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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schnurrbart bis schnurrecht (Bd. 15, Sp. 1413 bis 1417)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnurrbart, m. mystax, nd. snurrbaard, holl. snorbaard, eigentlich von den barthaaren einer schnurre, thierschnauze (vgl. unten schnurre 6) gesagt, und zunächst in derber rede, dann seit dem 18. jahrh. allgemein und harmlos auf den menschlichen entsprechenden bart übertragen; vergl. auch schnauzbart oben sp. 1209.
1) bart über der oberlippe, beim männlichen geschlechte: wie verändert ihr seid — das macht der schnurrbart. Lenz 1, 289; mir den grauen schnurrbart lassen raufen. Kotzebue dram. werke 3, 294; ein schwarzer schnurrbart von wunderbarer fülle, welcher über den lippen hing. Immermann 1, 56; die oberlippe, auf welcher ein schwärzlicher schnurrbart lag. Keller 6, 226;

(sie) wischen sich trocken und schieben zur seite,
dasz er den speisen den weg nicht bestreite,
schnurrbarts buschigten halben kranz.
Lenau ged. (1865) 454;

männliches, soldatenhaftes, auch wildes aussehen verleihend: Schnaps. zum zeichen geb ich euch diesen schnurrbart. Märten. einen schnurrbart? Schnaps. den jeder bürgergeneral tragen musz. Göthe 14, 271; mit fürchterlichem schwarzen schnurrbart. H. Heine 3, 154; es schien ein ehemaliger kriegsoberst zu sein, da er einen langen grauen schnurrbart trug. Keller 7, 129;

halb geht er ja wie ein soldat! ..
ein schnurrbart und ein rock, gar eng,
dabei ein blick, possierlich, streng.
Hebbel 2, 10;

besonders von Ungarn getragen: eine art Ungar, mit groszem schnurrbart. Grillparzer 16, 27; von studenten: ich sah den secretär an .. aber nur wegen des schnurrbarts, den er sich auf der akademie hat wachsen lassen. Hebbel 2, 94;

[Bd. 15, Sp. 1414]


ich seh ihn schon
mit seinem schwarzen schnurrbart, den echten musensohn.
Chamisso 2, 158;

studentisch: schnurrbärte hauen, auf dem fechtboden einem fuchs ins gesicht hauen. Kluge studentenspr. 123b.
2) schnurrbart, der träger eines schnurrbartes, grimmig, mürrisch aussehender mensch: was sagst du, ich lüge? das leide ich nicht, du alter schnurrbart. Pestalozzi Lienh. u. Gertr. 1, 279; du bist mir lieb, Franz, und ich will dir nicht mehr schnurrbart sagen. ebenda; mensch von soldatenhaftem äuszeren: der alte schnurrbart von Preuszen wird die hütchen à la Falckenstein schon zusammenreiszen, denk ich. Lichtenberg 8, 242; ein jeder ungrische schnurrbart vom geniecorps ist willkommen. Mörike 2, 322; die beiden schnurrbärte grüszten militärisch. Gutzkow ritter vom geist 2, 219;

sieh den piqueur der reiter! jenen da!
den schnurrbart mit den prallen schenkeln!
Freiligrath dicht. 1, 129.


3) in der studentensprache des 18. jahrh. schnurrbart der häscher (vergl. auch unten das masc. schnurre und schnurrwächter). Kluge studentenspr. 123b; in der form schnorrbart: als der pedel dem prorector nachricht davon gegeben hatte, bekam er befehl, mich .. durch die dasigen schnorrbärte in arrest zu führen (in Jena). der reisende avantürier 2 (1749), 431.
4) schnurrbart, name einer art des kabeljaus, gadus cimbricus. Campe.
 
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schnurrbärtchen, n. kleiner, zierlicher schnurrbart: der junge hübsche maler aus der kapelle, der .. wohlgefällig sein schnurrbärtchen strich. Eichendorff 2, 432; dessen lange schwarze haare und schnurrbärtchen sorgfältig gepflegt waren. Keller 5, 11.
 
