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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schobeje bis schobern (Bd. 15, Sp. 1426 bis 1428)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schobeje, f. eine art wasservögel, tauchergans, mergus merganser Campe, auch schöbbeje Nemnich. brem. wb. 6, 286.
 
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schobenbier, n.: von gersten und weitzen gemischtes, oft ziemlich leicht und wässriges bier, daher es auch zuweilen schoben- oder stroh- knoten-bier genant wird, so sich im sommer nicht lange hält. schles. quelle vom jahre 1718, s. zeitschr. für d. phil. 20, 488.
 
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schobendecker, m. dachdecker, der strohdächer herstellt Jacobsson 4, 34b. Krünitz 147, 597. vergl. DWB schaubdecker theil 8, 2297.
 
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schober, m.
1) aufgeschichteter haufen, besonders von heu, stroh, korn, wol eine ableitung zu schieben, wie auch schaub, also das zusammengeschobene bezeichnend Grimm gramm. 2, 19. Kluge5 334b. Weigand 2, 627, vgl. auch Wachter 1455. ahd. scobar in glossen: de minore vero (mita, granario) quod scopar appellant; scoberes avenae; scober, huffe, acervus Graff 6, 411; mhd. schober Lexer handwb. 2, 765: acervus .. schober Dief. gl. 9a; pyramis .. eyn schober hew 437a; ein hauffen oder schober, pro acervo meritorum. quelle bei Schm. 2, 361; nhd. schober meta Clajus d. gramm. 37, 17 neudruck; schober, schöber, m. (da schieben) bica, bicca, mucchio, monte, catasta; ein schober heu, heu-schober, ein schober garben, ein schober korn, holtz - schober Kramer dict. 2, 636a; bärne, die, acervi messis, quod aliàs schober et korn-hauffen appellant Stieler 134; schober, der, strues. ein schober heu, sive heuschober, quod etiam dicunt heuschochen, et bierling, meta foeni. holzschober, strues lignorum. 1781; schober (der) cumulus, acervus. ein schober späne, strues segmentorum; ein schober heu, foeni meta Steinbach 2, 484. Frisch 2, 218a. mundartlich in den östlichen, besonders bair.-österr. dialekten, s. Schm. 2, 361 f. Birlinger 401a. Höfer 3, 110. Hügel 143b. Schöpf 642; schôbar Castelli 249 (übereinandergelegtes stroh oder heu). Zingerle 50a. cimbr. wb. 228b, schouber Lexer 224. ferner Weinhold 87b. Hertel sprachschatz 220 (von getreide). Hupel 211. der plur. heiszt schöber und schober, ersteres besonders bairisch, schöber und schüber Schm. 2, 361. Lexer 224; in der heutigen schriftsprache durchweg schober, s. die belege. zur bedeutung vgl. noch öcon. lex.2 1, 1167 (heu-schober) Krünitz 147, 597. im einzelnen
a) von (unausgedroschenem) getreide, ein haufen garben, besonders eine grosze aufhäufung von korn oder heu, die rings um eine lange, starke, in die erde getriebene stange angelegt und mit einer schicht stroh oder einem dache bedeckt wird, um auf dem felde stehen zu bleiben, wenn man nicht scheuern genug hat, um das korn oder heu zu bergen, vgl. die beschreibung bei Colerus hausb. 1, 162. in einer kärntnischen quelle vom jahre 1577 in feld- und zahlschober unterschieden: wann ein baumann einen acker abzuschneiden anfähet, solle er den trayd in grosse feldschüber von der sichel her schlagen ... an welchen orten aber die feldschöber zu machen nicht gebräuchlich, sondern das getrayd in zahlschöber gelegt und geschöbert wird, sollen als oft in ein zahlschober sechzig garben geschöbert werden (vgl. 2), s. Schmeller 2, 361; man mache mit den garben fein grosze schöber. Colerus hausb. 1, 162a; dann der gantze hauff oder schober desz getreydigs musz unten breit seyn, und darnach immer enger und enger werden, bisz er oben spitzig zugemacht wird, wie man sonsten auch heuschöber pfleget zu machen. ebenda;

[Bd. 15, Sp. 1427]


hochgehäuft zum dache,
liegt das korn im fache:
und ein schober steht
vor der scheun' erhöht.
Voss 4, 146,

kühl blies der wind, es war october;
leer waren die felder, voll die schober.
Immermann 13, 88 Hempel.


b) von stroh:

im stroe fallt ir zwischen die schober. fastn. sp. 386, 13;

er brennet, wie ein schober stroh,
dem glühnden pfluge nach.
Hölty 188 Halm.

