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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
scholderbüchse bis schölfaschine (Bd. 15, Sp. 1450 bis 1452)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) scholderbüchse, f. spielbüchse Birlinger 401a: man hett auch ain platz, und in der scholderpüchs fand man 138 guldin an gold. d. städtechron. 22, 232, 5.
 
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scholderei, f. 1) glücksspiel: spil und scholderey, lusores perniciosi .i. scholdrey. Schmeller 2, 408. 2) für schilderei (sp. 127 f.): gemähl, gemeld, schölderey, pictura Henisch 1483, 31.
 
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scholderer, m. veranstalter von glücksspielen und aufseher bei denselben Campe; scholderer, exercitor alearum, susceptor aleatorum. et choragus: dux chori et suppeditator instrumentorum ludicrorum et expensarum Kilian; scholderer, sortilegus. quelle bei Schm. 2, 408; scholder, quadruplator, scholderer, apparitor ludentium voc. von 1618 s. ebenda; scholderer, der, apparitor ludentium Stieler nachsch. 25a. Frisch 2, 218a; oft verkürzt zu scholder, s. die belege und scholder 2. Schmeller 2, 408 f. gibt folgende schreibweisen an: scholderer, scholdrer, scholdrar, schol(l)drär, schol(l)der, schollirär, scholierer, scholirer, schollyer, schollir, schollerer, scholrär, scholrer. auch entstellt zu scholdner, s. unten. die bedeutung geht manchmal über in die eines hurenwirts, kupplers, oder auch in die des henkers, da diese in älterer zeit vielfach anstatt eines gehalts das vorrecht hatten, solche scholderstuben zu halten, s. DWB scholder 2 und scholderplatz: ich hoff der würffelmacher und scholderer werden auch bald einen .. uiberkommen. quelle bei Scherz-Oberlin 1430; scholderer, quadruplator, kalthans, verschwätzer, darmit und jm der vierteil des verfallnen guts werde. quelle bei Schm. 2, 408; handspiler, zuetrager, raichär, scholdrär, platzmaister ..

[Bd. 15, Sp. 1451]


et omnes tales plebanus absolvit. 409; ain Schweitzer het gespillt und gab ainen scholder, ain Berner blaphart, do sagt der scholderer: 'ich will des kueplapharts nicht', do schlueg der Schweitzer den scholderer mit der faust ins maul. d. städtechron. 22, 135, lesart zu 9; denn das wort Rakil das die deutsche bibel, mit dem wort 'verretherisch' gibet unnd dolmetscht, heist eigentlich ein pfragner, sonnekremer, oder scholderer unnd schott, der mit seim knapsack und gefelschter würtz ... die leut besebelt (betrügt). Mathesius Sar. 157a; so hatte auch jeder mantel oder tisch einen schunderer (scholderer wolte ich sagen und hätte doch schier schinder gesagt) dieser amt war, dasz sie richter seyn und zusehen solten, dasz keinem unrecht geschehe; sie liehen auch mäntel, tische und würffel her, und wusten deszwegen ihr gebühr sowol vom gewinn einzunemen, dasz sie gewöhnlich das meiste geld erschnappten. Simpl. 1, 185, 26 Kurz;

der spiler sprach: 'du hâst gar reht,
dir ist ein teil doch guots dar zuo geschehen.
mînʒ hât der scholer (var. scholler, scholdrer) und sîn kneht,
die nâmenʒ hin und lieʒen mich zuo sehen'. meisterl. 126, 45;

scholdner, (var.: scholder leiher und) gewins nemer
und über das spil liher ...
das ist als das bœs gedigen. d. teufels netz 13325;

das seind aldo die scholderer,
als bald einer höret new mer
von fremden spielen so behend,
so luget er, das er gott schend,
das er bringt würffel und auch karten
und tht aldo des scholders warten.
B. Klingler wie man sich hüten sol vor d. spiel (Straszburg 1520) b 4b;

und bist ein scholdrer, kuppler und bb.
Manuel 263 Bächtold (Elsli tragdenkn. 149. fastn. sp. 866, 2);

sie scholderer würffel und kartenleger. trag. Joh. e 2.

in heutigen mundarten 1) in Tirol der marqueur bei dem sogenannten kleinod, einer art würfelspiel auf kirchweihen und märkten Schm. 2, 408, bestgeber Schöpf 643; 2) kegelaufsetzer, in Franken und Schwaben Schm. a. a. o. Schöpf a. a. o. Schmid 476; 3) aufkäufer ebenda; 4) henneb. schaderer büttel Frommann 3, 133.
 
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scholdergeld, n. geld für die erlaubnis, eine öffentliche spielbank oder auch ein bordell zu halten Schmid 476: ursach dieses verbots (der ehe) wissen sie selber nit, dann allain das vil in die kuchin von milchzins, scholdergelt ... tragen hat. quelle s. ebenda s. 385.
 
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scholdermeister, m.: superiores qui admittunt tales ludos et quemquam magistrum ludentium constituunt alio nomine vulgariter scholdermaister ... et recipiunt a magistro ludentium certum salarium omni anno ... graviter peccant. quelle des 15. jh. bei Schm. 2, 409.
 