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schnurrbartei, f. in der studentensprache des 18. jahrh. scharwacht, wachtlokal der schnurrbärte, auch schnurrbardei, vgl. Kluge studentenspr. 123b:

vom wütenden tumult, von schreyen und von wetzen
war seine seele voll, erstiegne schnurrbarthein
und ständchen, fielen ihm im süszen schlummer ein.
Zachariä 1, 42;

heut wohnen wir am graben.
bald überm markt erhaben,
bald in der schnurrbartei,
bald in der Mäderei.
Keil stud.-lieder 119.


 
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schnurrbärtig, adj. mit schnurrbart versehen: mein schnurrbärtiger landsmann. Thümmel 8, 22; schnurrbärtige gesichter; übertragen, von kurzem, barschem wesen: wodurch unsere rot- und blauröcke öfter als durch ihre schnurrbärtige liebenswürdigkeit die herzen der frauen bezwingen. H. Heine 3, 38; immer schlicht und treuherzig, ohne schnurrbärtiges wesen und hochmuth. Freytag dram. werke 2, 106.
 
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schnurrborsten, f. pl. die an der schnauze mancher thiere befindlichen borsten: zu beiden seiten der schnauze stehen elf bis zwölf querreihen runder, abgeflachter, horniger schnurrborsten. Brehm illustr. thierl. 2, 807.
 
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schnurrbreme, f. schnurrendes insekt, bremse (s. theil 2, 362): der richter und der welt gerechtigkeyt wird damit gestupfft, dasz sie jr recht feyl hat, und die groszen hummeln und dieb laszt durch hin schlupffen, und die kleynen henckt sie, wie Anacharsis das recht einer spinnwepp vergleicht, dardurch die schnur premen faren, die mucklin bhangen. S. Franck sprichw. 1, 33b.
 
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schnurrbruder, m. bettler, nd. snurrbroder Dähnert 440.
 
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schnürrchen, n. eine kleine schnurre, lustige geschichte, anekdote. Hermes Soph. reise 1, 400.
 
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schnurre, m.
1) in studentischer sprache der mit einer schnurre, knarre versehene häscher, scharwächter, nachtwächter, sicherheitssoldat einer universitätsstadt. Kluge studentenspr. 123b: dieser streit (zwischen studenten und häschern) daurete über eine halbe stunde, und die schnurren sahen sich, nach einigen empfangen wunden, zuletzt genöthiget wieder abzuziehen. der reisende avantürier 2 (1749), 431; die schnurren haben gute kopfnüsse bekommen. der deutsche student (trauerspiel, Lüneb. 1779) 15; donnerstags machten die studenten einen groszen ditto (lärm) auf der strasze, und die schnurren schlugen wirklich zu. Lichtenberg 7, 87; (die universität) war schon vollständig eingerichtet mit schnurren, pudeln, dissertationen. H. Heine 1, 5; drück dich, schnurre! Immermann 16, 432;

und ausfäll oft zu thun auf armer schnurren wacht.
Zachariä 1, 34;

der letzte stuhlgang, den ich thu,
der kommt allein den schnurren zu,
den bart damit zu wichsen.
Keil stud.-lieder 98.

[Bd. 15, Sp. 1415]


studenten ziehen nachts, um die nachtwächter zu ärgern, vor die scharwache mit dem rufe: schnurren heraus! Frommann 3, 352; sprichwörtlich sagt man in Franken von einem starken raucher: er raucht wie ein schnurr. ebenda.
2) schnurre, wie schnurrer, umherziehender bettler, landstreicher.
3) kleiner rausch: er hat einen schnurren. Lichtenberg 3, 76; niederd. he hett en snur, er ist betrunken Schütze 4, 149; holländ. ebenso hij had een' snor aan; dän. snurr, haffuer er en liden snur paa, ebriolus Kristiansen ordbog over gadesproget (1866) 328. vgl. das fem. schnurre 8.
 
