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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schockweise bis schofelig (Bd. 15, Sp. 1438 bis 1440)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schockweise, adj., meist als adv., nach schocken, a sestantine etc., schockweis kauffen, zehlen. Kramer diction. 2, 636b; denke man sich nun dergleichen figuren schockweise verfertigt und ganz ohne sinn und verstand entsprungen. Göthe 28, 115;

ich aber hab' sie (die menschen) schockweis hingeschleudert.
Grillparzer4 5, 145 (k. Ottokar 5).


 
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schode, m. 1) jüdisch-deutsches wort, nebenform zu schaute, s. daselbst th. 8, 2375; geringer, niedrig denkender mensch Schm. 2, 375, spaszvogel, narr 485; in Eisleben als schülerausdruck, lump Jecht 99a. 2) wels, stör, scheid: dick, ein schoden oder weller, silurus, piscis Henisch 687, 40. 3) nd. schode, f. für schote, s. daselbst, selten auch im hd. Hupel 211.
 
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schodecke, f.? toxites, niederrhein. schodek (15. jh.) tithymalus (wolfsmilch) Pritzel-Jessen.
 
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schoder, m.
1) bair. österr. wort, auch schotter, schutt, anhäufung von sand, kies, steinen oder mauerstücken Campe. Schm. 2, 487. Höfer 3, 111. Castelli 249. Schöpf 642. Klein 2, 138. dazu schoderig, adj., vom boden, der mehr sand und steine als gutes erdreich enthält Höfer a. a. o. Castelli a. a. o.
2) in der gaunersprache bildlich für kleingeld, scheidemünze Avé-Lallemant 4, 603. Castelli 281.
3) kärntn. tschouder, tschûder, zerzaustes, buschiges haar, dazu tschoudret, adj.; tschàderlang, m. ein mensch mit zerzausten haaren; tschoudern, bei den haaren reiszen, schütteln, schaudern Lexer 224 f.
4) mhd. schoder, schûder, f. roszdecke Lexer handwb. 2, 809.
 
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schof , als mundartliche nebenform zu andern wörtern.
1) nd. form für schaub, bund stroh Campe, s. dieses theil 8, 2294 ff., in nd. mundarten s. Strodtmann 374b. Richey 235. brem. wb. 4, 667 ff. Schütze 4, 58. Dähnert 411b. Stürenburg 223a. ten Doornkaat Koolman 3, 130a. Woeste 231a. Klein

[Bd. 15, Sp. 1439]


2, 140. nd. korrespondenzbl. 10, 43. 13, 46: manipulus ein buschele, so grosz, als es einer in der hand fassen mag, belg. een schoof. Calepin (1570) 904. auch in mitteldeutschen mundarten s. Frommann 6, 18 (in der Eifel), 280, 11 (rheinfränk.); siebenb. schôf, plur. schêf bund stroh oder maisstengel 120. in der nhd. schriftsprache: schoof, m. fascis spicarum garbe, schoofstroh fascis straminis, schoeb Schottel 1407. — so besonders technisch, im wasserbau ein bund stroh oder ried von gewissen besticke Jacobsson 4, 36a.
2) in glashütten mehrere kleine glastafeln zusammengebunden oder eine ganz grosze tafel Campe (von 1 ausgehend?).
3) die aus einer brut entstandenen wilden gänse oder enten, kettenenten Kehrein weidmannsspr. 263. Thüngen waidm. pract. 308; ist ein schoof graugänse noch nicht getrieben und noch nicht beschossen worden. 235; nd. auch en schouf höiner nd. korrespondenzbl. 7, 55.
4) mundartlich (alemann.) für schaf (s. th. 8, 1992 ff.), so z. b.:

und ain junger, der nit mag nollen,
und ain altsz schof on wollen. fastn. sp. 695, 9.


