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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schönwerden bis schopf (Bd. 15, Sp. 1527)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schönwerden, n. acquisitio pulchritudinis Stieler 171.
 
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schönwerk, n., s. DWB schön 6, b.
 
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schönwissenschaftler, m. der die schönen wissenschaften treibt, belletrist: auch in zeiten und ständen, wo man's nicht vermuthet, siehet man jetzt schönwissenschaftler und schönkünstler, wie man sie gern entbehrte. Herder z. lit. u. kunst 16, 184.
 
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schönwissenschaftlich, adj. zu den schönen wissenschaften gehörig, ihrer kundig, belletristisch Campe.
 
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schönwort, n. verbum excusatorium. quelle bei Schm.2 2, 428. vgl. DWB schön 1, c und schönen 1, a, γ.
 
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schonzeit, f. zeit des schonens, besonders die zeit, während der ein wild nicht gejagt werden darf Frisch 2, 219c (mit beleg von 1717), während der wald und wiese nicht mit vieh betrieben wird Adelung, wo das holzfällen verboten ist Campe.
 
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schoosz, m., s. DWB schosz, m.
 
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schöp, m. kalkstein, pfannenstein in salzsiedereien, s. DWB schepp (theil 8, 2558) Jacobsson 4, 56a. Adelung. Krünitz 147, 713. schöp halten, den beim sieden abgesprungenen schöp ausnehmen Jacobsson 7, 268b (zu schöpfen?).
 
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schope, f., s. DWB schoppe, f.
 
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schöpern, verb. (verb. bavar.) fare strepito, strepitare massime con una campanella, v. schellen, oft schöpern, anschöpern, strepitare spesso colla campanella, sonarla con forza, massime alla porta. Kramer dict. 2, 640b. Campe; dagegen haben die südlichsten hd. mundarten ein verb. schopam, (t)schupam, verderben, zu grunde richten Zingerle 50a. cimbr. wb. 228b.
 
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schopf, m. haarbüschel, haupthaar, kopf. eine ganz sichere etymologie ist noch nicht gefunden. Grimm gramm. 2, 19 stellte es zweifelnd mit schaub zu schieben, ebenso Weigand 2, 631; jedenfalls wird man es mit schaub, schober, mhd. schübel, altn. skúfr troddel, quaste zusammennehmen und daraus die grundbedeutung '(haar-)büschel' erschlieszen dürfen. ob indes die weitern vergleichungen mit lit. kùpeta kleiner haufen, kaũpas haufen, kùpti auf einen haufen legen, slav. kupŭ haufe u. s. w., wozu augenscheinlich haufe gehört, sich halten lassen, ist nicht ebenso sicher, vgl. Ehrismann in Paul-Braune beitr. 20, 54—56. ferner Grimm gramm. 2, 197. 210. 3, 408. Kluge5 335b. schopf würde in urgerman. form *skuppaz lauten und ist wol durch assimilation aus *sku-naz entstanden, sodasz es eine genaue parallelbildung zu schober aus *skubraz ist. das ostgerman. hat anstatt dessen eine t - ableitung, goth. skuft, altn. skopt, haupthaar, die vielleicht auch im hd. vereinzelt noch vorkommt (acc. scufi, caesariem, l. scuft? Graff 4, 461. Grimm a. a. o.). die gewöhnliche hd. form ist ahd. noch nicht sicher nachgewiesen, s. Graff 6, 457; mhd. schopf, schoph Lexer handwb. 2, 770 f. nachtr. 361, daneben ganz vereinzelt andere formen wie schup, schuff (sächsisch) ebenda. auch nhd. noch zuweilen schupf, so bei Kramer und Stieler 1781 (neben schopf). der plur. heiszt regelmäszig schöpfe. mundarten bieten formell wenig abweichungen: österr. schobf Castelli 249, tirol.-kärntnisch tschopf Schöpf 769. Lexer 226. daneben finden sich in hd. mundarten auch formen mit pp, z. b. in Salzungen schoppe Frommann 2, 286, 36, in der Schweiz schuppa Tobler 400a, s. diese besonders.
1) ursprünglich bezeichnet schopf vermutlich, wie das reimwort zopf, eine bestimmte haartracht, wobei die haare in ein büschel zusammengefaszt sind: cirrus .. zopf .. harscopff Dief. gl. 123b; auch sol der custer und der probst die kôrschüler dorzû halten, daʒ sie tonsûr pfefflich halten und sollen in niht keins langen hârs und der engen schöpf gestaten. qu. bei Lexer handwb. 2, 771; er sezt auch, dasz die priester den part sollen abscheern und solten auch schopf tragen. qu. bei Birlinger 401b; und daʒ dehaine burger, er sei alte oder junk, kaine schayteln mer tragen sol, si suln schöpfe tragen als man si von alter her getragen hat. Nürnb. polizeiordn. 67 Baader; das besondere aber sind die haare desselben (des taras auf einer tarentinischen münze) auf dem wirbel in einen schopf, wie bey den mägdgen, gebunden. Winckelmann 5, 357; es war ein Norddeutscher ... mit starkem goldenem haar, welches man immer über die freie stirne zurückgestrichen und hinten in einen schopf gebunden zu sehen glaubte, so urgermanisch sah er aus. Keller 2, 79;

