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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schockelseil bis schockleinwand (Bd. 15, Sp. 1435 bis 1438)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schockelseil, m.: schock- ò schockel-seil, n. corda da ciancolarsi ò de ciancola Kramer dict. 2, 636c.
 
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schockelung, f.: schockung, schockelung etc. ciancolamento etc. Kramer diction. 2, 636c; schockelung (die) oscillatio Steinbach 2, 486.
 
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schocken, verb. , ableitung von schock, n.
1) einen haufen bilden, aufhäufen, so schwed. skocka sig, in einen haufen zusammenlaufen, und mhd. schocken bez. schochen Lexer handwb. 2, 765 f.; aufhäufen, gehäuft anfüllen:

des (geflügels u. a.) gib uns vil, unt heiʒ uns schüʒʒel schochen. minnes. 2, 154a Hagen;

geschocket von füszen, hoch, gewölbt:

die fsslîn klain geschocket.
O. v. Wolkenstein 50, 2, 11.

[Bd. 15, Sp. 1436]



2) in schocke setzen, nach schocken zählen, zunächst vom korn; so schon mnd. schocken Schiller-Lübben 4, 107b. Lexer handwb. 2, 766: in sente Margreten dage (ist fällig) al korn tegede. svat aver er geschocket is, dar an is die tegede verdenet. Sachsensp. landr. 2, 58, 2; nhd. schokken, per sexaginta numerare Stieler 1407; schocken, ausschocken, verschocken, ammucchiare, far' in mucchi ò biche di covoni etc. a sessanta l' uno, far' in sessantine. das getraydig schocken Kramer dict. 2, 636b; schocken, per sexaginta numerare, zu schocken zehlen, sive zusammenlegen. das getreidig schocken, congerere fasciculos frumenti sexagenos. compos. sunt: ausschocken, et verschocken, idemque quod schocken notant Stieler 1778, vergl. ferner Weigand 2, 627. Scherz - Oberlin 1428. im forstwesen das unterholz schocken, zu reisbündeln schlagen und diese in haufen von 60 stück setzen Adelung. Jacobsson 4, 34b. Krünitz 147, 601.
3) mit einer nach schocken bestimmten steuer (s. DWB schock 5) belegen Adelung, aestimare quantitatem tributi, irrogare tributum, tributarium facere Scherz - Oberlin 1428; dafür üblicher beschocken, s. theil 1, 1589 f. Frisch 2, 218c.
4) viele schocke ergeben, die gerste schockt gut u. ähnl. Adelung. Jacobsson 4, 34b.
 
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schocken, verb. stoszen, schütteln, schaukeln, schwanken, zu schock, m., s. daselbst. so schon mhd. schocken Lexer handwb. 2, 766. nachtr. 361, mnd. schocken Schiller - Lübben 4, 107b f.: oscillare schoc reden, schocken ... schucken Dief. gl. 402b, schoken, schacken nov. gl. 274b; schocken, oscillare, ossa movere voc. von 1419 bei Schm. 2, 369. Graff 6, 416; ebenso nl. schokken stoszen, erschüttern: schocken, quassare, quatefacere, collidere, concutere, succussare, offendere Kilian. jetzt hauptsächlich noch mundartlich lebendig, s. Schm. 2, 369. Schmid 476. Sartorius 112 (schocka). Reinwald 2, 160. Spiesz 225 (schck). Hupel 211, nd. schokken, schukken, schukkeln brem. wb. 4, 669. ten Doornkaat Koolman 3, 132b. vergl. ferner die nebenform schucken.
1) transitiv.
a) erschüttern, schütteln: geschocket, quassatus, quassus, concussus Henisch 1544, 19; schokken, succutere, succussare, se[c]ouër, schukken Schottel 1407, quatere, concutere Wachter 1455; mundartlich stoszen Schmid 476. besonders schaukeln, sowol eigentlich auf dem schaukelseil, als auch freier, in schwankende bewegung versetzen. schon mhd., so Parz. 181, 8 schockens als var. zu schockes (s. DWB schock, m. 2); übertragen:

der vrowen wart zme kinde wê.
sie wart geschocket her und dar,
daʒ sie daʒ kint iekit (iezit?) gebar. zeitschr. für d. alterth. 19, 160, 37.

