Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schöffel bis schöffenbrief (Bd. 15, Sp. 1443 bis 1445)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schöffel, m., und scheffel, nebenform zu schöffe (s. das.), wol entstanden aus der alten form scheffin mit dem häufigen

[Bd. 15, Sp. 1444]


übergange von l in unbetonter silbe in n, s. Wilmanns deutsche gr. 1, § 110. die belege beschränken sich auf die ältere sprache und das alemannische (besonders elsässische) gebiet: scabinus .. scheffel Dief. gl. 515a (voc. opt., hochalem.), scheffel, -ul nov. gl. 328b. elsäss. urk. von 1336, s. Lexer handwb. 2, 880; es hant ouch die vorgen. schœffele un di geswornen huober zuo den vorgenanten rehten geseit unde gesprochen. Grimm weisth. 5, 435 § 11 (Kirchheim, Unterelsasz 1329); wol hette man einen ammaumeister gehebet, aber es stunt kein gewalt an ime, wande daz er die schoffen samete so man üte mit in wolte z rot werden. d. städtechron. 8, 123, 14; und noch vil reden koment meister und rot und die schöffele überain, das die vorgenante messe solte abesin gerwe. 9, 745, 9; ist das sich der rat zweiget umbe ein urteil, so sol man deheinen scheffel vragen umbe das urteil, der scheffel ensi danne also vil als des rates oder me, und ensol ouch deheines scheffels urteil do gelten er ensi dan in dem rate gewesen. 954, 23 f., vgl. auch 955, 13 ff. (Straszburger chroniken des 14. u. 15. jh.), s. ferner Scherz - Oberlin 1384 f.die zusammensetzungen schöffelamt, -brief, -eid,-thum s. unter schöffenamt u. s. w.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schöffel, m., nebenform zu scheffel, modius, s. daselbst theil 8, 2383 f.:

da verbargs (sie, die mutter) das kind auff das kürtzt,
und es unter ein schöffel stürtzt.
H. Sachs 4, 2, 69d.


 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schöffelein, n. kurzer spiesz, aus franz. javelin, nebenform zu schäfflein, schefflein, schaffelin, mhd. schavelîn, s. theil 8, 2034 und Lexer handwb. 2, 674:

hatt noch darzu zwey waffen fein,
ein wurffbart und ein schöffelein.
Alberus fab. 49b (nr. 16, 28, neudr. s. 68).


 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schöffen, verb.: schöpfen, v. assessorem esse judicis superioris Frisch 2, 219c. — schöffen als nebenform zu schöpfen, s. daselbst.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schöffenamt, n.: schöpfen-amt, ufficio, carica di scabino Kramer dict. 2, 641a; dignitas scabinatus, munus scabini Frisch 2, 219c; mhd. scheffenambet, schepfen-, schepfambet und schöffelambaht (in Straszburg) Lexer handwb. 2, 680 f. Scherz-Oberlin 1429: auch deilen wir iglichem scheffen vier swyne von dem scheffenampte, die sall er haben uber das yme vor erlaubet und geteilt ist. Grimm weisth. 3, 421; und haben demnach .. dis weisthumb .. mit unserem gewhenlichen scheffenambts insigel hierunden uffs spatium bekrefftigt. 2, 676; by den eyden, die wir onsen lieven genedigen heren Friderich ertzebuschof to Colne ind onsen scheffenampte gedain hebben. 4, 783.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schöffenbank, f. sitz eines schöffen im gericht, auch für schöffengericht Adelung, schöpfen-bank, f. sedes scabinorum judicii criminalis Frisch 2, 219c; mhd. schepfebanc Lexer handwb. 2, 705 (pass. 205, 73 Köpke); das die schöppen von dem berge mit viel eyden und gescheften behaft sindt, nemlich vor dem Rohlande, mit der schöppenbanck und auch mit viel gescheften uff dem schöppenhause. Spittendorf 81; die dann auch zu dem ampte der bornmeisterschafft und dem gerichte des tals sweren sollen, yre ampte und die scheppenbang nach yrem besten vermogen .. getruwelich zu vorhegene und orteil yn der bangk des talgerichts zu finden. 133.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schöffenbar, adj.: schöpfenbar, et schöppenbarfrey, honestus, inculpatus, integrae fidei: unde schöpfenbare leute, qui aptitudine scabini esse possunt Stieler 1715, scabino aequalis, omnia possidens, quae ad auctoritatem scabini in judicio superiori requiruntur Frisch 2, 219c; einem schöffen an würde gleich Adelung ('ehemals gangbarer als jetzt'). s. auch Wachter 1458 f. Krünitz 147, 731. Wallraf 75, mhd. scheffenbære Scherz-Oberlin 1429, mnd. schepenbar nd. korrespondenzbl. 9, 37: scepenbare lüde muten wol ordel vinden over iewelken man. Sachsensp. 2, 12, 1; vorsten, vrie herren, scepenbare lüde, die sin gelik in bute unde in weregelde. 3, 45, 1; un mach men merken dryerleye vryen, de ersten heten schepenbare vryen. quelle bei Schiller-Lübben 2, 625b, 44; schopfenbare freye leute, das sind die unbescholten, und an jhren ehren und rechten unverrükket seyn, also dasz man sie zu schöpfen wehlen mag. Schottel 325b; dieses waren die ingenui der Deutschen, und die später so genannten schöpfenbaren leute, oder der erste und älteste deutsche adel. Möser phantas. 4, 272; vgl. auch schöffenbarkeit.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schöffenbarfrei, adj., s. DWB schöffenbar: schöpfenbarfrey, vasallus imperii ob certa bona immediatus Frisch 2, 219c, vgl. Scherz - Oberlin 1433. mnd. noch getrennt: klaget man ungerichte over enen vrien scepenbaren man, deme sal man degedingen dries. Sachsensp. 1, 67, 1; die vri scepenbare man

[Bd. 15, Sp. 1445]


(soll frist haben) over ses weken. 2, 3, 2; die boden solen wesen scepenbare fri. 12, 4; in enem utwendigen richte ne antwerdet nen scepenbare vri man nemanne to kampe. 3, 26, 2; nimt aver en vri scepenbare wif enen biergelden oder enen landseten. 73, 1.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schöffenbarkeit, f.: jetzt nennen wir diese stimmbarkeit landtagsfähigkeit; vor dem hiesz sie echtwort, ein begrif, der sich zur zeit, wie man noch nationalversammlung hatte, in der schöpfenbarkeit .. zeigte. Möser phant. 4, 165; auch in dem städtischen bannkreise giebt es ein besonders erbecht, was stadtschöpfenbarkeit giebt. 167.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schöffenbrief, m., bez. schöffelbrief, instrumentum publicum a scabinis confectum Scherz-Oberlin 1429: sie hettent im gelossen volgen was ime zugehorte also ein schoeffelbrief wiset und seit. urkunde von 1395 s. ebenda; und het Jacob Bipper dem wuirt zur Schelckelin ufgeben von hant, gewalt und gewer den scheffelbrief und alle die reht und anesproch. urk. von 1420, s. sp. 1385.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

Artikel 1 bis 2 von 2
1) gon
 ... gon , gohn , m. , ein schöpfgefäsz
 
2) gon
 ... gon , gohn , m. , der für