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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schollenweise bis schölligkeit (Bd. 15, Sp. 1456 bis 1457)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schollenweise, adj. und adv. in oder nach schollen; schollenweise (unbändig) lachen s. erstes scholle 3: den sonntag darauf .. habe es sich lustig gemacht, und auf vernehmen, was das gemürmel von ihm rede, schollenweis (unmässig) gelachet. Pestalozzi 8, 40.
 
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scholler, m.
1) mitteldeutsche nebenform zu scholder, m., s. daselbst und Schm. 2, 404:

(ich) hab wider ein mann gefreiet ferd,
den hat mir Jupiter beschert,
der sich woll mit den schollern nert.
Ayrer 2562, 33 Keller.


2) nebenform zu (dem ersten) scholle, f., vgl. daselbst, so in Erfurt Hertel sprachsch. 220.
 
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schollerbote, m. postkutscher, vergl. scholderwagen: schollerbott veredarius voc. von 1429 bei Schm. 2, 404.
 
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schollerde, f. torferde, torfkrume Karmarsch - Heeren3 7, 779, vgl. DWB scholle 4, a.
 
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schollern, verb. mit dumpfem geräusch fallen oder hinabrollen, poltern; eine art iterativbildung zu schallen. Campe und Weigand 2, 629 leiten es von scholle, gleba, ab und geben demnach als grundbedeutung 'in schollen zerfallen, zerbröckeln, schollenweise fallen', doch würde sich von da aus nicht der umfang der verwendung erklären lassen (ebenso Hertel sprachsch. 220: sich in schollen loslösen, in Erfurt). das wort musz seiner

[Bd. 15, Sp. 1457]


bildung nach alt sein, findet sich aber weder in älteren wörterbüchern (vor Campe) noch in der litteratur vor Göthe: ich .. stand an dem grabe, wie sie den sarg hinunter lieszen .. dann die erste schaufel hinunter schollerte, und die ängstliche lade einen dumpfen ton wieder gab. 16, 179;

dumpfig schollerts überm sarg zum hügel.
Schiller 1, 108;

da schollert's hinab ins meer.
H. Heine 1, 371 Elster;

schollernd, knallend, krachend, platzend
rutschten nieder die gelösten
eisenstücke.
Immermann 12, 80 Hempel (Tulif. 2, 6).

auch sich mit geräusch bewegen: manchmal trägt es (das gespenst) sich mit den geräthschaften des schlosses und schollert mit weiten schuhen auf den langen gängen. Tieck 11, 39.
weidmannsausdruck (hierher gehörig?): schollern sich, sagt man vom dachse, wenn er vor seinem ausgange sich noch innerhalb der einfahrt des baues sand und erde aus der schwarte schüttet. v. Thüngen waidm. pract. 308.
 
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schollern, verb. glücksspiele veranstalten, spielen; nebenform zu scholdern, s. daselbst und Schm. 2, 404; schollern, mit nüssen oder steinen spielen, nucibus aut lapillis ludere Frisch 2, 219a; item es soll auch kein söldner zu Hofheim in keinem wirtshaus schollern oder besten in keinem haus, allein auf die jahrmärkt mag er ein scheiben uf dem platz setzen und allda schollern. Grimm weisth. 6, 96, 21.
 
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schollfisch, m. treibfisch, gewöhnlich barbe, dazu schollfischen, verb. treibfischen zwischen zwei netzen, westf. Woeste 230a, an Ruhr und Lenne gebräuchlich, s. zeitschr. für d. phil. 10, 117, wo das wort zu alts. scola, engl. scolu, shoal gestellt und als 'schaarfisch, zugfisch' erklärt wird. Woeste a. a. o. erklärt auch alts. scoffischas (Freckenh. heberolle) assimiliert als scolfiscas.
 
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schollicht, adj. aus schollen bestehend, einer scholle ähnlich Campe, glebosus Stieler 2052. Steinbach 2, 488. dazu die weiterbildung schollächtig, voll erd oder ackerschollen, glebosus Maaler 360d.
 
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schollig, adj. aus schollen bestehend, reich an schollen Campe: glebosus schollig, schollechtig, schrollig, vol van cley erde Dief. gl. 265a; die nebenform schrollig s. besonders; von fruchtbarem ackerlande:

nie auch haben in Phthia, dem scholligen männergefilde,
meine frucht sie verletzt.
Voss Il. 1, 155;

aber Hippothoos ging vor speergewohnten Pelasgern,
deren stämm' um Larissa die scholligen äcker bewohnet. 2, 841;

Phaistos, der her aus Tarne, dem scholligen lande, gekommen. 5, 44;

komm' er am zwanzigsten tag in Scheria's schollige felder. Od. 5, 34;

wann ich dich sehe
blinken am friedsamen pflug in der scholligen furche des hügels.
Kosegarten rhapsod. 3, 130.

vgl. auch die zusammensetzungen dunkelschollig (theil 2, 1545), grobschollig, groszschollig, hochschollig (theil 4, 2, 1631), schwarzschollig.
 
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schöllig, adj., nebenform zu schellig, s. daselbst theil 8, sp. 2501 ff., 2 und besonders 3, s. auch mhd. schellec Lexer handwb. 6, 672. weitere belege: schöllig, vecors Dasypodius; ettlich geben jnen opium allein on zsatz. do ht dich vor. dann sye werdend gern schllig und unsinnig darvon. Gersdorf feldbuch der wundarzn. (1528) 81d; Aristoteles sagt, das honig, das von den buchsbäumen kumpt, das mach die leut schöllig, die es essen. Herr feldbau (1545) 134a; wie solches viehe gar schöllig was worden. qu. bei Fronsperger 3, 235b; jetzt noch mundartlich im Fichtelgebirge schöllig, schellig 'zerfallen, uneinig, aufgebracht, zornig, toll, unsinnig' Frommann 4, 259, III, 3.
 
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schölligkeit, f., für schelligkeit 2, siehe theil 8, 2504: schölligkeit, vecordia Dasypodius; aber seiner (des gehirns) zfll seind vil, als .. tenebrositas, rubedo oculorum, schlligkeit und geschwulst der augen. Gersdorf feldb. der wundarznei 24b.

 

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Artikel 1 bis 2 von 2
1) gon
 ... gon , gohn , m. , ein schöpfgefäsz
 
2) gon
 ... gon , gohn , m. , der für