckicht sey (cum porticibus). Comenius sprachenth. 616; vor sant Steffan, in der barfüszer kilchoff, an der muren undern schöpfen und innen in dem crützgang, da saszen die krômer und schriber. Richental chron. d. Const. concils 34 Buck; keyser Aurelianus liesz einen schopff bawen, da er sich täglich im rossbereiten und tummlen übete. anm. weiszheit lustg. 53, vgl. auch. Schm. 2, 440. — in der baukunst heiszt laube oder schopf ein bau, dessen dach auf säulen ruht, zwischen denen man frei hindurchgehen kann, meist vor einem gebäude angelegt Jacobsson 6, 426a.
4) zuweilen scheint schopf auch einen raum im hause (bodenraum als speicher?) zu bedeuten, so vielleicht in folgender stelle, wenn sie nicht zu 2 zu ziehen ist: allwo ich in einer elenden hütten, die eines armen manns wohnung war, auf den schopff stiege und mich in das daselbst ligende dörre geisz - futter schlaffen legte. Simpl. schr. 3, 355, 23 Kurz (vogeln. 1, 10). in heutigen mundarten: holzbehälter im hause Tobler 397a.
5) deckel, schirm an der mütze Hunziker 230.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schöpf, m., s. DWB schöffe.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schöpf, f., s. DWB schöpfe.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schopfadler, m.: ihr (der schilus) hauptfeind ist der schopfadler (spizaetos occipitalis), ein ebenso kühner, als gefährlicher räuber jener gegenden. Brehm illustr. thierleb. 2, 82. vgl. erstes schopf 6, a.

[Bd. 15, Sp. 1533]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schopfartig, adj. nach art eines schopfes, einem schopfe ähnlich. so heiszt in der botanik ein wurzelstock schopfartig, comosus, wenn an der spitze zerfaserte blattstiele übrig geblieben sind, die das aussehen eines haarbüschels haben Campe.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schöpfbar, adj. was geschöpft werden kann Campe; schöpfbar, schöpflich, ciò che it. da cui si può attignere dell' acqua. ein schöpfbarer brunnen, un pozzo in stato da attignervi dell' acqua Kramer dict. 2, 641c; schöpflich, et schöpfbar, adj. et adverb. pro quo dicimus, erschöpflich, estque quod facilè exinaniri, exhauriri, et evacuari potest Stieler 1911. auszer in zusammensetzungen kaum gebräuchlich.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schöpfbau, m., auch schöpfwerk, in bergwerken eine sinkwerksanlage, woraus die sole mittelst kübeln oder tonnen ausgeschöpft wird Veith 426. Scheuchenstuel 217.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schöpfbehälter, m. im wasserbau, ein wasserbehälter, wohin das wasser geleitet und von wo es durch pumpen höher hinauf getrieben wird Jacobsson 4, 36a.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schopfbeuteln, verb., in den südöstlichen mundarten, bei den haaren ziehen, vgl. DWB schopf 3, a. Schmeller 1, 305. 2, 440, ungarisch schoppen baüteln Schröer 2, 288b. dazu schopfbeudler, das reiszen bei den haaren Hügel 144a.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schöpfborste, f. borstenförmiger körper, der ein theil des schöpfrüssels (s. dieses) ist und oft von der scheide umschlossen wird, seta Campe.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schöpfbrett, n.: schöpffbrädt (das) darauff die schmacher jr werck schneydend, assula sutoria Maaler 360c; das schöpffbret, assula sutoria, in qua corium conciditur. voc. von 1618 bei Schm. 2, 440; schepf-bret, darauf man das leder zuschneidet. Frisch 2, 174b, vgl. Seiler 263a.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

Artikel 1 bis 2 von 2
1) gon
 ... gon , gohn , m. , ein schöpfgefäsz
 
2) gon
 ... gon , gohn , m. , der für