nhd. schocken, schockeln, schauckeln, schuckeln .. cioccare, cioccolare, ciancolare, bisciancolare, biscolare, gall. branler, lat. agitare, ritschen Kramer dict. 2, 636b; geschocket .. cioccato; in dem schiffe etc. geschocket werden, esser ciancolato etc. nella barca. ebenda; so noch bei Adelung und mundartlich, s. Hupel 211. brem. wb. 4, 669.
b) werfen, zuwerfen Reinwald 2, 160, in die höhe werfen Sartorius 112, mit (kurzem) schwunge werfen Schmeller 2, 369. Schmid 476, mit beiden händen in einem bogen werfen Spiesz 225.
c) so von einem kinderspiel, pateln schuckng, glaskügelchen in ein grübchen werfen Schm. 2, 369; schocken, urtare etc. [gioco di ragazzi con pallottole] lanciare. in ein grüblein schocken, lanciar certo numero di pallottole in un fossetto per vedere quante ne risaltino Kramer dict. 2, 636b; schocken, ins grüblein spillen. voc. von 1735 bei Schm. a. a. o. dasselbe ist vielleicht in folgenden stellen gemeint: spiel die inns feld gehörten: .. zum ziel schocken. Garg. 171a; nur zwei kunstwörter habe ich aus diesem wortspeicher (des Garg.) entnehmen können: heuschreckensprung und armdurchschleifen; — denn barlaufen und zum ziel schocken hatte ich auch ohne ihn aus der volkssprache. Jahn 2, 1, 16 Euler;

auff dem Fischerssteg man auch hat
eyrpretzen, öpffel, nüsz und birn,
drumb sie (die rotschmiede) peltzen, schocken und zwirn.
Ayrer 2631, 31 Keller.


2) intransitiv.
a) sich hin und her bewegen Schmid 476. so in dem sprichwort: dem schuldigen schockt das mäntlein, indem er zittert und sich dadurch verrät: doch so ist es ie war, dem schuldigen schocket das mentelein. d. städtechr. 3, 144, 13; dem schuldigen schaudert ... es schockt jm das mäntelin. Egenolff sprichw. 27a; oder auch beim fliehen: flüchtig mann, schuldig mann. dem schuldigen schockt das mäntelin. der fleucht, gibt sich schuldig. 224b; vgl. DWB es schaudert mir. es

[Bd. 15, Sp. 1437]


schockt mir das mentelin. Franck sprichw. 1, 48b. dafür auch de schuldige de schocket (conscius ipse sibi timet et discedere poscit). Tunnicius 1058.
b) sich schaukeln, auf dem schaukelseile, zu 1, a: oscillo jactari, schuckeln, et schaukeln, aliàs schocken, et schützen Stieler 1781; ähnlich: item die weil het der henker alle weil das holtz an die feurstat gelegt und die sitzstat zugeriht, und darnach da setzet sich der henker selber an dieselbigen stat und schoket auf und nider und wolt es versuchen, ob eʒ gereht gemacht wer. d. städtechr. 11, 694, 21; von der schwankenden bewegung eines seiles: da prach oben vier gaden hoh ein ziegl, darauf das sail lag, unter dem dach und schoket hoh auf und nider, das er must nider auf das sail gritling sitzen, untz es verschoket. 10, 166, 17.
c) einen dreher tanzen, so besonders mhd., s. mhd. wörterb. 2, 2, 178a und Schm. 2, 369:

zippelzêhen, schokken dar,
strîchen mit den versen. minnes. 3, 283b Hagen;

da die törper mit ir geilen tritten
geschokket hânt. 287a;

sy (die bauern) gunden frölich schocken
vor den dorff docken.
die ärsz man in ser wacken sach.
Cl. Hätzlerin 2, 67, 287.

hüpfen: ascoliasmus, ludus empusae, das hüpffen oder schocken auff einem fusz. Corvinus fons latin. 71b.
d) daher das herz schockt, hüpft, als ausdruck der freude; diese wendung ist namentlich im 15. und 16. jh. sehr verbreitet:

mein hertz in lust und freude schockt. fastn. sp. 165, 1;

mit solchem iubeln und froloken
mank dausent hertz in freiden wurden schoken. 1149;

mein hertz das wart vor freiden schocken. 1296;

da ward ein jubel und frolocken,
manch muter hertz inn freuden schocken.
H. Sachs 1, 166a;

mein hertz vor grosser freud thet schocken. 318a;