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schnurre, f. schnurrender laut und schnurrendes ding; mhd. mnd. snurre; zum theil mit der nebenform schnorre (belege im folgenden verstreut, vgl. namentlich unter nr. 6), in nächster etymologischer beziehung zu schnarre sp. 1185, doch im begriffe eigenartig entfaltet.
1) das schnurren, der schnurrende laut und die schnurrende bewegung:

in solches sûsens snurre.
J. v. Frankenstein 10678;

in formelhaften fügungen:

nim mit dir die trumel dîn
unt slach si nâch der snurren (sausend rasch). minnes. 3, 197b Hagen;

pehender snurr (in sausender eile)
ward er gesteckt auff hher gar unsesse (Christus ans kreuz).
O. v. Wolkenstein 106, 11, 7;

mundartlich noch: 's jît in der schnurre, rasch hintereinander. Jecht 98; in der schnurre bleiben, in der gewohnten bewegung und thätigkeit; einen wieder in die schnurre bringen, wenn jemand in seiner rede stecken geblieben ist. Wander 4, 311.
2) übertragen auf unruhiges umherziehen, um zu betteln oder geschlechtlich auszuschweifen, landschaftlich verbreitet (vgl. dazu das verb. schnurren unten): unterrhein. auf die schnurre gehen, betteln gehen Kehrein nachtr. 49; in Preuszen auf die schnurr gehen, in die spinnstube gehen, aber auch von solchen, die an den abenden nach dem manne suchen Frischbier 2, 309; nürnbergisch in die schnurr gerathen, liederlich werden Schm.2 2, 581;

(du betrügst) frawen und auch jungfrawen mehr
umb reinigkeit und weiblich ehr,
die du bringst in die schnurr hinein.
H. Sachs (1558) 1, 228;

wenn ein hur
ist in der schnurr lang umbgeloffen,
unter mönnich und pfaffen gschloffen. 4 (1578), 3, 61b.


3) schnurre, von schnurrenden geräten, so vom spinnrad und von der knarre des nachtwächters Adelung; von einem kreisel: die schnurren, groszer holer dopff, gibt ein grosz gereüsch, so er zogen wirt, trochus. Maaler 360c; nassauisch die schnorr, ein schnarrendes kinderspielzeug Kehrein 363; niederd. snurre, snurrnôt, brummkreisel Dähnert 440b; snurre, ein spielwerk der kinder, bestehend aus einer ausgehöhlten groszen haselnusz, einem festen zwirnfaden, einem stäbchen und einem apfel Woeste 247a; in Lief- und Esthland die schnurre, der hölzerne schlüssel am brummkräusel Hupel 211; auch roulett, hazardspiel, nd. snurre oder snurrmess Zachers zeitschr. 6, 214, vgl. dazu schnurren 10; mittelrheinisch schnurre, schnorr, karroussel: das ganze lebendige bild, das sich auf dem Main (durch das eisvergnügen) entwickelt, wird noch durch errichtung einer schnorr dieser tage gehoben werden. Frankfurter journ. vom 14. dezbr. 1871; in Düringen die schnurren ein auf einer schnur tanzender knopf oder bleiplatte Kleemann 20a; als musikinstrument unter anderen: lullepfeiffen, schwegeln, maultrummen, schnurren. Garg. 82b.
4) schnurre, landschaftlich auch schlechtes, klapperndes hausgerät: schnurren, gerümpel Adelung; niederd. snurren, übertragen auch auf nichtswürdige dinge, schlechte schriften: dat bôk is man êne snurre, das buch ist ein elendes geschmiere. brem. wb. 4, 902; snurren, nichtswürdige dinge, possen Schütze 4, 149; die schnurre, welche sie wissenschaft heiszen, .. ist bei uns ordentlich zum gelächter geworden. Möser patr. phant. 1, 8. vgl. dazu unten 9.
5) schnurre, borstiges barthaar bei katzen und anderen thieren, im plur.: die füsze (des seebären oder der bärenrobbe) sind dunkelbraun, die schnurren bräunlich-schwarz. Brehm illustr. thierleben 2, 783; (der seehund) mit weiszen, kurzen, braun gewellten schnurren. 791;

ein kater putzte sich nicht weit davon
die schnurren mit der pfote.
Platen 177.

der volkswitz in Leipzig nennt schnurre das lange, gedrehte, abstehende ende des schnurrbarts. Albrecht 205b.

