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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schnurpen bis schnurrbärtchen (Bd. 15, Sp. 1413 bis 1414)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnurpen, schnurpfen, verb., s. DWB schnurfen.
 
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schnurperle, f. durchbohrte perle, wie sie auf eine schnur gezogen werden Campe. schnür-perlen, perle forate da infilare Kramer deutsch-ital. dict. 2 (1702), 635b.
 
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schnurpfeife, f., s. schnurrpfeife.
 
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schnürpinne, f. in Ost- und Westpreuszen, wie schnürnadel Frischbier 2, 309, aus dem niederd. snör-pinne Dähnert 439b. in Ostfriesland dafür snör-penne, -pentje ten Doornkaat Koolman 3, 248a. auch der messingbeschlag an den enden der schnürsenkel Frischbier 2, 309a. im vergleich: schlank wie 'ne schnürpinne ebenda.
 
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schnurpsen, verb., s. DWB schnurfen.
 
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schnurquecke, f. die quecke, weil sie einer schnur ähnelt. Campe. vgl.schnurrquecke.
 
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schnurr, interj., einen dumpf schwirrenden ton, wie den eines getriebenen rades oder einer spinnenden katze nachahmend: schnurr schnurr ging fort das schiff. Meinhold reime dich 91; das männchen setzte sich an das rädchen und schnurr, schnurr, schnurr, dreimal gezogen, war die spule voll. Grimm märchen (1843) 1, 329; auch zur bezeichnung des tones, den das zerreiszen eines gewebten zeuges verursacht Frischbier 2, 309a. die verbindung schnipp, schnapp, schnurr s. unter schnapp sp. 1169.
 
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schnurralien, f. pl. schnurriges zeug: (weil) der gnädige herr vater .. doch so viel verstanden haben von apothekerwissenschaften und unnatürlichen schnurralien. Immermann Münchh. 3, 169. über die scherzhafte bildung mit lateinelnder endung vergleiche hankalia theil 4, 2, 455, lappalie theil 6, 191, schenkalien theil 8, 2541, schmieral, schmieralia oben sp. 1078 fg.
 
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schnurrant, m. mit latinisierender endung wie ein participium zu einem schnurrare (d. i. schnurren in der bedeutung 'umherziehen') gebildet, mit der nebenform schnorrant (über das o s. unter schnurren; ahd. entspricht das mit deutschem suffix gebildete snurrinc Graff 6, 850, mhd. snürrinc), possenreiszer, narr; es bezeichnet den umherziehenden musikanten, und weiterhin auch umherziehenden bettler Kehrein 363: ihre liedels, wie sie's nennen, die gemeiniglich von schnurranten allenthalben herumgeleiert werden. Schubarts leben u. gesinnungen 1, 263; virtuosen und schnurranten. 278; wir hatten brave schnurranten erwischt, da giengs wie wetter (das tanzen). Göthe briefe 1, 262 Weim. ausg.; mit seiner kitharis, wie ein bänkelsänger oder schnurrant. Voss antisymb. 1, 49; herein, ihr schnurranten, ihr pfeifer. Mörike 1, 351; der schnurrenberg, was ehemals berg des snurro, des schnurranten, possenreiszers bedeutete. Keller 6, 345.
 
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schnurrbart, m. mystax, nd. snurrbaard, holl. snorbaard, eigentlich von den barthaaren einer schnurre, thierschnauze (vgl. unten schnurre 6) gesagt, und zunächst in derber rede, dann seit dem 18. jahrh. allgemein und harmlos auf den menschlichen entsprechenden bart übertragen; vergl. auch schnauzbart oben sp. 1209.
1) bart über der oberlippe, beim männlichen geschlechte: wie verändert ihr seid — das macht der schnurrbart. Lenz 1, 289; mir den grauen schnurrbart lassen raufen. Kotzebue dram. werke 3, 294; ein schwarzer schnurrbart von wunderbarer fülle, welcher über den lippen hing. Immermann 1, 56; die oberlippe, auf welcher ein schwärzlicher schnurrbart lag. Keller 6, 226;

(sie) wischen sich trocken und schieben zur seite,
dasz er den speisen den weg nicht bestreite,
schnurrbarts buschigten halben kranz.
Lenau ged. (1865) 454;

männliches, soldatenhaftes, auch wildes aussehen verleihend: Schnaps. zum zeichen geb ich euch diesen schnurrbart. Märten. einen schnurrbart? Schnaps. den jeder bürgergeneral tragen musz. Göthe 14, 271; mit fürchterlichem schwarzen schnurrbart. H. Heine 3, 154; es schien ein ehemaliger kriegsoberst zu sein, da er einen langen grauen schnurrbart trug. Keller 7, 129;

halb geht er ja wie ein soldat! ..
ein schnurrbart und ein rock, gar eng,
dabei ein blick, possierlich, streng.
Hebbel 2, 10;

besonders von Ungarn getragen: eine art Ungar, mit groszem schnurrbart. Grillparzer 16, 27; von studenten: ich sah den secretär an .. aber nur wegen des schnurrbarts, den er sich auf der akademie hat wachsen lassen. Hebbel 2, 94;

[Bd. 15, Sp. 1414]


ich seh ihn schon
mit seinem schwarzen schnurrbart, den echten musensohn.
Chamisso 2, 158;

studentisch: schnurrbärte hauen, auf dem fechtboden einem fuchs ins gesicht hauen. Kluge studentenspr. 123b.
2) schnurrbart, der träger eines schnurrbartes, grimmig, mürrisch aussehender mensch: was sagst du, ich lüge? das leide ich nicht, du alter schnurrbart. Pestalozzi Lienh. u. Gertr. 1, 279; du bist mir lieb, Franz, und ich will dir nicht mehr schnurrbart sagen. ebenda; mensch von soldatenhaftem äuszeren: der alte schnurrbart von Preuszen wird die hütchen à la Falckenstein schon zusammenreiszen, denk ich. Lichtenberg 8, 242; ein jeder ungrische schnurrbart vom geniecorps ist willkommen. Mörike 2, 322; die beiden schnurrbärte grüszten militärisch. Gutzkow ritter vom geist 2, 219;

sieh den piqueur der reiter! jenen da!
den schnurrbart mit den prallen schenkeln!
Freiligrath dicht. 1, 129.


3) in der studentensprache des 18. jahrh. schnurrbart der häscher (vergl. auch unten das masc. schnurre und schnurrwächter). Kluge studentenspr. 123b; in der form schnorrbart: als der pedel dem prorector nachricht davon gegeben hatte, bekam er befehl, mich .. durch die dasigen schnorrbärte in arrest zu führen (in Jena). der reisende avantürier 2 (1749), 431.
4) schnurrbart, name einer art des kabeljaus, gadus cimbricus. Campe.
 
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schnurrbärtchen, n. kleiner, zierlicher schnurrbart: der junge hübsche maler aus der kapelle, der .. wohlgefällig sein schnurrbärtchen strich. Eichendorff 2, 432; dessen lange schwarze haare und schnurrbärtchen sorgfältig gepflegt waren. Keller 5, 11.

 

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1) gon
 ... gon , gohn , m. , ein schöpfgefäsz
 
2) gon
 ... gon , gohn , m. , der für