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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schobhut bis schochter (Bd. 15, Sp. 1429 bis 1430)
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[Bd. 15, Sp. 1429]


Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schobhut, m., nebenform zu schaubhut, s. daselbst (theil 8, 2301), strohhut, besonders der grosze frauenstrohhut Jacobsson 4, 34b. öcon. lex.2 2638 f. Krünitz 147, 598; schlechter, unförmlich groszer hut Albrecht 206a: weil der schobhut steckt (zeichen des marktanfangs). schles. verkaufsurkunde von 1608, s. zeitschr. für d. phil. 20, 488.
 
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schoblatte, f. für schaublatte, eine gerade stange, wie sie auf die sparren eines daches genagelt werden, um die ziegel, schindeln oder schaube zu halten, woraus das dach gebildet wird Krünitz 65, 547.
 
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schoch, interjection, so schon mhd. schoch, auch schohô mhd. wb. 2, 2, 178:

dô quam zuo sich her Îsengrîn.
er sprach 'schôch, ich hân arbeit'. Reinh. 597;

als zuruf an den falken:

und schrai laute nach dem valken:
iu schoch! iu schoho! ob ers horen rchte. d. minne-falkner 79;

mein lder warff ich umbe,
und schrai laute: iu schoho! 96.

meist zum ausdruck der hitze oder kälte: schoch, wie heisz! Garg. 244a;

wer frowen glust will hengen noch (nachgeben),
den frürt gar dick, so er spricht schoch.
Brant narrensch. 82, 59;

frend mirs (die priester) hin zum lwen loch,
da würt aim haisz, dem andern schoch.
Birk Beel (1539) D 2a.

vgl. ferner schuch, schu, z. b.:

schuch! clamat nudus in frigore,
cui gelu riget in pectore. Carm. bur. 234, 12;

ferner Grimm gramm. 3, 298 und Zarnckes anmerk. zu Brant a. a. o.so jetzt noch in süddeutschen mundarten, alemannisch schoch, bezeichnung des schauerns vor kälte, erweitert schocheli Seiler 262b. Schmid 475:

schocheli schoch, wie schnatteret iez und briegget (weint) mi chiimli (keimlein).
Hebel 1, 156 (d. habermus).

ferner bair. Schm. 2, 364. — kärntn. tschô! als zuruf an kühe (um sie zu locken) Lexer 224 vergleicht sich der stelle aus dem minnefalkner.
 
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schoch, m. n.
1) nebenform zu schach (s. daselbst theil 8, 1956 ff.): schoch, idem quod schach Scherz-Oberlin 1427: wer also hoffet sich an dem letsten zu bekeren ist gleich einem der in dem schoch zuicht mit einem der es wol kan und er es aber ubel kan und laszt im alle seine stein nemmen. Keisersberg menschl. baum (1525) 122, s. ebenda;

do sprach er, o du veyle statt,
wie werstu so bald schoch und matt.
Brant narrensch. 46, 54.

dazu auch schochzabel, schochzabelspil Scherz - Oberlin a. a. o.
2) schoch, m. heuhaufe, s. DWB schochen.
3) schoch, n., nebenform zu schock, vgl. daselbst Frisch 2, 218b.
4) schoch, eine art jetzt ungebräuchlicher schiffe. Frisch 2, 218b: manig galey und choch, das ist, lange schiffe, galeen, und vornen und hinten rundliche schiffe, als cochleas, und manig grosser schoch. quelle s. ebenda. vergl. mhd. schohe, der untere schiffsraum:

er barc sich in des schiffes schohen. erlösung 1550 Bartsch.


 
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schochen, n.
1) aufgeschichteter heuhaufen, heuschober, nebenform zu schock, vgl. daselbst; mhd. schoche Lexer handwb. 2, 765, auch als schoch: glossus .. schoch Dief. nov. gloss. 195b; schochen oder tristen (der) meta foeni Maaler 360b. Frisch 2, 218b; schoch, m. un tas de foin, meta foeni. neues dict. (Genf 1695) 316; wenn man die matten höwet, so sol (man) machen einen schochen. Grimm weisth. 4, 480; item die obgeschriben flecken ôn Reckow soellen jaerlich zwen schochen hoeu machen. 5, 219; dann fuhren sie selig hinaus in's feld, tummelten sich auf der wiese, sammelten das heu auf schochen (dazu die anm.: haufen, nur beim heu gebräuchlich). Auerbach schriften 1, 243. — besonders in alemannischen mundarten, schweizerisch schochen Stalder 2, 346, schoche, plur. schöche Hunziker 229. Seiler 262b, schocha Tobler 397b. Bühler Davos 1, 133, bair. schochen Schmeller 2, 364, schwäb. schoch haufen Schmid 475, dazu schöchle, schöchlen, s. daselbst.
2) fusz, bein, meist im plur., mundartliches wort, kaum mit dem verb. alts. skakan (Hel. 2708), ags. sceacan, zittern, fliehen,