[Bd. 15, Sp. 1528]


ain wit baltzzer haist ain schopf.
Laszberg lieders. 3, 328, 66;

nû trinck wir aus dem fläschelein,
lâssen wir den kopff,
sô trudelt (schwankt) uns der schopff.
Osw. v. Wolkenstein 60, 3, 3;

wie prangst du mit silberknöpfen ...
weib und tochter auch mit schöpfen. wunderhorn 2, 214 Boxberger;

vgl. auch die zusammenstellung:

zum schädel, ohne zopf und schopf,
zum nackten schädel ward sein kopf.
Bürger 15b.

schopf kann aber auch die stirnhaare bezeichnen: coma ... schop, schup an der stiren. Dief. gl. 134b; harzopf forn an der stirn, antiae, capronae, dicitur etiam schopf, et schoprin Stieler 2633, vgl. vorderschopf: bey dieser tiefen demuth fiel ihm ein vorderschopf seines rundverschnittenen haupthaars über das antlitz herab. Siegfr. v. Lindenb.4 2, 188, s. ferner 5.
2) das haupthaar überhaupt: cesaries .. schopff .. schopffe vel ein locken har. Dief. gl. 116a; schopff, das oberest haar auff dem haupt, vertex Maaler 360d;

der kunec an sîme kophe
vorn hâte an dem schophe
ein wunderlîcheʒ hâr stân.
Albrecht v. Halberstadt 18, 24;

ich bit' dich, tôt, dû mir die boten nennest; —
grâ schopf, grâ bart; der dritte bot' ist daʒ gegiht'. minnes. 3, 345b Hagen;

ir gewaltes bin ich vor in mînem schophe grâ.
Neidhart v. Reuental 74, 10;

mit einem grôʒen slüʒʒel
sluog si in vornen an den kopf,
daʒ im bluotig wart der schopf. ges. abent. 2, 234, 558;

durch des helmes venster er im stach
niderhalp dem schophe
beidiu ougen ûʒ dem kophe.
Ottokar reimchron. 16427;

ich bin grâ in dem schopfe
worden von den winden.
Hadamar v. Laber jagd 158;

seyd ihr ein abt? es hat der bader gewiszlich,
der die platte euch schor, nach euren ohren geschnappet,
ihr verloret den schopf, wie ich sehe.
Göthe 40, 31 (Reineke 2);

man trug die baarschaft dort im kopfe,
und weisheit wohnte unterm schopfe.
Schiller 1, 273;

auch das messer scharf geschliffen,
das vom feindeskopf
rasch mit drey geschickten griffen
schälte haut und schopf. 11, 235;

und wenn euch für jedes böse gebet,
das aus eurem ungewaschnen munde geht,
ein härlein ausging aus eurem schopf,
über nacht wär' er geschoren glatt,
und wär' er so dick wie Absalons zopf. 12, 37 (Wallenst. lager 8);

sieh das blut in meinem schopfe,
fühl im schädel dieses loch!
Immermann 12, 51 Hempel (Tulif. II, 2);