auch von mist:

und wo von mist ein schober,
setz' ich die bürde ab.
Grillparzer4 2, 26.


c) von heu (vgl. die glossen, s. oben); die kleineren haufen, worin das heu zum trocknen zusammengeharkt wird, heiszen brechschober oder windhaufen, während schober meist die gröszeren haufen bezeichnet, in denen man das fertige heu drauszen stehen läszt, vgl. a: und recht sein hēw über ein hauffen oder schober. quelle bei Birlinger 401a; 'aber wer macht sich denn hier noch mit heu zu schaffen?' fuhr er in seinen gedanken fort, als er den schober bemerkte. Keller 6, 373;

ferten, wo man das hey auf vieng
und do wyr auf dem schober lagen. fastn. sp. 994, 13;

dasz kein bawr kein hewstadel hat,
sonder zu feldt es ligen lat,
rechen das hew zusammen doch
auff schöber, auff zwo klaffter hoch
und lest es auff dem felde drausz.
H. Sachs 4, 3, 117d;

dort die schober des heus, dort mähende!
Voss 1, 22 (Luise 1, 133);

schau unsrer mägdlein schwarm,
die mit entblösztem arm
des trocknen heues wellen
gehäuft in schober stellen. 2, 305;

die mägdlein, dalderaldei!
sie häufen schober von heu! 4, 111;

eher als dein herz entzündet sich ein schober nasses heu!
Platen 284b.

so auch:

wil dann der man tragen ain chranz,
so wil si haben ainen schober ganz
von pluemen und von grüenem gras.
Vintler pluemen der tugent 9451.


d) in weiterer übertragung auch von andern dingen, von federn: diese (vögel) brachte man mir schockweise in's schiff, legte sie mit den köpfen nach innen, so zierlich gehäuft, dasz die langen bunten federschweife, nach auszen hängend, im sonnenglanz den herrlichsten schober bildeten, den man sich denken kann. Göthe 27, 171. vom haar, büschel, schopf:

er (Absalon) trug auf seinem haubte
ain groszen schober har. quelle vom j. 1562 bei
Schm. 2, 362.


e) sogar von menschenhaufen: wo ganze schober leut beysammen stehen. quelle bei Schm. 2, 361.
2) gern verbindet sich mit schober ein zahlbegriff, sodasz es einen haufen von bestimmter grösze und zahl der garben oder bündel bezeichnet; vgl. die ganz analoge bedeutungsentwicklung von schochen, schock. wie dieses enthält es meist 60 garben: Pict. hat schober, auch von garben, 4. mandel das ist 60, sonst ein schock. Frisch 2, 218a; man mag nach dem malter wohl gröszere masz und namen machen, als: ein schober macht 4. malter, vier schober eine last, 4. last machen ein mudt. ebenda; 60 büschel stro, man heiszt es allhie schober. quelle vom jahre 1595 bei Birlinger 401a; so in Schwaben und Baiern 60 bündel oder büschel, auch ohne dasz diese in einem haufen zusammenliegen, ein schober buechenwellen 60 reisigbündel, dagegen enthält ein schöberlein in Nürnberg den 6. theil davon, also 10 büschel Schm. 2, 362. in Österreich ebenso vom ausgedroschenen stroh, dagegen bei getreide eine unbestimmte zahl, etwa 12—20 garben, die auf einem pfahl mit seitensprossen aufgehäuft und getrocknet werden Höfer 3, 110, im ungrischen berglande 27 garben roggen Schröer 204a. — in Kärnten als bloszes zahlwort, eine anzahl von vier: ã schouber nussn, zweschpn Lexer 224.
3) pfanne; wol ein vom vorigen ganz verschiedenes wort von eingeschränkter verwendung. in salzwerken heiszen fegeschober (s. daselbst theil 3, 1415) kleine pfannen, die vor dem körnen des salzes in die gröszeren gesetzt werden, um den schlamm aufzunehmen Adelung. Jacobsson 1, 688b. Krünitz 147, 597.
4) schuppen, hundehütte (?):

in den gehöften taub' und huhn auf ihrer stange ächzend ducken,
der hund in seinem schober heult und fühlt den wurm im hirne zucken.
A. v. Droste - Hülshoff 2, 10.

[Bd. 15, Sp. 1428]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schoberbinderin, f.: auch war es ihm bereits gelungen, den deutsch-ungarischen schober-binderinnen kroatische entgegenzusetzen. didaskalia vom 1. sept. 1872.
 
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schoberfleck, m. runder platz auf einer wiese im umfange von 5—8 klaftern, der etwa eine elle hoch mit heu bestreut wird, worauf nachher die schober aufgethürmt werden, auch schoberflatsche, flatsche, heuscheibe. öcon. lex.2 783. Jacobsson 4, 24b. Krünitz 147, 597 f.
 
