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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schollern bis schölm (Bd. 15, Sp. 1457 bis 1458)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schollern, verb. glücksspiele veranstalten, spielen; nebenform zu scholdern, s. daselbst und Schm. 2, 404; schollern, mit nüssen oder steinen spielen, nucibus aut lapillis ludere Frisch 2, 219a; item es soll auch kein söldner zu Hofheim in keinem wirtshaus schollern oder besten in keinem haus, allein auf die jahrmärkt mag er ein scheiben uf dem platz setzen und allda schollern. Grimm weisth. 6, 96, 21.
 
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schollfisch, m. treibfisch, gewöhnlich barbe, dazu schollfischen, verb. treibfischen zwischen zwei netzen, westf. Woeste 230a, an Ruhr und Lenne gebräuchlich, s. zeitschr. für d. phil. 10, 117, wo das wort zu alts. scola, engl. scolu, shoal gestellt und als 'schaarfisch, zugfisch' erklärt wird. Woeste a. a. o. erklärt auch alts. scoffischas (Freckenh. heberolle) assimiliert als scolfiscas.
 
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schollicht, adj. aus schollen bestehend, einer scholle ähnlich Campe, glebosus Stieler 2052. Steinbach 2, 488. dazu die weiterbildung schollächtig, voll erd oder ackerschollen, glebosus Maaler 360d.
 
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schollig, adj. aus schollen bestehend, reich an schollen Campe: glebosus schollig, schollechtig, schrollig, vol van cley erde Dief. gl. 265a; die nebenform schrollig s. besonders; von fruchtbarem ackerlande:

nie auch haben in Phthia, dem scholligen männergefilde,
meine frucht sie verletzt.
Voss Il. 1, 155;

aber Hippothoos ging vor speergewohnten Pelasgern,
deren stämm' um Larissa die scholligen äcker bewohnet. 2, 841;

Phaistos, der her aus Tarne, dem scholligen lande, gekommen. 5, 44;

komm' er am zwanzigsten tag in Scheria's schollige felder. Od. 5, 34;

wann ich dich sehe
blinken am friedsamen pflug in der scholligen furche des hügels.
Kosegarten rhapsod. 3, 130.

vgl. auch die zusammensetzungen dunkelschollig (theil 2, 1545), grobschollig, groszschollig, hochschollig (theil 4, 2, 1631), schwarzschollig.
 
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schöllig, adj., nebenform zu schellig, s. daselbst theil 8, sp. 2501 ff., 2 und besonders 3, s. auch mhd. schellec Lexer handwb. 6, 672. weitere belege: schöllig, vecors Dasypodius; ettlich geben jnen opium allein on zsatz. do ht dich vor. dann sye werdend gern schllig und unsinnig darvon. Gersdorf feldbuch der wundarzn. (1528) 81d; Aristoteles sagt, das honig, das von den buchsbäumen kumpt, das mach die leut schöllig, die es essen. Herr feldbau (1545) 134a; wie solches viehe gar schöllig was worden. qu. bei Fronsperger 3, 235b; jetzt noch mundartlich im Fichtelgebirge schöllig, schellig 'zerfallen, uneinig, aufgebracht, zornig, toll, unsinnig' Frommann 4, 259, III, 3.
 
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schölligkeit, f., für schelligkeit 2, siehe theil 8, 2504: schölligkeit, vecordia Dasypodius; aber seiner (des gehirns) zfll seind vil, als .. tenebrositas, rubedo oculorum, schlligkeit und geschwulst der augen. Gersdorf feldb. der wundarznei 24b.
 
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schollklopfen, n. zerklopfen der ackerschollen: wie das scholl-klopfen, ingleichen das felgen anzustellen sey. Hohberg 3, 2, 19.
 
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schöllkraut, n., nebenform zu schellkraut, s. daselbst theil 8, 2504: schöllkraut, chelidonium Dasypod.; vgl. öconom. lexicon 2556 f. Adelung. Krünitz 147, 625—633. Behlen 5, 546. Pritzel - Jessen. Oken 3, 1417 (dazu schöllkrautschabe, fem.

[Bd. 15, Sp. 1458]


5, 1576). Andresen volksetym.4 188. schöllkraut schreibt auch Schwenkfelt stirpium et fossilium Silesiae catal. (Leipzig 1600) 49, schöllkraut Handsch kreutterb. (1611) 206; nimb chelidonium, ist schöllkraut. Seuter rossarzn. 424.
 
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schollmann, m. schuldner, s. DWB scholle, m.: hinz seinem scholman oder hinz seinem porgen. quelle bei Schm. 2, 402.
 
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schöllwurz, f., nebenform zu schellwurz theil 8, 2505. 1) dasselbe wie schell- bez. schöllkraut, chelidonium, 2) die kleine schöllwurz, das kleine schwalbenkraut, ruprechtskraut, geranium robertianum Campe. auch mit einem l geschrieben: scholwurz bei Dodonei stirpium hist. (Antw. 1583) 48, chelidonia schölwurtz Gersdorf feldb. der wundarzn. 101a.
 
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schölm, m., nebenform zu schelm, s. daselbst th. 8, 2506, und Lexer handwb. 2, 694; leichnam: ouch wart der luft von disem wasser entreinet und das velt von den doten schölmen die alle erdrunkent. d. städtechron. 8, 244, 11. jetzt noch in tirolischen mundarten schölm dieb Hintner 215.

 

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1) gon
 ... gon , gohn , m. , ein schöpfgefäsz
 
2) gon
 ... gon , gohn , m. , der für