'wahre du selbst deinen schopf', rief der abgesandte dagegen, 'dasz deine haare nicht am dürren baume hängen bleiben, wenn wir dich behandeln, wie einem verräther gebührt'. Freytag ahnen 5, 17. übertragen:

diu vut, diu hâte reideʒ hâr
in dem schopfe, daʒ ist wâr. ges. abent. 3, 24, 116.

hierher auch fastn. sp. 95, 30?
3) sehr verbreitet ist die verbindung einen beim schopfe fassen u. ähnl., wobei die bedeutung des büschelweise zusammengefaszten haares noch zu tage tritt.
a) eigentlich: einen beym schopf nehmen, herreissen, pigliare uno per lo ciuffo etc., acciuffarlo, azzuffarlo, it. pigliarlo per la chioma, per i capegli, per la testa; einander beym schopf nehmen, acciuffarli Kramer dict. 2, 640c; einen beym schopf kriegen, in alicujus capillos involare Stieler 2633; ebenso mundartlich eine bim schopf në Hunziker 230. Hügel 144a; vergl. auch österr. einem den schopf beuteln, ihn bei den haaren reiszen. idiot. austriac. 111, und schopfbeuteln (dagegen nach Klein 2, 140: den kopf schütteln); und (Judith) ergreiff jn (Holofernes) beim schopff. Jud. 13, 8; da fasset jn (Habakuk) der engel oben bey dem schopff, und füret jn wie ein starcker wind gen Babel an den graben. drache z. Babel 35;

sol ich in ziehn bî sînem schopf?
Konrad v. Haslau jüngling 260;

der engel gach
der namb jn (Habakuk) bey dem schopff geschwind.
H. Sachs 4, 1, 67b;

[Bd. 15, Sp. 1529]



er nahm sie bei ihrem seidenen schopf
und schwung sie hinter sich auf sein rosz. wunderhorn 1, 80 Boxberger;

mein junker, gleich als hätte
sie ihn bereits beym schopf, flieht von Rosinens bette.
Wieland 21, 346 (Klelia 7, 327);

mein seel! ich krieg ihn mal beim schopf
und schlag ihm blaue flecken. Göttinger musenalm. 1777, 77;

den schopf jemandes ergreifen:

er ergreift, der barbar, mit der rechten den schopf
des geliebten.
Platen 256.


b) sehr gewöhnlich in übertragenen gebrauchsweisen; im ausgeführten bilde:

der herr hat ihn (Napoleon) gefaszt beim schopfe,
geschleudert ihn vom goldnen stuhl.
Rückert (1882) 1, 50.

ähnliche wendungen: als hielte dich nicht beim schopf dein schöpfer, — und als könnte nicht zerschlagen den topf sein töpfer. 11, 349 (17. mak.); in dieser mauerhöhle das schöne wunderkind zu sehen, machte mich lächeln, ich dankte dem genius, der mich bei dem schopf herangezogen hatte. Göthe 45, 252; hat sie denn der lebendige teufel beim schopf? J. Paul Siebenk. 1, 155; Sebastian wird von der freude wie von Habakuks engel beim schopfe erfaszt und durch den garten geführt. Hesp. 1, 108;

ach! welch angedenken faszt
beym schopfe mich?
Gotter 1, 391;

so auch:

da sitzt meine mutter auf einem stein,
es faszt mich kalt bei'm schopfe!
Göthe 12, 245.