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schobergrün, n. Schweinfurter grün, der bekannte grüne färbstoff Karmarsch-Heeren3 7, 779.
 
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schöberlein, n.
1) kleiner schober, bicarella, mucchietto Kramer dict. 2, 636a; in Nürnberg ein haufen von 10 bündeln stroh, s. DWB schober 2: sind schöberlein, die man in der eil, die reihe setzt, wann es regnen will, dasz nicht alles nasz wird, parvi foeni acervi. Frisch 2, 218a.
2) in Österreich schöberl (bez. schöbarl Castelli 249, schöbela Schröer 288b) ein gericht von mehl, semmel und eiern Jacobsson 7, 267a. Krünitz 147, 598. Schm. 2, 362. Klein 2, 138, mehlspeise in der suppe. idiot. Austriac. 114. Hügel 143b.
3) eine schlechte weiberhaube Castelli 249.
 
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schöberlich, adj. haufenweise, gehäuft:

die schüsseln hochschöberlich beschwert.
Scherffer Grobian. 16,

s. Frommann 4, 184. Drechsler W. Scherffer 236.
 
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schöberling, m. name verschiedener pilzarten: der korallenschwamm, clavaria coralloides Nemnich; die bärenpfote, clavaria botrytis oder corallodes Pritzel-Jessen 459; der zungenschwamm, fistulina hepatica 460; der bock, eichhase, ziegenbart, polyporus umbellatus 464, vgl. Oken 3, 134, boletus ramosissimus Nemnich.
 
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schobern, verb. in schober setzen, zusammenhäufen. ableitung von schober, s. daselbst. mhd. schoberen, auch schuberen, schibern Lexer handwb. 2, 765 und nachtr. 361. mundartlich besonders bair. schobern, schöbern, schubern, schübern Schm. 2, 362, und österr. als schobern Klein 2, 138. Schröer 204a und schöbern Castelli 249. Schöpf 642: schobern, it. verb. compos. aufschobern, aufeinander- è zusammen schobern, bicare, biccare, abbicar, ammucchiare, it. accatastare; das heu etc. schobern Kramer dict. 2, 636a f.; ich schobere in struem colligo, geschobert coacervatus Steinbach 2, 484; schobern, aufschobern, conferre in metas, acervare foenum Frisch 2, 218a, vgl. noch Krünitz 147, 598; heu schobern:

der (bauer) het ein gabeln in der hant
und schoberte sîn höuwe dâ.
Grimm Reinhart 328, 1013;

ein bauer könte wohl so dencken,
dasz Griethe, welche starck und klein,
zum schobern und zum flegel-schwencken
nicht allzuflüchtig würde seyn.
Picander 2, 427;

mäher und harkerin drüben, um schwad' und geschobertes grummet.
Voss 2, 219;

doch in des mittags gluthen, vom emsigen rechen gewendet,
duftiger als es geblüht, dampft das geschoberte heu.
Rückert (1882) 2, 504;

im bilde, obscön:

schubren half ich ir das gras.
O. v. Wolkenstein 64, 2, 11.

einen schober schobern: wann die haar (ungekämmt) einem heuschober gleich seind, welchen der sturmwind geschobert hat. Abraham a S. Clara werke 14, 452; im Zillerthal frucht schöbern, getreide in hohen haufen an der luft trocknen Schm. 2, 362; von andern dingen, aufhäufen, gehäuft anfüllen: das öl, das aus den brustbeinen der heiligen jungfrau Walpurga tropft, wird in einer goldenen schale aufgefangen, und läuft in derselben nie über, sondern es schobert sich. ebenda;

eʒ was geschubert über einander
funf hûfen von fuoter.
Ottokar reimchron. 7747;

scherzhaft:

wohl von mandeln und beerenseim
ward hier etwas erobert,
wann die nachbarin uns geheim
voll den teller geschobert.
Voss 5, 48.

ebenso beschobern:

du sollst den teller auch mit essen hoch beschobern.
Scherffer Grob. 131, s.
Drechsler s. 236.

übertragen (im mhd.).

ir wart des jâmers fuoder
geschubert und gehouft.
Ottokar reimchron. 1161;

zusammenziehen, reducieren:

seyd all mein jâr z ainem tag
geschwbert sein, die ich ye hab verzert.
Osw. v. Wolkenstein 113, 1, 12.

 

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Artikel 1 bis 2 von 2
1) gon
 ... gon , gohn , m. , ein schöpfgefäsz
 
2) gon
 ... gon , gohn , m. , der für