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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schnutz bis schobenbier (Bd. 15, Sp. 1425 bis 1426)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnutz, m., schnütz, fetta grosa, pezzotto grande di carne, massime arrosta Kramer deutsch-ital. dict. 2 (1702), 636a: übergebliebene schnutzen, gute, fette schnutzen von dem gastmahl nach hause tragen, die besten schnutzen aufheben. ebenda. vielleicht verwandt mit schnatz 1 (oben sp. 1199) oder mit schnotze, schnotzen, m. fleischwulst, s. dieses oben sp. 1380.
 
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schnutz, m. nasenschleim, daneben schnutt, auch als schelte gebräuchlich Vilmar 365, wahrscheinlich verwandt mit schneuzen, s. dieses oben sp. 1322 ff. in den gleichen zusammenhang gehört augenscheinlich das gleichfalls hessische schmähwort schnutzkiwwel, schnutkiwwel Pfister 265.
 
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schnützen, verb., s. DWB schneuzen oben sp. 1322 ff.
 
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schnutzig, adj. zu schnutz, rotzig, vom pferde: also dasz ich darausz erachten kundte, es müsten sich in der nähe eine truppe reitter auffhalten, und irgend einen streiff, nach unserer soldaten art, auff ein sester dürr - bieren, oder ein par bauren schuhe, oder wan es wohl gerahtet, auff ein schnutziges pferd thun wollen. Philander 2, 30. allgemeiner wie 'schmutzig, voll unflat': so er ansicht die würtin, die kellery dʒ die unfletig sint, und döchter kommen mit einem wüsten schnützigen fürtch. Keisersberg bilg. 206b; wenn er sicht das die deller schüszlen und leffel und andre ding schnutzig sint, und feyst und wüst. ebenda.
 
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schob, m. bund stroh, nebenform zu schaub, s. daselbst theil 8, 2294—97, und ferner schof. sie begegnet bereits ahd. und mhd. und beruht vielleicht auf altem ablaut. ahd. scob glossus ('zwischen raden und stroh') Graff 6, 408. 410, mhd. schop, schob Lexer handwb. 2, 770. 776. jetzt zuweilen in oberdeutschen mundarten, so schwäb. schob neben schaub, schab Schmid 453, schôb Zingerle 50a. cimbr. wb. 228a. aber auch in der nhd. schriftsprache bezeugt: schoeb v. schoof Schottel 1407, schob, schof (schab) m. fascio, fastello. ein schob stroh Kramer dict. 2, 636a; ferner bei Adelung ('in der landwirtschaft Ober- und Niedersachsens'). Campe. Krünitz 147, 596 f. plur. schöbe öcon. lex.2 2639, schöbe und schobe Jacobsson 4, 34b: schoebe unn stro von der zehende schuiren. quelle bei Scherz-Oberlin 1427; von einem schock bürden stroh-schoben iede bürde von zehen schoben 9 groschen; von schilff- oder rohr - schoben 12 groschen. schles. quelle von 1662, s. zeitschr. f. d. phil. 20, 488; das beste und längste stroh soll zu seilen und schöben ausgesondert werden. Becher hausvater (1714) 60. — dafür schobe, f.: wie raketen und leuchtkugeln flogen die schoben und bald war ganz Buchenrode ein einziges flammenmeer. Weisflog (1824) 1, 36, vgl. mnd. schobbe (leere?)

[Bd. 15, Sp. 1426]


garbe, und als deminutiv schobbek(e), kleine garbe: gelima, schobbek, eyn luttike garve vel schobbeck (voc. Locc.) Schiller-Lübben 4, 107a; in Lippe schowwek, m. ausgedroschenes bund stroh von der stärke eines schaubes Frommann 6, 481.
 
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schoband, m. abdecker, schindersknecht, henkersknecht, mnd. schobant, s. Schiller-Lübben 4, 107a; aber auch in hochd. quellen norddeutschen ursprungs; so führt Frisch 2, 218a aus einer Lübecker chron. u. a. an: es stach sich einer die kehle ab, und der schoband führte ihn aus der stadt, und begrub ihn uf der schobands-kuln; ferner: das benimt ihm nieman, als der schobant. Eiselein 554. versuch einer erklärung s. nd. korrespondenzbl. 9, 73.
 
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schöbbeje, s. DWB schobeje.
 
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schobbel, m. im wasserbau ein gemisch von schelpen oder kleinen muschelschalen und grobem sande, das die see auswirft Jacobsson 4, 34a. brem. wb. 4, 667.
 
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schöbe, f., ut eine schöbe brot, missio panis in furnum, soviel auf einmal ein becker in den backofen schiebet Stieler 1781; ein schub (schöbe) brod Kramer dict. 2, 514a; schöbe (die) quantitas panum per unam cocturam paratorum Steinbach 2, 484.
 
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schobeje, f. eine art wasservögel, tauchergans, mergus merganser Campe, auch schöbbeje Nemnich. brem. wb. 6, 286.
 
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schobenbier, n.: von gersten und weitzen gemischtes, oft ziemlich leicht und wässriges bier, daher es auch zuweilen schoben- oder stroh- knoten-bier genant wird, so sich im sommer nicht lange hält. schles. quelle vom jahre 1718, s. zeitschr. für d. phil. 20, 488.

 

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1) gon
 ... gon , gohn , m. , ein schöpfgefäsz
 
2) gon
 ... gon , gohn , m. , der für