[Bd. 15, Sp. 1416]



6) älter aber schnurre eine vorwärts gestreckte thierschnauze, niederd. snurre, nase, schnauze, besonders vom schwein brem. wb. 4, 901; oberdeutsch gewöhnlich in der form schnorre, mit umlaut schnörre, so schweiz. Stalder 2, 344; schwäb. schnörr, rüssel Schmid 475; bair. schnurren, schnorren, maul, maul und nase, schnauze Schm.2 2, 581; nassauisch die schnorr maul Kehrein 363; proboscis, eyn rüssel, schnorre an den thieren, als eyn schwein hat, mausz, igel, helffant. Dasyp.; erhöchten rüssel oder schnorren, der weit herfür gehet (an schweinen). Sebiz 132; die füsz, oren, schnoren (der schweine, als speise) ursachend ein dick, schlimerig blt, speysend doch wol, und sind die füsz gesünder, dann die schnorren, und die schnoren gesünder dann die oren. Forer thierb. 146a; (der fisch) hat kein maul, sonder allein vornen durch die schnorren ein klein löchlin. fischb. 49b; die frau schlug ihnen (den schweinen) mit dem riegel des sautrogs .. auf die schnorren, dasz sie derb bluteten. Pestalozzi Lienh. u. Gertr. 2, 139; mit umlaut: die thiere hatten die schnörren im maulkorb. schrift. 10, 26; von einem teuflischen gespenst:

druf putzt er d' schnören amme tschäubli ab.
Hebel 1, 112.


7) übertragen in grober und verächtlicher rede auf den mund des menschen (vgl. dazu auch schnurrbart), mundartlich weit verbreitet: schweiz. d' schnure halte Seiler 262a; in Appenzell schnorra Tobler 396a; dimin. schnörrli, in traulicher sprache, ein artiges mäulchen. ebenda; niederd. enn ôwer de snurre hauen, einem auf sehr derbe weise den mund stopfen, auch einen anführen, betrügen Schambach 201a; und sonst: einem eins auf die schnurre geben, auf den mund, einen über die schnurre hauen Campe, vgl. auch Wander 4, 311.
8) in andern bildlichen verwendungen: schnurre am schuhwerk der vorderste theil, wenn er breit statt spitz endet (früher kuhmaul, vgl. theil 5, sp. 2573), in Appenzell schnorra Tobler a. a. o.; in Ulm eine klaffende wunde Campe; im östlichen Niederdeutschland leichter rausch, sonst hieb genannt (vgl. th. 4, 2, 1307, nr. 4 und 5) Frischbier 2, 309; er hat eine schnurre Hupel 211, vgl. das masc. schnurre 3.
9) schnurre für scherz, possen, namentlich erzählte, einerseits an den behaglichen ton des schnurrens, andererseits aber auch an die bedeutung 4 von schnurre anlehnend; namentlich anlehnung an jenen ton, wenn das wort synonym mit schnake gebraucht wird, das seinerseits von dem launischen fluge des thierchens ausgeht (vgl. oben sp. 1153): seine tugend (besteht) aus einem system über die tugend und seine handlungen aus schnurren, schnaken und charakterzügen. J. Paul uns. loge 1, 118; das wort kann in der angegebenen bedeutung schon alt nachgewiesen werden, hier wol in besonderer beziehung zu mhd. snürrinc possenreiszer (vgl. unter schnurrant): mit harten bösen und schweren worten und geberden, mit schnurren und andern unwürten wisen. Keisersberg seelenpar. 29a, verbreitet sich aber vor dem 18. jahrh. nicht, und erscheint hier besonders als lieblingswort Lessings: die schnurre fuhr mir nun so heraus! 1, 562; ein wahrer bauer, schalkisch und gerade zu, voller boshafter schnurren. 7, 79; wie viel leichter ist es, eine schnurre zu übersetzen, als eine empfindung! 89; sie kennen es (das sinngedicht) als das sinnreichste von allen kleinen gedichten: als eine witzige schnurre wohl nur. 8, 455; sie werden es kaum glauben, dasz ich die muthwilligsten stellen in meinen schnurren oft in sehr trüben augenblicken geschrieben habe. 12, 504;