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scholdern, verb.
1) mit würfeln u. a. spielen, oder ein glücksspiel veranstalten: scholderen, ludum aleatorium exercere: aleatoribus et lusoribus ludendi copiam dare, instrumentaque suppeditare certa mercede aut parte lucri Kilian. Scherz-Oberlin 1430: etlich (vom adel) verhengen auch von zeittlichs nutz wegen mangerlay übels in iren tavernen, als spilen, tantzen und scholdern und gott übel handlen. Keisersberg granatapfel c 1c, vgl. Schm. 2, 408; die alten haiden verbieten das spil; es ton unser amptleut, richter und schergen ains an unsern feirtagen und kirchweihen, scholdern offenlich .. nemen das gelt darumb. Aventin werke 1, 192, 26; wir liegen triegen .. sein neidig hessig, scholdern poldern. 4 (chron. 1), 60, 4 (zu 2?). später in der form schollern, mit nüssen oder steinen spielen, nucibus aut lapillis ludere Frisch 2, 219a (mit verweis auf franz. cheoller, choller, picard. chouller, jouer an ballon). so jetzt noch in mundarten: schwäb. mit würfeln, kugeln spielen, (im Elsasz) beim spiel wetten Sghmid 476, in Ulm mit würfeln spielen Klein 2, 139, bair. vom kegelspiel oder vom wetten auf eine zahl zu machender kegel Schm. 2, 408, tirol. ein glücksspiel (würfel- oder kegelspiel) machen Schöpf 643, hennebergisch schollern beim kartenspiele einen bestimmten satz an geld in den teller legen, als vergütung für den wirt, der die karten hergibt Spiesz 225, luxemburg. schulleren beim spielen bank halten Gangler 410.
2) in mundarten finden sich auch andre bedeutungen, so a) schwäb. müssig umher laufen (in Ulm) Schmid 476. Klein 2, 139. Campe, herumflankieren Schöpf 643; b) aufkaufen Schmid a. a. o.; c) waren auf einem beiwagen (s. scholderwagen) fahren ebenda; d) lachen Campe; e) lärmen, mit schellen u. dgl., viel

[Bd. 15, Sp. 1452]


und gern reden, plaudern Schöpf 643. — alle diese bedeutungen werden sich schwerlich auf eine gemeinsame wurzel zurückführen lassen; geht man von der letzteren aus, so liegt es nahe, in dem worte eine ableitung zu schallen u. s. w. zu sehen, woraus sich dann die bedeutung 1 unschwer erklären liesze (s. Campe); doch ist das nicht sicher und die frage der entlehnung musz hier jedenfalls offen bleiben.
 
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scholderplatz, m. platz, wo glücksspiele gehalten werden: wollen wir dass kaine spil noch scholderplötz mit karten, würffel, in die prenndten oder ander spil, umb gelt oder um aufgeworfene gwinnster, zu spilen zugelassen werden. tirol. polizeiordn. von 1603 bei Schöpf 643. Scherz-Oberlin 1430; in München bestand sogar der sold des züchtigers und der richtersknechte darin, dasz diese in der stadt 'spiel- und scholderplätze halten' durften. Kriegk bürgerthum im mittelalter 428.
 
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scholderwagen, m. schwäbisch, beiwagen eines fahrenden boten Schm. 2, 409, der das vom gewöhnlichen fuhrmann zurückgelassene nachbringt Schmid 476 (zu scholdern 2, c).
 
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schöle, f., rectius sole, solea, fussole Schottel 1407, s. DWB sohle.
 
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schölen, verb. , nd. wort.
1) spülen Campe, mnd. scholen spülen, eine flüssigkeit hin und her bewegen, im wasser hin und her schwenken, durch wasser ziehen (bei der wäsche), auch intransitiv vom anschlagen und spülen der wellen (an einen flachen strand) Schiller-Lübben 4, 112a; ebenso nnd. schölen Strodtmann 374a. Richey 234. brem. wb. 4, 600 (schälen). Schütze 4, 56 f. Schambach 184b. nd. korrespondenzbl. 6, 14. 10, 27; dazu auch das subst. schöle, f. spülwelle, ans ufer schlagende welle Schütze a. a. o. Schambach a. a. o., und die zusammensetzungen schölbrett, -busch, -faschine, -kante, -stelle, -wasen (s. das.). so auch in den benachbarten nordthür. mundarten schölen spülen, gefäsze oder wäsche im wasser reinigen Hertel sprachsch. 220 (auf dem Harze), sonst schüllen 222; schölle die wäsche vor dem trocknen spülen, auch vom reinigen des gekochten garns; dazu schölle, f. (Hertel schülle) schwemme Kleemann 20a; auch in Ruhla schöll Regel 267 (dagegen in Aachen sich schöle, sich wälzen Müller-Weitz 220). auszerhalb des deutschen ist das wort besonders im nordischen verbreitet: skola, skyla Cleasby-Vigfusson 554a. 562a, schwed. skölja, dän. skylle. in die hd. schriftsprache kaum eingedrungen, nur Frisch 2, 218c verzeichnet: ausschölen, auswaschen; ausschölung, sagt man vom bernstein, wann er selbst ans ufer durchs wasser und wind ausgetrieben wird, im gegensatz der schöpfung, da er aus dem wasser von den keschern musz gehohlet werden; ausgeschölter bernstein (in einer bernstein- und strand - ordnung Friedrichs III von 1693). vergl. noch schälen 2 (theil 8, 2065) und schüllen.
2) niederd. form für sollen, s. daselbst.
 
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schölfaschine, f. im deichbau, faschine, die auf der obersten fläche eines stockwerks hinter dem kantenzaun festgepfählt wird, um das wegspülen der erde von der stoppellage zu verhindern Jacobsson 7, 267b. Krünitz 147, 606.

 

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Artikel 1 bis 2 von 2
1) gon
 ... gon , gohn , m. , ein schöpfgefäsz
 
2) gon
 ... gon , gohn , m. , der für