umgekehrt die gelegenheit u. a. beim schopfe fassen, ergreifen: da wir just auf den punkt gekommen sind, wollen wir doch noch einige augenblicke dabey verweilen, und, weil die gelegenheit so bequem ist, ihren schopf noch ein bischen festhalten. Siegfr. v. Lindenb. 3, 7; wenn er nicht mehr spricht, greift er mit der hand vor, immer noch den discurs fest am schopf zu halten. Fr. Müller 3, 38; nun begreif' ich, sprach Dankmar lachend .., dasz sie die gelegenheit einer luftveränderung beim schopfe festhielten. Gutzkow ritter vom geist 1, 142; sobald eine annehmbare und bestimmte gelegenheit an sie herantritt, so machen sie kurz ab und nehmen sie beim schopf! Keller 6, 305; heut aber sollte Edwin nicht nur besseres glück als gestern haben, sondern auch den nöthigen verstand, es beim schopf zu fassen. Heyse kinder der welt13 1, 70;

das mögliche soll der entschlusz
beherzt sogleich beim schopfe fassen.
Göthe 12, 16.


der ausdruck die gelegenheit beim schopfe oder auch am stirnhaar, an der stirnlocke fassen, wird zurückgeführt auf eine statue des Καιρός von Lyssippos, wo der gott mit flatterndem schopfe am vorderkopfe, dagegen mit kahlem nacken dargestellt war, bez. auf ein epigramm in der anthologie, das ihn besingt, s. Büchmann geflügelte worte16 454. Borchart sprichw. redensarten2 nr. 434. Strehlke wörterb. zum Faust s. 122. vgl. auch gelegenheit 4, e, theil 4, 1, 2948.
4) seltener bezeichnet schopf das einzelne haarbüschel: haar, haar - schupf, ciocco, ciuffo, ciuffetto di capegli; ein schupf ò schüpfel abgeschnitten ò ausgeraufte haar, ciocca di capegli Kramer dict. 2, 640c; ein schupf hare, est manipulus crinium, cirrus dictus Stieler 1781; der anblick seiner geliebten, welcher Pedrillo im begriff war einen starken schopf haare aus dem kopfe zu reiszen. Wieland 11, 380 (don Sylvio 1, 4, 8).
5) schopf von ähnlichen haarbüscheln bei thieren, besonders von der mähne der pferde u. s. w.: coma .. schopff am pferd Dief. gl. 134b; perde har, balczer, schopf, schoppe nov. gl. 102b; schopff, das haar so den rossen vornen an der stirnen abhin hanget, capronae Maaler 360d; schopf .. mähnen der pferde .. capronae Steinbach 2, 491; schopf, von haaren an der stirn der pferde und ziegen-böcke. Frisch 2, 219c;

bint im (dem pferde) ûf den hôhen schopf. Seifr. Helbling 1, 393 (zeitschr. f. d. alterth. 4, 12, vgl. dazu 16, 405);

er bant im ûf vil baldeschopf und satel sîn. Wolfdietr. D V, 202;

man bindet rossen uff den schopf
ainen wisch mit strowe,
dar umb das man schowe
das man sy verkofen wil.
Laszberg lieders. 3, 544, 188;

binde die wurtzel (artemisia) dem rosz under den schwantz, oder vornen under den schopff. Seuter roszarzn. s. 8; etliche halten dafür, die mähne, schopff und schweiff sollen dick und lang seyn. Hohberg 2, 136a;

[Bd. 15, Sp. 1530]


nun viele jahr' ist der sattelknopf
mein pfühl, und mein polster des rosses schopf.
Rückert Firdosi 1, 193.

vom löwen:

zwei füsz' erhob' er (Rachs, das rosz), und traf den kopf (des löwen),
mit scharfem gebisz auch packt' er den schopf. 329.

ferner 'beim männlichen elenwild ein beinahe 8 zoll langer, oben auf dem halse stehender haarbüschel' Behlen 5, 547. Kehrein weidmannsspr. 264. vgl. auch:

er (der wind) trieb den rauhreif ins gesicht
seehunden dort im sand ...
vom glatten nacken ohne schopf
flosz alles ab.
Immermann 13, 98 Hempel.