hat der herr mich aber
nicht blos mit einer theatralschen schnurre
zum besten. 2, 302;

danach vielgebraucht bei anderen: ihr letzter brief, und die beigelegte poetische schnurre hat mir viel vergnügen gemacht. Boie an Bürger (briefe 1, 222); war das publicum mit solchen dingen nicht immer zufrieden, so rächte er sich durch eine neue, noch wunderlichere schnurre. Göthe 25, 154; er asz und trank, fluchte und machte seine schnurren. Keller werke 1, 79; ich hatte ... ihr allerlei von den fremden sitten und gebräuchen erzählt, die ich sah, und manche schwänke und schnurren eingeflochten. 3, 45; so sah er in dem abenteuer ... nur eine äuszerliche komische schnurre. 191; beim Rheinwein tolle schnurren erzählen. Treitschke d. gesch. 2, 33; mit ausgesprochen geringschätzigem beisinn und dadurch nach der bedeutung 4 hinüber leitend: der custode, der um nach gewohnheit fertig zu werden die auswendig gelernte schnurre herzubeten anfing. Göthe 23, 39; es war meine art auf ansichten und überzeugungen mitlebender männer vorzüglich zu

[Bd. 15, Sp. 1417]


achten, besonders wenn sie nicht gerade der schnurre des tags angemessene bewegung machen konnten. 32, 85; das versteh ich noch nicht, wie ein so gesetzter mann ... noch am rande des grabes solche schnurren treiben kann. J. Paul flegelj. 1, 30.
10) schnurre, schnurrendes, umherziehendes weib, landschaftlich im nassauischen die schnorr bettlerin Kehrein 363; sonst in verfänglichem sinne, von der landstreicherei her, niederl. snorre, snurre, pellex, pallaca Kilian; buben, huren, schnurren. Garg. 272a; abgeblaszt, als verächtliche bezeichnung eines alten weibes: endlich gar die alte schnurre, die äbtissin. Schiller 2, 80 (räuber 2, 3).
11) schnurre und schurre, name der pflanze hahnenkamm, alectorolophus crista galli. Pritzel-Jessen 16b.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schnurrecht, adj. und adv. wie schnurgerecht, nach der schnur, gerade: schnurrecht, schnureben, ad amussim Frisch 2, 217c; so wöllen wir andere schnurrecht haben und richten uns selbst nicht. Luther 4, 49b;

jeder dasselb gantz schuurrecht helt,
wie das jr heilig regel meldt.
B. Waldis päbstl. reich 2, 8;

ob gleich kein spiegel ist zu treffen irgend an,
der dich du schönes bild, schnurrecht entwerfen kan.
Opitz 2, 236;

verblaszt, geradezu: welche schnurrecht wider die lehr ... streiten. Fischart bienk. 41a; das übermäszige gesätze leitet einen printz von dem rechten zweck desselben schnurrecht und gäntzlich ab. Butschky Pathmos 833. adverbialer genitiv schnurrechts Tucher baumeisterb. 318, 27.

 

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Artikel 1 bis 2 von 2
1) gon
 ... gon , gohn , m. , ein schöpfgefäsz
 
2) gon
 ... gon , gohn , m. , der für