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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schnurrichtung bis schnurrpfeifer (Bd. 15, Sp. 1421 bis 1422)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnurrichtung, f. richtung nach der schnur, nach einer geraden linie. Campe als neue verdeutschung von alignement.
 
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schnürriemen, m. ein lederner riemen, der zum zuschnüren dient Adelung, schnür-riem Kramer deutsch-ital. dict. 2 (1702), 635b, fascia pectoralis Alberus.
 
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schnurrig, adj. und adv. , mit der nebenform schnorrig, niederd. dän. snurrig, älter auch schnurricht, nach schnurre und schnurren in mehrfachem sinne.
1) schnurrend, brummend; schnorricht, schnurricht, susurrans, fremebundus, frendens Stieler 1889; in der erweiterten form schnurrechtig: der elephant hat ein heisere schnurrechtige stimm. Forer thierbuch 75a; übertragen von menschen, mürrisch, unfreundlich: es sind etliche schnurrige und knorrige (tam importuni ac nodosi) menschen, wie ein bawm mit viel esten, so unfreundlich, das niemand gerne mit yhn zu schaffen hatt. Luther krit. ausg. 12, 352, 6; heute landschaftlich, brummend, in der Schweiz Stalder 2, 346.
2) voll schnurren (vgl. DWB schnurre, f. 9), wie schnurren geartet, lustig, possierlich, lächerlich, seltsam, drollig: ein schnurriger mensch; sowie ich einmal einen (Franzosen) gesehen habe, das war eine schnurrige kröte! Lessing 1, 412; obgleich er sich nicht viel aus der base machte, und sie für eine schnurrige person hielt. Keller 5, 217; von einem affen: die kunststücke seines schnurrigen vorgängers. Hebbel 1, 59;

potz wetter! ja, ich irr mich nicht,
das ist dasselb schnurrge gesicht,
der Orientale, mein bekannte.
Tieck kaiser Octavian. 371;

ich hab ein altes buch,
das thut von ihm berichten
viel schnurrige geschichten.
Bürger 20b;

ich will euch erzählen ein mährchen gar schnurrig. 66a;

o seyd doch, höchlich bitt' ich drum,
seyd diesmal doch nicht so kurrig,
denn seht! es wär doch schade drum,
das ding ist ja so schnurrig. 50a;

von versen: ich hebe es (ein stückchen kalender) der verse wegen auf, die über den monaten stehen. sie sind recht schnurrig! Lessing 1, 330; die schnurrigen einfälle dieses mädchens. Hermes Soph. reise 2, 193; ein mächtiges, rohes oder schnurriges bild darin (in einer sprache) ausdrücken. Möser phant. 1, 202;

im Beverland hört' ich die schnurrige weise.
H. Heine 1, 353 Elster;

etwas sieht schnurrig aus, klingt schnurrig; auch einem ist schnurrig zu mute (wie komisch theil 5, 1625):

mir ist oft so hämisch, so dämisch und dumm,
so hurrig und schnurrig und weisz nicht warum.
Fr. Müller 1, 314;

in witzigem schwanken der bedeutung mit oben 1:

radgeschnurr und schnurrig lied
sind der beste zauber,
den ein loser vogel flieht,
kukuk oder tauber.
wer von liebe girrt und gurrt,
wird abgeschnurrt.
Voss 6, 24.

[Bd. 15, Sp. 1422]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnurrigkeit, f. 1) die eigenschaft, schnurrig zu sein. 2) mit plur., ein schnurriges ding, eine schnurre (9):

ein kranz von klugen, nur nicht stolzen leuten,
die sich auf witz verstehn und schnurrigkeiten (var. drolligkeiten).
Bürger 64 Sauer.


 
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schnurring, m. in alter sprache, mhd. snürrinc, ahd. snurrinch, der possenreiszer, narr, thor, vgl. oben unter schnurrant und schnurren; auch ein theil des weiblichen kopfputzes. später noch vogelname: schnurring, ein vogel, ochropus magnus Maaler 360a
 
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schnurrkäfer, m. name des rosskäfers, scarabaeus stercorarius. Nemnich 4, 1238.
 
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schnurrkater, m., -katze,f., -kauz,m. landschaftliche namen des brummkreisels: (ich) machte ihnen (den kindern) schnurrkatzen und nuszklappern. Hoffmann v. Fallersleben mein leben 6, 270.
 
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schnurrock, schnürrock, m. mit schnüren besetzter rock oder rock, der geschnürt werden kann: polnische schnürröcke.
 
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schnurrohr, n., auch putzrohr, eine art rohr, welche in den dünnsten, schnurartigen stäbchen für die zwecke der putzmacherei in den handel kommt.
 
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schnurrpfeife, f., nd. snurrpipe, holl. snorrepijp, dän. snurrepibe, ursprünglich eine schnurrende pfeife, aus einem pflanzenstengel hergestellt, z. b. als kinderspielzeug, vergl. ten Doornkaat Koolman 3, 251b; pfeife mit schnurrendem tone, wie sie wandernde musikanten auf der strasze spielen. fistula, lamina orichalcea crepans Frisch 2, 50b; übergegangen in die bedeutung 'spielzeug, tand', auch nipptischsächelchen (res frivolae) Hermes Soph. reise 2, 404; dann kindereien, albernes geschwätz, vergl. schnurrpfeiferei: sie wollte schon ihre alten schnurrpfeifen anfangen von kindern die der böse ausgetauscht hätte. Salzmann Seb. Kluge 81; obgleich darinnen (im Gil Blas) verzweifelte schnurrpfeiffen vorkommen. Weisflog Rob. (vorrede); verschiedene schnurrpfeiffen, sonderlich von liebesbriefen. 95; unnützes zeug, elendes hausgerät Schütze 4, 149. brem. wb. 4, 902; snurrpypen un haspeltangen in diesem sinne Richey 275. Adelung schlägt auch die ableitung von niederd. snörpipe vor, einer bezeichnung der kleinen blechernen röhren, womit die schnürbänder am ende beschlagen sind. brem. wb. 4, 898, daher komme die bedeutung 'wertloses zeug'. dieser erklärung steht die heutige aussprache und die regelmäszige schreibung mit rr entgegen. nur vereinzelt begegnet schnurpfeife: diese vita Aesopi ist an sich eine schnurpfeife, eine elende kurzweile für Hanshagel. Reiske bei Lessing 13, 447.
 
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schnurrpfeifer, m. derjenige, der eine schnurrpfeife spielt, der schnurrpfeifen treibt.

 

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Artikel 1 bis 2 von 2
1) gon
 ... gon , gohn , m. , ein schöpfgefäsz
 
2) gon
 ... gon , gohn , m. , der für