5) ganz unklar ist: ein hennenei galt 9 d. ... zwei schof gab man umbe ein ei, ein bette galt 5 sol. d. städtechron. 8, 53, 12. im glossar wird darin zweifelnd ein getreidemasz vermutet, vgl. DWB schaff 3, theil 8, 2015 und schoff 2; doch würde der sinn zu der ganzen schilderung einer theuerung nicht gut passen. vielleicht hat man also doch an schaf zu denken, das, freilich in Ostfriesland, auch als bez. einer silbermünze vorkommt, siehe DWB schaf 5, c (theil 8, 1998).
6) schof, n. erdichtung. die altwestgerman. bezeichnung des dichters und der dichtung, vgl. ags. scop, m. dichter, ahd. scof, scopff, scoph, scopf, schof nubila(r) vel poesis, commentum, ludibrium, dazu psalmscof (Isidor 33, 20. 43, 21 Hench), scofleod, scofsanc, schophlîch poeticus, scopphên dichten Graff 6, 454 f.; mhd. schof erdichtung, schofsanc tragedia vel comedia Lexer handwb. 2, 766; schophbuoch, gedichtbuch, schophen dichten 771; zur etymologie vgl. J. Grimm kl. schr. 6, 155, der zusammenhang mit schöpfen und schöffe annimmt. bereits frühmhd. erloschen.
7) als nebenform zu schief, adj., s. th. 8, 2681: schief aliâ etiam dialecto effertur schef, et schöf, curvatus .. schöfe spitze, cuspis curvata Stieler 1779.
 
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schofar, s. DWB schofer.
 
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schofel, adj. schlecht, armselig, erbärmlich, von dingen, abgetragen, vom anzuge; von menschen mit bezug auf die gesinnung, schlecht, verächtlich, gemein, niedrig, niederträchtig, kleinlich, lumpig Adelung. Krünitz 147, 604. eigentlich jüdischdeutsches wort, aus dem hebr. (rabbinischen) (schâfêl, in jüdischer aussprache schôfel und schaufel) stammend, s. Avé-Lallemant 4, 475. 603. Weigand 2, 628. in mundartlicher rede weit verbreitet, s. Hunziker 229. Seiler 262b. Schmeller 2, 386. Castelli 250. Schöpf 643. Lexer 225. Albrecht 209a. Spiesz 225. Jecht 99a. Kleemann 20a. Bernd 274. Frommann 5, 292 (Fallersleben). Stürenburg 232b. ten Doornkaat Koolman 3, 130a. im engl. zu schowful entstellt Andresen volksetymol.4 45. in der nhd. schriftsprache etwa seit mitte des vorigen jahrh., vgl. noch Kluge studentenspr. 123b f. von den wörterbüchern zuerst bei Adelung aufgeführt als 'in der gemeinen sprechweise einiger gegenden üblich'. belege aus der litteratur: dieses (das gefolge Geszlers) war sonst vom volkshumor ziemlich schofel und wild, und besonders der tyrann sehr fratzenhaft und lächerlich dargestellt worden. Keller 1, 362; das fräulein bemerkte freundlich, dasz sie ihre eigene und beste leibgewandung herüber gebracht und das ältere zeug jenseits gelassen habe, um auf dem fremden gebiete nicht allzu schofel zu erscheinen. 2, 109; dasz der general Chanzy ein gründlicher Preuszenfeind ist, wuszte man längst; aber man hatte ihn eines so schofeln ausfalls doch nicht für fähig gehalten. neue preusz. zeitung 1872, 128 s. 2a;

als Bavs, des reimers, liebchen
in letzter nacht
ein abgestandnes bübchen
zur welt gebracht,
so rief Pasquin: o schande,
der schofle mann!
er bringt auch nichts zu stande,
das leben kann.
Pfeffel poet. vers. 3, 137.