6) weitere übertragungen.
a) federbüschel auf dem kopfe mancher vögel Adelung. Behlen 5, 547. Kehrein weidmannsspr. 264, auch haube genannt, s. dieses 7, a, theil 4, 2, 565: schopff, m. der strausz unnd gaup der witthopff und hüner den sie uff dem kopff haben, la creste des oiseaux Hulsius 288a; schopf, m. crista, der strausz, holle, oder gaup, den die hüner oder vögel auf dem kopfe haben. Schottel 1407, vogelschopf, crista Stieler 1781; schopf (der, der federpusch der vögel auf dem kopfe ..) crista avis Steinbach 2, 491; schopf von federn, als auf den köpfen einiger vögel, crista, cirrus, apex, als eine art lerchen, alauda sylvestris cristata, s. DWB lerche, heide-lerche, eine art meisen, parus cristatus, einige arten der spechte, u. a. m. Frisch 2, 219c;

sie (die alte krähe) zuckt die klaue, kraut den schopf.
A. v. Droste-Hülshoff 1, 105.

auch federbusch an der rüstung:

die schwarze rüstung deckt' ein schopf
von kohlpechschwarzen federn.
Blumauer Aen. 1, 67.


b) blütenbüschel, 'büschel von deckblättern, welches den gipfel eines blütenstandes einnimmt und der über sie ausragt' Behlen 4, 547, so bei der kaiserkrone, ananas u. a. Campe: bausch, schopff, die dolder, darauff die bluhe und der samen stehet, als ein fenchel, holdern, und andern garten und wilden gewächssen, die kron. Henisch 224, 5; es gibt auch sträuszer, deren spindel am ende mit blättern ohne blüthen umgeben ist, dem schopf (coma) — schopfsträuszer, wie bey der ananas (bromelia), schopflilie (eucomis). es sind unfruchtbare deckblätter. Oken 2, 45; über der ähre (der gemeinen ananas) ein blattschopf. 3, 633.
c) in der forstsprache, verworrene zweige in der krone eines baumes Jacobsson 7, 268b. Behlen 5, 547.
d) baumgruppe auf einem freien platze Schm. 2, 440.
e) vom schweife eines cometen: siht man ze stunden ainen newen stern, der ainen schopf hât oder ainen sterz. Megenberg 74, 21; der stern bedäut hungerjâr in dem land, dâ er den schopf hin kêrt. 75, 22.
7) oft bezeichnet schopf mit leichtem bedeutungsübergange an stelle der behaarung des kopfes auch den behaarten kopf selbst. vgl.: sinciput .. schoppe voc. von 1420 bei Dief. nov. gl. 339b; so auch in österr. mundarten, s. Lexer 225; den schopf beuteln, den kopf schütteln Klein 2, 140. Campe.
a) sehr gern im reim auf kopf:

daʒ im entwerhes dringen
daʒ swert begunde durh den kopf.
diu stirne wart im und der schopf
sô gar verschrôten über al. troj. krieg 36576;

der gottlosz abr fehrt mit dem kopff
hindurch, zerstöst auch offt sein schopff.
H. Sachs 5, 1, 188d;

und wer ein stein wältzt hin und her
auff ein zu fellen mit gefehr,
dem wird er fallen auff sein kopff,
und jm zerschmettern seinen schopff. 193d;

kopf und schopf:

wer mir den rücken kehrt, gleich liegt ihm schlapp
hals, kopf und schopf hinschlotternd grasz im nacken.
Göthe 41, 272 (Faust II, 4).

