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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schofel bis schofelzeug (Bd. 15, Sp. 1439 bis 1440)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schofel, adj. schlecht, armselig, erbärmlich, von dingen, abgetragen, vom anzuge; von menschen mit bezug auf die gesinnung, schlecht, verächtlich, gemein, niedrig, niederträchtig, kleinlich, lumpig Adelung. Krünitz 147, 604. eigentlich jüdischdeutsches wort, aus dem hebr. (rabbinischen) (schâfêl, in jüdischer aussprache schôfel und schaufel) stammend, s. Avé-Lallemant 4, 475. 603. Weigand 2, 628. in mundartlicher rede weit verbreitet, s. Hunziker 229. Seiler 262b. Schmeller 2, 386. Castelli 250. Schöpf 643. Lexer 225. Albrecht 209a. Spiesz 225. Jecht 99a. Kleemann 20a. Bernd 274. Frommann 5, 292 (Fallersleben). Stürenburg 232b. ten Doornkaat Koolman 3, 130a. im engl. zu schowful entstellt Andresen volksetymol.4 45. in der nhd. schriftsprache etwa seit mitte des vorigen jahrh., vgl. noch Kluge studentenspr. 123b f. von den wörterbüchern zuerst bei Adelung aufgeführt als 'in der gemeinen sprechweise einiger gegenden üblich'. belege aus der litteratur: dieses (das gefolge Geszlers) war sonst vom volkshumor ziemlich schofel und wild, und besonders der tyrann sehr fratzenhaft und lächerlich dargestellt worden. Keller 1, 362; das fräulein bemerkte freundlich, dasz sie ihre eigene und beste leibgewandung herüber gebracht und das ältere zeug jenseits gelassen habe, um auf dem fremden gebiete nicht allzu schofel zu erscheinen. 2, 109; dasz der general Chanzy ein gründlicher Preuszenfeind ist, wuszte man längst; aber man hatte ihn eines so schofeln ausfalls doch nicht für fähig gehalten. neue preusz. zeitung 1872, 128 s. 2a;

als Bavs, des reimers, liebchen
in letzter nacht
ein abgestandnes bübchen
zur welt gebracht,
so rief Pasquin: o schande,
der schofle mann!
er bringt auch nichts zu stande,
das leben kann.
Pfeffel poet. vers. 3, 137.


 
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schofel, m., substantiviertes adj., schofele dinge, waren, schofeles zeug Campe. Weigand 2, 628. Bernd 274, schoufl ausschuszware Lexer 225, abschaum Albrecht 206a, etwas schlechtes in seiner art Dähnert 411a: ich will dir allen schofel und alle guten waaren, die ... herauskommen, bekannt machen.

[Bd. 15, Sp. 1440]


Schultz alm. der bellettristen vorw. 1782; es ist ganz unglaublich, was für eine menge schofel schon wieder eingelaufen ist. Bürger briefe 2, 353; an diesen bildern (von Lionardo u. a.) freut sich schon das kind .. den schofel an den wänden der andern stube beachtet es nicht. Niebuhr leben 2, 349; galerie Luxembourg. ist das schofel! süszigkeiten und übertreibungen, grau in grau gemalt. Grillparzer4 16, 54; 'meine brüder', sagte Heinrich Dietrich, 'diese perle des weins auf die gröszte perle deutscher dichtkunst (Göthes Faust), Bürger, du und ihr alle, die ihr euch perlen nennt, seid schofel und quark gegen das!' Oppermann 100 jahre 2, 35;

mög' ich scheinen vielmehr ein verrückter und alberner schriftling,
wenn nur mich mein schofel belustiget, oder doch teuschet;
als klug sein und mich härmen!
Voss Horaz. br. 2, 2, 127;

verstärkt tausend-schofel:

es schleppten mich die widerwärt'gen juden,
die schacherjuden, um in ihrem sacke,
worein sie allen tausend-schofel luden.
Rückert (1882) 3, 141 (edelst. u. perle 8).

mehr abstract gewendet: von auslassung der beiträge ist eben so wenig durchgehends auf schofel, als von der aufnahme mancher stücke auf güte, vortrefflichkeit und vollendung zu schlieszen. Bürger 335b; eben so gewisz erlebten Homer und Ossian eine zeit, da der armseligste kritler sie der mittelmäszigkeit, oder gar des schofels mit recht beschuldigt hätte. 336a. — seltener von menschen: abgerissenes, unbrauchbares, unanständiges subject Sallmann 48, geizhals, trinker 18; vgl. auch:

nicht so unleidlicher gesichter schofel, pafel,
womit die eszlust mir benimmt die gastwirthstafel.
Rückert weish. des brahm. 4, 304.

für schofel in der Pfalz auch schofelmatheis, schofelmasematten Klein 2, 139.
 
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schofelalmanach, m., s. schofelarchiv.
 
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schofelarchiv, n.: in ansehung der Kästnerschen epigramme bin ich völlig deiner meinung. hätte sie insgesamt, wie sie da sind, ein mensch ohne namen eingesendet, so wären sie ohne barmherzigkeit ins schofelarchiv geworfen. Bürger an Boie den 25. okt. 1779, s. briefe 2, 367; in ermangelung eines schofelarchivs, dergleichen Bürger neulich hinter seinem ofen in einem geräumigen holzkorbe angelegt haben soll, liesz ich sie (die eingelaufenen gedichte) gewöhnlich, wie sie ankamen, durch die heilige flamme des feuers zu den sternen emporfliegen. aber weil man diese feierlichkeit nicht allgemein erfährt, so bin ich entschlossen, sie künftig zusammen in einem besondern büchlein, unter dem titel, schofelalmanach, gedruckt in diesem jahre: zu verewigen. Voss musenalm. 1784, 222.
 
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schofelig, adj., weiterbildung zu schofel in gleicher bedeutung Adelung, österr. schôflich armselig, schlecht gekleidet Hügel 144a, schofli gemein idiot. Austriac. 111; im erzgebirgischen schflch niedrig gesinnt, nichtswürdig Göpfert 58, in Esthland knickerig, ruppig Sallmann 18.
 
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schofellieferant, m.: was aber die schofellieferanten betrifft — nun! — auch denen dankt er wenigstens für ihren guten willen. Bürger 336a.
 
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schofeltorf, m. torf, der wagerecht gestochen wird und dessen adern in die länge laufen, damit er nicht leicht zerbricht Nemnich.
 
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schofelware, f. schlechte, schofle ware Campe.
 
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schofelwelt, f. schlechte, erbärmliche welt: schlecht und nackt, aber unverschuldet, bin ich in diese schofelwelt gekommen. J. Paul aus des teufels pap. 1, s. xiv.
 
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schofelwerk, n.:

vergieb, o vater der neun schwestern,
die unter deinem lorbeer ruhn,
vergieb es denen, die dich nun
und immerdar durch schofelwerke lästern:
sie wissen ja nicht, was sie thun.
Bürger 329 Sauer (Götting. musenalm. 1789, 104, unterzeichnet Dietrich Schofelschreck).


 
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schofelzeug, n. schlechtes zeug Campe.

 

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1) gon
 ... gon , gohn , m. , ein schöpfgefäsz
 
2) gon
 ... gon , gohn , m. , der für