[Bd. 15, Sp. 1430]


hinweggehen, gehen zusammenhängend; rheinfränk. schochen beine Frommann 2, 552, 56. 6, 280, 59. Schmeller 2, 364, fürderschochen vorderfüsze Frommann 3, 48, 18; nd. meist schake, s. daselbst theil 8, 2054, schoken Strodtmann 203, westfälisch schoken, m. Woeste 230a, sonst auch schuoke. — schocke: ick gha ouck na nenes gemeynen menschen gange, de schockn sunt mick soo licht im eyrse, ofse von dannenholt edreyt sunt. nd. baurenkomöd. 21 Jellinghaus.
3) in der gaunersprache schochen nachbar Avé - Lallemant 4, 597.
 
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schochen, verb.
1) heu in schochen, schober setzen Campe, schweizerisch schochnen und schochen Stalder 2, 346, schöche Hunziker 229, schocha in windhaufen setzen Tobler 397b. — freier, aufhäufen, so mhd. schochen Lexer handwörterb. 2, 765, schwäb. g'schochet voll, übervoll Schmid 475.
2) beim trinken mit den gläsern anstoszen Campe: schochen, pro schoken, collidere, ut bibentes solent, quum hilari animo sunt Scherz - Oberlin 1428.
 
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schöcher, m.
1) für schächer (theil 8, 1959 f.), so in der gaunersprache für wirt, krugwirt, bierwirt (schächer 3), davon schöchern trinken, verschöchern verzehren, versaufen, schöcherskitt schenke Avé - Lallemant 4, 597. Scherz - Oberlin 1428. schocherbeth, würtshausz; schöchern, trincken; schöcherfetzer, ein würth. Philand. (1650) 2, 638 ('feldsprache'). — die ganze sippe aus hebr. sich berauschen, berauschendes getränk, bier Avé - Lallemant 4, 469. — beschöchern, trinken, schocherbett, wirtshaus, als rotwälsch:

lasset das briefen (kartenspielen) im schocherbett bleiben,
wollet der derlinge (würfel) jonen (spielen) nicht treiben,
leget den blankert (zinnkanne) aus mühsamer hand,
trefft mit beschöchern heut' einen anstand.
Scherffer ged. 421,

vgl. die erklärungen s. 424, und Drechsler W. Scherffer 236.
2) ferner schocher schwarz, aus hebr. , davon schocherer der schwarz gekleidete christliche geistliche, schochern, verschochern sterben, krepieren, verschöchern verraten, anschwärzen, ruinieren u. a. Avé-Lallemant 4, 603.
 
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schocherbett, n., s. DWB schöcher 1.
 
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schöchle, n. kleiner haufen, schweizerisches wort, demin. zu schochen 1, s. daselbst. schöchle, kleiner schochen huw Maaler 360b. Frisch 2, 218b, jetzt schöchli Stalder 2, 346. Tobler 498a. Hunziker 229. Seiler 262b.
 
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schöchlen, verb., das huw in schchle ziehen, colligere foenum in metas Maaler 360b. Frisch 2, 218b. alemannisches wort, vgl. DWB schochen, m. 1 und schochen, verb., jetzt schöcheln Stalder 2, 346. Schmidt 475, schöchle Seiler 262b, schöchla Tobler 397b.
 
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schochter, adj., nebenform zu schüchtern (s. daselbst) bei Luther: szo gar greulich furchten sie der haut fur einen rechten freyen concilio. und haben damit kunig und fursten schochter gemacht, das sie glewben es were widder got. an den christl. adel s. 7 neudruck (Weim. ausg. 6, 407, 1, variante: scheüch, scheü); o des elenden, betrübten, verlassenen christlichen glaubens, der solche schochtere fleddermäuse, und lichthässige, feldfluchtige beschirmer hat. briefe 2, 62.

 

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Artikel 1 bis 2 von 2
1) gon
 ... gon , gohn , m. , ein schöpfgefäsz
 
2) gon
 ... gon , gohn , m. , der für