vgl. auch die sprichwörtliche redensart: ein kleiner hinderschopff, klein witz im kopff. Fischart groszm. 67 (kloster 8, 599).
b) auch sonst für kopf, besonders als den höchsten theil des menschlichen leibes:

wann mancher jüngling wirdt gefürt,
bisz jm der schopf an galgen rürt.
H. Sachs 3, 1, 196a;

(wir wollen) es (das leben) dapfer setzen in die schantz,
den schopf gleich lassen bey dem schwantz
ligen oder obsigen gantz. 229d;

und bleiben buben fürt und fürt,
bisz in der schopff an galgen rürt. 4, 3, 74d (vgl. auch 5, 3, 339d);

[Bd. 15, Sp. 1531]



laszt vom ballen
zum schopf mich seyn wie ihr mich haben möcht.
Wieland 18, 167 (Pervonte 2);

auswezen wollt er diese schart
mit manchem städtlerschopf.
Schiller 1, 345;

sogar geradezu behaarter schopf:

und aus jedem distelkopfe
seh' ich eine maske blicken
gräszlich mit behaartem schopfe.
Göthe 47, 267.


c) schopf für kopf als sitz der gedanken, vorstellungen u. s. w.:

er dünket sich in sînem schopfe wol einlif bônen wert.
Neidhart v. Reuental 239, 56 var.;

ach du verheiter eselskopf,
dir laust (lauscht, steckt) wol ein nar im schopf. fastn. sp. 334, 17;

o armer alter narr und tropff,
du hast den teüffel inn dem schopff.
Schwartzenberg 141c;

mein Gredt, in all meinem beduncken
hat er sich vol brantweins getruncken,
derselbig geht jn umb im schopff.
H. Sachs 3, 3, 44a;

da sitzt der teuffel dir im schopff,
das jr einander lembd und mördt. 1, 229a;

sitzt dir der teuffel in dem schopff? 4, 3, 38b;

wenn man der jugend reine wahrheit sagt ..
sie aber hinter drein nach jahren
das alles derb an eigner haut erfahren,
dann dünkeln sie: es käm' aus eignem schopf.
Göthe 41, 100 (Faust II, 2).


8) von da aus in weiterer übertragung das höchste, die spitze einer sache oder etwas hochragendes, gipfel.
a) berggipfel, kuppe, auch zusammengesetzt felsenschopf, tannenschopf (mit tannen bestandener gipfel), waldschopf.
b) schopf, das oberste an einem baum zum bau-zimmern, cacumen arboris, das abgehauen wird, wann der baum liegt, als das dünnste. Frisch 2, 219c (vgl. 6, c).
9) weitere besonderheiten.
a) in Österreich, eine geheftete frauenzimmerhaube Klein 2, 140. Castelli 249. idiot. Austriac. 111.
b) rausch, vgl. DWB haarbeutel (theil 4, 2, 24) und zopf: ich kam heim mit einem gten schopff oder truncken, domum bene potus seroque redieram Maaler 360d; er hat einen schopf, bene potus domum rediit. voc. von 1618 bei Schmeller 2, 440; in der neuern sprache scheint diese bedeutung erloschen zu sein. sie erklärt sich wol daher, dasz das gefühl des 'schweren' kopfes die vorstellung von etwas, das daran hängt, erweckt.
c) in den süddeutschen salzbergwerken eine ausbauchung, die sich in den offenen strecken durch das aufblähen und anwachsen des salzthons bildet und von zeit zu zeit weggehauen werden musz Veith 426. Scheuchenstuel 216 f.
d) in eisenhämmern die rauhen unreinen enden der eisenstäbe, die mit dem hammer abgehauen und beim frischen nochmals 'eingeschmolzen' werden Scheuchenstuel 217.
e) ein rasenstück Zingerle 50a.
10) schweizer. schopf, schupf schub und stosz Tobler 397a, gehört nicht hierher; vgl. schüpfen und DWB schubs.

 

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1) gon
 ... gon , gohn , m. , ein schöpfgefäsz
 
2) gon
 ... gon , gohn , m. , der für