 
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schofel, m., substantiviertes adj., schofele dinge, waren, schofeles zeug Campe. Weigand 2, 628. Bernd 274, schoufl ausschuszware Lexer 225, abschaum Albrecht 206a, etwas schlechtes in seiner art Dähnert 411a: ich will dir allen schofel und alle guten waaren, die ... herauskommen, bekannt machen.

[Bd. 15, Sp. 1440]


Schultz alm. der bellettristen vorw. 1782; es ist ganz unglaublich, was für eine menge schofel schon wieder eingelaufen ist. Bürger briefe 2, 353; an diesen bildern (von Lionardo u. a.) freut sich schon das kind .. den schofel an den wänden der andern stube beachtet es nicht. Niebuhr leben 2, 349; galerie Luxembourg. ist das schofel! süszigkeiten und übertreibungen, grau in grau gemalt. Grillparzer4 16, 54; 'meine brüder', sagte Heinrich Dietrich, 'diese perle des weins auf die gröszte perle deutscher dichtkunst (Göthes Faust), Bürger, du und ihr alle, die ihr euch perlen nennt, seid schofel und quark gegen das!' Oppermann 100 jahre 2, 35;

mög' ich scheinen vielmehr ein verrückter und alberner schriftling,
wenn nur mich mein schofel belustiget, oder doch teuschet;
als klug sein und mich härmen!
Voss Horaz. br. 2, 2, 127;

verstärkt tausend-schofel:

es schleppten mich die widerwärt'gen juden,
die schacherjuden, um in ihrem sacke,
worein sie allen tausend-schofel luden.
Rückert (1882) 3, 141 (edelst. u. perle 8).

mehr abstract gewendet: von auslassung der beiträge ist eben so wenig durchgehends auf schofel, als von der aufnahme mancher stücke auf güte, vortrefflichkeit und vollendung zu schlieszen. Bürger 335b; eben so gewisz erlebten Homer und Ossian eine zeit, da der armseligste kritler sie der mittelmäszigkeit, oder gar des schofels mit recht beschuldigt hätte. 336a. — seltener von menschen: abgerissenes, unbrauchbares, unanständiges subject Sallmann 48, geizhals, trinker 18; vgl. auch:

nicht so unleidlicher gesichter schofel, pafel,
womit die eszlust mir benimmt die gastwirthstafel.
Rückert weish. des brahm. 4, 304.

für schofel in der Pfalz auch schofelmatheis, schofelmasematten Klein 2, 139.
 
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schofelalmanach, m., s. schofelarchiv.
 
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schofelarchiv, n.: in ansehung der Kästnerschen epigramme bin ich völlig deiner meinung. hätte sie insgesamt, wie sie da sind, ein mensch ohne namen eingesendet, so wären sie ohne barmherzigkeit ins schofelarchiv geworfen. Bürger an Boie den 25. okt. 1779, s. briefe 2, 367; in ermangelung eines schofelarchivs, dergleichen Bürger neulich hinter seinem ofen in einem geräumigen holzkorbe angelegt haben soll, liesz ich sie (die eingelaufenen gedichte) gewöhnlich, wie sie ankamen, durch die heilige flamme des feuers zu den sternen emporfliegen. aber weil man diese feierlichkeit nicht allgemein erfährt, so bin ich entschlossen, sie künftig zusammen in einem besondern büchlein, unter dem titel, schofelalmanach, gedruckt in diesem jahre: zu verewigen. Voss musenalm. 1784, 222.
 
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schofelig, adj., weiterbildung zu schofel in gleicher bedeutung Adelung, österr. schôflich armselig, schlecht gekleidet Hügel 144a, schofli gemein idiot. Austriac. 111; im erzgebirgischen schflch niedrig gesinnt, nichtswürdig Göpfert 58, in Esthland knickerig, ruppig Sallmann 18.

 

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Artikel 1 bis 2 von 2
1) gon
 ... gon , gohn , m. , ein schöpfgefäsz
 
2) gon
 ... gon , gohn , m. , der für