darob mein geist sich hat erquicket,
das er inn jubel schwebt und schocket. 351c;

vor freuden und frolocken
mein hertz im leib ward schocken. 2, 2, 64d;

manch hertz das was in freuden schocken. 101d;

in jubel frewd mein hertze schocket. 3, 2, 88b;

dasz all christliche hertzen schocken,
mit geistlicher freude frolocken. 5, 81b;

das es (das christliche herz) mit jubel und frolocken
mit geistlichen freuden thu schocken. 85a;

o Jupiter mein hertz thut schocken
vor jubelfreuden mit frolocken. 218d;

so auch:

die berg sind frölich und thun schocken. 81a.


e) vom schiffe, von einer seite auf die andere schwanken, infolge schlechter bauart oder falscher bemastung. Adelung. Jacobsson 4, 34b. Krünitz 147, 602; als technischer ausdruck ein schiff schockt, wenn ein schiff, das auf dem grunde fest gesessen hat, bei der flut anfängt flott zu werden, namentlich wenn es anfängt durch die beigesetzten segel fortgeschoben zu werden Bobrik 608b.
f) im ostfriesischen auch auf einander oder zusammen stoszen, zucken, prallen, erschüttert werden, beben, zusammenfahren, erschrecken: dat schokt hum in de leden, zuckt ihm in den gliedern, dat schokt up'n ander, de erde schokt d'r fan, hê schokt gans tosamen u. ä. ten Doornkaat Koolman 3, 132b.
 
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schockenkappe, f. ehemalige tracht vornehmer frauen in Ulm, Augsburg und andern oberdeutschen reichsstädten, mütze aus schwarzem in artischockenform geblättertem sammt, mit zobelpelz verbrämt Campe. Schmid 476.
 
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schockfrei, adj. steuerfrei, abgabenfrei Adelung, immunis a tributo, als kirchen und schulen. Frisch 2, 218c; vergleiche schock, n. 5.
 
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schockgroschen, m. groschen, die nach schocken gezählt wurden (s. DWB schock, n. 4), nach Jacobsson 4, 35a im 14. jahrh. gewöhnlich, besonders in Sachsen, zunächst solche, deren 60 auf eine mark silber giengen, später in Sachsen für die kreuzgroschen, deren 20 einen gulden machten Adelung, vgl. Scherz-Oberlin 1428.
 
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schockholz, n. holz, das aus den ästen der gefällten bäume geschlagen und nach schocken verkauft wird Jacobsson 4, 35a; landschaftlich auch für reisholz, das zu 60 bündeln verkauft wird Adelung; brennholz: das schock holtz galt 9 d. oder einen grossen g., das weren 24 schock schockholtz vor 1 r. fl. Spittendorf 232 Opel; ich kauffte 2 fuder schockholtz,

[Bd. 15, Sp. 1438]


das was gantz durre, und des was 44 schock. 285; acht schock gebundt ader schockholtz. handelb. von kloster Bosau (1536) 34b, s. Germania 27, 179.
 
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schockicht, adj.: schockicht, adj. sexageni, et id, quod per sexagenas determinatur. schockicht, sive zu schocken zehlen, sexagenario numerô coacervare Stieler 1778. — dagegen thür. schöckig in haufen Hertel sprachsch. 220, der ursprünglichen bedeutung von schock entsprechend.
 
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schöcklein, n. 1) demin. zu schöck: die jungen (steinböcke) werden genant kützlin, oder schöcklin. Sebiz 570, ebenso Meurer jag- u. forstrecht (1583) 66b; vgl. ferner kitzlein 2, th. 5, 884. 2) zu schock, n. 7, schweiz. tschöggli, tschöcklein, pflanzenname, eberwurz, carlina acaulis Pritzel-Jessen. Stalder 1, 320.
 
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schockleinwand, f. gewöhnliche leinwand in stücken von 60 ellen Jacobsson 7, 232a. Krünitz 147, 603: das beste garn macht man zcu zîchenstucken und schogleybatin. Chemnitzer urk. von 1444, s. Germ. 27, 179; sunder sie (die weber) machen schoglinwat unde zcîchenstugke, dorczû sie das beste garn nemen. s. ebenda.

 

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1) gon
 ... gon , gohn , m. , ein schöpfgefäsz
 
2) gon
 ... gon , gohn , m. , der für